*OLHGHUXQJ
(LQOHLWXQJ
'HU.ODVVLNHU0D[:HEHU
2.1 Zur Person Max Weber 2.2 Der Machtbegriff Max Webers
0DFKWSUR]HVVHLP:HVWHUQILOP9DOGH] 3.1 Zusammenfassung des Films 3.2 Analyse der Schlußsequenz
/LWHUDWXU
3
(LQOHLWXQJ
Das Thema dieser Arbeit ist "Macht". Genauer gesagt geht es dabei zum einen um soziologische Machtbegriffe und zum anderen um konkrete Machtprozesse, die anhand einer Analyse eines Filmbeispiels veranschaulicht werden sollen. Die Diskussion der soziologischen Machtbegriffe in dieser Arbeit geht dabei, logischerweise, der Analyse voraus, da mit der Auseinandersetzung mit Machtbegriffen erst die Voraussetzungen für eine spätere Analyse geschaffen werden.
In der sozialwissenschaftlichen Literatur lassen sich nun aber hunderte von Machtbegriffen finden, so daß es den Rahmen dieser Arbeit bei weitem sprengen würde, alle Aspekte, die in Machtdefinitionen einfließen können, vorzustellen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, mich eines bestimmten Machtbegriffs genauer anzunehmen und diesen als Grundlage der Auseinandersetzung mit weiteren Machtbegriffen und der späteren Analyse des Filmbeispiels zu nehmen. Am sinnvollsten erschien es mir hierbei, den Machtbegriff von Max Weber in den Mittelpunkt der Diskussion zu stellen. Nicht nur aus dem Grund, daß er als "Klassiker" unter den Machtbegriffen gilt, auf den heute noch viele Machtforscher zurückgreifen, sondern auch, weil er mir besonders reichhaltig im Hinblick auf seine Deutungsmöglichkeiten, gerade in Bezug auf die Analyse des Filmbeispiels, erschien. Aus diesem Grund habe ich der Diskussion des Weberschen Machtbegriffs eine Kurzbiographie seiner Person vorangestellt.
Dieser Diskussion, in der ich an bestimmten Punkten kurz einige Alternativkonzepte der "Macht" vorstelle, folgt eine Kurzusammenfassung des Filmbeispiels, wobei es sich dabei um einen Film aus dem Western - Genre, mit dem Namen "Valdez", handelt. Im Anschluß daran beginne ich mit der Detailanalyse der Schlußsequenz des Films, die vor allem deutlich machen soll, daß durch Machtausübung Beeinflußte, Fähigkeit zum Widerstand besitzen können, die soweit gehen kann, daß sich eine Machtbeziehung völlig umkehrt, wie auch das Filmbeispiel zeigen wird. Ich werde dabei zeigen, wie der Protagonist der Handlung in mehreren Schritten zur Macht gelangt, wobei die Macht des Antagonisten gleichzeitig abnimmt, wie der Antagonist auf diesen Prozeß reagiert, welche wichtige Rolle die übrigen Charaktere dabei spielen und wie wichtig bei diesem Prozeß ein Umstand ist, auf den auch schon Max Weber hingewiesen hat: nämlich, daß der Sinngehalt
4
einer sozialen Beziehung wechseln kann, was im Verlaufe der letzten Minuten des Films gleich mehrmals geschieht, wie die Analyse zeigen wird.
'HU.ODVVLNHU0D[:HEHU
=XU3HUVRQ0D[:HEHU
Max Weber wurde am 21.4.1864 in Erfurt geboren und wuchs in Berlin auf. Seine Mutter Helene Fallenstein stammte aus einer in Heidelberg lebenden protestantisch-pietistischen Familie. Sein Vater, Max Weber, war Jurist und stammte aus einer wohlhabenden Leineweberfamilie Ostwestfalens. Er war von 1867 bis 1897 Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und von 1873 bis 1884 Mitglied des Deutschen Reichstages. So kam es, daß im Haus der Eltern Max Webers die Führer und Abgeordneten der Nationalliberalen Partei und viele bedeutende Wissenschaftler der Zeit verkehrten, und er so bereits in jungen Jahren mit politischen und wissenschaftlichen Themen in Berührung kam. 1894 heiratete er Marianne Schnittger aus Oerlinghausen, die wie seine Mutter aus einer pietistischen Familie stammte. Als Student trat Max Weber in die Fußstapfen seines Vaters und wählte Jura als Studienfach, wurde während des Studiums zum Militärdienst eingezogen, den er als Reserveoffizier beendete, promovierte 1889 in Handelsrecht und habilitierte sich 1892 für römisches Recht. Zu dieser Zeit entstand auch seine Studie "Die Verhältnisse der Landarbeiter im ostelbischen Deutschland". In der darauffolgenden Zeit zeigt sich, daß bei Weber gleichzeitig ein starkes wissenschaftliches und politisches Engagement vorhanden waren, was sehr deutlich wurde, als er 1894 den Lehrstuhl für Nationalökonomie in Freiburg übernahm. Weber nutzte seine Antrittsrede u.a. dazu, führenden Nationalökonomen eine nicht zulässige Vermischung von eigenen Werturteilen und empirischen Tatsachen vorzuwerfen, bediente sich dabei aber gleichzeitig nationalistischer Begrifflichkeiten und forderte eine deutsche Nationalökonomie, die sich ausschließlich an deutschen Wertmaßstäben zu bedienen habe. Dies zeigt auch, wie sehr Weber in das nationalstaatliche Denken des deutschen Bürgertums, wie es am Ende des 19. Jahrhunderts herrschte, eingebunden war, wurde aber durch sein starkes Engagement schnell in Wissenschaft, Politik und bürgerlicher Öffentlichkeit bekannt.
