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Einleitung 3
1 Was ist NLP? 5
1.1 Begriffsklärung 5
1.2 Grundannahmen des NLP 6
1.2.1 Wirklichkeit: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“ 7
1.2.2 Menschenbild, Wahlfreiheit und Flexibilität 8
1.2.3 Lernen und Veränderung 8
1.2.4 Kommunikation und Interaktion 9
2 Geschichte und Entwicklung der NLP 10
2.1 Die Begründer des NLP 10
2.2 NLP Entwicklung und gegenwärtiger Entwicklungsstand 11
3 Methoden, Modelle und Techniken des NLP 12
3.1 Rapport und Kongruenz 12
3.2 Kalibrieren 13
3.3 Pacing und Leading 14
3.4 Ankern 15
3.5 Reframing 16
4 Kritik am Neurolinguistischen Programmieren 18
Zusammenfassung 19
Literaturverzeichnis 20
Selbstst ändigkeitserklärung 22
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Einleitung
Gegenwärtig gibt es zahlreiche unterschiedliche Therapierichtungen, welche auf der G rundlage basieren, dass jeder Mensch mittels bestimmter Übungen, Einstellungen, Glaubenssätze oder auch Visualisierungen positiv auf seine Gesundheit, sein persönliches Wohlbefinden und sein ganzes Leben einwirken kann. Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP, beschäftigt sich mit diesen und mehr Ansatzpunkten. Im Vordergrund steht dabei die Kommunikation des Individuums. Erfolg zu haben, hat in unserer Gesellschaft einen sehr hohen Stellenwert. Erfolg haben zu können, beginnt aber bereits damit, mit sich selbst in Einklang zu sein und basiert vor allem auf einer effektiven Kommunikation. Der Kommunikationsaspekt bildet den Schwerpunkt des Neurolinguistischen Programmierens. Die Ziele des NLP sind breit gefächert. Sie reichen von Verbesserung der Lebensqualität, über Förderung des Selbstbewusstseins, bis hin zur effizienteren (Um-)Gestaltung der gesamten Kommunikation und der Entwicklung des eigenen Potentials. Vor allem letzteres ist eines der Hauptanliegen des NLP - die Ressourcen bzw. Fähigkeiten, die ein Mensch durch seine individuelle Lern- und Lebensgeschichte besitzt, für ihn effektiv nutzbar zu machen. NLP findet gegenwärtig Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen, wie beispielsweise Gesundheitswesen, Pädagogik, Medien, Politik, Rechtssprechung, Managementtraining, Therapie oder Sport, um nur einige zu nennen.
Was aber macht erfolgreiche Menschen aus, was sind deren Verhaltensweisen und wo genau liegen die Unterschiede zu weniger Erfolgreichen? Wie kommunizieren solche Personen? Um sich der Beantwortung dieser Fragen zu nähern, wird in der folgenden Arbeit zunächst der Begriff „Neurolinguistisches Programmieren“ und im Zusammenhang damit die Ethik des NLP näher betrachtet. Im Anschluss daran wird auf die Entstehung des Modells eingegangen. In Punkt 3 folgt die Auswahl und Betrachtung einiger Methoden und Techniken des Neurolinguistischen Programmierens.
1 Was ist NLP?
1.1 Begriffsklärung
Was ist NLP? Was steckt hinter dem Begriff? Neurolinguistisches Programmieren, kurz NLP, bezeichnet ein psychotherapeutisches Verfahren zur Veränderung menschlichen Verhaltens mit dem Ziel, positives Empfinden und bestimmte Fähigkeiten zu mobilisieren und negative Gefühle durch positive Erfahrungen zu ersetzen. 1
Der Begriff „Neurolinguistische Programmierung“ setzt sich aus drei Komponenten zusammen, welche zugleich einen ersten Einblick in die Thematik zulassen. „Neuro“ bezeichnet die Prozesse auf neuronaler bzw. körperlicher Ebene, d.h. die Erfahrung und Wahrnehmung unserer Umwelt über die
1 WISSENSCHAFTLICHER RAT DER DUDENREDAKTION (2001), S. 673.
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Sinnesorgane. Sinnliche Erfahrung zum Beispiel mittels Sehen, Hören, Riechen, Schmecken aber auch durch Erinnern, Phantasieren oder mit Hilfe von Temperatur- und Tastsinn. „Linguistisch“ meint Sprache - sie ist das primäre Instrument, um mit anderen zu kommunizieren und unserer Wahrnehmung eine Bedeutung zuzuschreiben Sie ist Hilfsmittel zur Codierung und Ordnung der Wahrnehmung. Mit Sprache ist in diesem Kontext nicht nur die verbale Sprache gemeint, sondern auch nonverbale Kommunikation wie Mimik, Gestik, Körperhaltung oder Schrift - im Grunde alles womit ein Organismus Botschaften vermittelt. Die dritte Komponente „Programmierung“ bedeutet, dass all unsere Verhaltensweisen, sowohl die bewussten als auch die unbewussten, das Ergebnis von Lernprozessen sind. Aus diesem Grund können sie auch modelliert und variiert werden. Programmieren kann somit auch als Selbstmanagement beschrieben werden.
