Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Hintergrund und Vorstellung des Miniprojektes 1
3. Das Polaritätsprofil oder auch Das semantische Differential 1
4. Aufbau und Durchführung der Befragung 2
4.1. Operationalisierung des Konzeptes 2
4.2. Praktische Durchführung 4
5. Die Ausgangshypothesen 4
6. Ergebnisse der Untersuchung 5
6.1. Allgemeine Mittelwerte 5
6.2. Unterschiede zwischen den Geschlechtern 6
6.3. Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen 7
6.4. Unterschiede in der Häufigkeit des Nachrichtenkonsum 8
6.5. Unterschiede in der Art der konsumierten Nachrichten 9
6.6. Unterschiede in der Häufigkeit der familiären Gespräche 10
6.7. Eingeschätzte Politik versus Der ideale Politiker 11
7. Auswertung der Ergebnisse 12
13
8. Anhang
13
8.1. Der Fragebogen
15
8.2. Häufigkeitsdaten der verschiedenen Auswertungskriterien
15
8.2.1 numerisch
15
8.2.1.1 Wie oder was ist Politik? - Allgemeine Häufigkeiten
15
8.2.1.2 Wie ist ein idealer Politiker? - Allgemeine Häufigkeiten
16
8.2.1.3 Häufigkeitsresultate der geschlossenen Fragen
16
8.2.1.3.1 Geschlecht
16
8.2.1.3.2 Alter
16
8.2.1.3.3 Häufigkeit der Nachrichten
17
8.2.1.3.4 Fernsehsender
17
8.2.1.3.5 Häufigkeit der Unterhaltung
18
8.2.2 graphisch
18
8.2.2.1 Wie oder was ist Politik? - Allgemeine Häufigkeiten
20
8.2.2.2 Wie ist ein idealer Politiker? - Allgemeine Häufigkeiten
23
8.3 Mittelwerte
23
8.3.1 Wie ist ein idealer Politiker?
23
8.3.2 Mittelwerte - Geschlecht
23
8.3.2.1 Wie oder was ist Politik?
II
8.3.2.2 Wie ist ein idealer Politiker? 24
8.3.3 Mittelwerte - Alter 25
8.3.4 Mittelwerte - Häufigkeit der Nachrichten 27
8.3.5 Mittelwerte - Fernsehsender 29
8.3.6 Mittelwerte - Häufigkeit der Unterhaltung 31
Literaturverzeichnis 33
III
1 Einleitung
Wie oder was ist Politik? Wie erfahren Jugendliche die gegenwärtige Politik? Welche Vorurteile belasten das Verhältnis zu diesem wichtigen Thema und wie gestalten sich die Idealvorstellungen von Politikern.
Zu diesem Zweck wurde eine eigene Analyse realisiert. Im folgenden soll über eine recht detaillierte Erklärung des Messinstruments, die Aufstellung von Hypothesen und die Auswertung der erhobenen Daten eine kleine Interpretation stattfinden. Dies geschieht ausdrücklich unter dem Vorbehalt, dass die Autorin keine psychologische Ausbildung besitzt und demnach nur rein intuitive Vermutungen äußern kann.
2 Hintergrund und Vorstellung des Miniprojektes
Das Miniprojekt stellt den Hintergrund für ein Referat im Seminar „Modelle und Methoden der Datenerhebung“ an der Universität Potsdam dar.
Das Projekt soll sich auch auf den gewählten Studiengang beziehen. Da die Verwaltungswissenschaften aber nicht spontane Ansatzpunkte für die Messung von Einstellungen und Vorteilen offenbarten, wich die Autorin auf das Nachbarfach Politikwissenschaften aus. Die Frage „Wie oder was ist Politik?“ bot sich also an. Eine Erweiterung um das Konzept „Wie ist ein idealer Politiker?“ wurde angeschlossen. Beide Fragen wurden durch geschlossene Eigenschaftsfragen, wie Geschlecht und Alter, aber auch z.B. Häufigkeit des Nachrichtenkonsums, verbunden.
Da die eigene Schulzeit nicht allzu lang vergangen war und schnell relativ große Datenmengen erzeugt werden können, fiel bald die Entscheidung, die Befragung im Freiherrvom-Stein- Gymnasium in Berlin-Spandau durchzuführen. Ausschließlich die siebten bis dreizehnten Klassen wurden in diese Befragung eingebunden, da die Vermutung bestand, dass die fünften bis sechsten Klassen starke Probleme haben würden, die abstrakten Stimulus-Konzepte unter Zeitdruck in angemessener Weise zu bewerten.
