Volkswagen in Brasilien und Mexiko: Eine Einschätzung der Bedeutung eines Globalplayers für die Wirtschaft der beiden Schwellenländer
1. Einleitung ............................................................................ S. 2
2. Die Schwellenländer Brasilien und Mexiko ............................ S. 3 2.1 Definition Schwellenland .......................................................... S. 3 2.2 Brasilien ............................................................................... S. 3 2.3 Mexiko ................................................................................. S. 4
3. Kurze Volkswagen-Chronik mit dem Schwerpunkt Globalisierungstätigkeit ....................................................... S. 4
4. Volkswagen in den Schwellenländern ................................... S. 7 4.1 Volkswagen in Brasilien ........................................................... S. 7 4.2 Volkswagen in Mexiko ............................................................. S. 7
5. Die wirtschaftliche Lage und der Arbeitsmarkt ..................... S. 8 5.1 Brasilien ............................................................................... S. 8 5.1.1 Wirtschaft ............................................................................. S. 8 5.1.2 Arbeitsmarkt ......................................................................... S. 9 5.1.3 Die Bedeutung Volkswagens ..................................................... S. 10
5.2 Mexiko ................................................................................ S. 11 5.2.1 Wirtschaft ............................................................................. S. 11 5.2.2 Arbeitsmarkt ......................................................................... S. 12 5.2.3 Die Bedeutung Volkswagens ..................................................... S. 13
6. Vor- und Nachteile für Arbeiter und Regierung der beiden Schwellenländer sowie für Volkswagen ................................ S. 13 6.1 Brasilien ............................................................................... S. 13 6.1.1 Vorteile für die Arbeitnehmer und die Regierung .......................... S. 13 6.1.2 Nachteile für die Arbeitnehmer und die Regierung ........................ S. 13 6.1.3 Vorteile für Volkswagen ........................................................... S. 14 6.1.4 Nachteile für Volkswagen ......................................................... S. 14
6.2 Mexiko ................................................................................. S. 14 6.2.1 Vorteile für die Arbeitnehmer und die Regierung .......................... S. 14 6.2.2 Nachteile für die Arbeitnehmer und die Regierung ........................ S. 15 6.2.3 Vorteile für Volkswagen ........................................................... S. 15 6.2.4 Nachteile für Volkswagen ........................................................ S. 15
7. Fazit ................................................................................... S. 16
8. Quellenverzeichnis .............................................................. S. 17
1
1. Einleitung
Als geborene Wolfsburgerin gehört für mich das Volkswagenwerk unabänderlich zu Wolfsburg. Und es gibt dort wohl nur wenige Familien, in denen nicht wenigstens ein Familienmitglied bei Volkswagen beschäftigt ist. Die Vorteile Volkswagens sprechen für sich: gute Arbeitszeiten, gute Vergütung, gute Sozialleistungen. Die Existenz Volkswagens in Wolfsburg beschert der Stadt auch eine geringe Arbeitslosenquote 1 ; zum einen sind ca. 49.700 Menschen direkt bei Volkswagen beschäftigt, zum anderen finden viele Arbeit bei Zulieferfirmen, Speditionen etc. Doch die in den letzten Jahren schwache Wirtschaft hat auch in Wolfsburg seine Spuren hinterlassen; Stellenabbau, längere Arbeitszeiten, geringere Löhne. Dennoch ist Volkswagen für Wolfsburg unverzichtbar. Ohne den großen Arbeitgeber fände nur noch ein geringer Teil der Wolfsburger eine Anstellung, die eigens für die Mitarbeiter des Volkswagenwerkes gebaute Stadt zerfiele.
Doch Volkswagen beschränkt sich nicht nur auf Wolfsburg: im Rahmen der internationalen Markterschließung hat die Volkswagen AG zahlreiche Werke weltweit gegründet. Dabei hat sich Volkswagen nicht nur auf die Industrienationen konzentriert, sondern ist auch in weniger weit entwickelte Länder vorgedrungen. Welche Relevanz hat ein Globalplayer wie Volkswagen aber auf die Wirtschaft eines Schwellenlandes? Diese Frage wird anhand der Länder Brasilien und Mexiko erläutert, in denen Volkswagen bereits seit über 50 Jahren ansässig ist.