NLP spricht alle Sinne des Menschen an, aktiviert sie und erweitert Erfahrungen und Gedanken so, dass jeder neue Sichtweisen und Wahlmöglichkeiten bei sich entdecken kann. 2 Der Fokus des Modells liegt auf dem Umgang mit anderen Menschen und mit sich selbst mittels Kommunikation. NLP ist eine lösungs- und zielgerichtete psychotherapeutische Methode, die es jedem Menschen ermöglichen soll auf eigene Ressourcen 3 zuzugreifen und diese systematisch in die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu integrieren. Jeder Mensch verfügt bereits über ihm eigene, individuelle Mittel um ein Ziel zu erlangen. Dies ist der Person jedoch nicht immer bewusst. An diesem Punkt leistet NLP Ansätze, sich der eigenen Potentiale bewusst zu werden und diese zielgerichtet und effektiv einzusetzen. Neurolinguistisches Programmieren ist keine problemorientierte, sondern eine zielanalytische, prozessorientierte Methode. Das heißt, dass ein NLP-Anwender faktisch ein Problem behandeln und lösen kann ohne es tatsächlich zu kennen. Die Methode orientiert sich an der Bearbeitung äußerlich erkennbarer Folgeerscheinungen psychophysiologischer Vorgänge, wie beispielsweise die Reaktion der Gesichtsmuskeln oder der Körperhaltung und vor allem mittels linguistischer Hilfsmittel. Eines der primären Ziele des Neurolinguistischen Programmierens ist Verhaltensmodifikation. Im NLP geht es um flexible Kommunikationsmöglichkeiten und Methoden, die Therapeuten, Pädagogen - im Grunde allen Kommunikatoren - ein effektiveres Arbeiten ermöglichen. Um NLP verstehen zu können, ist es sinnvoll, soweit hier möglich, sich die Ideologie anzusehen, die hinter dem Konzept steht. Dazu ist die Betrachtung ein iger grundlegender Annahmen des Neurolinguistischen Programmierens nötig.
1.2 Grundannahmen des NLP
Die Grundannahmen des Neurolinguistischen Programmierens beanspruchen keinen Wahrheitscharakter, sie werden angenommen. Das gesamte Konzept baut auf ihnen auf. Sie stellen eine Art philosophisches Grundgerüst des Modells dar. Notwendige Voraussetzung um NLP richtig zu
2 DECKER (1995), S. 61.
3 Ressource: Alle Arten von Fähigkeiten und persönliches Potential eines Menschen. Ressourcen sind Kraftquellen zur
Zielerreichung. Vgl. dazu u.a. RÜCKERL (1994), S. 180 f.
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verstehen und erfolgreich anzuwenden, ist es, diese Axiome zu kennen. Anzumerken ist, dass der Katalog der Grundannahmen in Formulierung und Anzahl in der Literatur stark variiert und dass es keine eindeutige Ordnung für sie gibt, so dass die hier gewählte Einteilung keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Normativität erhebt, aber dennoch einen guten Überblick geben soll. Die Grundannahmen orientieren sich unter anderem an der humanistischen Psychologie und Pädagogik. Eine der elementarsten und wichtigsten Aussagen ist, dass alle Menschen genügend Ressourcen
besitzen um jede gewünschte Veränderung zu erreichen und dass, wenn ein Mensch etwas le rnen und
tun kann, es jeder andere im Rahmen biologischer Grenzen potenziell auch kann. Dies war zugleich eine der Grundintentionen Grinders und Bandlers 4 , als sie mit der Entwicklung von NLP begannen.
1.2.1 Wirklichkeit: „Die Landkarte ist nicht das Gebiet“ 5
Jeder Mensch besitzt ein ganz persönliches, individuelles Weltbild, welches sich im Laufe seines Lebens durch eine Vielzahl von Faktoren, wie beispielsweise der sozialen und persönlichen Erfahrung, dem kulturellen Umfeld oder der sinnesspezifischen Wahrnehmung, entwickelt und durch sie geprägt wird. Dieses Weltbild unterscheidet sich immer von denen anderer Menschen - es ist einzigartig. Es wird auch als „innere Landkarte“ 6 bezeichnet. Die innere Landkarte spiegelt nicht 1:1 die objektive Wirklichkeit wieder. Sie ist ein Hilfsmittel, ein subjektives durch die o.g. Aspekte des Individuums eingefärbtes Abbild der realen Welt. Landkarten anderer Personen kennen zu lernen und zu verstehen ist nur in begrenztem Rahmen möglich. Es soll unter anderem durch NLP erreicht werden, die Möglichkeiten zu erweitern, um die Landkarten anderer Menschen besser erfassen zu können. Jeder Mensch handelt bewusst oder unbewusst entsprechend dieser eigenen Landkarte und versucht durch sein Verhalten sein Weltbild aufrecht zu erhalten. Die Individuen treffen in diesem Kontext immer die beste ihnen zur Verfügung stehende Wahl. Jedes Verhalten der Person macht also Sinn und hat Nutzen, zumindest aus deren Sicht. Es gibt auch keine richtigen oder falschen Landkarten, jede wird gewürdigt und hat ihre Berechtigung. Die Gestaltung einer Landkarte ist evolutionsgeschichtlich sinnvoll, man braucht sich nicht in jeder Situation neu zu orientieren, oft kann man auf die Landkarte zurückgreifen. Es kann jedoch auch zu einer problem-erzeugenden Abweichung der inneren Landkarte gegenüber der Realität kommen.
