Obwohl Total Quality Management (TQM) sich als ein Instrument zur Effektivitätssteigerung in Organisationen etabliert hat, kann der tatsächliche Nutzen eines solchen Systems nur durch den Implementierungsprozess nachgewiesen werden (Whelan-Berry, Gordon und Hinings 2003). Die Aufgabe dieser Arbeit ist es Schlüsselaspekte der Organisationsentwicklung in Bezug zu TQM zu setzen und anhand einer empirischen Untersuchung aufzuzeigen, ob TQM Interventionen im Bereich der Organisationsentwicklung Mitarbeitereinstellungen zu der Thematik TQM ändern. In einem ersten Schritt wird der Kontext zwischen TQM und Organisationsentwicklung geschaffen sowie die Begriffe definiert und abgegrenzt. TQM wird in dieser Arbeit als Instrument der Organisationsentwicklung verstanden. Die Einführung von TQM bedeutet umfassende Veränderung, also Entwicklung im Unternehmen (Whelan-Berry, Gordon und Hinings 2003). Inwieweit die Instrumente des TQM nicht nur Prozesse und Strukturen im Unternehmen verändern, sondern auch Einfluss auf die Einstellung von Mitarbeitern haben, wird beispielhaft für die Maßnahmen Training und Weiterbildung, Qualitätszirkel und Selbstbewertung erhoben.
Während TQM sich noch in den Randgebieten der wissenschaftlichen Forschung befindet, ist die praxisorientierte Literatur aufgeblüht und hat den Markt mit zahlreichen Handbüchern, Rezepten und praktischen Anleitungen zur Umsetzung bereichert (Coyle-Shapiro 2002). Erste kritische Artikel zu der Thematik TQM vertreten die Meinung, dass es sich hierbei um ein reines „Modekonzept“ handelt. Dennoch kann man davon ausgehen, dass auch wenn die gängigen Qualitätskonzepte mit der Zeit kommen und gehen, die zugrunde liegenden Prinzipien doch beständig sind (Murphy 1998). Die empirische Forschung zu TQM zeigt gemischte Resultate in Bezug auf die Wirksamkeit des Systems. Einige Veröffentlichungen zeigen, dass die Anwendung von TQM und TQM Interventionen die Leistung von Organisationen verbessert, andere können einen solchen Effekt nicht nachweisen (Walgenbach 2000; Spector 2000, 288).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen und –abgrenzung
2.1 Organisationsentwicklung
2.2 Total Quality Management
2.3 TQM als Instrument der Organisationsentwicklung
3 Ableitung der Variablen
3.1 TQM Intervention: Training und Weiterbildung
3.2 TQM Intervention: Qualitätszirkel
3.3 TQM Intervention: Selbstbewertung
3.4 Hypothesenbildung
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Teilnehmer und Gang der Untersuchung
4.2 Variablen und Modellstruktur
4.2.1 Variable: Einstellung zu TQM
4.2.2 Variable: Unterstützung durch die Laborleitung
4.2.3 Variable: Verbundenheit mit dem Labor
4.2.4 Variablen: TQM Intervention
4.2.5 Variable: Wahrgenommene Fähigkeit zur kontinuierlichen Verbesserung beitragen zu können
4.3 Datenanalyse
4.4 Ergebnisse und Kritik
5 Implikationen für die Organisationsentwicklung
6 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit TQM-Interventionen – konkret Schulungen, Qualitätszirkelarbeit und Selbstbewertungen – die Einstellungen von Mitarbeitern in einem medizinischen Labor zu kontinuierlicher Verbesserung beeinflussen können. Ziel ist es, die Wirksamkeit dieser Maßnahmen im Rahmen der Organisationsentwicklung empirisch zu überprüfen.
- Zusammenhang zwischen TQM und Organisationsentwicklung
- Einfluss von TQM-Instrumenten auf die individuelle Mitarbeitereinstellung
- Empirische Analyse mittels t-Test für abhängige Stichproben
- Bedeutung der Einbindung von Mitarbeitern für den Unternehmenserfolg
Auszug aus dem Buch
3.4 HYPOTHESENBILDUNG
Diese Arbeit untersucht die Effekte drei verschiedener TQM Interventionen auf die Einstellung zu kontinuierlicher Verbesserung. Zu dem Begriff Einstellung sei hier kurz definiert (Stroebe, Jonas und Hewstone 2002): Der Begriff Einstellung beschreibt die Position des Menschen, aus der heraus dieser die Dinge wahrnimmt und bewertend einordnet. Der Mensch verhält sich dabei gegenüber Reizen aus der sozialen und physikalischen Umwelt in einer ganz bestimmten und beständigen Art und Weise. Einstellungen sollen dem Menschen zu einer besseren Orientierung in seiner Umwelt verhelfen.
