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I. Inhaltsverzeichnis
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II. Einleitung 1
III. Panamerikanismus 1
II.1. Erste bzw. hispanomerikanische Phase (1826-1889) 2
II.2. Zweite bzw. gesamtamerikanische Phase (1889-1948) 4
II.3. Dritte bzw. militärpolitische Phase (1948-heute) 5
IV. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) 6
III.1. Geschichte 8
III.2. Rechtsnatur 9
III.3. Aufgaben und Ziele 9
III.4. Aufbau 11
III.4.1. Die Generalversammlung 11
III.4.2. Die Konsultativkonferenz der Außenminister 12
III.4.3. Der Ständige oder Politische Rat 12
III.4.4. Das Generalsekretariat 14
III.4.5. Die Spezialorganisationen 15
V. Beispiele für das Betätigungsfeld der Spezialorganisationen 15
V. Beispiele für das politische Agieren der OAS 17
V.1. Guatemala 17
V.2. Dominikanische Republik 19
VI. Fazit 22
II.1. Erste bzw. hispanoamerikanische Phase (1826-1889) Nur drei Jahre nach der Monroe-Doktrin, also im Jahr 1826, tagte ein von Simón Bolívar einberufener Kongress in Panama. Dazu waren alle unabhängigen Staaten Südamerikas eingeladen. Der große Befreiungskämpfer hatte eine sehr idealistische Vision eines vereinten amerikanischen Kontinents. 4 In einem Brief aus dem Jahr 1814 äußert er sich darüber folgendermaßen:
Er schlug eine hispano-amerikanische Konföderation vor, die ähnlich wie die Heilige Allianz in Europa, ein Bündnis freier Staaten sein sollte. 6 Lediglich mit der Verpflichtung sich im Angriffsfall gegenseitige Hilfe zu leisten. Letztlich handelte es sich dabei, um eine frühe Form des Prinzips kollektiven Sicherheit, wie es später, z.B. die OAS übernommen hat. Die USA und Brasilien sollten, Bolívars Meinung nach, deshalb ausgeschlossen bleiben, weil sie erstens nicht in das Konzept der
2 Vgl. Stoetzer, O.C.: Panamerika - Idee und Wirklichkeit. Die Organisation der Amerikanischen Staaten, Hamburg 1964, S. 9f.
3 Vgl. Kutzner, Gerhard: Die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), Hamburg 1970, S. 19f. 4 Vgl. Stoetzer, O.C.: Panamerika - Idee und Wirklichkeit. Die Organisation der Amerikanischen Staaten, Hamburg 1964, S. 10.
5 Aguilar, Alonso: Pan-Americanism. From Monroe to the Present, New York /London 1968, S. 15. 6 Vgl. Boersner, Demetrio: Relaciones Internationales de America Latina. Breve historia, 2. Auflage, Caracas San José 1986, S. 107.
