Diese Seminararbeit zum Thema "Supranationale Gesellschaften - Die Europäische Akiengesellschaft" enthällt den kompletten Seminarvortrag mit 29 Folien und eine schriftliche Ausarbeitung als PDF mit LaTeX verfasst.
Es werden alle Gründungsstufen, Vor- und Nachteile, Wechselwirkungen, Möglichkeiten und die Bedeutung der Europäische Aktengesellschaft als neue Rechtsform erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1. DAS SE-STATUT
1.1 GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG
1.2 ALLGEMEINES ZUM SE-STATUT
2. GRÜNDUNG
2.1 ALLGEMEINES ZUR GRÜNDUNG
2.2 GRÜNDUNGSFORMEN
3. GRUNDKONSTRUKTION UND ORGANE
4. ARBEITNEHMERMITBESTIMMUNG
4.1 NOTWENDIGKEIT EINER RICHTLINIE
4.2 ARBEITNEHMERSTELLUNG IN DER SE
5. STEUERN
6. BEWERTUNG UND AUSBLICK
6.1 CHANCEN UND VORTEILE
6.2 GEFAHREN UND NACHTEILE
6.3 FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die Europäische Aktiengesellschaft (SE) als neues supranationales Rechtsinstrument zur Unternehmensgründung. Sie untersucht die rechtlichen Grundlagen, die verschiedenen Gründungsformen sowie die komplexen Regelungen zur Arbeitnehmermitbestimmung und beleuchtet kritisch die steuerlichen Herausforderungen sowie die praktischen Chancen und Risiken dieser Rechtsform.
- Historische Genese und Einführung des SE-Statuts
- Strukturelle Gestaltungsmöglichkeiten: dualistisches vs. monistisches System
- Besonderheiten der grenzüberschreitenden Unternehmensgründung und -verlagerung
- Anforderungen und Verfahren der Arbeitnehmermitbestimmung
- Steuerrechtliche Rahmenbedingungen und offene Fragestellungen
Auszug aus dem Buch
1.2 ALLGEMEINES ZUM SE-STATUT
Das SE-Statut ist ein Rechtsinstrument auf Basis des Gemeinschaftsrechts, das es einem europäischen Unternehmen ermöglicht eine europäische Aktiengesellschaft (SE) zu gründen.
Das SE-Statut besteht aus zwei Rechtsakten:
• Eine in den Mitgliedstaaten direkt anwendbare Verordnung (Verordnung (EG) 2157/2001 des Rates vom 8. Oktober 2001).
• Einer Richtlinie über die Arbeitnehmerbestimmungen (Richtlinie 2002/86/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 8. Oktober 2001).
Die SE gilt als AG im jeweiligen Sitzmitgliedstaat und unterliegt vorbehaltlich der Regelungen der VO 2157/2001/EG dessen Rechtsbestimmungen (Art. 3, Abs. 1, VO 2157/2001/EG). Sie ist somit eine juristische Person und besitzt Rechtspersönlichkeit (Art. 2, Abs. 3, VO 2157/2001/EG). Der Sitz der SE liegt in jenem Mitgliedstaat, in dem sich ihre Hauptverwaltung befindet (Art. 7, VO 2157/2001/EG). Eine SE lässt sich relativ problemlos umstrukturieren, da eine Verlegung des Satzungsitzes nicht zur Folge hat, dass sich die Gesellschaft im alten Gründungsstaat auflösen muss, um sich dann neu zu gründen (Art. 8, Abs. 1, VO 2157/2001/EG). Das Kapital der SE ist in Aktien zerlegt. Jeder Aktionär haftet nur bis zur Höhe seines Aktienanteils (Art. 2, Abs. 2, VO 2157/2001/EG). Das gezeichnete Kapital einer SE muss mindestens 120.000 Euro betragen, wenn nicht im jeweiligen Mitgliedstaat nach Art. 4, VO 2157/2001/EG nach oben abweichend geregelt. Diese Mindeststammkapitalgrenze ist bewusst relativ niedrig gewählt worden, um auch mittelständigen Unternehmen die Möglichkeit zu bieten eine SE zu gründen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. DAS SE-STATUT: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die wesentlichen Rechtsgrundlagen der Europäischen Aktiengesellschaft.
2. GRÜNDUNG: Hier werden die generellen Voraussetzungen der Gründung sowie die vier verschiedenen Gründungsformen (Fusion, Holding, Tochter, Umwandlung) dargestellt.
3. GRUNDKONSTRUKTION UND ORGANE: Dieses Kapitel beschreibt die Wahlmöglichkeit zwischen dem dualistischen und dem monistischen System sowie die rechtliche Haftung der Organmitglieder.
4. ARBEITNEHMERMITBESTIMMUNG: Hier werden die Notwendigkeit der Richtlinie und die komplexen Regelungen zur Arbeitnehmerbeteiligung inklusive der Auffangregelung dargelegt.
5. STEUERN: Dieses Kapitel thematisiert die steuerrechtliche Einordnung und die Probleme bei grenzüberschreitenden Sitzverlegungen aufgrund fehlender flankierender Vorschriften.
6. BEWERTUNG UND AUSBLICK: Hier werden die Chancen und Nachteile der SE kritisch abgewogen und ein Fazit zur praktischen Relevanz gezogen.
Schlüsselwörter
Europäische Aktiengesellschaft, SE-Statut, Societas Europaea, Arbeitnehmermitbestimmung, Grenzüberschreitende Verschmelzung, Sitzverlegung, Dualistisches System, Monistisches System, Unternehmensgründung, Gemeinschaftsrecht, Mitbestimmungsmodell, Auffangregelung, Konzernstruktur, Steuerproblematik, Rechtspersönlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die praktische Implementierung der Europäischen Aktiengesellschaft (SE) als supranationale Unternehmensform in der Europäischen Union.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die historische Entstehung, die rechtlichen Statuten, die Gründungsformen, die organisatorische Struktur, die Arbeitnehmermitbestimmung sowie die steuerlichen Aspekte.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, die Funktionsweise der SE zu erläutern und zu bewerten, ob das Ziel einer von nationalen Besonderheiten befreiten Gesellschaftsform durch die gewählten Kompromisse erreicht werden konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analytische Auswertung von EU-Verordnungen und -Richtlinien sowie relevanter Fachliteratur zur SE.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der SE-Verordnung und -Richtlinie, die Gründungsprozesse, die interne Organisationsstruktur (dualistisch/monistisch) und die detaillierte Analyse der Mitbestimmungsmodelle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Societas Europaea, SE-Statut, Arbeitnehmermitbestimmung, grenzüberschreitende Mobilität und steuerliche Rahmenbedingungen charakterisiert.
Welche Rolle spielt das dualistische gegenüber dem monistischen System?
Die Wahlmöglichkeit zwischen diesen Systemen bietet Unternehmen Flexibilität, wobei das dualistische System dem deutschen Modell mit Vorstand und Aufsichtsrat entspricht, während das monistische System eher dem anglo-amerikanischen Board-System ähnelt.
Warum wird die steuerliche Situation als kritisch bewertet?
Die steuerliche Lage ist deshalb kritisch, weil bislang keine endgültigen, grenzüberschreitenden Regeln zur steuerneutralen Sitzverlegung oder Verschmelzung existieren, was die Standortverlagerung für Unternehmen wirtschaftlich unattraktiv machen kann.
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- Benjamin Blau (Author), Tobias Conte (Author), 2004, Supranationale Gesellschaften - Die Europäische Aktiengesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28035