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Inhalt Seite
1. Modelle in der Raumforschung 3
1.1 Begriffsabgrenzung 3
1.2 Raumbezogene Modelle 3
2. Modell und Wirklichkeit 4
2.1 Unterschiede 4
2.2 Theoriebildung (- logische Induktion) 4
3. Anwendung allgemein
3.1 Adaption (von der Theorie zur Prognose) 6
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4. Modelle und Theorien
4.1 Das System Zentraler Orte von Christaller 7
4.1.1 Zentralität 7
4.1.2 Die Reichweite zentraler Güter 7
4.1.3 Hexagonalmodell 8
4.1.4 Abgeleitete Strukturmodelle im Vergleich 8
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5. Anwendung von Modellen
5.1 Das Zentrale Orte - System in der Praxis 11
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6. Diskussion und Kritik
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7. Quellennachweise
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1. Modelle in der Raumforschung
1.1 Begriffsabgrenzung
In den Naturwissenschaften werden zu bestimmten Sachverhalten und Zusammenhängen zunächst Theorien gebildet, die dann in Versuchen durch Isolierung der Ursachen entweder belegt oder wiederlegt werden können. Dies ist in der Erforschung von Räumen nicht möglich. Einzelne Ursachen können nicht einfach ausgeschaltet werden. Somit müssen stattdessen Modelle entwickelt werden. Die Arbeit an diesen Modellen wird als Alternative zu den Versuchen benutzt - es werden Gedankenexperimente durchgeführt.
Allgemein ausgedrückt, handelt es sich bei Modellen um eine angewandte, abstrakte Vorstellung des jeweiligen Betrachtungs- oder Forschungsgegenstandes.
Die Aufgabe des Modells ist es, „komplexe Zusammenhänge darzustellen, deren Entwicklung und Prozessabläufe zu erkennen“ [Leser, S. 522], sowie Aussagen über Regeln und Gesetzmäßigkeiten in der Funktionsweise des zu untersuchenden Systems zu machen.
Die Vorteile des Modells liegen darin, dass man es als vereinfachtes Abbild der tatsächlichen Gegebenheiten und Umstände verwenden kann. So können quantitative sowie qualitative Probleme und Erscheinungen behandelt werden [Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Spalte 1999]. Die Raumforschung beschreibt einerseits die gegebenen Umstände und bedient sich andererseits zudem der „kausalen Analyse, deren Ziel das Auffinden und d ie Erklärung von bestehenden Abhängigkeiten und Zusammenhängen, sowie die Erforschung von typischen Erscheinungsformen im Raum darstellt„ [Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Sp. 2000]. Es lässt sich feststellen, dass Modelle von der Methodik her gleichermaßen Arbeitsplan und -instrument sind. Mit Hilfe eines Modells lassen sich Aussagen über „nicht oder nur teilweise zugängliche Strukturen und Prozessabläufe“ [Leser, S.523] eines in der Realität bestehenden Systems machen.
1.2 Raumbezogene Modelle
Insbesondere in der Raumforschung haben Modelle einen hohen Wert. Ein bedeutsames Modell, das bis heute seinen Wert nicht verloren hat, ist das Thünen’sche Modell des isolierten Staates. Es hilft beispielsweise bei der Erklärung weltwirtschaftlicher Standortfragen. von Thünen hat mit diesem Modell „eine Theorie des Wirtschaftsraumes„ [Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Sp.2003] begründet. Launhardt versuchte in seinem Modell die räumliche Struktur der gewerblichen Standortwahl auf der Basis der mathematischen Deduktion zu lösen. „Über diese Ansätze hinaus versuchte Lösch ein auf der Interdependenz der Standorte beruhendes Gleichgewicht der gesamten Wirtschaft zu konstruieren und in einem System von Gleichungen zu veranschaulichen, um dann zu einer umfassenden Raumwirtschaftstheorie zu kommen [Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Sp.2004]. Ein Standort ist nach der Standorttheorie von Weber dann günstig, wenn er eine kostengünstige Produktion zulässt. Ebenfalls auf strenger, modelltheoretischer Deduktion beruht die Theorie der zentralen Orte von Christaller.
Obwohl sich diese Aufzählungen raumbezogener Modelle und Theorien noch weiter ausdehnen lassen, zeigt diese Arbeit nur einen kurzen Überblick, um dann auf eine Theorie genauer einzugehen.