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gemeinsamen hispano-amerikanischen Wurzeln fielen, und zweitens in diesen Staaten noch die Sklaverei praktiziert wurde, was Bolívar kategorisch ablehnte. Aber da die Bedeutung dieser riesigen Staaten nicht außer Acht gelassen werden durfte, wurden beide gegen Bolívars Willen zum Kongress eingeladen. 7 Die USA hatten auf Grund der Monroe-Doktrin, der eine strikt unilaterale Einstellung zu Grunde lag, und die daher mit der multilateralen Idee des Panamerikanismus unvereinbar war, und auf Grund gegensätzlicher Einstellungen gegenüber dem Streitthema Sklaverei, kein Interesse an diesem Kongress. 8 Auch zeigte sich schon damals die zögernde, fast misstrauische Einstellung zwischen den nord- und südamerikanischen Staaten, die noch heute das Verhältnis der beiden Regionen prägt. Zurückzuführen ist dies unter anderem auf die unterschiedliche Art der Kolonisierung der Gebiete. Im Norden durch die puritanischen Briten, die sich kaum mit Eingeborenen vermischt haben und die parlamentarischen Traditionen ihrer Heimat weitergeführt haben. Im Süden durch die katholischen Völker der iberischen Halbinsel, die durch und durch auf einer hierarchischen Ordnung basierten. Hier kam es zwar zu einer Vermischung mit Eingeborenen, diese Bevölkerungsgruppe wurde aber dennoch nicht richtig in die jeweiligen Staaten integriert. Aus der mangelnden Integration entstanden politische Unruhen und Wachstumsstörungen, die diese Staaten zu meist schwachen Gebilden machte, die untereinander wenig Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelten und mehr auf Europa ausgerichtet blieben. 9
Daher scheiterte Bolívar auf dem Kongress von Panama, zu dem letztlich nur die Abgeordneten von Großkolumbien, Mexiko, Peru und Zentralamerika 10 kamen, mit seinen, für die damalige Zeit zu fortschrittlichen Bemühungen um eine panamerikanische Bewegung. 11 Dennoch ist der Kongress sehr wichtig für die weitere Entwicklung der panamerikanischen Beziehungen, da der Gedanke eines interamerikanischen Bündnisses auf den nachfolgenden Konferenzen nie mehr vollständig zur Ruhe kommen sollte, auch wenn das Interesse an einer
7 Vgl. Ebd. S.109.
8 Vgl. Atkins, G. Pope: Latin America in the International Political System, 3. Auflage, Boulder/San Francisco/Oxford 1995, S. 198.
9 Vgl. Stoetzer, O.C.: Panamerika - Idee und Wirklichkeit. Die Organisation der Amerikanischen Staaten, Hamburg 1964, S. 10f.
10 Umfaßt die heutigen Staaten Guatemala, El Salvador, Honduras, Nicaragua und Costa Rica. 11 Vgl. Boersner, Demetrio: Relaciones Internationales de America Latina. Breve historia, 2. Auflage, Caracas/San José 1986, S. 111.
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Zusammenarbeit zwischen den amerikanischen Staaten unmittelbar nach dem Kongress von Panama bedeutend gesunken war. 12
II.2. Zweite bzw. gesamtamerikanische Phase (1889-1948)
Mit der I. Internationalen Konferenz der Amerikanischen Staaten 1889/90 in Washington, einberufen auf Initiative der USA, die nach der Erschließung und Industrialisierung ihres eigenen Territoriums den Blick nun auf die ökonomische Erschließung Lateinamerikas richten konnte 13 , beginnt die zweite Phase des Panamerikanismus. Alle damals unabhängigen amerikanischen Staaten, mit Ausnahme der Dominikanischen Republik, nahmen an der Konferenz teil. 14 Auf dieser Konferenz kam es durch Errichtung des Handelsbüros der Amerikanischen Republiken mit Sitz in Washington, das 1910 in Pan-amerikanische Union (PAU) umbenannt wurde, erstmals zur Gründung einer permanenten interamerikanischen Organisation. 15 Allerdings muss man bemerken, dass es sich bei der Union nicht um einen Staatenbund handelte, sie also keine Exekutivgewalt besaß. 16 Den Vorsitz des Handelsbüros hatte der Generaldirektor, ein Amt, das vom USamerikanischen Außenminister besetzt wurde. Die lateinamerikanischen Staaten versuchten ohne Erfolg gegenüber den wirtschaftlich stärkeren Vereinigten Staaten, ein Rotationssystem durchzusetzen, bei dem alle Staaten einmal den Generaldirektor stellen konnten. Auch protestierten sie gegen den symbolträchtigen Ort der Institution zwischen US State Department und Weißem Haus, der unverkennbar die Dominanz der USA zeigte. 17
Im Laufe des 19. Jahrhunderts und bis ins 20 Jahrhundert hinein, sollten mehrere dieser Konferenzen folgen. Hier wurde die Zusammenarbeit in den Bereichen des Gesundheits-, Erziehungs-, Arbeitswesens und auch in landwirtschaftlichen Belangen beschlossen werden. Darüber hinaus beschäftigte man sich mit juristische Probleme, wie der friedlichen Beilegung von Streitigkeiten. Um all diesen wirtschaftlichen und kulturellen Problemen gerecht zu werden, wurden
12 Vgl. Kutzner, Gerhard: Die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), Hamburg 1970, S. 23ff. 13 Vgl. Pfetsch, Frank R.: Internationale Politik, Stuttgart/Berlin/Köln 1994, S.97. 14 Vgl. Kutzner, Gerhard: Die Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS), Hamburg 1970, S. 31f. 15 Vgl. Stoetzer, O.C.: Panamerika - Idee und Wirklichkeit. Die Organisation der Amerikanischen Staaten, Hamburg 1964, S. 11f.
