II
Inhaltsverze ichnis
Seite
Abbildungsverzeichnis III
Abk ürzungsverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Grundlagen zur Leistungsbeurteilung von ausländischen Konzerneinhe iten 2
2.1 Begriff internationaler Konzern und Systematisierung der Konzernein- 2
heiten
2.2 Aspekte der Leistungsbeurteilung und Vorstellung von Leistungsbeurtei- 3
lungskonzepten
3 Möglichkeiten der Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten 6
3.1 Konzepte zur Leistungsbeurteilung von einstufigen Wertschöpfungsein- 6
heiten
3.1.1 Beschaffungsgesellschaften 7
3.1.2 Produktionsgesellschaften 8
3.1.3 Vertriebsgesellschaften 9
3.1.4 Forschungs- und Entwicklungsgesellschaften 11
3.2 Konzepte zur Leistungsbeurteilung von mehrstufigen Wertschöpfungsein- 12
heiten
4 Berücksichtigung von Störfaktoren bei Anwendung der Leistungsbeurtei- 17
lungskonzepte auf ausländische Konzerneinheiten
5 Schlussbetrachtung 20
Anhang
Anhang 1: Vergleichsgrößen zur Leistungsbeurteilung 22
Anhang 2: Leistungsbeurteilungskonzepte ausgerichtet an Unternehmenszielen 23
Anhang 3: Dominanz der finanzwirtschaftlichen Leistungsbeurteilungskonzepte 24
in der Unternehmenspraxis
Anhang 4: Erweiterung der RoI-Kennzahl zum DUPONT-Kennzahlensystem 25
(RoI-Baum)
Anhang 5: Störfaktoren bei der Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten 25
Anhang 6: Interpretationsprobleme bei der Währungsumrechnung 26
Anhang 7: Kriterien des BERI-Index 26
Literaturverzeichnis 27
III
Abbildungsverzeichnis
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Abb. 1: Betriebsergebnisrechnung 13 Abb. 2: Berechnung des RoI 14
Abb. 3: Berechnung des Residual Income 16
Abb. 4: Wechselkursumrechnung 18
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung AktG Aktiengesetz CM Controller Magazin DB Der Betrieb EVA Economic Value Added F&E Forschung und Entwicklung
F&E-Gesellschaften Forschungs- und Entwicklungsgesellschaften HBR Harvard Business Review MIR Management International Review NOPAT Net Operating Profit After Taxes RI Residual Income ZfbF Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung ZfO Zeitschrift für Organisation
1
1 Einleitung
Die Statistik der Deutschen Bundesbank belegt, dass die Leistungserstellung und -verwertung im Ausland erheblich zum Erfolg eines internationalen deutschen Konzerns beitragen kann. Bereits im Jahr 1994 erwirtschafteten 21.400 ausländische Tochtergesellschaften deutscher Konzerne einen Umsatz von 966,4 Mrd. DM. 1 Da die „Gründung ausländischer Tochtergesellschaften das Entstehen eines internationalen Konzerns zur Folge“ 2 hat, gilt eine Unternehmung mit rechtlich selbständigen ausländischen Tochtergesellschaften als Konzern. Die Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten ist ein wesentlicher Bestandteil des internationalen Konzernmanagements, da dadurch die angemessene ökonomische Leistung der Konzerneinheiten kontrolliert, Fehlentwicklungen in der Geschäftstätigkeit aufgezeigt, eine optimale konzerninterne Ressourcenallokation sichergestellt und die Leistung des lokalen Managements überprüft wird. 3 Auf-grund der Vielzahl an unterschiedlichen Konzerneinheiten und deren gegenseitigen A bhängigkeiten kann deren Leistungsbeurteilung nicht mit einer einzigen Methode durchgeführt werden, sondern hat in Abhängigkeit von den jeweiligen Aufgaben innerhalb
des Konzerns zu erfolgen. 4 Da ausländische Konzerneinheiten z. B. international unterschiedlichen Steuergesetzen, Rechnungslegungsnormen oder Faktorkosten unterliegen, sind die Einflüsse unterschiedlicher Umweltgegebenheiten auf die Kosten und Erlöse der Konzerneinheiten bei deren Leistungsbeurteilung zu berücksichtigen. 5 Umsetzbare Konzepte zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten sind deshalb in der Praxis unerlässlich. Zwar werden in der wissenschaftlichen Literatur verschiedene I nstrumente zum Beteiligungs- und Konzerncontrolling vorgestellt, es wird aber nicht herausgearbeitet, wie diese zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten zweckmäßig eingesetzt werden können. Daher werden in dieser Arbeit mögliche Konzepte 6 zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten aufgezeigt. Dafür werden z unächst im zweiten Kapitel die Grundlagen zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten gelegt. Im dritten Kapitel werden in Abhängigkeit von der Art und
