Inhaltsverzeichnis
Seite
1. Einleitung 2
2. Zwangsstörungen 2
2.1. Was ist eine Zwangsstörung 2
2.1.1 Begriffsklärungen 2
2.1.2 Diagnoseverfahren 3
2.1.3 Epidemiologie 4
2.2. Wie entsteht eine Zwangsstörung 6
2.2.1 Die psychoanalytische Theorie 6
2.2.2 Verhaltenstheoretische und kognitive Theorie 6
2.2.3 Biologische Faktoren 7
2.3. Wie behandelt man eine Zwangsstörung 7
2.3.1 Pharmakotherapie 8
2.3.2 Verhaltenstherapie 8
2.3.3 Prognose 11
3. Schlussbemerkung 12
4. Literaturverzeichnis 13
1
1. Einleitung
Noch einmal nachschauen, ob man den Schlüssel dabei hat oder ob der Herd ausgeschalten ist, für längere Zeit eine bestimmte Melodie nicht aus den Kopf zu bekommen oder beim Aufräumen des Geschirrs genauestens kontrollieren, ob alles wirklich sauber ist.
Solche und ähnliche Erfahrungen kennen fast alle Menschen. Sie sind manchmal nützlich, oft lästig, aber meistens harmlos. Bei mehr als eine Millionen Menschen in Deutschland treten solche und ähnliche Gewohnheiten jedoch in einem Ausmaß auf, durch welches sie in ihrer Lebensgestaltung extrem eingeschränkt sind. Sie sind meist nicht mehr arbeitsfähig und auch nicht in der Lage irgendwelche soziale Beziehungen einzugehen. Oft wird der gesamte Tagesablauf bestimmt. Stundenlanges Kontrollieren, Waschen oder Grübeln bezeichnet man in diesem Fall als Zwangsstörung.
Der Verlauf dieser Arbeit ist in drei Teile untergliedert. Zu Beginn sollen notwendige Begriffsklärungen aufgeführt werden, anhand deren ein diagnostisches Vorgehen ermöglicht wird. Des weiteren soll auch ein Überblick bezüglich des Auftretens von Zwangsstörungen gegeben werden. Der zweite Teil beinhaltet mögliche Ursachen, die im Laufe der Forschung aus psychoanalytischer, verhaltenstherapeutischer und biologischer Sicht gefunden wurden. Im dritten und letzt en Teil, sollen verschiedene Behandlungsstrategien und deren Beurteilung mit Hilfe eines praxisnahen Beispiels thematisiert werden.
2. Zwangsstörungen
2.1. Was ist eine Zwangsstörung?
2.1.1 Begriffsklärungen
Störungsbilder werden im Rahmen der Psycho therapie nach dem ICD-10 bzw. nach dem DSM-III-R international gleich definiert und diagnostiziert.
Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die zu sich aufdrängenden Gedanken werden und Betroffene immer wieder stereotyp beschäftigen nennt man Zwangsgedanken. Sie werden als zur eigenen Person gehörig erlebt, selbst wenn sie als unwillkürlich, quälend und sinnlos empfunden werden. Des weiteren können diese Gedanken nur sehr bedingt kontrolliert werden, was dennoch zu wiederholten Handlungsritualen
Zwangsstörungen
-2-
führt, um wenigstens kurzfristig die innere Unruhe und Erregung zu neutralisieren. Unser Gehirn ist aber kein Computer, wo wir etwas von der Festplatte löschen können. Wenn wir angestrengt versuchen einen Gedanken zu vermeiden, kommt er gerade deshalb. Zum Beispiel, stellt man Menschen die Aufgabe „Denken Sie jetzt bitte nicht an einen Eisbären!“, ist der erste Gedanke natürlich ein Eisbär. Widerstand ist deshalb oft nicht möglich.
Die zuvor eben erwähnten Handlungsrituale werden auch als Zwangshandlungen bezeichnet. Verha ltensweisen, zu denen sich der Betroffene immer wieder gezwungen fühlt und die zu einer kurzfristigen Erleichterung im Sinne der Befindlichkeitsver- besserung führen. Dennoch werden diese Stereotypien weder als angenehm empfunden, noch dienen sie dazu, an sich nützliche Aufgaben zu erfüllen. Der Patient erlebt sie oft als Vorbeugung gegen ein objektiv unwahrscheinliches Ereignis, das Schaden bringen oder Unheil anrichten könnte. Im allgemeinen wird dieses Verhalten als sinnlos und ineffektiv erlebt, es wird immer wieder versucht, dagegen anzugehen. Angst ist meist ständig vorhanden. Werden Zwangshandlungen unterdrückt, verstärkt sich die Angst deutlich.
Von einer Zwangsstörung wird nach dem DSM-III-R dann gesprochen, wenn wiederholt Zwangsgedanken oder Zwangshandlungen auftreten und wenn diese so gravierend sind, dass sie erhebliches Leid verursachen oder viel Zeit beanspruchen (mehr als eine Stunde pro Tag). Diesen Störungen ist das Grundthema Angst gemeinsam: Du kannst Deinem eigenen gesunden Menschenverstand oder Deinen fünf Sinnen nicht trauen!