16 Vgl. Theimer, Walter: Lexikon der Politik, neue Auflage, München 1975, S.232. 17 Vgl. Atkins, G. Pope: Latin America in the International Political System, 3. Auflage, Boulder/San Francisco/Oxford 1995, S. 200.
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verschiedene interamerikanische Institutionen, wie z.B. das Panamerikanische Gesundheitsamt (1902) oder das Interamerikanische Frauenkomitee (1928) gegründet. 18
II.3. Dritte bzw. militärpolitische Phase (ab 1938)
Die letzte Phase der panamerikanischen Bewegung beginnt mit dem Konsultationstreffen der Außenminister 1938 in Lima, auf dem über gemeinsamen Maßnahmen im Falle eines Krieges in Europa beraten wurde, und hatte ihren Höhepunkt 1948 auf der IX. Interamerikanischen Konferenz in Bogotá mit Gründung der OAS. 19
Die Initiative zum weiteren organisatorischen Ausbau der PAU, ging nach dem II. Weltkrieg von den lateinamerikanischen Staaten aus, obwohl sich viele vorher beschwert hatten, das Interamerikanische System stünde auf Grund organisatorischer und personeller Verflechtungen zu sehr unter USamerikanischem Einfluss. Diese Handlungsweise erklärt sich allerdings daraus, dass die Lateinamerikaner hofften, die Errungenschaften der „Politik der guten Nachbarschaft“ unter Präsident Franklin D. Roosevelt, insbesondere den Interventionsverzicht der USA, institutionell festschreiben, und die eigenen Wirtschaftsinteressen gegenüber den Vereinigten Staaten besser durchsetzten zu können. 20 Denn nach Ausbruch des Krieges sahen sich die lateinamerikanischen Staaten mit einer katastrophalen ökonomischen Situation konfrontiert, da die üblichen Handelsverbindungen zu Europa abrupt abgebrochen wurden. 21 Da die politische Welt schon kurz nach dem II. Weltkrieg von der Bipolarität zwischen USA und UdSSR geprägt war, waren die Vereinigten Staaten nicht abgeneigt Lateinamerika auf ihrer Seite in den Ost-West-Konflikt zu integrieren, um jegliche Einflussnahme anderer Staaten in Lateinamerika zu unterbinden. Aus diesem Grund unterstützten sie ihrerseits die lateinamerikanischen Bemühungen um einen Ausbau des Interamerikanischen Systems. 22
18 Vgl. Stoetzer, O.C.: Panamerika - Idee und Wirklichkeit. Die Organisation der Amerikanischen Staaten, Hamburg 1964, S. 11f.
19 Vgl. Atkins, G. Pope: Latin America in the International Political System, 3. Auflage, Boulder/San Francisco/Oxford 1995, S. 202.
20 Vgl. Pfetsch, Frank R.: Internationale Politik, Stuttgart/Berlin/Köln 1994, S.97. 21 Vgl. Ball, M. Margaret: The OAS in transition, Durham 1969, S.19.
22 Vgl. Atkins, G. Pope: Latin America in the International Political System, 3. Auflage, Boulder/San Francisco/Oxford 1995, S. 40.
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Isabel Carrión, 2002, Der Panamerikanismus und die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), München, GRIN Verlag GmbH
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