3 Das Polaritätsprofil oder auch Das semantische Differential
Das Polaritätsprofil ist von Charles E. Osgood, ein amerikanischer Psychologe und Kommunikationswissenschaftler, im Jahre 1957 entwickelt. Das Konzept wurde von Hofstätter auf den deutschen Sprachraum übertragen (1963, 1964, 1986). Es wird auch semantisches Differential, Eindrucksdifferential oder „semantic differential“ genannt. Ursprünglich wurde es zur Untersuchung der sprachlichen Bedeutung (daher semantisch) verschiedenster Objekte benutzt. Heute wird es hauptsächlich zur Messung von Reaktionen auf Stimulus-Wörter oder -Konzepte gebraucht. Es können Einstellungen, Vorstellungen und Vorurteile leicht erfasst werden.
1
Der Aufbau besteht aus einem Untersuchungsgegenstand (concept), der mit Hilfe von gegensätzlichen Eigenschaftspaaren (bipolar scales) auf einer meist 7stufigen Skala beurteilt wird.
Die scales sollten sich hauptsächlich auf das zu bewertende concept beziehen. Es sollten keine zu extremen Gegensätze gewählt werden, da sonst zwangsläufig die Mitte der Skala gewählt wird. Die Gegensatzpaare sollten außerdem gemischt angeboten werden, d.h. nicht nur negative Aspekte auf eine Seite etc.
Vor dem Testen müssen zudem die scale relevance und die factorial composition geprüft werden.
Die scale relevance wird überprüft indem in Gesprächen mit Versuchspersonen Konzeptpaare vorgestellt werden, die mit dem eigentlichen Konzept verwandt sind. Die häufigsten Unterscheidungen werden dann in Skalenpaare umgewandelt.
Factorial composition wird meistens durch Auswählen von scales aus bereits bestehenden Studien erreicht.
Im Allgemeinen sollte der Test nicht länger als eine Stunde einnehmen und nicht mehr als 400 Entscheidungen beinhalten. Durchschnittlich sieben Antworten pro Minute bilden also das Maximum. Jüngere Menschen sind jedoch in der Lage schneller die Antworten zu geben. Hinzu kommt, dass die ganze Untersuchung unter Zeitdruck stattfinden muss. Der Befragte muss konstant an den Zeitdruck erinnert werden, damit die Antworten spontan bleiben, also auch ein guter Teil vom Unterbewusstsein beantwortet wird.
Die Auswertung kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Hier sollen drei kurz erläutert werden.
Die einfachste Methode besteht darin, dass Mittelwerte graphisch in das Profil eingezeichnet werden und mit anderen Einstufungen verglichen werden. Eine weitere Methode besteht in der quantitativen Verarbeitung, z.B. Beschreibung durch statistische Kennwerte. Eine etwas kompliziertere Methode ist die Faktoranalyse nach Osgood. Hier werden die Gegensatzpaare auf die Entscheidungsdimensionen Bewertung (evaluation), Potenz (potency) und Aktivität (activity) reduziert; eine EPA-Analyse wird durchgeführt. Im folgenden werden die geordneten Skalenwerte zu Dimensions- oder Faktorenwerten addiert und wiederum miteinander verglichen.
Die Vorteile des Polaritätsprofils sind vielfältig. Zunächst können die unterschiedlichsten Objekte miteinander verglichen werden. Begriffe und Personen können ebenso beurteilt werden wie z.B. Gegenstände und Kunstwerke. Des weiteren sind bipolar scales ein einfaches Mittel um menschliche Reaktionen zu messen und können von jedem benutzt werden. Was vor allem für die Datenerhebung wichtig ist, ist die Tatsache, dass Polaritätsprofile einfach ausgewertet werden können.
Nachteile bestehen vor allem darin, dass die Methode an sich davon ausgeht, dass bestimmte Wörter (die concepts) unterschiedlich bewertet werden. Dennoch wird erwartet, dass die Semantik der scales übereinstimmt. Außerdem können Probanden ein response set entwickeln, d.h. es findet eine Festlegung, z.B. auf den mittleren Skalenwert statt.
