Entwicklung einer Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung. 1
2 Theoretische Grundlagen 2
2.1 Vendor Managed Inventory 2
2.1.1 Entstehungsursachen 2
2.1.2 Funktionsweise 2
2.1.3 Chancen und Risiken. 3
2.1.4 Outsourcingtiefe 4
2.2 Die Balanced Scorecard 5
2.2.1 Historie und Grundlagen 5
2.2.2 Einsatzgebiete 8
2.2.3 Phasenmodell zur Umsetzung einer Balanced Scorecard 9
2.2.3.1 Phase 1: Strategische Grundlagen klären. 9
2.2.3.2 Phase 2: Organisatorischen Rahmen für die Implementierung schaffen 10
2.2.3.3 Phase 3: Entwicklung einer Balanced Scorecard 11
2.2.3.4 Phase 4: Roll-out managen 11
2.2.3.5 Phase 5: Kontinuierlichen BSC-Einsatz sicherstellen 12
3 Entwicklung einer Balanced Scorecard im VMI 13
3.1 Perspektiven. 13
3.1.1 Finanzperspektive 14
3.1.2 Prozessperspektive 15
3.1.3 Kooperationsqualität. 15
3.1.4 Kooperationsintensität. 15
3.2 Definition der Ziele, Messgrößen und Maßnahmen. 15
3.2.1 Finanzen 16
3.2.2 Prozesse 17
3.2.3 Kooperationsintensität. 17
3.2.4 Kooperationsqualität. 18
3.2.5 Sonstige Perspektiven, Ziel, Kenngrößen und Maßnahmen 19
3.3 Ursache -Wirkungs-Beziehungen. 19
3.4 Die Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory 20
4 Ausblick 22
- I -
Entwicklung einer Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Die vier Perspektiven des Kennzahlensystems der BSC
Abbildung 2: Die 5 Phasen des Horváth Partner-Modells zur Implementierung einer
Balanced Scorecard
Abbildung 3: Horizontaler und vertikaler Roll-out
Abbildung 4: VMI-Konzept
Abbildung 5: Balanced Scorecard im VMI - Perspektiven.
Abbildung 6: Balanced Scorecard im VMI - Kennzahlen.
Abbildung 7: Darstellung einer Ursache-Wirkungs-Beziehung.
Abbildung 8: Darstellung einer Ursache-Wirkungs-Beziehung.
- II -
1 Einführung
Um im heutigen Wettbewerb als Unternehmen überhaupt erfolgreich zu sein, ist eine unternehmensseitige Anpassung an neue Erkenntnisse und Entwicklungen im Markt unabdingbar. Mit zunehmender Vernetzung der Unternehmen im Zuge der Globalisierung sowie einer immer weiter wachsenden Komplexität im Bezug auf Logistikprozesse und Produktionsverfahren, ist beispielsweise der Einsatz von IT-Planungstools schon seit mehreren Jahren zum Standard geworden.
Auch wenn jedes Unternehmen seine Prozesse bisher stets angepasst hat, so muss dies in der heutigen Zeit nicht immer zwangsläufig zum Erfolg führen. Durch zunehmende Komplexität der Beziehungen sind die Unternehmen heute stets von ihrem Umfeld abhängig, d.h. nur wenn Kunden und Lieferanten eines Unternehmens ebenfalls erfolgreich sind, kann ein eigener Erfolg möglich werden.
Folglich stehen heute nicht nur einzelne Unternehmen im Wettbewerb zueinander, sondern vielmehr einzelne Supply-Chains als G anzes. Aus diesem Grund ist eine partnerschaftliche Beziehung in der heutigen Zeit eine Möglichkeit, um einer existierenden Supply-Chain zu einem Vorteil zu verhelfen, mit dem sie sich gegenüber Mitbewerbern behaupten oder ihren einzelnen Gliedern selbst einen Vorteil verschaffen kann. Auf den folgenden Seiten möchten die Autoren nun eine partnerschaftliche Strategie - das Vendor Managed Inventory - näher betrachten und im weiteren Verlauf prüfen, auf welche Art und Weise das Controllinginstrument „Balanced Scorecard“ darauf angewandt bzw. entwickelt werden kann. Dabei handelt es sich um ein Instrument, mit dessen Hilfe man diese Kooperation strategisch planen, steuern und kontrollieren kann. Vor allem sollen mögliche Perspektiven und Ziele vorgestellt werden, die später integrativer Bestandteil einer solchen Balanced Scorecard sein können.
