Biofeedback Einleitung
In der heutigen Zeit, wo „Bio“ ein Schlagwort, modern und jung, dynamisch wirkt, wird uns auch immer etwas „mitverkauft“ BIO wird von uns meist als gesund und natürlich assoziiert, daß mich der Hintergrund des Biofeedbacks interessierte. Was es genau ist, wie es wirkt, ob es überhaupt wirkt - was sich dahinter verbirgt. Was wird den „rück gemeldet“? und wie werden diese Ergebnisse interpretiert und auch akzeptiert in der hochmodernen Medizin. Ist es vielleicht ein „Rückschritt“, um nach vorne zu kommen?
Da ich mich mit der Materie noch nie auseinander gesetzt habe, waren die Dinge, die ich erfahren konnte, wie eine kleine Reise in ein vorher unbekanntes Land:
1. Was ist Biofeedback ?
a) Die Erfassung und Rückmeldung von Körperfunktionen
Die Messung von biologischen Prozessen, die in unserem Körper ständig ablaufen, ist in vielen Bereichen üblich. Sie dient der Zustandsbeschreibung unseres Organismus und kann uns Aufschluss über die Funktionen unserer Organe geben.
So messen z.B. Sportler ihren Puls um zu erfahren, wie ihr Herzschlag auf verschiedene Belastungen reagiert. Lässt sich der Puls noch recht einfach messen, indem man einen Finger auf die Schlagader legt und die einzelnen Herzschläge mitzählt, so sind für die
Erfassung anderer Körperfunktionen technische Hilfsmittel notwendig. Diese reichen von einfachen Instrumenten, wie etwa einem Fieberthermometer zur Messung der Körpertemperatur bis hin zu hochsensiblen Geräten, wie sie z.B. Mediziner für die Untersuchung der Herzaktivität beim Elektrokardiogramm (EKG) verwenden. Messbare Kennwerte unserer Körperfunktionen wie die Pulsfrequenz, die Körpertemperatur oder das EKG werden auch Biosignale genannt.
Warum macht man sich überhaupt die Mühe, Biosignale zu erfassen ? Ein Grund hierfür ist sicherlich in der Tatsache zu sehen, dass der Mensch seine körperinternen Abläufe nur sehr ungenau wahrnehmen kann. Zwar registrieren wir abrupte Veränderungen (z.B. plötzliches Herzrasen oder starkes Schwitzen); die kontinuierliche Wahrnehmung und exakte Einschätzung körperlicher Vorgänge gelingt jedoch selbst dann nicht, wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten. Erst der Einsatz von elektronischen oder elektromechanischen Instrumenten erlaubt die objektive und kontinuierliche Betrachtung unserer Körperfunktionen.
Auf diesen Überlegungen beruht auch das Prinzip von Biofeedback: Körpersignale, deren Niveau und Veränderungen von dem Betroffenen selbst nur ungenügend wahrnehmbar sind, werden mit technischen Hilfsmitteln erfasst, in visuelle oder auditive Signale umgewandelt und so für die Person unmittelbar erfahrbar gemacht.
Die der Person rückgemeldeten Informationen stehen dabei in direkter Beziehung zum abgeleiteten Biosignal. Jede Veränderung der Intensität der Messwerte wird also entweder sichtbar (z.B. in Form einer Linien- oder Balkengrafik) oder hörbar (z.B. durch entsprechende Modulation der Lautstärke) gemacht.
Eine einfache Biofeedbackanordnung liegt z.B. vor, wenn ein Patient an ein EKG-Gerät angeschlossen ist und die Aktivität seines Herzmuskels auf einem Bildschirm betrachtet oder seine Herzschläge als Tonsequenz hören kann. Bereits diese einfache Rückmeldung von Körperfunktionen kann unter zahlreichen diagnostischen, edukativen und therapeutischen Fragestellungen sehr hilfreich sein:
o Sie ermöglicht dem Betroffenen einen Einblick in einfache biologische Abläufe
o Die gleichzeitige Aufzeichnung und Darstellung mehrerer Biosignale erleichtert das Verständnis für das Zusammenspiel verschiedener Körperfunktionen
o Durch eine gezielte Variation der Bedingungen, unter denen die physiologischen Daten aufgezeichnet werden (z.B. einfache körperliche oder psychische Belastung), erlebt der Betroffene, wie sein Körper auf bestimmte Anforderungssituationen reagiert
b) Gezielte Beeinflussung von Körperfunktionen Biofeedback geht jedoch über die bloße Erfassung und Rückmeldung von Körpersignalen hinaus. Vielmehr zielen Biofeeedbackverfahren darauf ab, körperliche Funktionen nicht nur abzubilden, sondern auch gezielt zu verändern. Dabei wird die Fähigkeit des Menschen genutzt, körperliche Vorgänge durch Lernprozesse willentlich zu beeinflussen. Die solchen Lernprozessen zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten sind in der Lernpsychologie seit langem bekannt und werden unter dem Fachbegriff instrumentelle Konditionierung zusammengefasst. Damit ist ein Lernen am Erfolg gemeint: Die Auftrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Verhaltens wird dadurch
Arbeit zitieren:
Gabriele Maurer, 2001, Biofeedback, München, GRIN Verlag GmbH
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