Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Was ist Erlebnispädagogik 4
3. Der Begründer der Erlebnispädagogik: Kurt Hahn 7
3.1 Die vier Elemente der Hahnschen Erlebnistherapie 7
4. Methoden und Ziele der Erlebnispädagogik 8
4.1 Elemente und Merkmale von Erlebnispädagogik und Outward Bound 9
4.2 Warum nur Jugendliche 12
5. Chancen und Grenzen von Erlebnispädagogik 15
6. Fazit 18
7. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Die Erlebnispädagogik ist ein weit verbreitetes Projekt bzw eine weltweite
Wissenschaft Es wäre also wichtiger zu sagen dass die Erlebnispädagogik boomt denn
überall wird Erlebnispädagogik angeboten und genutzt sei es zur Freizeitgestaltung
oder zur Erziehung Jugendliche werden hier in die richtige Richtung gelenkt und zwar
fast ohne die Hilfe von Erwachsenen Durch unserer Konsumgesellschaft wird der
Druck immer höher der Nervenkitzel wird mehr und mehr herausgefordert und der
Zwang etwas zu erleben wächst automatisch mit
Die Erlebnispädagogik bietet alles für jedermann kleinen Nervenkitzel mit großer
Wirkung oder auch umgekehrt Sie ist eine pädagogische Maßnahme um genau diesem
Boom entgegenzutreten und das Feld abzudecken
In meiner Hausarbeit dreht sich das Thema der Erlebnispädagogik vorrangig um die
Begriffsklärung und die Ziele Methoden und Wirkungen der Erlebnispädagogik
speziell des Projektes Outward Bound Ich möchte versuchen eine hilfreiche Definition
aufzustellen und zu zeigen, dass die Erlebnispädagogik sowohl Chancen als auch Grenzen hat.
2. Was ist Erlebnispädagogik?
Erlebnispädagogik ist ein sehr weitläufiger Begriff und wird am ehesten durch den Begriff „Erfahrungslernen“ verdeutlicht.
Es ist keine Extremsportart, in der man lernen soll, an seine eigenen körperlichen Grenzen zu stoßen. Sie bezeichnet viel mehr eine Art Schulung von Jugendlichen (und auch Erwachsenen) mit Hilfe von Naturprojekten, in denen Jugendlichen ihre eigenen körperlichen und psychischen Grenzen erfahren sollen, ihnen Wege und Möglichkeiten zur Resozialisierung auferlegt werden, Konfliktlösestrategien vermittelt und angewandt werden und sie dabei pädagogisch betreut werden.
Erlebnispädagogik wird oft auch als „learning by doing“1 oder als „Erleben und lernen“2 beschrieben, damit die Jugendlichen, welche oftmals kriminell und drogenabhängig waren, wieder normale Umgangsformen lernen, lernen, den Bezug zum eigenen Körper wieder herzustellen, im Team zu arbeiten, für andere da zu sein, praktische Fähigkeiten ausbauen zu können, statt immer nur theoretische Belehrungen zu erfahren und sich mit ihrer Umwelt und ihrem Umfeld auseinander zu setzen, alles das, was sie vorher nicht erlernt oder durch ihre Kriminalität oder Drogenabhängigkeit wieder verlernt haben und Erlebnispädagogik die einzig wirkende Maßnahme für die Resozialisierung der Jugendlichen scheint.
Das gilt auch für weniger problematische Jugendliche, denn mit Hilfe von Erlebnispädagogik, also mit Hilfe von Outward- Bound Projekten beispielsweise, soll die Langeweile von den Strassen geholt werden, es soll Jugendlichen möglich sein, ihren Trieben nach Risiko und Abenteuer nachzugehen, und genau an diesen Stellen tritt Erlebnispädagogik in Kraft.
1 Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Prof. Dr. Jürgen Sandmann, München 1995, S. 17
2 Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Prof. Dr. Jürgen Sandmann, München 1995, S. 17
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Erlebnispädagogik findet in der freien Natur statt, wobei sie folgende Kriterien erfüllen sollte. 3 o Sie soll die Teilnehmer zu verantwortlichen Menschen erziehen – sie sollen Verantwortung für das eigenen Handeln und für den Rest der Gruppe übernehmen lernen, o sie soll soziale Beziehungen festigen,
o sie soll die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten, die für die einzelnen Projekte benötigt werden, vermitteln und dazu auch geeignetes Personal, also Leute, die sich mit den einzelnen Abenteuern auskennen, zur Verfügung stellen, o sie soll auch ein kleines Risiko v ersprechen, welches allerdings überschaubar sein muss, aber die Jugendlichen dennoch anlockt, um eigene Grenzen zu erfahren, etc., o und schließlich sollte sie vorrangig auf die Erziehung der Jugendlichen ausgerichtet sein.
Erziehung und lernen soll Spaß machen und einen Zusammenhang zwischen der Innen- und der Außenwelt schaffen. 4
Erlebnispädagogik schafft ebenfalls neue Werte. Franz Pöggelers Aussage über Erlebnisse trifft dabei die Absicht, die Erlebnispädagogik hat neue Erkenntnisse und neue Werte durch Erlebnisse.
„ Erlebnisse sind [...] nicht nur Vorgänge mit Anfang und Ende und mit starker psychischer Aufwühlbarkeit, sondern sie bleiben ein innerer Erkenntnisgewinn, der jederzeit reaktiviert werden kann. Viele Erkenntnisse, die man auf rational- diskursivem Weg gewonnen hat, vergisst und verliert man wieder. Erlebnisse in der Regel nicht.“ 5
3 Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Prof. Dr. Jürgen Sandmann, München 1995, S. 18
4 vgl. Heckmair, Bernd/ Michl, Werner: Erleben und lernen- Einstieg in die Erlebnispädagogik, 4.