4 Aufbau und Durchführung der Befragung
2
4.1 Operationalisierung des Konzeptes
Zunächst wurden zwei Kategorien bezüglich des Konzeptes „Wie oder was ist Politik?“ gebildet.
Das subjektive Empfinden (1) soll dem objektiven Empfinden (2) gegenübergestellt werden. Subjektives Empfinden soll hier die individuellen Eindrücke der Befragten repräsentieren. Also die persönliche, innerliche Reaktion auf das Stimulus-Konzept. Objektives Empfinden repräsentiert demnach die außerhalb des Befragten liegenden Eindrücke.
Des weiteren wurden zwei Gegensatzpaare in das Polaritätsprofil eingebaut, die keine eigenständige Bedeutung bezüglich des Stimulus-Konzeptes besitzen. Sie haben lediglich die Funktion, die Befragten von einem möglicherweise entwickelten response-set abzulenken.
(1) langweilig -interessant (1) für mich wichtig
(2) seriös (2) emotional (2) einzelne Personen flüssig (2) für ein Land unwichtig -
(1) ehrlich (2) schnell
(2) national weich (1) eckig -rund (2) von gestern -aktuell (1) glänzend -matt
(1) bunt (1) verständlich (1) lösbar (2) passiv -aktiv Diese Gegensatzpaare wurden ebenfalls, mit Ausnahme von „einzelne Personen -Gruppen/Parteien“, für das zweite Konzept „Wie ist ein idealer Politiker?“ genutzt. Zusätzlich zum Polaritätsprofil wurden einige geschlossene Fragen gestellt. Diese dienen zur Verfeinerung der Analyse. Die verschiedenartigen Einstellungen können somit erfasst werden. Sie wurden zwischen den beiden Stimulus-Konzepten positioniert, damit die Befragten beim zweiten Profil nicht „abschreiben“. Geschlecht männlich - weiblich
Alter
< oder = 13 14 oder 15 16 oder 17 > oder = 18
Häufigkeit des Nachrichtenkonsum
nie wöchentlich
3
2x bis 6x pro Woche täglich
Art der konsumierten Nachrichten
öffentlich-rechtliche Fernsehsender private Fernsehsender beide Arten von Sendeanstalten
Häufigkeit der familiären, auf die Nachrichten bezogenen Gespräche
nie selten häufig
4.2 Praktische Durchführung
Die Durchführung begann mit dem Austeilen der Fragebögen. Dieses musste verdeckt geschehen, damit die Spontaneität erhalten blieb. Es folgte eine Erklärung des Frageverfahrens durch die den Test durchführende Person:
Auf dem Fragebogen werdet ihr eine Frage finden.
Zu dieser Frage gibt es einige Wortpaare, die jeweils Gegenteile voneinander bilden. Auf einer Skala könnt ihr abstufen, wie eurer Meinung nach, ein Wort auf die Frage zutrifft.
Stimmt ihr einem Wort zu, kreuzt ihr je nach Stärke 3, 2 oder 1 an. 0 bedeutet, dass ihr keinem der beiden Wörter zustimmt.
Lasst bitte keine Zeile aus und macht nur ein Kreuz pro Zeile.
Vermeidet, wenn möglich, den Punkt 0.
Danach antwortet ihr bitte auf die fünf kurzen Fragen.
Die zweite Seite ist wie die erste Frage zu behandeln.
Ihr habt 6 Minuten Zeit um den Bogen auszufüllen.
Nachdem die Fragebögen ausgefüllt und wieder eingesammelt worden waren, schloss sich die Auswertung mit dem Statistik-Programm SPSS an.
5 Die Ausgangshypothesen
Dem Polaritätsprofil lagen folgende Hypothesen zugrunde:
Männliche Personen empfinden Politik als interessanter und einfacher.
Je höher das Alter,
je höher der Nachrichtenkonsum,
je öfter öffentlich-rechtliche Nachrichten gesehen werden, je mehr Gespräche über Nachrichten statt finden,
desto mehr bildet sich ein Interesse an der Politik (1.Kategorie) und umso negativer wird die Politik eingeschätzt (1. und 2. Kategorie).
4
Arbeit zitieren:
Sabrina Daudert, 2004, Wie oder was ist Politik? Wie ist ein idealer Politiker? - Einstellungen und Aufmerksamkeit von Jugendlichen gegenüber Politik, München, GRIN Verlag GmbH
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