1 Vgl. Pausenberger/Roth (1997), S. 580.
Gemäß Telefonat mit der Deutschen Bundesbank am 03.05.2004 stammen diese Zahlen aus einem einmaligen Sonderbericht. Deshalb liegen der Deutschen Bundesbank keine aktuelleren Daten vor.
2 Kutschker/Schmid (2004), S. 584.
3 Vgl. Zünd (1973), S. 299; Scheffler (1992), S. 83 und S. 581; Holzer (1986), S. 9; Rothlin (1999),S. 208.
4 Vgl. Bierich (1988), S. 47; Robbins/Stobaugh (1973), S. 81; Holzer (1986), S. 10.
5 Vgl. Scheffler (1992), S. 581.
6 Der Begriff „Konzept“ entstammt dem Lateinischen und bedeutet „grober Plan, Entwurf“ (Drosdowski u. a. (1996), S. 427). In dieser Arbeit wird der Begriff in dem Sinne verwendet, dass Möglichkeiten auf- gezeigt werden, wie die Leistungen ausländischer Konzerneinheiten planmäßig beurteilt werden können.
2
dem Umfang, in dem ausländische Konzerneinheiten ihre Wertschöpfungsaktivitäten ausführen, verschiedene Leistungsbeurteilungskonzepte erläutert. Im vierten Kapitel werden Störfaktoren aufgezeigt, die sich aus unterschiedlichen Umweltbedingungen ergeben und die sich auf die Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten auswirken. Zudem werden Möglichkeiten zur Berücksichtigung dieser Probleme vorgestellt. Das fünfte Kapitel fasst das Thema dieser Arbeit kurz zusammen.
2 Grundlagen zur Leistungsbeurteilung von ausländischen Konzerneinheiten
Bevor einzelne Konzepte zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten e rläutert werden, sollen der Begriff internationaler Konzern definiert und die Konzerneinheiten in eine vereinfachende Systematik überführt werden. Ferner werden A spekte der Leistungsbeurteilung sowie mögliche Leistungsbeurteilungskonzepte aufgezeigt.
2.1 Begriff internationaler Konzern und Systematisierung der Konzerneinheiten
Der Konzernbegriff kann aktienrechtlich definiert oder nach einem betriebswirtschaftlichen Begriffsverständnis aufgefasst werden. Nach § 18 Abs. 1 Satz 1 AktG ist ein Konzern dadurch gekennzeichnet, dass „ein oder mehrere abhängige Unternehmen unter der einheitlichen Leitung des herrschenden Unternehmens zusammengefaßt“ 7 sind. Dagegen bilden auch nach § 18 Abs. 2 AktG „rechtlich selbständige Unternehmen, ohne daß das eine Unternehmen von dem anderen abhängig ist, unter einheitlicher Leitung“ einen Konzern. Zentraler Ansatzpunkt bei dem betriebswirtschaftlichen Begriffsverständnis ist die Betonung der Interaktionen zwischen den einzelnen Konzerneinheiten und die Z uweisung der wirtschaftlichen Autonomie auf den gesamten Konzern anstatt auf dessen
einzelne Einheiten. 8 Von einem internationalen Konzern wird gesprochen, wenn die unternehmerischen Aktivitäten des Konzerns nicht nur im Inland, sondern auch in ausländischen Rechtsgebieten durchgeführt werden. 9 Dies ist der Fall, „wenn ein Unternehmen durch rechtlich selbständige, aber von ihm geleitete ausländische Tochterunternehmen am Wirtschaftsverkehr teilnimmt.“ 10 Konzerne entstehen entweder durch Ver-
7 o.V.(1998), S. 6.