Auflage, Luchterhand Verlag, Neuwied, Kriftel 2002, S. 42
5 Pöggeler, Franz: Erzeihen als Erleben – Die Pädagogik Giovanni Boscos. Klaus Neubauer Verlag,
Lüneburg 1987, S. 20
5
Die Erlebnispädagogik wird eher durch das Risiko bestimmt, als durch Schutz und Bewahrung – sie soll den Jugendlichen helfen, sich eigene Grenzen und Ziele zu setzen und diese mit Hilfe von Selbstbestimmung und Tüchtigkeit zu erreichen.
Dadurch, dass die Erlebnispädagogik überall stattfinden kann, ist sie eine enorme Herausforderung für jeden, der daran teilnimmt – für die Jugendlichen, für die Betreuer – Pädago gen und letztendlich sogar für die Spezialisten, welche alle einen neuen Aufgabenbereich bewältigen müssen. Die Jugendlichen in der Erzwingung der Aufgabe bzw. des Abenteuers, die Pädagogen ebenfalls und mit der Erziehung der Jugendlichen und die Spezialisten letztendlich haben das Abenteuer mit beiden und müssen selbst beispielsweise pädagogische Maßnahmen ergreifen.
Einen weiteren Definitionsversuch von Heckmair und Michl führt Anette Reiners an: Erlebnispädagogik ist „ein vorrangig außerschulischer Bildungsansatz mit handlungsorientierten Methoden, in dem durch Gemeinschaft in ungewöhnlichen Umfeldern / Umständen neue Raum- und Zeitperspektiven erschlossen werden, die einem pädagogischen Zweck dienen.“6
Jörg Ziegenspeck betrachtet die Erlebnispädagogik als eine Teilwissenschaft der Pädagogik 7 und gesteht ihr damit eigene Methoden und Inhalte zu, was von Heckmair und Michl nicht aufgegriffen wird . sie sehen Erlebnispädagogik lediglich als Methode, nicht als eine Teilwissenschaft.
Jörg Ziegenspecks Definition lautet so:8 „Unmittelbares Lernen mit Herz, Hand und Verstand in Ernstsituationen und mit kreativen Problemlösungsansätzen und sozialem Aufforderungscharakter bilden den Anspruchsrahmen erzieherisch definierter, verantwortbarer und auf praktische Umsetzung ausgerichteter Überlegungen, die auf individuelle und gruppenbezogene Veränderungen von Haltungen und Wertmassstäben ausgerichtet sind und durch sie veranlasst und begründet werden.“ So kann man die unterschiedlichsten Definitionen von Erlebnispädagogik festhalten, mein Vorschlag wäre allerdings, doch bei einem einfacheren Modell wie „learning by
6 Zitat von Heckmair/ Michl In: Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Prof. Dr. Jürgen
Sandmann, München 1995, S. 20
7 vgl. Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Prof. Dr. Jürgen Sandmann, München 1995, S. 18
8 Felten, Heribert: Erlebnispädagogik als Möglichkeit zur Kompensation von Verhaltensdefiziten. Peter
Lang GmbH, Europäischer Verlag der Wissenschaften, Frankfurt/ Main 1998, S. 45
6
doing“ zu bleiben, denn mit diesen drei Worten ist wirklich einfach und präzise beschrieben, welches große Ziel die Erlebnispädagogik verfolgt.
3. Der Begründer der Erlebnispädagogik: Kurt Hahn
Kurt Hahn gilt als Begründer der Erlebnispädagogik, da er mit seiner Erlebnistherapie den Grundstein für die heutige Erlebnispädagogik gelegt hat. Diese Therapie orientierte sich an Defiziten der Jugendlichen wie Verfall der körperlichen Tauglichkeit, wenig Selbstinitiative und mangelnde Geschicklichkeit und Sorgfalt. 9 Er versuchte, mit seiner Erlebnistherapie diesen Störfaktoren, oder wie er es nannte: Verfallserscheinungen der Gesellschaft, entgegenzuwirken.
3.1 Die vier Elemente der Hahnschen Erlebnistherapie 10
o körperliches Training - Durch dieses Training sollten die Jugendlichen ihre Selbstüberwindung erleben können, welche anschließend einhergeht mit der Selbstentdeckung.
o mehrtägige Expeditionen – Hie rbei sollte die Selbstbewährung erzielt werden, welche sich durch die „Umsicht, Entschlusskraft und Zähigkeit in der Durchführung“ 11 einstellen sollte.
o Kunst- und handwerkliche Projekte – Diese Projekte zielten auf klar formulierte technische Aufgaben und versuchten, die Sorgfältigkeit und Geduld der Teilnehmer zu schulen. Die Teilnehmer sollten Selbstverantwortung, Sorgsamkeit und Wagemut lernen. 12
o Rettungsdienst – Der Rettungsdienst war das höchste und letzte Ziel der Hahnschen Therapie, da der Jugendliche hier gefordert war, sein eigenes Leben
9 vgl. Reiners, Anette: Erlebnis und Pädagogik. Verlag Dr. Jürgen Sandmann, München 1995, S. 15 10 vgl. Bauer, Hans G.: Erlebnis - und Abenteuerpädagogik – eine Entwicklungsskizze. Rainer Hampp Verlag, München und Mering 2001, S. 29 11 vgl. ebenda, S. 30 12 vgl. ebenda, S. 30
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Diane Schmidt, 2004, Erlebnispädagogik - Chancen und Grenzen in der Jugendarbeit mit Hilfe des Outward-Bound-Konzeptes, Munich, GRIN Publishing GmbH
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