1. Thema der Unterrichtsreihe 4
2. Aufbau der Unterrichtsreihe 4
2.1 Auflistung der Unterrichtseinheiten 4
3. Darstellung des didaktischen Schwerpunktes der Stunde 5
Maximal- und Minimalanforderung 8
3.1 Methodische Entscheidungen 8
3.2 Überlegungen zur Sache 10
4. Übergeordnete Aufgabe / Teilaufgaben im Sinne von Lernanforderungen und
möglichkeiten 12
4.1 Übergeordnete Aufgabe 12
4.2 Teilaufgaben im Sinne von Lernanforderungen und -möglichkeiten 12
5. Lernvoraussetzungen der Schüler und Schülerinnen der Klasse bezogen auf die
Teilaufgaben 13
11 Schüler und 9 Schülerinnen besuchen die Klasse 3 X unserer Schule 13
5.1 Interesse an den Aufgaben 13
5.2 Fähigkeiten zum Lösen der Aufgaben 14
5.3 Fähigkeiten zum sozialen Lernen 15
6. Verlaufsplan der Unterrichtsstunde 16
Literaturverzeichnis 18
3
1. Thema der Unterrichtsreihe
„Ben liebt Anna“ - eine handlungs- und produktionsorientierte Auseinandersetzung mit Peter Härtlings Kinder- und Jugendbuch „Ben liebt Anna“ im Rahmen eines Leseprojektes zur Förderung der Lesmotivation.
2. Aufbau der Unterrichtsreihe
2.1 Auflistung der Unterrichtseinheiten
2.1.1 „Kinder können doch gar nicht wissen, was Liebe ist. Das weiß man erst, wenn man groß ist.“ Die Schüler und Schülerinnen äuße rn sich im Kreisgespräch zu den ersten Sätzen des Buches „Ben liebt Anna“ und erstellen in Gruppenarbeit Cluster zum Thema „Liebe“ als Einführung in die Thematik des Buches. (1 Unterrichtsstunde)
2.1.2 Ben stellt eine Frage - Gemeinsames Lesen des ersten Kapitels und Einführung des Lesetagebuchs mit verschiedenen Arbeitsangeboten zur Auseinandersetzung mit den Charakteren und zur Förderung des sinnentnehmenden Lesens. (2 Unterrichtsstunden)
2.1.4 Zur aktiven, individuellen und kreativen Auseinandersetzung mit der Ganzschrift arbeiten die Schülerinnen und Schüler an Aufgaben aus einem breiten Angebot und gestalten ihr Lesetagebuch. (ca. 5 Unterrichtsstunden)
4
3. Darstellung des didaktischen Schwerpunktes der Stunde
In der heutigen Unterrichtsstunde sollen die Kinder Ideen zum Fortgang der Szene „Anna kommt in die Klasse“ entwickeln und versuchen, diese zum Ausdruck zu bri ngen, indem sie in Gruppenarbeit hierzu ein Standbild entwerfen. Die handlungsorientierte Auseinandersetzung mit dem Text soll die Freude der Schüler und Schüleri nnen am Umgang mit Texten erhalten und fördern. Durch die Antizipation und anschließende Umsetzung der Szene in ein Standbild sollen die Kinder den Körperausdruck als kommunikatives Mittel einsetzen und ggf. Wirkungen diskutieren. Das Buch „Ben liebt Anna“ habe ich aus verschiedenen Gründen als Ganzschrift für den Deutschunterricht in dieser Klasse ausgewählt: Zurzeit befinden sich in der Klasse 3a mehrere Schüler und Schülerinnen, die sich bereits intensiv für das andere Geschlecht interessieren. Auch, wenn für uns Erwachsene der Eindruck entsteht, dass dies noch spielerisch geschieht, haben sich doch Pärchen gefunden, die offe nsichtlich verliebt sind. Zuletzt zeigte sich dies auf der zurückliegenden Klassenfahrt und war auch für nicht beteiligte Schüler und Schülerinnen Gesprächsstoff. Daher knüpft der Stoff direkt an ihre persönlichen Erfahrungen, Gefühle, Ängste, Wünsche und Hoffnungen an. Ben und Anna sind im vierten Schuljahr und somit fast im gleichen Alter wie die Schüler und Schülerinnen der 3a. Peter Härtling thematisiert, was Schüler dieser Altersgruppe betrifft und interessiert. Dabei zeigt er positive Möglichkeiten im Umgang mit Gefühlen. Mit Ben empfinden die Leser Ängste, die sie kennen, wie die Angst, Gefühle offen zu zeigen oder die Angst sich lächerlich zu machen. Mit Anna können sie nachempfinden, wie schwer es ist, „anders“ zu sein oder sich in eine neue Umgebung einleben zu müssen. Über die persönliche Betroffenheit der Schüler und Schülerinnen und das Mitfühlen mit den Protagonisten wird dem Anspruch des Schülerbezugs Rechnung getragen. Das selbst Erlebte wird in einem anderen Zusammenhang wieder erkannt und lässt sich aus der Distanz heraus leichter in Erkenntnis umsetzen. 1
