Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die männliche Führungskraft
2.1. Die Entwicklung der Karriere
2.2. Von der Partnerschaft zur Familie
2.3. Die Aufgaben der Ehefrauen
2.4. Das Freizeitverhalten
3. Der Vergleich zwischen männlichen und weiblichen Führungskräften
4. Dual-Career-Couples
5. Fazit
6. Literaturliste
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1. Einleitung
Führungskräfte stehen unter dem hohen Druck, einer Doppelbelastung zwischen Arbeit und Partnerschaft standzuhalten. Flexibilität, Mobilitätsbereitschaft und uneingeschränktes Engagement für das Unternehmen werden gefordert. Hinzu kommen erhöhte Arbeitsanforderungen und eine verschärfte Arbeitsplatzbedrohung. Gerade zu Beginn der beruflichen Karriere haben die angehenden Führungskräfte an vielen Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Es ist der Lebensabschnitt der Selbstverwirklichung durch die Berufskarriere, aber zudem ist es auch die Zeit für die Beziehungskarriere mit einem festen Partner. Und nebenbei muss die Kinderplanung ins Auge gefasst werden, eventuell wird der Bau eines eigenen Hauses geplant, Freundschaften bedürfen g roßer Pflege, gesellschaftliches Engagement ist gefragt und die Gesundheit darf nicht außer Acht gelassen werden.
Hier stellt sich die Frage, ob diese Aspekte gleichzeitig zu berücksichtigen sind? Und: Schaffen es Führungskräfte, ein ausgewogenes Mittelmaß zu finden? In meiner Hausarbeit werde ich das Privatleben dieser Hochqualifizierten untersuchen. Besonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Beziehung zwischen der männlichen Führungskraft und seiner Ehefrau sowie seinem Verhalten in der Freizeit liegen. Um ein ausgewogenes Bild einer männlichen Führungskraft zu bekommen, ist es ebenso wic htig, den Mann aus Sicht der Frau zu betrachten und nebenbei ihre Rolle zu beleuchten. Im dritten Kapitel werde ich einen Vergleich zur weiblichen Führungskraft herstellen. Verhalten sich Frauen in einer hohen Position anders als Männer? Wie gestaltet sich ihr außerberufliches Leben?
Das vierte Kapitel wird sich mit den Dual-Career-Couples befassen und untersuchen, ob in dieser Konstellation ein Gleichgewicht zwischen Männe r und Frauen besteht. Im abschließenden Fazit werde ich eine kleine Zusammenfassung geben und noch einmal auf die Ausgangsfragestellungen eingehen.
Bevor ich jedoch damit beginne das Verhalten einer männlichen Führungskraft zu untersuchen, möchte ich den Begriff „Führungskraft“ aus soziologischer Sicht näher erläutern und auch den Begriff „Manager“ dabei einführen, da beide Begriffe und ihre Bedeutungen in der Literatur oft miteinander vermischt werden. Im „Wörterbuch der Soziologie“ ist der Begriff Führung so definiert: „[...] die planende, koordinierende u. kontrollierende Tätigkeit
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von übergeordneten Mitgliedern in einer Gruppe oder einer Organisation gegenüber untergeordneten Mitgliedern [...]“ (Hartfield, Hillma 1972: 229). Im Vergleich hierzu ein kurzer Ausschnitt aus der Definition eines Managers: „[...] für alle Personen, die in Organisationen jegl. Art einflußreiche, d. h. koordinierende, anregende, anordnende Funktionen ausüben [...]“ (Hartfield, Hillma 1972: 458 f.). Anhand dieser beiden Definitionen kann man deutlich erkennen, dass die Begriffe sinnverwandt sind. Aus diesem Grund werde ich im Folgenden auch beide nutzen.
2. Die männliche Führungskraft
1989 führte die H. Neumann Unternehmensberatung eine Befragung zum Thema „Beruf und Familie“ durch, bei der 500 Vorstandsvorsitzende, Vorstände und Geschäftsführer befragt wurden. 289 Antwortbögen wurden ausgewertet und ergaben folgende Aufstellung:
- 96 % sind verheiratet
- 86 % aller Ehefrauen sind Hausfrauen
- 38 % haben drei Kinder und mehr
- 4 % haben keine Kinder
- 53 % bereden berufliche Belange mit der Ehefrau
- 43 % können sich - theoretisch - mit einer potentiellen Berufstätigkeit der Ehefrau anfreunden
- 61 % sind unzufrieden mit ihrer Einteilung der Arbeitszeit
- 84 % glauben, dass die Karriere ihre Beziehung belastet.
(Quelle: zusammengestellt aus Hauser, R./Sinn, J.: „Rollenzwang“, In: Capital 11/1989, S. 277-289, zitiert nach Streich 1994: 44).
Typische männliche Führungskräfte sind also verheiratet, haben durchschnittlich viele Kinder, übernehmen die R olle des Alleinverdieners und leben daher in traditionellen Familienrollen, sind mit ihrer Arbeitszeit nicht zufrieden und glauben, dass die Karriere ihrer Partnerschaft schadet.
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2.1. Die Entwicklung der Karriere
Die meisten männlichen Führungskräfte beginnen ihre Karriere mit Ablauf des Stud iums. Zu diesem Zeitpunkt sind sie Mitte 20 bis Anfang 30 und leben in einem eigenen Haushalt. Ein Großteil von ihnen ist fest an eine Partnerin gebunden und stellt sich mit ihr eine gemeinsame Zukunft vor (Liebold 2001: 109).
Die Entwicklung der beruflichen Karriere kann in vier Stufen eingeteilt werden (Brock 1990: 101): 1. In diesem Stadium der Karriere ist der Mann stark eingespannt und wendet 75-90 % seiner Zeit für den Beruf auf. Da er sich noch in der Berufsstartphase befindet, muss er äußerst flexibel sein, eine hohe Motivation zum Ausdruck bringen und darf Überstunden nicht abwertend gegenüber treten. Dieses Stadium dauert in der Regel bis zur Heirat. 2. Es folgt eine intensive berufliche Phase mit erheblichen arbeitszeitlichen Anstrengungen, welche die Sicherung des Arbeitsplatzes und die Erhöhung des Einkommens zum Ziel hat. 3. Danach schließt sich eine lange Phase beruflicher Stabilität auf vergleichsweise hohem Niveau an. 4. Letztendlich beginnt die durch stärkere Regenerationsbedürfnisse charakterisierte Altersphase, die in der Regel die letzten Jahre bis zum Erreichen der Altersgrenze umfasst.
Selbstverständlich verlaufen nicht alle Karrieren nach diesem Schema, doch man kann davon ausgehen, dass keine großen Variationen in der Intensität der aufzubringenden Leistungen vorkommen, da alle Unternehmen einen extrem hohen Arbeitseinsatz von ihren Mitarbeiten fordern.
2.2. Von der Partnerschaft zur Familie
Wie in Kapitel 2.2. schon angesprochen, spielt das Thema Heirat u nd Kinder trotz der enormen beruflichen Belastung eine große Rolle im Leben eines Managers. Auffällig ist zudem, dass sich das klassische Rollenbild der fünfziger Jahre kaum geändert hat. Mit Geburt des ersten Kindes werden 86 % aller Ehefrauen zu Hausfrauen, d. h. sie stellen ihre eigene berufliche Verwirklichung für Jahre in den Hintergrund und übernehmen die Zuständigkeit für den Haushalt und die Erziehung der Kinder. Dieses Familienarrangement mit
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Arbeit zitieren:
Kristin Hoffmeister, 2003, Führungskräfte und ihr Privatleben, München, GRIN Verlag GmbH
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