INHALT
1 EINFÜHRENDE BEMERKUNGEN 4
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 4
1.2 Lebenszykluskonzept 4
1.3 Begriffsabgrenzungen 5
2 AUSGEWÄHLTE THEORIEN 6
2.1 Modell nach Tuckman 6
2.2 Modell nach Gersick 10
2.3 Modell nach Worchel 13
2.4 Vergleich und Evaluation der vorgestellten Modelle 15
3 SCHLUSSBEMERKUNG UND AUSBLICK 17
LITERATUR
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Kategorisierung der von Tuckman ausgewerteten Gruppen 7
Abbildung 2: Modell nachGersick 10
Abbildung 3: Preliminary Model of Group Formation and Development 13
II
1 Einführende Bemerkungen
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
Aus eigener Erfahrung und auch in der Literatur bestätigt sich, dass Teams und Teamarbeit fortlaufend mehr Bedeutung zugewiesen werden. 1 Damit zusammenhängend ist es selbstverständlich, dass die Entwicklung hin zu einem erfolgreich und ökonomisch arbeitenden Team nicht ohne Reibungen und Konflikte abläuft. Das ideale Ergebnis solcher Entwicklungsprozesse besteht darin, dass Teams im Idealfall im Vergleich zum Output einzelner Arbeitskräfte kreativer und flexibler arbeiten und beim Lösen von Problemen effizienter sind. 2
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der lebenszyklischen Betrachtung von Teams. Hierbei geht es insbesondere um die Frage, welche Phasen Teams durchlaufen, wie sich die Übergänge zwischen den Phasen gestalten und wie und ob sich die Phasen abgrenzen lassen. Weiterhin wird darauf eingegangen werden, wann Interventionen in den Ablauf der Gruppenentwicklung zum einen sinnvoll und zum anderen nötig sind. Aus der Vielzahl von Modellen und Literaturbeiträgen zu diesem Thema wurden drei Ansätze ausgewählt, die sich sowohl in der Methodik als auch in der Aussage grundlegend unterscheiden. Die hier näher beleuchteten Versuche, den Lebenszyklus von Teams zu definieren stammen von den Wissenschaftlern Tuckman, Gersick und Worchel. Abschließend möchte ich die vorliegenden Ausführungen nach einem kritischen Vergleich evaluieren.
1.2 Lebenszykluskonzept
Das klassische Lebenszykluskonzept geht von der Grundannahme aus, dass Produkte und auch Märkte eine beschränkte Lebensdauer haben. Im analytisch- deskriptiven Modell des Konzepts werden grundsätzlich fünf Phasen unterschieden: Einführung, Wachstum, Reife, Sättigung und Degeneration. 3 Dieser Verlauf ist idealtypisch und kann deshalb in der Realität nur selten wiedergefunden werden. Für die Entwicklung von Teams und Gruppen, die sich in der Regel über einen weiteren Zeitraum hin erstreckt, kann ein solches 1 Vgl. Kauffeld (2001), S. 4f.
2 Vgl. Becker/Jäger (1994), S. 9 3 Vgl.Wöhe (2000). S. 645
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Zykluskonzept im übertragenden Sinn angenommen werden. Eine direkte Übertragung des marktbasierten Lebenszykluskonzeptes ist dabei zweifelsohne nicht möglich. Wie in der Beschreibung der drei folgenden Modelle ersichtlich werden wird, unterscheiden sich teilweise nicht nur die Anzahl der Phasen, sondern auch ausdrücklich der Inhalt der Phasen von denen des Produktlebenszyklus. Bis heute hat sich noch kein Modell als das einzig Richtige hervorheben können. Somit stehen dem Betrachter eine Vielzahl von Interpretationsmöglichkeiten der unterschiedlichen Modelle offen.