5
Nach drei Jahren in Freiburg wurde er 1897 auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie der Universität Heidelberg berufen, gab aber 1903 seine Professur auf, nachdem er sich 1899 wegen eines Nervenzusammenbruchs vorübergehend beurlauben ließ und wurde Honorarprofessor mit Lehrauftrag ohne Promotionsrecht. Als Grund für sein Ausscheiden aus dem Hochschuldienst gilt in der heutigen Literatur zu Max Weber nicht nur die enorme Arbeitsbelastung, gekoppelt mit seinem starken Engagement in Politik und Wissenschaft, die ihm immer wieder Depressionen und Schwächeanfälle bereitet haben soll, sondern auch Probleme in der Ehe, Auseinandersetzungen mit seinem Vater kurz vor dessen Tod und eine als Kind erlittene Hirnhautentzündung.
Das schien zwar das Ende seiner politischen und wissenschaftlichen Karriere, aber nicht das Ende seiner wissenschaftlichen Arbeit und seines Einflusses, da er sich mit dem Heidelberger "Weber Kreis" eine Ersatzöffentlichkeit schuf. Die Bedeutung dieses Gesprächskreises sind im Hinblick auf die Bekanntheit Webers und seine Herausbildung als "Klassiker" nicht zu unterschätzen. Nahezu jeden Nachmittag fanden im Haus von Max und Marianne Weber Diskussionen statt, an denen viele Heidelberger Gelehrte teilnahmen. Ab 1912 fand zusätzlich noch ein wöchentliches Treffen statt, an dem auch Studenten teilnehmen durften. Neben dem "Weber Kreis" gab es noch eine Reihe anderer Heidelberger Gesprächskreise, an denen Max und Marianne Weber mehr oder weniger regelmäßig teilnahmen, wie z.B. die religionswissenschaftliche Diskussionsrunde die sich "Eranus" nannte, der naturwissenschaftliche "Janus"-Kreis oder der
Montagnachmittagskreis Daniela von Bülows.
Weber war zu dieser Zeit nur noch wenig politisch aktiv. Er besuchte hauptsächlich Kongresse, sprach auf wissenschaftlichen Jahrestagungen und war einer der beiden Herausgeber des "Archiv für Sozialwissenschaft". Als wohl wichtigste Publikation aus der Zeit zwischen Jahrhundertwende und Ausbruch des ersten Weltkrieges ist die Studie "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" zu betrachten. Mit Beginn des ersten Weltkrieges wurde Weber als Reserveoffizier für ein Jahr militärischer Leiter der Heidelberger Lazarette, schrieb politische Artikel für die Frankfurter Allgemeine, veröffentlichte Memoranden und wurde Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP), nahm im November 1918 am Heidelberger Arbeiter- und Soldatenrat teil und wurde Mitglied der deutschen Delegation, die in Versailles über das Schuldenabkommen verhandelte.
6
Arbeit zitieren:
Thorsten Reineke, 1995, Soziologische Machtbegriffe und Machtprozesse im Westernfilm ´Valdez´, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Frauenbild im amerikanischen Western-Film
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Genreentwicklung am Beispiel des Western - Vergleich Stagecoach / The ...
Seminararbeit, 14 Seiten
Thorsten Reineke hat den Text Soziologische Machtbegriffe und Machtprozesse im Westernfilm ´Valdez´ veröffentlicht
Thorsten Reineke hat einen neuen Text hochgeladen
Soziologische Theorie kontrovers
Kölner Zeitschrift für Soziolo...
Gert Albert, Steffen Sigmund
The Culture of Nature: North American Landscape from Disney to the EXX...
Alexander Wilson, University of Toronto Press
Der Machtbegriff bei Hannah Arendt
Katrin Kräuter, Johannes Marx, Annette Schmitt, Volker Kunz
0 Kommentare