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Entstehung und Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes und das Privilegium minus von 1156

Title: Entstehung und Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes und das Privilegium minus von 1156

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 21 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Christian Plätzer (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Einleitung

Die Anfänge des staufischen Königtums unter Konrad III. waren maßgeblich gekennzeichnet von einem Konflikt, der die inneren Verhältnisse im Süden des Reiches erschütterte: der Streit um das Herzogtum Bayern. Die enorme Machtkonzentration in den Händen des Welfen Heinrich des Stolzen, den man als natürlichen Thronkandidaten 1138 ausgeschaltet hatte, wollte sein vergleichsweise schwacher Gegenspieler Konrad nicht dulden. Mit dem Entzug von Heinrichs Reichslehen eskalierte eine Auseinandersetzung, die von da an über viele Jahre hinweg die Kräfte der Staufer und Welfen binden sollte. Der Streit konzentrierte sich weitgehend auf das Herzogtum Bayern. Mit den Babenbergern konnte der König hier den Welfen einen kraftvollen Bundesgenossen entgegenstellen. Durch die Belehnung der mächtigen österreichischen Markgrafen fand der welfisch-staufische Gegensatz seine bayerische Entsprechung in der Auseinandersetzung zwischen Welfen und Babenbergern. Der Streit sollte ganze 18 Jahre andauern und in einem für das bayerische Herzogtum einschneidenden Vergleich sein Ende finden: der Lostrennung der bis dahin vom Stammland abhängigen Ostmark im Privilegium minus von 1156. Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die Ereignisse, welche für die Entstehung des Konfliktes ursächlich waren, aufzuzeigen und den weiteren Verlauf des Geschehens nachzuzeichnen. Den Mittelpunkt der Darstellung soll dabei -soweit möglich- die Auseinandersetzung um die bayerische Frage bilden. Dabei muß der Beilegung des Streits muß besondere Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Die Vorgänge auf den Barbinger Wiesen 1156 sind ein seltenes Beispiel für einen mittelalterlichen Belehnungsvorgang und werfen bereits ein Licht auf die Besonderheiten des Ausgleichs zwischen Babenbergern und Welfen. Größere Bedeutung noch kommt dem wenige Tage später ausgestellten Lehensbrief zu, dem sog. Privilegium minus. Die Urkunde wurde von den österreichischen Herzögen später immer wieder als Legitimation für den gezielten Ausbau ihrer Landeshoheit verwendet. Ihre Bestimmungen wurden daher oftmals verzerrt und daher auch innerhalb der Forschung sehr kontrovers beurteilt. Sie sollen hier detailliert vorgestellt und nach dem derzeitigen Wissensstand diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes

2.1 Die Königswahl von 1138 und der Entzug der welfischen Reichslehen

2.2 Der gescheiterte Schlichtungsversuch von 1142 - die Belehnung Heinrichs des Löwen mit Sachsen

2.3 Der Kreuzzug von 1147/48

2.4 Der weitere Verlauf der Auseinandersetzungen bis zum Tod Konrads III.

2.5 Die Verständigung zwischen Friedrich I. und den Welfen - Heinrich Jasomirgott verliert Bayern

3. Das Privilegium minus von 1156

3.1 Der Ausgleich auf dem Regensburger Hoftag von 1156

3.2 Der Lehensbrief vom 18. September 1156

4. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes im 12. Jahrhundert, der insbesondere durch den Streit um das Herzogtum Bayern geprägt war. Zentrales Ziel ist die Analyse der politischen Konflikte, die schließlich in der Lostrennung der Ostmark im Privilegium minus von 1156 gipfelten, sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der forschungsgeschichtlichen Deutung dieser Urkunde.

  • Die Machtrivalität zwischen den Staufern und den Welfen um die Königskrone und bayerische Reichslehen.
  • Die Rolle der Babenberger als staufische Verbündete in der südostdeutschen Reichspolitik.
  • Der diplomatische und verfassungsrechtliche Prozess zur Beilegung des Konflikts auf den Regensburger Hoftagen.
  • Die historische Bedeutung und die Bestimmungen des Privilegium minus von 1156 für den Status Österreichs.

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Lehensbrief vom 18. September 1156

Es dauerte dann ganze neun Tage, bis die Urkunde über den Vorgang ausgestellt wurde. Es war damals nicht üblich, die Belehnung mit einem Fürstentum in schriftlicher Form festzuhalten. Die Ausstellung von Lehensbriefen erfolgte in der Regel nur dann, wenn weitere Einzelheiten festgelegt werden mußten. Das Privilegium minus ist deshalb nicht als gewöhnlicher Lehensbrief zu betrachten, sondern es wurde in erster Linie angefertigt, um die Nebenbestimmungen und Ergänzungen zum Barbinger Rechtsakt schriftlich zu fixieren. Die Urkunde wurde am 18. September 1156 in Regensburg ausgestellt. Rainald von Dassel, der Kanzler Barbarossas, hat sie in Vertretung des Mainzer Erzbischofs Arnold rekognosziert. Eine große Anzahl von Reichsfürsten und Grafen, vornehmlich aus dem Südosten des Reiches, werden in der Zeugenliste genannt. Aufgrund der für die damalige Zeit außergewöhnlich erscheinenden Bestimmungen wurden von der Forschung lange Zeit Interpolationen angenommen. Heute jedoch ist die Echtheit der Urkunde allgemein anerkannt.