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2. Modell und Wirklichkeit
Den Bezug zur Realität kann ein Modell erst dann gewinnen, wenn die einzelnen Parameter beispielsweise durch empirisch ermittelte Werte ersetzt werden. So kann eine Theorie entstehen. „Auch wenn eine Theorie wiederholte Prüfungen anhand empirischen Materials lange Zeit besteht, wird sie dadurch nicht wahr, sondern bleibt hypothetisch...“ [Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Sp. 2000].
2.1 Unterschiede
Wie bereits erwähnt, dienen Modelle der Vereinfachung. Dies ist notwendig, weil selbst die beschränkende Betrachtungsweise (beispielsweise auf ein wirtschaftliches Regionalsystem) noch immer ein kompliziertes Gefüge darstellt, dem unterschiedlichste „Zustände, Abläufe und Abhängigkeiten“ [Reichart, S.16] zugrunde liegen. Durch die Modellbildung werden die verschiedenen, jeweils relevanten Parameter „isoliert„ bzw. hervorgehoben. Dies geschieht durch Auswahl und Abstraktion, was den entscheidenden Unterschied zum Original ausmacht. „Durch eine solche Beschränkung der Darstellung auf einige wenige Merkmale wird ein hohes Maß an Übersichtlichkeit erreicht“ [Reichart, S. 16]. Ein geographisches Modell stellt nie die Wirklichkeit dar. Es handelt sich eher um eine Art Musterbeispiel, das dem Original nur in einigen Punkten entspricht. In einem Modell werden komplexe und komplizierte Strukturen des zu untersuchenden Gegenstandes durch einfache ersetzt. „Ein Modell ist kein Abbild der Wirklichkeit, sondern deren Reduktion“ [Reichart, S. 17].
2.2 Theoriebildung (-> logische Induktion)
Der erste Schritt auf dem Weg zur Theoriebildung ist die Kartierung. Die Karte ist das gebräuchlichste Modell in der Geografie und beschränkt sich auf die Darstellung einiger weniger ausgewählter Merkmale. Bei der Karte handelt es sich um ein Analogmodell. Die jeweils relevanten Merkmale werden „in der Lagerelation wiedergegeben, in der sie auch auf der Erdoberfläche zu finden sind“ [Reichart, S. 17].
Vergleicht man beispielsweise unterschiedliche kartografische Aufzeichnungen verschiedener Städte miteinander, so wir man kaum Gleichheit feststellen können. Trotz aller Unterschiede zwischen den Regionalsystemen, werden sich wahrscheinlich räumliche Übereinstimmungen ergeben. „Derartige Regelhaftigkeiten sind insofern von Interesse, als man diese als ein gemeinsames Konstruktionsmerkmal wirtschaftlicher Regionalsysteme deuten könnte. Geht man bei einem solchen Vergleich systematisch vor, so wird man Analogmodelle aus möglichst vielen Regionen einander gegenüberstellen, um im Vergleich nach allgemein gültigen Regeln oder Gesetzen der Systembildung zu fahnden“ [Reichart, S. 18]. Je nachdem, was Ziel der Untersuchung ist, werden gleichartige Ausprägungen und Merkmale „herausgefiltert, und als typisch identifiziert“ [Reichart, S.18]. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als Aggregation.
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Abb. 1: Die Methode der Aggregation
[nach Escher, S.257]
Ein wirtschaftliches Regionalsystem wird durch Isolierung zum Analogmodell und durch die Methode der Aggregation zum taxonomischen Modell. „Taxonomische Modelle reduzieren die Wirklichkeit auf ein konstruktives Grundgerüst räumlicher Ordnung“ [Reichart, S. 18]. Durch weitere Abstraktion können durch „Mechanisierung“ [Reichart, S. 19] Denkmodelle entwickelt werden, die schliesslich zur Theoriebildung genutzt werden. Diese Vorgehensweise bezeichnet man als „logische Induktion“[Reichart, S. 19]: Von Einzelfällen wird auf eine logische Gesetzmässigkeit geschlossen. Ziel ist es, einen viel umfassenderen Teil der Wirklichkeit zu verstehen, als das aus eigener Erfahrung oder Betrachtung bereits der Fall ist. Die logische Induktion lässt die Folgerung zu, dass das „was in bekannten Fällen bisher für wahr befunden wurde, auch in anderen Fällen gilt; zumindest so lange, bis das Gegenteil bewiesen... wird“ [Reichart, S.19].
Abb. 2: Abstraktionsstufen wirtschaftlicher Regionalsysteme
[nach Reichart, S. 19]
Arbeit zitieren:
Lars Wartenberg, 2003, Standortmodelle in der Geographie, München, GRIN Verlag GmbH
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