Um einen Überblick über die beiden Länder zu erhalten, werden sie zunächst kurz vorgestellt, um dann nach einem kurzen Abriss der Volkswagen-Chronik auf ihre Besonderheiten in den Bereichen Wirtschaft und Arbeitsmarkt einzugehen. Welche Bedeutung Volkswagen für die beiden Länder hat und die Vor- und Nachteile, die sich für die Beschäftigten und die Regierung auf der einen sowie für Volkswagen auf der anderen Seite ergeben, führen zum abschließenden Fazit.
1
Im Februar 2004 belief sich die Arbeitslosenquote in Wolfsburg auf 8,2 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt in Höhe von 11,1 Prozent.
Vgl. http://www.meinestadt.de/wolfsburg- niedersachsen/statistik?Bereich=Arbeiten+und+Geldverdienen, eingesehen am 26.03.2004
2
2. Die Schwellenländer Brasilien und Mexiko
Bevor die Schwellenländer Brasilien und Mexiko näher vorgestellt werden, soll zunächst der Begriff „Schwellenland“ erläutert werden.
2.1 Definition Schwellenland
Eine eindeutige Definition des Begriffes „Schwellenland” (auch Newly Industrializing Countries) existiert nicht; der Ausdruck vermittelt aber das Bild einer am Übergang vom Entwicklungs- zum Industrieland stehenden Nation. Laut dem Brockhaus sind Schwellenländer „relativ fortgeschrittene Entwicklungsländer, die aufgrund ihrer hohen wirtschaftlichen Eigendynamik beachtliche Industrialisierungsfortschritte erzielen konnten und in ihrem Entwicklungsstand gegenüber den Industriestaaten deutlich aufgeholt haben.“ 1 Als Kriterien gelten u.a. das Bruttosozialprodukt (BSP) je Einwohner und dessen Wachstum, der Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) sowie der Anteil von Industrieprodukten am Export.
Eine verbindliche Liste von Schwellenländern existiert nicht; je nach Abgrenzung werden mehr als 40 Staaten unter dieser Ländergruppe zusammengefasst, u.a. zahlreiche erdölexportierende Staaten, viele asiatische Länder sowie einige lateinamerikanische Länder, von denen hier Brasilien und Mexiko Gegenstand der Arbeit sind.
2.2 Brasilien
Die föderative Republik Brasilien ist mit einer Fläche von 8.547.403km² nach Russland, Kanada, China und den USA das fünftgrößte Land der Erde. Mit seinen 172 Mio. Einwohnern 2 stellt es das wirtschaftlich bedeutendste Land Lateinamerikas dar.
Die größte Einwohnerzahl hat São Paulo mit ca. 10 Mio. Menschen, gefolgt von Rio de Janeiro mit ca. 6 Mio. Einwohnern. In der Bundeshauptstadt Brasília leben ca. 2 Mio. Menschen.
1
vgl. Brockhaus, Band 19, S. 630
2
Stand: Oktober 2003; vgl. http://www.auswaertiges- amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=12&land_id=26, eingesehen am 9.12.2003
3
Die Regierungsform ist eine präsidiale Republik. Luiz Inácio Lula da Silva trat im Januar 2003 seine vierjährige Amtszeit als Staatspräsident an. Brasilien verfügt über reiche Ressourcen wie Bodenschätze, Wasserkraft, Arbeitskräfte und gute Bedingungen für die Landwirtschaft. Zugleich zählt Brasilien zu den am stärksten industrialisierten Ländern der Region.
2.3 Mexiko
Die Vereinigten Mexikanischen Staaten sind mit 1.958.201km² fünfeinhalbmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland 1 . Knapp 105 Mio. Einwohner 2 leben in Mexiko, davon ca. 22 Mio. im Großraum der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Die föderalistische Republik wird seit dem 1.12.2000 für sechs Jahre vom Präsidenten Lic. Vicente Fox Quesada regiert.