Einstellungen beeinflussen sowohl die Auswahl und Wertung von Wahrnehmungsinhalten als auch wie der Mensch auf solche Inhalte reagiert. Einstellungen lassen sich nicht direkt beobachten, sondern müssen aus dem Verhalten erschlossen werden, z.B. aus Meinungsäußerungen.
Für diese Studie liegt der Schwerpunkt auf der Veränderung der Einbindung in ein TQM-System, die dann die Einstellung zu kontinuierlicher Verbesserung beeinflusst. Abgefragt werden diese Veränderungen über Meinungsäußerungen.
Die Arbeitshypothese lautet daher:
H1: Die Einstellung der Mitarbeiter zu kontinuierlicher Verbesserung (bzw. zu TQM) verändert sich durch die Einbindung in das System, über TQM Interventionen wie Schulung, Qualitätszirkelarbeit und Selbstbewertung.
Hieraus leitet sich die statistische Vorhersage ab:
µ vor ? µ nach bzw. µ vor – µ nach ? 0
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von TQM als Instrument der Organisationsentwicklung und Darlegung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Einstellungsänderung bei Mitarbeitern.
2 Begriffsdefinitionen und –abgrenzung: Theoretische Fundierung der Begriffe Organisationsentwicklung und Total Quality Management sowie Erläuterung von TQM als integratives Instrument für Veränderungsprozesse.
3 Ableitung der Variablen: Herleitung der untersuchten TQM-Interventionen und Formulierung der Arbeitshypothese basierend auf organisationspsychologischen Annahmen.
4 Methodisches Vorgehen: Detaillierte Beschreibung der empirischen Untersuchung, der Teilnehmer, der Modellstruktur, der angewandten statistischen Analysemethoden und Präsentation der Ergebnisse.
5 Implikationen für die Organisationsentwicklung: Diskussion der Ergebnisse vor dem Hintergrund genereller Herausforderungen der Organisationsentwicklung und Ableitung praktischer Handlungsempfehlungen.
6 Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Studienresultate, Darstellung der Grenzen der Untersuchung und Aufzeigen potenzieller Richtungen für zukünftige Forschungsvorhaben.
Schlüsselwörter
TQM, Total Quality Management, Organisationsentwicklung, Mitarbeitereinstellungen, kontinuierliche Verbesserung, Qualitätszirkel, Selbstbewertung, Organisationspsychologie, Veränderungsmanagement, Interventionsstudie, Mitarbeiterbefragung, Unternehmenserfolg, Arbeitszufriedenheit, Prozessoptimierung, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, ob und wie verschiedene Instrumente des Total Quality Managements (TQM) als Methoden der Organisationsentwicklung dazu beitragen können, die Einstellungen von Mitarbeitern positiv zu verändern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittmenge von TQM-Prinzipien und Organisationsentwicklung, der Bedeutung der Mitarbeiterpartizipation sowie der empirischen Messung von Einstellungsänderungen durch spezifische Interventionen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel besteht darin, durch eine empirische Untersuchung bei den Medizinischen Laboratorien Düsseldorf zu prüfen, ob Maßnahmen wie Schulungen, Qualitätszirkel und Selbstbewertungen tatsächlich zu einer messbaren Einstellungsänderung bei den Mitarbeitern führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt einen quantitativen Ansatz, bei dem Daten zu zwei Zeitpunkten erhoben und mittels t-Test für abhängige Stichproben auf signifikante Unterschiede in den Einstellungsmerkmalen geprüft wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Definition der Begriffe, die Ableitung der für die Studie relevanten Variablen und TQM-Interventionen, die methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die ausführliche Analyse und Diskussion der gewonnenen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie TQM, Organisationsentwicklung, Mitarbeitereinstellungen, kontinuierliche Verbesserung, Interventionen und empirische Analyse.
Wie wurde die Qualität der Untersuchung sichergestellt?
Die Untersuchung wurde durch eine Vollerhebung in einer spezifischen Abteilung mit einer Rücklaufquote von 100% durchgeführt, wobei bestehende Itemskalen zur Messung der Einstellungen herangezogen wurden.
Welches Ergebnis zeigt die Studie hinsichtlich der Einstellungsänderung?
Die Studie zeigt, dass sich die Einstellung der Mitarbeiter zu TQM zwar verbessert hat, jedoch ein "Decken-Effekt" auftrat, da die Ausgangswerte bereits recht positiv waren, was eine noch stärkere Veränderung erschwerte.
Warum wurden die Medizinischen Laboratorien als Untersuchungsort gewählt?
Sie dienten als praktisches Fallbeispiel für eine Organisation, die ein umfassendes TQM-Programm implementiert hat, um die Wirksamkeit der gewählten Interventionen in der Praxis zu testen.
- Quote paper
- Kirsten M. van der Neut (Author), 2003, Mitarbeitereinstellungen ändern? Zur Einsatzmöglichkeit von TQM-Werkzeugen in der Organisationsentwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27580