Diese Arbeit stellt Teil A einer zweiteiligen Behandlung des Themas „Städtische Schrumpfung und der Wohnungsmarkt in Ostdeutschland“ dar. Beide Teile sind von der Erstellung her eigenständige Arbeiten und auch als solche zu werten. Sie ergänzen sich aber inhaltlich und Teil B baut auf Teil A auf. In diesem Teil werden Genese, Ausmaße und Folgen des Problems beschrieben. Teil B, der von Lena Jastram erstellt wurde, beschäftigt sich mit Stadtumau im Kontext des Nachhaltigkeitsgedankens und Chancen, die sich aus Schrumpfung ergeben. Da beide Teile jeweils eigenständig erarbeitet wurden, können durchaus Abweichungen in der Schwerpunktsetzung auftreten.
In diesem Teil werden zunächst die Hintergründe für die einwohnermäßige Schrumpfung ostdeutscher Städte und zurückgehende Nachfrage auf städtischen Wohnungsmärkten, die zu Leerstand führt, beleuchtet, um daran anschließend den aktuellen Stand des Problems, seine künftig mögliche Entwic klung und seine Auswirkungen darzustellen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Überblick über die Problemstellung
1.1 Definition und Interpretation von „Schrumpfung“
1.2 Räumliche und zeitliche Eingrenzung des Problems
1.3 Kurzcharakteristik der Entwicklung
2 Ursächliche Prozesse und Strukturen
2.1 Die Ausgangssituation des Wohnungsmarktes 1989/90
2.1.1 Wohnungsnachfrage und -Angebot
2.1.2 Städtische Strukturen
2.2 Der wirtschaftliche Umbruch
2.3 Demographische Entwicklung
2.3.1 Bevölkerungsentwicklung insgesamt
2.3.2 Natürliche Bevölkerungsentwicklung
2.3.3 Räumliche Bevölkerungsentwicklung
2.3.3.1 Außenwanderung und Wanderung allgemein
2.3.3.2 Überregionale Binnenwanderung
2.3.3.3 Stadt-Umland-Wanderung – Suburbanisierung
2.3.4 Bevölkerungsverluste einzelner Städte
2.4 Haushaltsentwicklung und struktureller Bedarf
2.5 Angebotsentwicklung und Förderung
2.5.1 Mietwohnungsneubau und Modernisierung
2.5.2 Stadtsanierung
2.5.3 Förderung von Eigentumsbildung
3 Ausprägung und Auswirkungen von Leerstand
3.1 Ausprägung von Leerständen
3.1.1 Leerstand nach Gebäudetypen
3.1.2 Leerstand nach Städten und Ländern
3.1.3 Künftige Leerstandsentwicklung
3.2 Auswirkungen auf die Wohnungsunternehmen
3.3 Auswirkungen auf Stadtstrukturen
3.4 Auswirkungen auf die Sozialstruktur der Städte
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit befasst sich mit der städtischen Schrumpfung und den daraus resultierenden Leerständen auf ostdeutschen Wohnungsmärkten nach 1989/90. Das primäre Ziel ist es, die demografischen, ökonomischen und strukturellen Ursachen dieses Leerstandes zu identifizieren und dessen Auswirkungen auf Wohnungsunternehmen, Stadtstrukturen sowie die Sozialstruktur der Kommunen aufzuzeigen.
- Demografische Schrumpfungsprozesse (Abwanderung, Suburbanisierung, natürliche Bevölkerungsentwicklung)
- Wirtschaftlicher Umbruch und Arbeitsmarktsituation in Ostdeutschland
- Strukturwandel des Wohnungsangebotes und die Rolle der Wohnungsbauförderung
- Folgen von Leerständen für städtebauliche Gefüge und soziale Segregationsprozesse
Auszug aus dem Buch
1.1 Definition und Interpretation von „Schrumpfung“
Ausgangspunkt dieser Betrachtung ist der Begriff Schrumpfung. „Schrumpfen“ ist die Verringerung der Größe eines Objekts, eine quantitative Abnahme (MÜLLER 1986 S. 568). Eine Stadt kann hinsichtlich vieler Indikatoren schrumpfen: Einwohnerzahl, flächenhafte Ausdehnung, wirtschaftliche Wertschöpfung pro Einwohner, Ausstattung mit bestimmten Funktionen, Angebot von Arbeitsplätzen usw.