- 1 -
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Vendor Managed Inventory
2.1.1 Entstehungsursachen
Das Thema Lageroptimierung ist in modern geführten Unternehmen schon seit Jahrzehnten aktuell, jedoch gab es bis Anfang der Achtziger Jahre weder aus technischer noch aus logistischer Sicht entscheidende Erneuerungen in diesem Bereich. So überprüfte beispielsweise ein Mitarbeiter des Zulieferers das Bestandsniveau seines Kunden regelmäßig vor Ort, wenn er die neue Lieferung zustellte. Mit den gesammelten Informationen war es ihm nun lediglich grob möglich zu bestimmen, ob er beim nächsten Mal mehr oder weniger Waren liefern sollte. 1
Erst in den späten Achtziger Jahren wurde das erste vollautomatisch arbeitende VMI-System umgesetzt. Das Handelsunternehmen WalMart hatte hierbei eine Vorreiterrolle inne. Gründe für die Einführung von VMI sah das Unternehmen in seinen starken saisonalen Absatzschwankungen, wodurch manche Artikel in zu hoher Menge, manch andere jedoch in zu knapp bemessener Anzahl gelagert wurden. VMI sollte nun dabei helfen, sich auf diese Schwankungen besser einstellen zu können. 2
2.1.2 Funktionsweise
Um in einem Wettbewerb im Kampf um wichtige Marktanteile seinen Konkurrenten einen Schritt voraus zu sein, werden in Versorgungsketten zunehmend Strategien der kooperativen Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten eingeführt. Eine Strategie dabei stellt das Vendor Managed Inventory (VMI) dar, welche das Management der Bestände und des Nachschubs durch den Lieferanten garantiert. Egal ob dies vom Kunden als Serviceleistung erwartet oder vom Lieferanten initiiert wird, muss der VMI-Prozess stets sicherstellen, dass zu jeder Zeit dem Kunden der optimale Bestand zur Nachfragedeckung bereit steht - verbunden mit möglichst geringen Kosten.
Während in einem geläufigen dezentralisierten System der Abnehmer Bestellungen an den Lieferanten richtet (Pull-Prinzip) und hofft, dass dieser schnell liefert, erhält beim Konzept des Vendor-Managed-Inventory (VMI) der Lieferant detaillierte Informationen über den
1 Vgl. Informationen zu VMI unter http://help.sap.com
2 Siehe Veröffentlichung des EBZ Beratungszentrum (Quelle: http://www.ebz-beratungszentrum.de)
- 2 -
Lagerbestand des Kunden und über die aktuelle Nachfrage, die beim Abnehmer aufgetreten ist. Basierend auf diesen Informationen entscheidet der Lieferant dann über den Zeitpunkt und die Menge der Artikel, welche an den Abnehmer geliefert wird. Es handelt sich also um eine Anwendung des Push-Prinzips. 3
Infoformationstechnologische Grundlage stellt die Verbindung der ERP-Systeme des Kunden mit denen des Lieferanten durch EDI dar, über die ein stetiger Datenaustausch über Bestände oder Bedarfe realisiert werden kann. Erst durch die Transparenz der tatsächlichen Bedarfe ist dem Lieferanten der effiziente Nachschub zum Kunden möglich. Bestände können so dynamisch angepasst, potenzielle Engpässe entdeckt und unnötige Eillieferungen oder teure Bestandsüberdeckungen von Vornherein vermieden werden. Im Rahmen eines VMI-Konzepts übernimmt also ein Lieferant für seine Kunden die Artikel-Bevorratung in einem Lager vor Ort, prognostiziert die zukünftige Nachfrage und veranlasst von sich aus Nachlieferungen, mit denen er die Bestände beim Kunden wieder auffüllt.
2.1.3 Chancen und Risiken
Das VMI-Konzept bietet jeweils allen beteiligten in der Supply-Chain einen enormen Nutzen. Kundenseitig stehen vor allem das verringerte Lieferrisiko und die geringeren Verkaufsverluste sowie die Möglichkeit, ein filialspezifischeres Sortiment 4 anbieten zu können, im Vordergrund.
Weiterhin profitieren beide Parteien von verkürzten Zykluszeiten und niedrigeren Zuschlägen, d.h. schnellere Lieferzeiten und eine gestrafften Auftragsabwicklung, da der Prozess größtenteils automatisiert werden kann.
Auf Seiten des Lieferanten ist durch das Eingehen dieser kooperativen Strategie eine starke Kundenbindung erreicht, mit der man auch aus Produktionssicht schneller auf Bedarfsschwankungen reagieren kann.
Risiken entstehen beim VMI-Konzept vor allem bei Kommunikations- und Integrationsfragen.