(vgl. Sieland 1996, S.162)
2.1.2 Diagnoseverfahren
Am Anfang der Diagnostik steht das ärztliche Gespräch. Im Rahmen einer Differentialdiagnostik der Zwangsstörungen ist zu beachten, dass diese auch gleichzeitig mit anderen psychischen Erkrankungen bestehen können (Komorbidität). Deshalb werden üblicherweise zwei unterschiedliche Verfahren verwendet. Zu Beginn wird erst mal ein Breitbandverfahren durchgeführt, um mögliche vorhandene Störungen abzuklären, z.B. anhand des DIPS (= Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen). Anschließend müssen erkannte Störungen im Verhalten mit einem Schmalbandverfahren genauer erfasst werden, um sie einer Zwangsart zuordnen zu können. An dieser Stelle wird häufig das HZI (= Hamburger
Zwangsstörungen
-3-
Zwangsinventar) gebraucht. In der Kurzform werden Auffälligkeiten in folgenden Bereichen anhand ihres Prozentranges überprüft.
- Kontrollieren
- Waschen/ Reinigen
- Ordnen
- Zählen/ Berühren/ Sprechen
- Denken von Worten/ Bildern
- Gedanken, sich selbst/ anderen Leid zuzufügen Maßnahmen herauszufinden und sich auf geeignete Ziele zu einigen, ist Aufgabe des Therapeuten in Zusammenarbeit mit dem Patienten und den nahestehenden Mitmenschen.
2.1.3 Epidemiologie
Die Erkrankung an Zwangsstörungen betrifft 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung, von denen es bezüglich des Geschlechts Unterschiede in der Verteilung, in der Zwangsart und dem Krankheitsbeginn gibt.
Grundsätzlich sind jedenfalls mehr Frauen als Männer betroffen, wofür kaum nachweisbare Gründe vorliegen. Bei den Frauen spricht man vor allem von Waschzwängen, während bei Männer die Erkrankung meist in Form von Kontrollzwängen einsetzt. Beiden Geschlechtern ist dagegen gemeinsam, dass die Störung zu 50 Prozent in der Kindheit und meist nach einem belastenden Ereignis (z.B. Todesfall in der Familie) beginnt. Im Durchschnitt wird die Diagnose allerdings erst nach 9 Jahren gestellt, weshalb das Einsetzen der Störung in der Literatur häufig erst dem frühen Erwachsenenaltern zugeschrieben wird. Meist beginnt die Störung harmlos. Leichte Symptome ohne dass die Diagnose gestellt werden muss sind daher sehr häufig, auch bei Gesunden. An welchen charakteristischen Merkmale erkennt man also, dass jemand an einer Zwangserkrankung leidet? Dr. Nicolas Hoffmann aus Berlin ging darauf in einer seiner verhaltenstherapeutischen Fortbildungen näher ein. Einige davon sollen im Folgenden aufgelistet werden.
1) Oftmals herrscht bei den Erkrankten eine Stimmung der Gereiztheit oder eine leichte Katastrophenstimmung vor. Auf die Frage, was könnte passieren, wenn sie das Zwangsritual nicht ausführen würden, können die Patienten in der Regel keine konkreten Angaben machen.
Zwangsstörungen
-4-
Arbeit zitieren:
Daniela Klepke, 2004, Zwangsstörung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Neoliberalismus und Soziale Arbeit - Über wirtschaftliche und gesells...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 87 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Ungleiche Bildungschancen in Deutschland
Wieso, Weshalb, Warum?
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
Armut im Wohlfahrtsstaat Deutschland
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 25 Seiten
Soziale Arbeit in Zeiten der Globalisierung - Die disziplinäre Diskuss...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 34 Seiten
Der Deutsche Presserat - Organisation, Aufgaben und Ziele
Medien / Kommunikation - Medienethik
Hausarbeit, 12 Seiten
Bildungsungleichheiten in Deutschland
Über ungleiche Bildungschancen...
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Diplomarbeit, 94 Seiten
Daniela Klepke hat den Text Zwangsstörung veröffentlicht
Daniela Klepke hat einen neuen Text hochgeladen
Klinische Psychologie: Psychische Störungen kompakt
Mit Online-Materialien
Martin Hautzinger, Elisabeth Thies
Klinische Psychologie des Kindes- und Jugendalters
Eine Einführung für soziale, p...
Karl-Heinz Eser, Ulrich Hummel
Klinische Psychologie - Grundlagen
Franz Petermann, Andreas Maercker, Wolfgang Lutz, Ulrich Stangier
Lehrbuch der Klinischen Psychologie und Psychotherapie
Modelle psychischer Störungen
Hans Reinecker
0 Kommentare