1.3 Begriffsabgrenzungen
Ich möchte von der klassischen Begr iffsabgrenzung der Gruppe von „Familie, Menge, Klasse, Masse und Verband“ nach Hofstätter 4 abweichen und auf die Abgrenzung einer Gruppe nach folgenden Kriterien hinweisen: Eine Gruppe grenzt sich von anderen Gruppen oder Personen nach den nachstehenden Merkmalen ab:
• „Direkte Interaktion zwischen Mitgliedern (face-to- face)
• Physische Nähe
• Mitglieder nehmen sich als Gruppe wahr (Wir-Gefühl, Wahrnehmung einer Gestalt)
• Gemeinsame Ziele, Werte und Normen
• Rollendifferenzierung, Statusverteilung
• Eigenes Handeln und Verhalten wird durch andere beeinflusst
• Relativ langfristiges Überdauern des Zusammenseins.“ 5 Des weiteren können offene und geschlossene Gruppen unterschieden werden. Im Gegensatz zu offenen Gruppen zeichnen sich geschlossene Gruppen durch eine stabilere Struktur und eine längerfristige Perspektive aus. 6 Von größerer Bedeutung ist die Differenzierung formeller und informeller Gruppen. Während formelle Gruppen solche repräsentieren, die „im Organisationsplan vorgesehen“ 7 sind, stellen informelle Gruppen auf „spontane, ungeplante, längerfristige“ 8 Kontakte ab. Informelle Gruppen bilden sich etwa durch zufällige Gespräche 4 Hofstätter (1993), S.27ff.
5 Staehle (1999), S. 267 6 Vgl. Barthel (2000), S. 278 7 Staehle (1999), S. 269 8 Staehle (1999), S. 269
5
zweier Kollegen auf dem Flur des Unternehmens oder durch die ungeplante Besprechung bestimmter Themen. Die Bedeutung der informellen Gruppen ist nicht zu unterschätzen, da sie zu einem angenehmeren Arbeitsklima und erhöhter Motivation beitragen. Informelle Gruppen werden daher auch als „friendship groups“ bezeichnet. 9
Im Folgenden möchte ich auf die Begriffsdefinition des Teams eingehen. Als Team wird eine „formelle Arbeitsgruppe dann bezeichnet, wenn sie folgende besondere Merkmale aufweist:
• Kleine funktionsgegliederte Arbeitsgruppe,
• Gemeinsame Zielsetzung,
• Relativ intensive wechselseitige Beziehungen,
• Spezifische Arbeitsform (teamwork),
• Ausgeprägter Gemeinschaftsgeist (teamspirit),
• Relativ starke Gruppenkohäsion.“ 10 Das Team übt auf der strategischen Ebene Tätigkeiten vom Typus Informations- beschaffung und –bearbeitung, Urteilsbildung, Planung, Strategieentwicklung und Problemlösung aus.“ 11
Teamentwicklung umfasst die Veränderung von mehreren Personen über einen bestimmten Zeitabschnitt in verschiedenen Aspekten. Von der Entwicklung eingeschlossen sind die interpersonellen Veränderungen, wie zum einen z.B. die Umgangsweise miteinander oder das Verhalten untereinander und zum anderen die Methoden, die zur Lösung einer Aufgabe angewendet werden. Beide Aspekte erfahren im Zeitablauf einen Wandel, den ich in den folgenden Ausführungen berücksichtigen und erläutern werde.
2 Ausgewählte Theorien
2.1 Modell nach Tuckman
Tuckman verfasste 1965 das erste Modell zum Thema Gruppenentwicklung, das zunächst aus vier Phasen bestand. Jede Phase beschreibt zum einen die Veränderungen, die im Aufgabenbereich auftreten und zum anderen diejenigen 9 Vgl. Staehle (1999), S.270 10 Staehle (1999), S. 270 11 Schneider (1996), S. 96
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Arbeit zitieren:
Jennifer Lentins, 2004, Lebenszyklus von Teams, München, GRIN Verlag GmbH
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