Viele Lieferanten fürchten, neben der Verantwortung auch ein Risiko einzugehen, wenn sie alleine die Bestände eines Kunden organisieren müssen. Dabei stellt sich oft die Frage, wie das eventuelle Risiko eines plötzlichen, völlig unverhofften Absatzrückgangs zwischen
3 Vgl. Veröffentlichungen der Fa. Pom Prof. Tempelmeier GmbH (Quelle: http://www.pom-consult.de)
4 Im Bezug auf VMI für Handelsketten
- 3 -
Zulieferer und Kunden aufzuteilen ist. Sollte die Nachfrage plötzlich stoppen oder der Produktlebenszyklus vorzeitig enden und der gelieferte Lagerbestand aus diesem Grund nicht mehr abgesetzt werden können, so entstehen beträchtliche Kosten, die - nach Meinung der Betroffenen - früher mit dem alten System hätten vermieden werden können. Darüber hinaus darf das Thema „Vertrauen“ in einer kooperativen Beziehung nicht unterschätzt werden. Die erste Hürde stellt das Austauschen von unternehmensinternen Daten zwischen Kunde oder Lieferant dar, wofür eine gemeinsame Datenbasis zu Planungszwecken unabdingbar ist. Vor für kleinere und mittlere Unternehmen, die von einem größeren Partner abhängig sind, kann dies zu einem Problem werden. Darüber hinaus darf niemals das Gefühl bei einem der beiden Partner aufkommen, dass er in seiner bestehenden logistischen Beziehung nur ausgenutzt wird und selbst keine Vorteile daraus erfahren kann. Vielmehr müssen akzeptable Konditionen für beide Seiten gefunden werden, die Einsparungspotenziale oder Mehraufwand gerecht aufteilen. Ferner weist Andreas Resch, Geschäftsführer des Transportlogistik-Anbieters Fiege, in einem Artikel des EBZ Beratungszentrums hin 5 , dass man zudem die technischen Probleme nicht herunterspielen kann. Der Integrationsaufwand sei keineswegs zu unterschätzen: Unternehmensinterne Supply-Chain-Management-Anwendungen wie eben auch VMI bedingen einen zeitnahen Austausch geschäftsrelevanter Daten. "Das ist", so der Logistikexperte, "das schwierigste Gebiet der IT in seiner schwierigsten Ausprägung." Zudem stellt sich für den Lieferanten das nicht-triviale Problem, simultan sowohl seine eigenen Lagerbestände als auch jene der Abnehmer zu steuern. "Es entsteht ein zweistufiges Lagerhaltungsproblem, indem u.a. die Frage zu beantworten ist, ob der Sicherheitsbestand vorwiegend beim Lieferanten oder doch eher beim Kunden zu bevorraten ist."
2.1.4 Outsourcingtiefe
Je nach Stand der Kooperation zwischen Lieferant und Kunde kann sich für beide Partner eine unterschiedliche Outsourcingtiefe ergeben, die zwischen den Partnern einstimmig beschlossen werden muss. Am Beispiel der Firma Rutronik - einer der führenden Distributoren für elektronische Bauelemente - wird deutlich, dass der Lieferant unterschiedlich stark in das Bestandsmanagement des Lieferanten eingebunden werden
5 Siehe Veröffentlichung des EBZ Beratungszentrum (Quelle: http://www.ebz-beratungszentrum.de)
- 4 -
Arbeit zitieren:
Steffen Wittenauer, Jan Hollmann, 2004, Entwicklung einer Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Vendor Managed Inventory: Darstellung und Analyse des Geschäftsmodells
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 94 Seiten
Efficient Consumer Response - Optimierungspotential in der Logistikket...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 22 Seiten
Die Notwendigkeit der Mitarbeitermotivation und die Rolle des Motivati...
BWL - Personal und Organisation
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Business Process Reengineering
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 35 Seiten
Kostenrechnung - Klassische Teil- und Vollkostenrechnung im Vergleich ...
Hausarbeit, 38 Seiten
Fair Value in der IFRS-Rechnungslegung - Konzeption, Inhalt und Zweckm...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 13 Seiten
Einsatzmöglichkeiten der Deckungsbeitragsrechnung in der öffentlichen ...
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hausarbeit, 33 Seiten
Unternehmensethik: NICI Pleite, Goleo bringt Firmengründer hinter Gitt...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Seminararbeit, 18 Seiten
Outsourcing im Industrieunternehmen und seine Auswirkungen auf den Ein...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Seminararbeit, 42 Seiten
Performance Management im Beschaffungsbereich: Konzept - Messung - Man...
BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik
Diplomarbeit, 151 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen des Online-Marketings und -Vertriebs für Grü...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 144 Seiten
Marktanalyse: Herstellung von Krafträdern
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 44 Seiten
Wissensmanagement in Theorie und Praxis – Ein Überblick
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Hausarbeit, 16 Seiten
Steffen Wittenauer's Text Entwicklung einer Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Steffen Wittenauer hat den Text Entwicklung einer Balanced Scorecard im Vendor Managed Inventory veröffentlicht
Steffen Wittenauer hat einen neuen Text hochgeladen
Die Entwicklung einer Balanced Scorecard für eine Non-Profit-Organisat...
Am Beispiel des Deutschen Tenn...
Vinck Christian, Littkemann Jörn
El Clima Organizacional en el diseño del Balanced Scorecard
Clima organizacional y el Bala...
Roseane Patrícia de Araújo Silva de Araújo Silva
LA BALANCED SCORECARD DANS LES ORGANISATIONS PUBLIQUES
Analyse théorique approfondie ...
Manel Benzerafa
Controlling and Berlin Balanced Scorecard Approach
Wilhelm Schmeisser, Lydia Clausen, Rebecca Popp, Carsten Ennemann, Olaf Drewicke
Alignment: Using the Balanced Scorecard to Create Corporate Synergies
How to Apply the Balanced Scor...
David P. Norton, Robert Steven Kaplan
Personal Balanced Scorecard: The Way to Individual Happiness, Personal...
Hubert K. Rampersad
0 Kommentare