Kretische Tongefäße mit Meeresdekor SeminarKunstgeschichte Altertum WS2001/02
Vorwort
Schon in der Vorlesung zur Kunstgeschichte Altertum haben mich die Vasen aus Kreta, besonders die sogenannten Oktopusvasen, besonders fasziniert. Die Leichtigkeit der Linienführung und die beinahe zeitgemäße Darstellungsweise der Tier und Pflanzenwelt hat mich besonders beeindruckt. Die Oktopusdarstellungen wirkten auf mich wie aus einem modernen Komik entnommen und die Pflanzendarstellungen, als auch die Darstellung von Muscheln und Argonauten erinnerten mich stark an die Dekorstoffe des Jugendstils, und nicht nur des Jugendstils, auch dieses Jahr sind diese Meeresdekormotive wieder überall zu finden. Die Kreter haben mit diesen Motiven wohl die zeitlosesten Dekormotive geschaffen. Das 20. Jahrhundert rühmt sich stets der gefundenen Abstraktion der Dinge doch die Menschen der Frühzeit hatten bereits dieses Auge für das Wesentliche, für das Natürliche in ihrer Schönheit. Es ist wohl die einfache, lockere Harmonie der Zeichnungen welche den Betrachter der kretischen Vasen in ihren Bann ziehen. Diese Zeichnungen sind so klar, dass jener, der sie einmal betrachtet hat, sie nicht mehr vergisst.
In den ersten Kapiteln möchte ich einen Überblick über die Geschichte der minoischen Kultur schaffen.
Ab dem 4. Kapitel widme ich mich dann ausführlicher den kretischen Tongefäßen und ihrem Dekor.
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Kretische Tongefäße mit Meeresdekor SeminarKunstgeschichte Altertum WS2001/02
INHALT
1. EINLEITUNG 4
2. CHRONOLOGIE ZUR MINOISCHEN GESCHICHTE: 5
3. DIE ENTWICKLUNG DER MINOISCHEN KULTUR. 6
3.1. DIE VORPALASTZEIT. 6
3.2. ALTPALASTZEIT: 7
3.3. NEUPALASTZEIT. 8
3.4. NACHPALASTZEIT. 9
4. KRETISCHE TONGEFÄßE MIT MEERESDEKOR 10
4.1. MEERESLANDSCHAFTSMOTIVE. 11
4.1.1. Korallenfelder mit Schuppenstruktur 12
4.1.2. Korallenfeld mit Linienstruktur 12
4.1.3. Astkoralle 12
4.1.4. Feder. 13
4.2. MEERESTIERMOTIVE. 13
4.2.1. Seeigel. 13
4.2.2. Delphin. 14
4.2.3. Muschel 14
4.2.4. Tritonschnecke 15
4.2.5. Argonaut 16
4.2.6. Krake 17
5. ZUSAMMENFASSEND 18
6. LITERATURLISTE 20
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Kretische Tongefäße mit Meeresdekor SeminarKunstgeschichte Altertum WS2001/02
1. Einleitung
Abb. 1 W. Müller, S. 304
Die kretische Kunst entstand in der maritimen Landschaft des östlichen Mittelmeers. Sie ist vor allem für ihre Paläste bekannt. Während der Blütezeit herrschten Priesterkönige, deren bekanntester der legendäre König Minos war. Die Paläste, um genauer zu sein, Palast-Städte, waren riesige Anlagen mit Treppen Höfen und Lagerräumen, hier lagerten materielle Güter, handwerkliche Erzeugnisse, die von den Untergebenen an ihre Herrscher abgeliefert wurden. In den Werkstätten der Handwerker wurden bereits die Töpferscheibe benutzt. Sie modellierten elegant geformte Vasen und Gefäße für den heimischen Bedarf, aber auch für den Export. Die Kreter waren Insulaner und damit auch tüchtige Seefahrer und Händler.