Eine weitere Bedeutung liegt für die Schüler und Schüleri nnen darin, dass der Umgang mit Literatur als etwas Interessantes und Lustvolles empfunden wird. Wenn die Schüler erfahren, dass ihre Gefühlsebene und ihr Weltverständnis von der Literatur getroffen werden, können sie zum Lesen motiviert und zur selbstständigen Teilna hme am literarischen Leben befähigt werden. Weitere Themen, die von Härtling in sei- 1Vgl. Daubert, 1996, S. 83
5
nem Buch „Ben liebt Anna“ angesprochen werden, z. B. Ausländerproblematik und Arbeitslosigkeit, sollen in dieser Unterrichtsreihe nicht zum Schwerpunkt zählen, da sie für die Schüler und Schülerinnen momentan nicht von so großer Bedeutung sind. Der didaktische Wert eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts, bei dem die affektiven und psychomotorischen Momente des Leseakts beim Rezeptionsprozess stärker berücksichtigt werden 2 , liegt darin, dass Vorstellungen, Eindrücke und Gefühle, die ein Text im Leser auslösen kann, bewusster gemacht werden können, die es den Schülern und Schülerinnen erleichtern, sie an ihre eigenen Erlebnisse und Erfahrungen anzuschließen. Schuster schlägt dazu u. a. das aktive Lesen z.B. mit verteilten Rollen, das Antizipieren des Fortgangs und die szenische Darstellung gelesener Texte vor. 3
Das szenische Spiel - und somit auch Standbilder als ein Bereich des szenische n Spiels - hat im Deutschunterricht einen hohen didaktischen Wert: Da es im Spiel notwendig ist, sowohl Kooperationsbereitschaft zu zeigen als auch Abgrenzungsleistungen zu erbringen, kann bei den Schülern der Aufbau einer persönlichen Identität und die Entwicklung der sozialen Kompetenz gefördert werden. Das entspricht den Forderungen des Lehrplans: Damit Schülerinnen und Schüler sich sprachlich weiterentwickeln können, muss ein anregendes und akzeptierendes soziales Miteinander hergestellt werden, in dem das Leben und Lernen als gemeinsame Aufgabe verstanden wird. 4
Zudem wird im szenischen Spiel die Wirklichkeit assimiliert, d.h. das Kind bringt die eigenen Erfahrungen ein und verändert diese gegebenenfalls, es können neue Verhaltensweisen erprobt und Problemlösungen gefunden werden. Dadurch leistet das Rollenspiel auch einen Beitrag zum entdeckenden, experimentierenden Lernen. Des Weiteren können im szenischen Spiel die Sprachentwicklung und die kommunikative Kompetenz der Schüler gefördert werden, denn Artikulation und Kommunikation sind unwillkürlich vorhanden. Auch der emotionale Ausdruck (Lachen, Weinen, Zorn usw.) wird durch die Auseinandersetzung mit dem gezielten Einsatz von Körpersprache geschult. 5
Der didaktische Sinn und Zweck der Standbild-Erarbeitung liegt darin, dass die Schüler sich in die darzustellende Person bzw. Situation hineinfühlen müssen, wodurch die Empathiefähigkeit gefördert wird. Nach Meyer können die Schüler ihre „eigenen
2 Vgl. Schuster, 1999, S. 80
3 Vgl. Schuster, 1999, S. 82
4 Der Kultusminister des Landes NRW: Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung: Deutsch. S. 5.
5 Vgl. Schuster, 1999, S. 200f.
6
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Julia Scholz, 2004, "Ben liebt Anna" – eine handlungs- und produktionsorientierte Auseinandersetzung mit Peter Härtlings Kinder- und Jugendbuch "Ben liebt Anna" im Rahmen eines Leseprojektes zur Förderung der Lesmotivation in einem dritten Schuljahr, Munich, GRIN Publishing GmbH
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