Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung S 02
2. Begriffsklärung: feministische Ethik S 03
3. feministische Positionen S 04
3.1. Liberaler Feminismus S 04
3.2. Gynozentrischer Feminismus S 06
3.3. Dekonstruktivistischer Feminismus S 07
4. Geschlechterdifferenz S 09
5. Die Genderperspektive S 11
6. Zusammenfassung S 13
Literaturverzeichnis: S 14
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1. Einleitung
Obwohl heute in allen modernen Demokratien Gleichheit und Würde aller Menschen formalrechtlich verankert sind, besteht dennoch ein Widerspruch zwischen den demokratischen Idealen und den konkreten Strukturen der Gesellschaft. Patriarchale Strukturen und Denkensweisen haben sich- zwar in abgeschwächter Form- im Laufe der Geschichte konserviert und sind erhalten geblieben. Der feministische Verständigungsbegriff 'Patriarchat', der Benachteiligung, Fremdbestimmung und Marginalisierung von Frauen als gesellschaftliches Problem mit sozialgeschichtlicher Ursache aufzeigt, kristallisierte sich Ende der sechziger Jahre als gängige Chiffre feministischen Denkens heraus. (vgl. Schneider, 1997: 33ff) Der Forschungs- und Diskussionsstand der feministischen Ethik hat mittlerweile einen so großen Umfang angenommen, so dass diese Hausarbeit nur einen kleinen Auszug darstellen kann. Dabei möchte ich die wesentlichen feministischen Positionen erläutern und danach auf die Geschlechterdifferenz und die Genderperspektive eingehen.
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2. Begriffsklärung: feministische Ethik
Die Bezeichnung 'feministische Ethik' hat sich für einen Diskurs über Moral eingebürgert, der in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorwiegend von Frauen geführt wurde, dessen Adressaten aber Männer und Frauen als gleichermaßen Betroffene waren. Außerdem impliziert sie die Kritik an den heute noch gut funktionierenden Mechanismen einer patriarchalischen Gesellschaftsordnung. Die feministische Ethik ist zwar ein neuer Denkansatz, aber keine neue ethische Theorie. (vgl. Pieper, 1998: 24) Sie bezeichnet den Versuch, "die Perspektive der Geschlechterdifferenz auf moralphilosophische Fragen - theoretische Problemstellungen wie auch die philosophische Analyse konkreter moralischer Konfliktsituationen - anzuwenden." (ebd.: 31f) Der Schwerpunkt der feministischen Moraldiskussion liegt hauptsächlich in der Analyse von Forschungssituation und Forschungsstand des normativen Diskurses, wobei sich der theoretische Ansatz größtenteils aus der Zugangsweise des liberalen und des dekonstruktivistischen Feminismus speist. (siehe Kapitel 3) Was bislang im feministischen Diskurs erst ganz am Rande zur Sprache gekommen ist, ist die Frage nach einem feministischen Menschenbild sowie die Frage nach einer Letzbegründungsbedürftigkeit von Werten. (vgl. Pahnke, 1991: 179) Der Feminismus ist nicht nur eine deskriptive Kategorie, sondern ein konstitutiver und evaluativer Begriff, der die Praktiken, die er zu beschreiben versucht, zugleich prägen und definieren hilft. Als Kategorie der Gegenwart entwirft die feministische Ethik Denkmodelle der Zukunft und Bewertungen der Vergangenheit. (vgl. Benhabib/ Butler/ Cornell/ Fraser, 1993: 9f)
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3. Feministische Positionen
Die Landschaft der feministischen Philosophie ist he ute vielfältig differenziert und das Thema "Gleichheit" ist, obwohl seit langem im Gespräch und Gegenstand von Diskursen und Diskussionen, noch lange nicht abgeschlossen. Der Feminismus als prinzipielle Verneinung des Axioms Mensch = Mann, tritt im wesentlichen in den folgenden drei verschiedenen Formen auf: liberaler Feminismus, gynozentrischer Feminismus und dekonstruktivistischer Feminismus. (vgl. Pahnke, 1991: 171)
3.1. Liberaler Feminismus
Diese Richtung des Feminismus ist von der Aufklärung des 18. Jahrhunderts geprägt und gründet auf der Überzeugung, dass alle Menschen von Natur aus über die gleiche Vernunft und über das gleiche moralische Gewissen verfügen. Gleichberechtigung wird hier verstanden als Forderung nach gleichen bürgerlichen Rechten und gleichen rechtlichen Maßnahmen. (vgl. Menzel, 1997: 146) Der liberale Feminismus stellt eine Reaktion auf die essentialistische Auszeichnung des Wesens der Dinge dar, da diese mit einer Abwertung alles dessen verbunden ist, was sich in den als harte Einheit gesetzten Begriff des Wesens nicht integrieren lässt. (vgl. Pieper, 1993: 101)
Der liberale Feminismus der auch als integrativer (Pahnke), humanistischer (List/ Studer) oder existentialistischer (Pieper) Feminismus bezeichnet wird, stellt also die Geschlechterrollenstereotypen der traditionellen Vorstellungen nicht in Frage, plädiert aber- wie schon gesagt- für eine Gleichberechtigung beider Seiten (männlich/ weiblich). (vgl. Pahnke, 1991: 172) Zwar sind die existentialistischen Denkansätze noch weitgehend androzentrisch, aber insofern sie das Denken von Differenz für unumgänglich erklären und damit die Sexualität erstmals zu einem philosophisch relevanten Thema erheben, bereiten sie der feministischen Ethik den Weg. (vgl. Pieper, 1993: 101f)
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M.A. Petra Kunzendorf, 2000, Feministische Ethik, Munich, GRIN Publishing GmbH
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