Diese enge Beziehung zum Meer spiegelt sich besonders in den Dekorationen ihrer Keramikgegenstände wider. Darstellungen er Meeresfauna (Korallenmotive, Seeigel, Delfine, Muscheln, Schnecken, Argonauten, Kraken,...) zieren ihre Vasen und tauchen als immer wiederkehrendes Motiv in den Wandmalereien der Palästen auf. Auch die wundervollen Blüten die Kreta jedes Frühjahr in ein Farbenmeer tauchen, sind in ihrer formvollendeten Eleganz und ihren leuchtenden Farben ein beliebtes Motiv für Wandmalereien. Die alten Kreter sahen in den Kräften der Natur eine göttliche, schöpferische Macht. In der kretischen Religion war der König der Hohepriester, verehrt wurde eine Muttergöttin, als weibliches Prinzip der Fruchtbarkeit, das Nahrung spendet, Kinder hervorbringt, für die Fortpflanzung der Tiere sorgt und die Feldfrüchte wachsen und reifen lässt (Magna Mater). Der Stier, als Sinnbild der körperlichen Stärke und männlichen Fruchtbarkeit, erscheint in der kretischen Kunst sehr
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häufig als Motiv. Das bei den Kretern heilige Tier diente als Opfergabe und spielte eine wichtige Rolle bei den rituellen, akrobatischen Spielen, die wahrscheinlich in den Palasthöfen stattfanden. Es handelte sich um eine Art athletischen Wettkampf von dessen religiösen und sozialem Stellenwert zahlreiche Bilddokumente zeugen.
2. Chronologie zur minoischen Geschichte:
Abb. 2: A. Braune, Menes - Moses - Minos . Die Altpalastzeit auf Kreta und ihre geschichtlichen Ursprünge, Essen 1988, S. 147
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3. Die Entwicklung der minoischen Kultur
Kreta scheint erstmalig in der neolithischen Zeit bewohnt gewesen zu sein (ab 6000 v.Chr.). Die Siedler kamen aus Kleinasien und entwickelten durch Landbearbeitung sowie durch Tierhaltung und -zähmung eine produktionsfähige Kultur. Sie bewohnten in der Regel Höhlen oder selbstgebaute Steinhäuser. Metalle waren für sie unbekannt, zur Herstellung von Werkzeug und Waffen verwendeten sie verschiedene Arten von Steinen.
Mit der Bronzezeit ( 2.800/2.700-1.100 v.Chr.) kam jedoch das Kupfer aus dem Orient und brachte die Entwicklung der Schifffahrt und des Handels, sowie eine schrittweise Veränderung der sozialen Struktur mit sich. Es entwickelten sich drei größere europäische Kulturen in diesem Raum: zum einen die Kykladenkultur, die kretische oder minoische Kultur und die mykenische Kultur. Die minoische Kultur bildete eine Gruppe von Bewohnern, welche sich aus den verschiedensten Rassenelementen zusammensetzte und Kulturströmungen aus Asien, Afrika und Europa in sich aufnahm. Die Bewohner entwickelten außer ihren Kenntnissen der Verarbeitung von Metall noch andere neue Lebensgewohnheiten, welche wesentlich anspruchsvoller und aufwendiger waren, als die der jungsteinzeitlichen Bewohner Kretas. Die Sprache dieser neuen Bevölkerung ist nicht bekannt, sie wird jedoch einer gesonderten Kategorie der Mittelmeersprachen zugeordnet. Teilt man die gesamte minoische Epoche anhand ihrer großen Katastrophen und der Lebensdauer ihrer Paläste ein, so erhält man die folgende Einteilung in vierEpochen.
3.1. Die Vorpalastzeit
Die erste Epoche war die Vor- Palastzeit (3000-2157) Zum ersten Mal wurde Kupfer für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen verwendet. Über die Siedlungen dieser Zeit ist nur bekannt, dass es fest gebaute Häuser aus Steinen und Ziegeln gab, mit vielen Zimmern, steinbelegten Höfen und meist rot verputzten Wänden. Die Gräber dieser Epoche, die in Felsen gemauert sind oder aus großen Kuppelgebäuden bestehen, zeigen uns viel der damaligen Kunst und Entwicklung. Die vielfarbigen, geäderten Steinvasen, die man in frühminoischen Gräbern gefunden hat, sowie die reich verzierte Vassilik-Keramik und die Metallarbeiten und Goldarbeiten geben Auskunft über die Geschicklichkeit und die Vorstellungskraft der damaligen Menschen und beweisen, dass die Minoer bereits
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Arbeit zitieren:
Martina Traxler, 2002, Kretische Tongefäße mit Meeresdekor, München, GRIN Verlag GmbH
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