8 Vgl. Theisen (2000), S. 17.
9 Vgl. Theisen (2000), S. 1 und S. 6-9.
10 Großfeld (1995), S. 95.
3
tragsschluss, kapitalmäßige Verflechtungen oder aufgrund anderer rechtlicher bzw. fak-
tischer Verhältnisse. 11 Sie lassen sich nach der Art ihrer Führung in Stammhauskonzern, Finanzholding oder Management-Holding unterscheiden. Beim Stammhauskonzern ist die Obergesellschaft selbst am Markt tätig, die Konzerneinheiten setzen überwiegend die Ziele des Stammhauses um. Das Motiv der Finanzholding ist die optimale Kapitalanlage, weshalb die Konzernleitung über Finanzierungsfragen hinaus keinen Einfluss auf die Konzerneinheiten nimmt. Ein Leistungsaustausch zwischen den Einheiten findet kaum statt. Die Management-Holding stellt eine Mischform zwischen Stammhauskon-
zern und Finanzholding dar. 12 Die Konzerneinheiten können in Spitzen-, Zwischen- und Grundeinheiten unterschieden werden. 13 Die Spitzeneinheit umfasst die Konzernführung und die Hauptverwaltung. Die Zwischeneinheiten setzen sich aus mehreren Grundeinheiten zusammen und nehmen integrierende und koordinierende Aufgaben, sowie Leitungs- als auch Ausführungsaufgaben wahr. Die operationellen Grundeinheiten erfüllen
die Hauptfunktionen des Konzerns, wie z. B. Beschaffung, Produktion und Absatz. 14 Die Grundeinheiten treten als rechtlich unselbständige Betriebsstätten, Niederlassungen,
Filialen und Repräsentanzen oder als rechtlich selbständige Tochtergesellschaften auf. 15 Diese Arbeit beschränkt sich ausschließlich auf die Leistungsbeurteilung von vollständig konzerneigenen Grundeinheiten, deren Sitz im Ausland ist. Auf die Problematik der Leistungsbeurteilung von ausländischen Zwischeneinheiten, Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) sowie Klein- und Minderheitsbeteiligungen wird deshalb nicht eingegangen. Aufgrund der hohen praktischen Relevanz werden die Grundeinheiten im Folgenden nach der Art und dem Umfang der von ihnen wahrgenommenen Wertschöpfungsaufgaben sowie nach den Center-Konzeptionen systematisiert.
2.2 Aspekte der Leistungsbeurteilung und Vorstellung von Leistungsbeurteilungskonze pten
Unter Leistungsbeurteilung wird in dieser Arbeit jede Tätigkeit verstanden, welche die Leistungen einer ausländischen Konzerneinheit und ihrer Manager unter Berücksichtigung der Konzernstrategie und der Umwelt beurteilt. Damit wird überprüft, ob die Kon-
