Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 1
II. Von optimistischen Ambitionen zur Realität 2
II.1. Das schwere Erbe - Johnsons Krieg 2
II.2. Nixon und Kissinger 3
II.3. Ambitionen nach Amtsantritt - Frieden in einem Jahr 4
III. Erneute Eskalation und Vietnamisierung 6
III.1. Verhandlungsinitiativen und „madman theory“ 6
III.2. Laos und Kambodscha 6
III.3. Luftkrieg 7
III.4. Vietnamisierung 8
IV. Einflussfaktoren auf Nixons Vietnampolitik 9
IV.1. Die Nixon Administration und der Kongress 9
IV.2. Öffentliche Meinung 10
IV.3. Die Vietnampolitik im Kontext einer globalen Strategie 12
V. Das Ende der Krieges 12
VI. Fazit 13
Literaturverzeichnis 16
I. Einleitung
Mit einer umfangreichen Evakuierungsoperation endete am 30. April 1975 eines der tragischsten Kapitel amerikanischer Außenpolitik. Nachdem bereits 1973 ein Friedensvertrag unterzeichnet worden war, endete nun entgültig das amerikanische Engagement in Vietnam. 58000 1 Amerikaner verloren ihr Leben in einem der längsten Kriege in der amerikanischen Geschichte. Die Bilder abfliegender Hubschrauber vom Dach der US-Botschaft und triumphierender nordvietnamesischer Truppen in Saigon stehen daher bezeichnend für den gesamten Konflikt. Zurück bleibt das Bild einer geschlagenen Großmacht, die trotz des massiven Einsatzes von Menschen und Material nicht in der Lage war, den Widerstand einer Guerilla Bewegung zu brechen. Unter Kennedy begann das militärische Engagement, eskalierte unter Johnson und wurde während der Präsidentschaft Nixons beendet. Unklare politische Ziele, Fehleinschätzungen, sowie das Unfehlbarkeitsdenken einer Großmacht; die Ursachen für das Scheitern sind sehr vielschichtig sollen aber nicht Gegenstand dieser Arbeit sein.
1969 zog Richard M. Nixon als 37. Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus ein. Er war unter anderen mit dem Versprechen angetreten, eine schnelle Beendigung des Vietnamkrieges zu erreichen ohne den Eindruck einer geschlagenen Nation zu hinterlassen. Dennoch dauerte es vier Jahre bis endlich eine Verhandlungslösung erzielt werden konnte. Im Blickpunkt dieser Arbeit soll daher die Vietnampolitik der Nixon Administration stehen. Dabei sollen folgende Fragen näher untersucht werden. Bestand das Hauptziel darin, einen schnellen, ehrenvollen Verhandlungsfrieden zu erreichen oder stand im Vordergrund, durch zunehmende Vietnamisierung die eigene Beteiligung zu beenden, ohne jedoch die Option auf einen militärischen Sieg gänzlich aufzugeben. Zusätzlich wird dabei eine Betrachtung „störender“ Faktoren erfolgen, die die Entscheidungen der Nixon Administration beeinflussten und dazu führten, dass man sich von anfänglichen Ambitionen entfernte.
1 Frey, Marc: Geschichte des Vietnamkriegs: Die Tragödie in Asien und das Ende des
amerikanischen Traums, München 1998, S. 222.
1
II. Von optimistischen Ambitionen zur Realität
II.1. Das schwere Erbe - Johnsons Krieg
Zu Beginn der Untersuchung sollen zunächst wesentliche Aspekte der Vietnampolitik Lyndon B. Johnsons zusammen gefasst werden. Anschließend wird kurz die Ausgangslage bei Nixons Amtsantritt dargestellt. Als Nachfolger John F. Kennedys erbte Johnson die Indochina Problematik. Zunächst befanden sich nur amerikanische Truppen 2 mit Beraterstatus in Südvietnam. Durch zunehmende Aktivitäten der Vietcong Guerilla geriet das südvietnamesische Regime unter wachsenden Druck. Der Zwischenfall im Golf von Tonkin 1964, bei dem zwei amerikanische Zerstörer von nordvietnamesischen Torpedobooten angegriffen wurden 3 , sowie Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in Südvietnam lieferten die Rechtfertigung für massive Luftschläge gegen Nordvietnam. Infolge dieser Angriffe gelang es Johnson im August 1964 die „Gulf of Tonkin-Resolution“ 4 durch den Kongress zu bringen. Diese Resolution gewährte Präsident Johnson ein Höchstmaß an „präsidentieller Autonomie in der Außenpolitik“ 5 . Fehlende Beschränkungen und ein weit auslegbarer Wortlaut ermöglichten die Ausweitung des Krieges in den folgenden Jahren. Die Präsenz amerikanischer Truppen wurde drastisch erhöht und die Luftangriffe auf Nordvietnam ausgedehnt. Bereits 1965 befanden sich 125000 US Soldaten in Südvietnam. Trotz massiver Ausweitung des Engagements in Vietnam konnte sich Johnsons Politik zunächst auf einen breiten Rückhalt in der amerikanischen Gesellschaft stützen. Wiederholt angeregte Verhandlungsinitiativen blieben aber erfolglos, so dass zunehmend die Lösung des Konflikts mit militärischen Mitteln im Vordergrund stand 6 . 1968 erreichte die Truppenstärke einen Höchststand von 550000 Mann. Die damit
2 16500 Mann.