Im Privilegium minus wird zunächst die zwischen Heinrich dem Löwen und Heinrich Jasomirgott getroffene Übereinkunft festgehalten: der Babenberger gibt also seinen Anspruch auf das Herzogtum Bayern zugunsten des Welfen auf, wogegen jener ihm die Mark Österreich mit allem Recht und allen Lehen überläßt. Der Kaiser wandelt die Mark in ein Herzogtum um und belehnt damit Heinrich von Babenberg und seine Gattin Theodora. Entscheidend sind jedoch die nachfolgenden Bestimmungen:

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Ausgangspunkt des Konflikts zwischen Staufern und Welfen um das Herzogtum Bayern und skizziert die methodische Vorgehensweise zur Aufarbeitung des Privilegium minus.

2. Zum Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes: Dieses Kapitel zeichnet die Eskalation des Streits von der Königswahl 1138 über militärische Auseinandersetzungen bis zur schließlichen Beilegung durch Kaiser Friedrich I. nach.

2.1 Die Königswahl von 1138 und der Entzug der welfischen Reichslehen: Die Wahl Konrads III. gegen Heinrich den Stolzen löst den Entzug bayerischer und sächsischer Lehen aus, was den Beginn des langjährigen Gegensatzes markiert.

2.2 Der gescheiterte Schlichtungsversuch von 1142 - die Belehnung Heinrichs des Löwen mit Sachsen: Trotz einer vertraglichen Einigung und einer Eheschließung führen dynastische Ansprüche und der Tod zentraler Akteure zum Scheitern der dauerhaften Befriedung.

2.3 Der Kreuzzug von 1147/48: Die Teilnahme der Kontrahenten am Kreuzzug führt zu einer vorübergehenden Unterbrechung der innenpolitischen Fehden im Reich.

2.4 Der weitere Verlauf der Auseinandersetzungen bis zum Tod Konrads III.: Die anhaltende Weigerung Heinrichs des Löwen, seine Ansprüche aufzugeben, mündet in eine militärische Konfrontation, die bis zum Tode Konrads III. unentschieden bleibt.

2.5 Die Verständigung zwischen Friedrich I. und den Welfen - Heinrich Jasomirgott verliert Bayern: Friedrich I. Barbarossa sichert sich die Unterstützung der Welfen, was schließlich zum Entzug Bayerns von Heinrich Jasomirgott führt.

3. Das Privilegium minus von 1156: Dieses Kapitel behandelt die verfassungsrechtliche Transformation der Mark Österreich in ein Herzogtum als Entschädigung für den Verlust Bayerns.

3.1 Der Ausgleich auf dem Regensburger Hoftag von 1156: Die feierliche Zeremonie in Barbing markiert den formalen Abschluss der Verhandlungen und die symbolische Übertragung der Herrschaftsrechte.

3.2 Der Lehensbrief vom 18. September 1156: Eine detaillierte Analyse der Urkunde, ihrer Entstehung, ihrer Echtheit und der darin festgeschriebenen Sonderrechte wie der weiblichen Erbfolge.

4. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die historische Bedeutung des Privilegium minus für den Aufstieg des Herzogtums Österreich und die Neuordnung der Machtverhältnisse im Reich.

Schlüsselwörter

Privilegium minus, Welfen, Babenberger, Staufer, Friedrich Barbarossa, Heinrich der Löwe, Heinrich Jasomirgott, Bayern, Österreich, Herzogtum, Lehensrecht, weibliche Erbfolge, Reichspolitik, Mittelalter, Regensburger Hoftag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den langjährigen Machtkonflikt zwischen den Welfen und den Babenbergern um das Herzogtum Bayern im 12. Jahrhundert und die daraus resultierende rechtliche Neuordnung durch das Privilegium minus.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung deckt die Ursachen des welfisch-staufischen Gegensatzes, die Rolle des Markgrafentums Österreich, den Prozess der Belehnung sowie die Auswirkungen dieser Ereignisse auf die deutsche Reichsverfassung ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Ereignisse, die zum Konflikt führten, nachzuzeichnen und insbesondere die Bestimmungen des Privilegium minus als Ergebnis eines komplizierten Ausgleichsprozesses kritisch zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse zeitgenössischer Quellen (Urkunden, Chroniken wie die von Otto von Freising) sowie auf der Auswertung der einschlägigen Forschungsliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Darstellung der politischen Auseinandersetzungen von 1138 bis 1155 sowie eine tiefgehende juristische und politische Analyse der Urkunde von 1156.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Privilegium minus, welfisch-babenbergischer Gegensatz, Belehnung, Herzogtum Österreich und staufische Reichspolitik geprägt.

Warum fand die Belehrungszeremonie in Barbing und nicht in Regensburg statt?

Aufgrund rechtlicher Unklarheiten hinsichtlich der Zuständigkeiten und zur Vermeidung politischer Spannungen in der Residenzstadt Regensburg wählten die Beteiligten die Wiesen von Barbing als neutralen Ort.

Welche Bedeutung hatte die libertas affectandi im Privilegium minus?

Die libertas affectandi gab dem Herzogspaar das Recht, im Falle eines kinderlosen Todes den Nachfolger im Herzogsamt selbst zu bestimmen, was eine außergewöhnliche Ausnahme in der damaligen Reichsverfassung darstellte.

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Details

Title
Entstehung und Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes und das Privilegium minus von 1156
College
University of Regensburg  (Bayerische Landesgeschichte)
Grade
Sehr gut
Author
Christian Plätzer (Author)
Publication Year
1997
Pages
21
Catalog Number
V28079
ISBN (eBook)
9783638299671
Language
German
Tags
Entstehung Verlauf Gegensatzes Privilegium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Plätzer (Author), 1997, Entstehung und Verlauf des welfisch-babenbergischen Gegensatzes und das Privilegium minus von 1156, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28079
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