11 Vgl.Scheffler (1992), S. 1.
12 Vgl. Bendak (1992), S. 31-33; Schimmelbusch (1993), S. 6-9.
13 Vgl. Bleicher (1979), S. 244.
14 Vgl. Bendak (1992), S. 52 f.; Kutschker/Schmid (2004), S. 592; Theissen (2000), S. 160 f.
15 Vgl. Theisen (2000), S. 98; Kutschker/Schmid (2004), S. 248.
4
zerneinheit und ihre Manager ihre Aufgaben in angemessener Weise erfüllen und „einen
befriedigenden Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten“. 16 Daher ist die Leistungsbeurteilung „zwischen Planung, Kontrolle und Mitarbeiterführung anzusiedeln“. 17 Da die Leistungen der Konzerneinheiten und ihrer lokalen Manager getrennt zu beurteilen sind, ist zu Beginn des Beurteilungsprozesses der Beurteilungszweck festzulegen. 18 Während der effektive Beitrag zum Konzerngesamtergebnis bei der Leistungsbeurteilung einer Konzerneinheit im Mittelpunkt steht, wird das lokale Management nur anhand von Leistungskomponenten beurteilt, „die von der jeweiligen Geschäftsleitung b eherrscht und
verantwortet werden können“. 19 Danach sind die Ziele jeder einzelnen ausländischen Konzerneinheit festzulegen. Damit die Realisierung der Ziele beurteilt werden kann, sind diese hinreichend zu spezifizieren und zu operationalisieren. Zudem müssen die Ziele unter den jeweiligen Umweltbedingungen erreichbar sein, weshalb eine Analyse der politischen, ökonomischen, sozialen, technologischen und rechtlichen Umweltgege-
benheiten des jeweiligen Landes notwendig ist. 20 Abschließend werden die einzelnen Ziele in kurzfristigen Budgets 21 festgehalten. Anhand der Budgets kann später der Zielerreichungsgrad gemessen und die Leistung der Konzerneinheit beurteilt werden. 22 Das Budget dient somit als Planungs- und zugleich als Kontrollinstrument. 23 N eben dem Vergleich der aktuellen Daten mit den budgetierten Größen kann die Leistungsbeurteilung auch durch Vergleich der Ist-Werte im Zeitablauf oder durch Vergleich der Ist-Werte mit denen vergleichbarer Konzerneinheiten oder Konkurrenzgesellschaften erfol-
gen. 24 Die wichtigsten Vergleichsgrößen in der Konzernpraxis können Anhang 1 entnommen werden. Bei der Leistungsbeurteilung ist darauf zu achten, dass die Ist- und Vergleichswerte nach einheitlichen Vorschriften ermittelt werden, damit sichergestellt ist, „dass die Ergebnisse der einzelnen Gesellschaften (...) vergleichbar sind, und ihr
16 Rothlin (1999), S. 142.
17 Rothlin (1999), S. 142.
18 Vgl. Shapiro (1978), S. 84; Pausenberger/Roth (1997), S. 589.
Nach einer Umfrage der Schmalenbach-Gesellschaft/DGfB e.V. im Sommer 1994, bei der 15 deutsche Muttergesellschaften internationaler Konzerne und vier deutsche Tochtergesellschaften ausländischer Konzerne schriftlich befragt wurden, nahmen jedoch nur acht der Unternehmen eine solche Trennung vor. (Pausenberger/Roth (1997), S. 589.)
19 Pausenberger (2002), S. 1167.
20 Vgl. Scheffler (1992), S. 89; Schoenfeld (1986), S. 225-227.
21 Ein Budget ist „ein formalzielorientierter, in wertmäßigen Größen formulierter Plan, der einer Entscheidungseinheit für eine bestimmte Zeitperiode mit einem bestimmten Verbindlichkeitsgrad vorgegeben wird.“(Horváth (1998), S. 225.)
22 Vgl. Schoenfeld (1986), S. 221-225; Rothlin (1999), S. 152 f.
23 Vgl. Zünd (1973), S. 137.
24 Vgl. Schoenfeld (1986), S. 244.
Arbeit zitieren:
Christina Hempel, 2004, Konzepte zur Leistungsbeurteilung ausländischer Konzerneinheiten, München, GRIN Verlag GmbH
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