Gegenstand dieser Arbeit ist die Schrumpfung der Nachfrage auf städtischen Wohnungsmärkten und die Schrumpfung der Einwohnerzahl von Städten. Eine Umfassende Abhandlung schrumpfender Städte würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Gleichwohl ist klar dass die anderen genannten Schrumpfungsindikatoren eng mit demographischer Schrumpfung zusammenhängen, sei es als Ursache oder als Folge (vgl. dazu LANG/TENZ 2002). Einwohnerzahl und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt hängen eng zusammen, sind aber nicht identisch (siehe 2.4). Sie sind aber auch nicht isoliert voneinander zu betrachten.
Schrumpfende Städte sind seit der Industrialisierung etwas weitgehend unbekanntes „Städte wachsen! Diese Erfahrung ist so als wie die Städte selbst.“ (PFEIFFER 2001 S. 28) Während Schrumpfung in der Ökonomie als Gegenteil von Wachstum in einer Gleichgewichtsvorstellung verankert ist, wird sie im Hinblick auf Städte tendenziell mit Niedergang assoziiert (KEIM 2001 S. 19). Aus Schrumpfung können aber auch Chancen entstehen, die es zu erkennen gilt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der zweiteiligen Hausarbeit ein und skizziert die Fragestellung zur Schrumpfung und zum Leerstand auf ostdeutschen Wohnungsmärkten.
1 Überblick über die Problemstellung: Das Kapitel definiert den Begriff der Schrumpfung im urbanen Kontext und grenzt die räumliche sowie zeitliche Untersuchung auf die ostdeutschen Bundesländer nach der Wende ein.
2 Ursächliche Prozesse und Strukturen: Hier werden die Gründe für die Schrumpfung analysiert, darunter die wirtschaftliche Transformation, demografische Faktoren wie Abwanderung sowie wohnungswirtschaftliche Entwicklungen.
3 Ausprägung und Auswirkungen von Leerstand: Dieser Teil befasst sich mit der Quantifizierung der Leerstände und der Analyse ihrer negativen Folgen für Immobilienunternehmen, Stadtbild und soziale Zusammenhalte.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert mögliche stadtplanerische Strategien sowie Chancen, die sich aus der demografischen Schrumpfung ergeben können.
Schlüsselwörter
Städtische Schrumpfung, Wohnungsmarkt, Ostdeutschland, Leerstand, Bevölkerungsentwicklung, Suburbanisierung, Deindustrialisierung, Wohnungsunternehmen, Stadtstrukturen, Segregation, Stadtumbau, Demografischer Wandel, Wohnraumbedarf, Transformation, Sonderabschreibungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Problematik der städtischen Schrumpfung und des massiven Wohnungsleerstands in Ostdeutschland infolge der politischen und wirtschaftlichen Wende ab 1989/90.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit fokussiert sich auf die demografische Entwicklung, den wirtschaftlichen Strukturwandel, die Angebotsentwicklung auf dem Wohnungsmarkt sowie die sozioökonomischen Auswirkungen von Leerständen auf Städte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, die Genese und Ausmaße der Schrumpfungsprozesse zu beschreiben und die daraus resultierenden negativen Konsequenzen für Stadtkommunen und Wohnungswirtschaft zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analytische Arbeit, die auf der Auswertung aktueller Fachliteratur, Statistiken und Berichten zur wohnungswirtschaftlichen und demografischen Lage basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen wie Abwanderung, Suburbanisierung und den wirtschaftlichen Umbruch sowie die daraus entstandenen Auswirkungen, etwa in Form von Einnahmeausfällen für Wohnungsunternehmen und städtebaulicher Fragmentierung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind städtische Schrumpfung, Wohnungsmarkt, Ostdeutschland, Leerstand, demografischer Wandel, Stadtumbau und Segregation.
Welche Rolle spielt die Suburbanisierung für den Leerstand?
Laut der Arbeit ist die Suburbanisierung ein Hauptfaktor für den Leerstand, da Einwohner aus den Kernstädten in neu geschaffene Einfamilienhäuser im Umland abwandern und so innerstädtischen Wohnraum freisetzen.
Wie bewertet der Autor die Zukunft der schrumpfenden Städte?
Der Autor betont, dass eine Gewöhnung an die Schrumpfung notwendig ist, sieht aber auch Chancen, den Stadtumbau zu nutzen, um die städtische Wohnqualität durch Freiflächen und Korrekturen wieder zu steigern.
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- Felix Müller (Author), 2003, Städtische Schrumpfung und der Wohnungsmarkt in Ostdeutschland, Teil A, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27514