3 Frey, Marc: Geschichte des Vietnamkriegs: Die Tragödie in Asien und das Ende des
amerikanischen Traums, München 1998, S. 103.
4 Ebenda, S. 104.
5 Dittgen, Herbert: Amerikanische Demokratie und Weltpolitik: Außenpolitik in den Vereinigten
Staaten, Paderborn 1998, S. 105.
6 Arenth, Joachim: Johnson, Vietnam und der Westen: Transatlantische Belastungen 1963-
1969, München 1994, S. 121.
2
verbundenen Kriegskosten wurden vom Kongress als „nicht finanzierbar“ 7 bezeichnet. Trotz dieser militärischen Eskalationen waren Fortschritte kaum zu beobachten und die Verluste stiegen an. Erst infolge der Tet-Offensive vom Januar 1968 änderte sich die Vietnampolitik der Johnson Administration. Nachdem jahrelang die Abnutzung des Gegners propagiert wurde, musste man nun die Grenzen einer militärischen Konfliktlösung eingestehe. Zusätzlich wirkte eine breite Protestbewegung in Amerika, die sich durch Ereignisse wie My Lai oder die Ermordung Martin L. Kings noch verstärkte und ein schnelles Ende des Krieges forderte. In seiner Rede an die Nation vom 31. März 1968 verzichtete Johnson daher auf eine erneute Kandidatur und kündigte den Abzug amerikanischer Truppen aus Vietnam an.
Als Richard M. Nixon 1969 die Nachfolge Johnsons antrat, stellte sich die Lage wie folgt dar. Die amerikanischen Verluste betrugen bis dato 23000 Gefallene. Ein vollständiger militärischer Sieg erschien trotz militärischer Überlegenheit nicht mehr realistisch. Innerhalb der amerikanischen Gesellschaft sprachen sich weite Teile für einen schnellen Abzug der Truppen und eine Verhandlungslösung aus. Die Ausgangssituation für Nixon, eine Friedensinitiative zu starten, war also günstig. Zusätzlich wurde er dadurch begünstigt einen Krieg beenden zu können, den er nicht zu verantworten hatte.
II.2. Nixon und Kissinger
Bevor die eigentliche Vietnampolitik der Nixon Administration betrachtet wird, sollen zunächst ein paar Worte zu den beiden Hauptakteuren sowie der Umstrukturierung außenpolitischer Arbeit erfolgen. Für Richard M. Nixon stand von Anfang an die Außenpolitik im Mittelpunkt seiner Bemühungen. In der Vergangenheit war Nixon stets durch eine stark antikommunistische Grundhaltung aufgefallen. Bereits als Vizepräsident unter Eisenhower neigte er dazu eine militante Problemlösung 8 zu vertreten. Als Präsident erkannte er jedoch die Veränderung in den internationalen Beziehungen zu einer
multipolaren Weltordnung und nahm eine eher realistische als ideologische
7 Arenth, Joachim: Johnson, Vietnam und der Westen: Transatlantische Belastungen 1963-
1969, München 1994, S. 122.
8 Forderung nach amerikanischen Luftangriffen zur Unterstützung der Franzosen bei Dien Bien
Phu 1954.
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Arbeit zitieren:
Daniel Kruschinski, 2004, Die Vietnampolitik der Nixon-Administration, München, GRIN Verlag GmbH
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