Motive und ihre Enstehung
von: Ralf Strauss
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Versuche der Verhaltenserklärung 4
2.1. Erster Blick: Eigenschaftspsychologie 4
2.2. Zweiter Blick: Reiz-Reaktionspsychologie 5
2.3. Dritter Blick: moderne Motivationspsychologie 7
3. Motiv 8
3.1. Motiv vs. Motivation 9
3.2. Motive: wiederkehrende Anliegen 9
4. Das Leistungsmotiv 11
4.1. Voraussetzungen 11
4.2. Kausalattribuierung als Voraussetzung 12
4.3. Angeborene Unterschiede 13
4.4. Leistung und Intelligenz 14
5. Einflußfaktoren der Motiventwicklung 15
5.1. Herausforderung der Situation und individuelles Leistungsmotiv. 15
5.2. Gesellschaftliche Realisierungsmöglichkeiten 15
5.3. Einfluß des soziokulturellen Lebensraums auf die Motiventwicklung 16
5.4. Motiv ist nicht Verhalten 17
5.5. Unerwünschte Entwicklungen des Motivs 17
6. Literatur 18
1. Einleitung
Wenn man die Frage nach Motiven stellt, mögen Menschen die unterschiedlichsten Assoziationen parat haben. Der eine denkt an Fotomotive, ein anderer vielleicht an Lokomotive. Für die psychologische Forschung sind indes die Motive des Menschen von besonderem Interesse, die Motive, die das Individuum dazu bringen bzw. es veranlassen etwas bestimmtes zu tun oder auch nicht, also allgemein gesprochen: sich zu verhalten. Auf die Frage, warum sich der Mensch so verhält, wie er sich verhält, bekäme man bei einer Zufallsumfrage ganz unterschiedliche Antworten zu hören. Der Mensch handelt aus Leidenschaft oder Begierde, wären mögliche Antworten, die affektive Erklärungsmöglichkeiten zugrunde legen. Instinkt, Interesse, Neigung, Wille oder Wunsch könnten als andere Antriebe des Menschen vermutet werden. Dies sind jedoch allesamt vorpsychologische Erklärungen, wobei es nicht verwundern kann, wenn Menschen diese Erklärungen vergleichsweise schnell parat haben, denn das Handeln des Menschen ist tagtäglich im Alltag zu beobachten; dabei ist eine ganze Fülle von Auffälligkeiten festzustellen.
♦ Das Handeln des Mensch ist zielgerichtet, auch wenn es sich über einen langen Zeitraum erstreckt, beispielsweise beim Liebeswerben, wo dem Angebeteten unter Umständen über einen langen Zeitraum immer wieder „der Hof gemacht“ wird.
♦ Es ist eine Vielfältigkeit der konkret verfolgten Handlungsziele zu beobachten und zwar sowohl in gleichen wie in ungleichen Situationen. Daraus ergibt sich die Frage, wieweit allgemeine Klassen von Handlungszielen ableitbar sind, was in jedem Fall vom Verallgemeinerungsniveau abhängig ist, denn während Sigmund Freud mit zwei Trieben, nämlich dem Sexual- und dem Todestrieb auskommt, differenzieren andere 18 bis 27 verschiedene Haupttendenzen bzw. Bedürfnisse1.
♦ Das Handeln des Menschen verläuft nicht immer erwartungsgemäß, situationsgemäß oder verständlich, wenn zum Beispiel ein eifriger Feuerwehrmann sich als Pyromane entpuppt und selbst Brände legt oder ein Kind zu lachen anfängt, wenn im Märchen der Wolf die Großmutter frißt.
Wenn vorschnell Versuche zur Erklärung dieser Phänomene vorgenommen werden, besteht die Gefahr eines Zirkelschlusses, so wenn etwa Spielhandlungen von Personen auf den „Spieltrieb“ zurückgeführt werden, „benennt ‚Spieltrieb‘ nur das zu Erklärende.“2
2. Versuche der Verhaltenserklärung
Um sich der Ausgangsfrage nach dem „Warum“ des menschlichen Verhaltens zu nähern, versucht Heinz Heckhausen eine Verhaltenserklärung auf den ersten, den zweiten und den dritten Blick. Das Verhalten des Menschen betrachtet Heckhausen unter dem Blickwinkel der Eigenschaftspsychologie, der Reiz-Reaktionspsychologie und der modernen Motivationspsychologie. Hier soll dieser Annäherung gefolgt werden.
2.1. Erster Blick: Eigenschaftspsychologie
[...]
1 Cf. Heinz Heckhausen „Motive und ihre Enststehung“ in: F.E. Weinert, C.F. Graumann, H. Heckhausen, M. Hofer et al. (1975) Pädagogische Psychologie (Funk-Kolleg). Frankfurt a.M.: Fischer, p. 136.
2 Ibid.
Arbeit zitieren:
Ralf Strauss, 2000, Motive und ihre Entstehung, München, GRIN Verlag GmbH
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