Neurolinguistisches Programmieren setzt genau hier an. Aus diesen Überlegungen wird geschlossen, dass die Landkarten überprüfbar und veränderbar sind. Durch NLP soll das Bild der Welt sinnvoll erweitert und/oder verändert werden, um mehr und neue Wahlmöglichkeiten aufzuzeigen und bereitzustellen. So wird die gewünschte und dauerhafte Verhaltensmodifikation zur effizienten und erfolgreichen Zielerreichung verwirklicht.
4 John Grinder und Richard Bandler waren die Begründer des NLP. Siehe Punkt 2.
5 KORZYBSKY, Alfred.
6 Vgl. hierzu auch RÜCKERL (1994), S. 99 f.
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1.2.2 Menschenbild, Wahlfreiheit und Flexibilität
Jeder Mensch ist einzigartig und hat sein eigenes, berechtigtes Modell der Welt. Jedes Individuum nimmt am Universum teil und nimmt dieses individuell wahr. Zudem wird davon ausgegangen, dass jeder Mensch immer sein Bestes gibt, d.h. dass das Verhalten einer Person immer das in der entsprechenden Situation bestmögliche ist. Die Verhaltensreaktion in einer Situation resultiert aus der persönlichen Landkarte sowie aus Glaubenssätzen des Individuums. Diese Ausgangsbasis stellt der Person Wahlmöglichkeiten für ein Verhalten zur Verfügung aus denen sie die bestmögliche Wahl trifft. Möglichst viele Wahlmöglichkeiten für Verhaltensweisen zu haben ist besonders wichtig, denn in jedem System dominiert das Element mit der größten Flexibilität und den meisten Wahlmöglichkeiten. „Nicht wir haben Gewohnheiten, die Gewohnheiten haben uns. Wenn du tust was du immer getan hast, wirst du bekommen was du immer bekommen hast. Wenn du das was du möchtest nicht bekommst, dann tue etwas anderes.“ 7
Weiterhin wird postuliert, dass Geist und Körper Teile des gleichen kybernetischen 8 Systems sind und sich gegenseitig beeinflussen. Somit stellt jeder Mensch eine unteilbare Einheit dar. Daraus ist ableitbar, dass alles was im Geist, also in der Vorstellung geschieht, sich im und mit dem Körper ebenso zeigt. Der körperliche Zustand ist sozusagen der Spiegel des Geistes, Körper und Geist korrespondieren stetig miteinander. Da die Reaktionen des Körpers den einzig wirklich beobachtbaren Teil dieser Einheit darstellen, wird vor allem der Körpersprache und deren Deutung ein hoher Stellenwert im NLP eingeräumt.
Alle Menschen funktionieren fehlerfrei. 9 Unter diesem Gesichtspunkt ist besonders wichtig, zu entschlüsseln, wie die Person gegenwärtig funktioniert und diese Funktionsweise dann zu verändern und sinnvoll zu erweitern.
1.2.3 Lernen und Veränderung
„Die Leute, die am erfolgreichsten sind, sind diejenigen, die Landkarten besitzen, die erlauben, die größtmögliche Anzahl verfügbarer Wahlmöglichkeiten und Sichtweisen wahrzunehmen. NLP ist ein Weg, die Wahlmöglichkeiten, die Sie in der Welt um sich herum besitzen und wahrnehmen, zu bereichern. Hervorragende Leistung entsteht aus vielfältigen Wahlmöglichkeiten.“ 10 Wahlmöglichkeiten resultieren, wie bereits erwähnt, aus dem Weltbild einer Person, welches wiederum durch seine individuelle Lerngeschichte entsteht. Diesen Lernprozess kann man beeinflussen und optimieren. Ziel ist nicht, Gelerntes zu löschen, sondern es sinnvoll zu ergänzen. NLP gibt genau an diesem Punkt Hilfestellung. Lernen ist dabei nicht die Nachahmung äußeren
7 BANDLER, Richard.
8 Kybernetik ist eine wissenschaftliche Forschungsrichtung, die Systeme verschiedenster Art auf selbsttätige Regelungs- u.
Steuerungsmechanismen hin untersucht.
9 Vgl. BANDLER, Richard (1987), S. 27.
10 DILTS, Robert (1994), S.2.
Arbeit zitieren:
Kerstin Dahnert, 2003, NLP - Neurolinguistische Programmierung. Magie oder Methode? Und die Frage ob jeder alles lernen kann, München, GRIN Verlag GmbH
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