Mexiko zählt zu den wichtigsten Volkswirtschaften Lateinamerikas und ist mit Abstand die bedeutendste Exportnation der Region. Das lateinamerikanische Land bietet aufgrund seiner Bodenschätze, vor allem der große Reichtum an Erdöl, und seines Binnenmarktes ein riesiges wirtschaftliches Potential.
Kurze Volkswagen-Chronik 3 mit dem Schwerpunkt 3.
Globalisierungstätigkeit
28.05.1937: Gründung der „Gesellschaft zu Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH“ in Berlin durch die Deutsche Arbeitsfront.
Anfang 1938: Beginn des Baus des Volkswagenwerkes bei Fallersleben 16.09.1938: Umbenennung in „Volkswagenwerk GmbH“.
Ab 1939: Umstellung auf die Produktion von Rüstungsgütern.
11.04.1945: Einmarschierende amerikanische Truppen beenden die Rüstungsproduktion, befreien die schätzungsweise 20.000 ausländischen Zwangsarbeiter/innen und übernehmen die
1
vgl. http://www.auswaertiges- amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=2&land_id=111, eingesehen am 9.12.2003
2
Stand: Juli 2003; vgl. http://www.citypopulation.de/WorldPop_d.html, eingesehen am 9.12.2003
3
vgl. Volkswagen Chronik
4
Zuständigkeit über das Volkswagenwerk; das Volkswagenwerk wird zum britischen Regiebetrieb.
Im Jahr 1945 wurden 1.785 Fahrzeuge produziert. Das Volkswagenwerk beschäftigte 6.033 Mitarbeiter; 5.459 Arbeiter und 574 Angestellte. Der Umsatz belief sich auf 11,7 Mio. RM.
08.08.1947: „Pon´s Automobielhandel“ erhält einen Importeursvortrag für die Niederlande und wickelt den ersten kommerziellen Volkswagen-Export ab. Nach der Ausfuhr von 56 Volkswagen im Jahr 1947 schnellt der Auslandsabsatz binnen einem Jahr auf 4.500 Fahrzeuge hoch.
Das Volkswagenwerk produzierte 1947 8.987 Fahrzeuge mit einer Belegschaft von 8.382 Mitarbeitern und erwirtschaftete 63,8 Mio. DM Umsatz.
11.09.1952: Die Gründung der Verkaufsgesellschaft „Volkswagen Canada Ltd.“ in Toronto, Ontario ist der erste Schritt der Volkswagenwerk GmbH, ihr Vertriebs- und Kundendienstnetz auf den internationalen Märkten auszubauen.
1952 produzierten die 17.381 Volkswagen-Mitarbeiter 136.013 Fahrzeuge, von denen 89.060 im Inland und 46.881 im Ausland verkauft wurden. Die Volkswagenwerk GmbH erreichte einen Umsatz von 660 Mio. DM und einen Gewinn von 3,5 Mio. DM.
23.03. 1953 Im brasilianischen São Paulo wird die „Volkswagen do Brasil Ltda.“ gegründet. Um den Aufbau einer nationalen Automobilindustrie zu forcieren, verhängte die brasilianische Regierung Importbestimmungen. Volkswagen importierte überwiegend Teilesätze und Ersatzteile und wickelte die Endmontage in gemieteten Anlangen ab, bis sie Ende 1956 in das neu errichtete Werk in São Bernardo do Campo verlegt wurde. Wegen Importrestriktionen, die ab dem 1. Juli 1957 einen landeseigenen Fertigungsanteil von 40 Prozent verlangen, wird der Montage- zu einem Produktionsbetrieb erweitert.
5
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Maren Herbst, 2004, Volkswagen in Brasilien und Mexiko: Eine Einschätzung der Bedeutung eines Globalplayers für die Wirtschaft der beiden Schwellenländer, Munich, GRIN Publishing GmbH
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