A) Einleitung 1) Vorbemerkung 2) Über den Autor Rainer Würth 3) Inhaltsangabe „Kotuku“
B) Analyse
4) Rechtfertigung des Begriffs „Literarisches Roadmovie“ 4.1) Genre „road movie“ und „road novel“ 4.2) Filmische Mittel: Geschwindigkeit durch Sprache 4.3) Montage als dramaturgisches und narratives Mittel
C) Interpretation
5) Die Hauptmotive: Leben, Tod, Sex und „Liebe“ 5.1) Das Leben 5.2) Der Sex
5.3) Die Quintessenz: Vergänglichkeit statt Liebe 5.4) Der Tod und seine Boten: Über Opossums
D) Schlussbetrachtung
E) Literaturverzeichnis
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1) Vorbemerkung
Im Oktober 2003 erschien die Erzählung „Kotuku“ von Rainer Würth im Drey-Verlag. Ein Buch, das im Klappentext als „geschriebener Film“ und in diversen Rezensionen als „literarisches Roadmovie“ bezeichnet wird. „Es ist eine frivole Geschichte um Liebe, Tod und Unterwegssein“ 1 Es ist eine Hommage an die „beat generation“ der 60er Jahre, an Jack Kerouac und „On The Road“ mit dem schalen Beigeschmack der unüberwindbaren Vergänglichkeit. In der vorliegenden Arbeit soll unter Berücksichtigung filmwissenschaftlicher Aspekte geklärt werden, inwieweit die Bezeichnung „literarisches Roadmovie“ in Bezug auf Erzählmotive, filmische Elemente und Sprache gerechtfertigt ist. Denn meiner Ansicht nach ist die bloße Reduzierung des filmischen Charakters auf eine „fortgesetzte Aneinanderreihung von Filmzitaten“ 2 zu kurzsichtig. Treffender erscheint mir die Feststellung, dass Würth sich an der „filmhaften Montagetechnik“ 3 orientiert. „In Dialogen werden Filmklischees bewusst zitiert, die Handlung wird dem Leser in filmischem Stil vermittelt.“ 4 Neben der Analyse soll eine Interpretation eine mögliche Lesart des Textes aufzeigen.
Besprochen werden hierbei die Leitmotive: Der Sex, das Leben und die „Liebe“ in Bezug auf die Protagonisten. Auf den Tod werde ich in einem separaten Punkt genauer eingehen.
Fußnoten, die nur eine Seitenzahl enthalten, beziehen sich auf: Würth, Rainer: Kotuku. Gutach 2003
1 Klappe Auf. Kulturmagazin. 7/2001
2 Badische Neueste Nachrichten. 05.07.2001
3 Badische Zeitung. 08.05.2001
4 Pforzheimer Kurier. 07.10.2003
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2) Über den Autor Rainer Würth
Der Autor und Journalist Rainer Würth wurde 1967 in Pforzheim geboren. Nach dem Abitur studierte er an den Universitäten Bochum und Karlsruhe Theater-, Film-, und Fernsehwissenschaften und Literaturwissenschaft. . Nach einer Ausbildung zum Redakteur arbeitet er als Journalist, Texter und Schriftsteller in seiner Heimatstadt.
Neben zwei längeren Neuseelandaufenthalten bereiste er zuletzt die Südsee. Würth ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller und erhielt mehrere Auszeichnungen: 1998 gewann er den Wettbewerb „Frieden zwischen den Völkern“ in Osnabrück, 1999 den „Mannheimer Literaturpreis“, 2000 erhielt er ein Arbeitsstipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg.
„Kotuku“ ist seine erste Erzählung. Sein Gedichtband Flussaufwärts“ erschien im Jahr 2000 ebenfalls im Drey-Verlag.
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3) Inhaltsangabe
Unglückliche Umstände beenden abrupt den Auftritt der Stripperin Emily, die mitten im Neuseeländischen Dschungel vor einer Horde angetrunkener Männer ihre übliche Nummer durchziehen will. Die Männer sind Teilnehmer eines Survival-Trainings, das von dem ruppigen Greg geleitet wird. Zur gleichen Zeit irrt Jonathan durch den Dschungel. Auch er ist Teilnehmer des Survival-Trainings. Als er das Camp erreicht und Emily zum ersten Mal sieht, verliebt er sich schlagartig in sie. Im weiteren Verlauf ist sein einziges Ziel, Emily wieder zu sehen.
Diese wird allerdings von Greg inzwischen ein Stück im Auto mitgenommen. Auch er verliebt sich in sie, aber nachdem er sie abgesetzt hat verschwindet sie aus seinem Leben.
Raymond ist ein frustrierter Polizist, der für eine Weile aus Auckland weg will um auszuspannen. Er ist mit dem Rucksack unterwegs. Auf seiner Reise nach „Kotuku“ begegnet er vielen anderen Touristen und Einheimischen, aber auch Greg und Jonathan.
So reisen die vier Hauptfiguren unabhängig voneinander quer durch Neuseeland, bis sie am Ende alle aufeinander treffen.
Als Emily in einem Straßencafe in Auckland sitzt, wird sie zufällig von Jonathan entdeckt. Wie ein Besessener rast er vor Glück mit dem Motorroller auf sie zu. Es kommt zum Unfall, bei dem Emily unverletzt bleibt. Jonathan stirbt. Greg verfolgt das Geschehen im Fernsehen und erkennt Emily sofort wieder. Raymond, der zufällig hinzukommt, kümmert sich nach dem Unfall um Emily. Sie werden ein Paar. Emily ist schwanger.
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B) Analyse
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4) Rechtfertigung „Literarisches Roadmovie“
Dass „Kotuku“ als „literarisches Roadmovie“ betrachtet werden kann, hat zweierlei Gründe: Zum einen rechtfertigt der Erzählstoff die Einordnung in dieses Genre. Zum anderen legt die von Würth gewählte Sprache und die Erzähltechnik nahe, das Buch mit den Mitteln der Filmanalyse zu untersuchen. Hier zeigt sich, dass englische Begriff „road novel“ zwar ebenso treffend gewählt wäre, die deutsche Hilfskonstruktion „literarisches Roadmovie“ aber die filmischen Gesichtspunkte eher berücksichtigt. Der Hinweis im Klappentext „geschriebener Film“ kommt nicht von ungefähr. Abgesehen davon, dass die Erzählung mit ihren 103 Seiten ungefähr der Länge eines Drehbuches entspricht, und dass die Typografie ansatzweise an ein Drehbuch erinnert kommt man nicht umhin, eine detailliertere Betrachtung der Erzählstruktur und der Sprache vorzunehmen.
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Arbeit zitieren:
Susanne Graf, 2004, Analyse und Interpretation der Erzählung "Kotuku" von Rainer Würth, München, GRIN Verlag GmbH
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