Sabine Schmidt, Stefan Ratzmer 3
Volkswirtschaftslehre SS 04, Marktversagen an Beispielen
Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftssysteme. 4
1.1 Einordnung der Marktwirtschaft 4
2. Märkte. 6
2.1 Definition Markt. 6
2.2 Funktionsweise von Märkten. 6
2.3 Einteilung der Märkte 8
3. Marktversagen 10
3.1 Theoretische Grundlagen 10
3.2 Öffentliche Güter. 10
3.3 Externe Effekte 11
3.4 Strukturprobleme des Wettbewerbs 11
3.5 Mangelnde Transparenz für die Konsumenten 11
4. Aktuelle Beispiele für Marktversagen. 12
4.1 Versagen auf dem Gütermarkt 12
4.2 Externe Effekte 12
4.3 Devisenmarkt 13
4.4 Markt- und Staat- bzw. Politikversagen 14
4.5 Wettbewerbseinschränkende Strategien: Kartellbildung und Preisabsprachen 15
4.6 Wettbewerbseinschränkende Strategien: Korruption 15
5. Abkürzungsverzeichnis. 16
6. Abbildungsverzeichnis. 16
7. Literaturverzeichnis 17
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Volkswirtschaftslehre SS 04, Marktversagen an Beispielen
1. Wirtschaftssysteme
1.1 Einordnung der Marktwirtschaft
Ein funktionierendes wirtschaftliches Miteinander ist möglich, wenn rechtliche Vorschriften, Koordinationsmechanismen, Zielsetzungen und Verhaltensweisen sowie Institutionen vorhanden sind, 1 die den Aufbau und Ablauf wirtschaftlichen Handelns regeln . Die Zusammensetzung solcher
Organisationsstrukturen wird als Wirtschaftssystem bezeichnet. Dabei gilt es in jedem System grundlegende Fragen zu klären, wer darüber entscheidet (Entscheidungssystem), was und wie viel 2 (Koordinationssystem) für wen (Verteilungssystem) produziert wird . Während sich in einem
Entscheidungssystem Kapitalismus und Sozialismus gegenüberstehen, unterscheidet man im Koordinationssystem zwischen Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft. Es ist jedoch zu beachten, dass die Modelle lediglich in der Theorie in der reinen Form auftreten, in der Realität stellen sie Mischformen dar.
Abbildung 1.1 Einteilung der Wirtschaftssysteme
Anhand einiger Eigenschaften lassen sich die Unterschiede zwischen Marktwirtschaft (MW) und Zentralverwaltungswirtschaft (ZVW) verdeutlichen. Während die ZVW einen Wettbewerb nicht zulässt, 3 können in der MW die Bedarfsträger selbst ihre Bedarfe sowie Prioritäten bestimmen . Hierbei
übernimmt der Staat lediglich die so genannte „Nachtwächterrolle“. Er erlässt Gesetze und ist zuständig für deren Einhaltung, regelt das Geldwesen und greift nur in bestimmte Wirtschaftssektoren ein. Im Gegensatz dazu übernimmt der Staat in einer ZVW die bestimmende Rolle. Hier herrscht eine geplante Ordnung die durch eine zentrale Lenkung des Staates hervorgerufen wird. Auch die Lohnbildung ist hier dem Staat überlassen. Dagegen haben in der MW die Gewerkschaften und Arbeitgeberverwaltung das Recht, Löhne festzulegen.
1 vgl. Baßeler, Heinrich, Utecht: „Grundlagen und Probleme der Volkswirtschaft“, Schäffer-Poeschel Verlag, S. 26
2 vgl. Krol, Schmid: „Volkswirtschaftlehre“, Mohr Siebeck, S. 6 3 vgl. Krol, Schmid: „Volkswirtschaftslehre“, Mohr Siebeck, S. 7
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Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die Marktwirtschaft. In der Literatur wird dafür auch der Begriff der (freien) Verkehrswirtschaft verwendet. Die Koordinierung dezentraler wirtschaftlicher Prozesse erfolgt am Markt via den Preismechanismus, der dem Gesetz von Angebot und Nachfrage folgt. Kennzeichnend sind ebenfalls das Minimum an staatlichen Eingriffen, welche sich auf die Schaffung von Rahmenbedingungen beschränkt, in denen der Wettbewerb erfolgen kann sowie die Bereitstellung von öffentlichen Gütern. Je nach Ausprägung der Marktwirtschaft können noch aus einer Vielzahl an konjunktur-, struktur- oder sozialpolitischen Aufgaben an den Staat abgegeben werden. Die Ausführung solcher zusätzlicher Aufgaben durch den Staat hat jedoch nicht die 4 Aufhebung der individuellen Autonomie zur Folge .
4 vgl. Arentzen: „Gabler Volkswirtschaftslexikon H - P“, Gabler Verlag, S. 699
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2. Märkte
2.1 Definition Markt
Unter einem Markt versteht man in funktioneller Hinsicht den ökonomischen Ort des 5 Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage, an dem sich Preisbildung und Tausch vollziehen .
Über den Markt kann die enorme Vielzahl von Einzelplänen der Unternehmen und Haushalte, welche 6 als wirtschaftliche Entscheidungseinheiten verstanden werden, koordiniert werden . Dabei
unterscheidet man zwischen organisierten und nichtorganisierten Märkten. Der Unterschied liegt in der Vorgabe von bestimmten, festgelegten Regeln, nach denen der Markt funktioniert. Es wird weiterhin differenziert nach Art des Marktzutrittes in offene, beschränkte oder geschlossene Märkte. Liegen zu keiner Zeit Zutrittsbeschränkungen und Austrittsbarrieren für Anbieter vor, spricht man von einem offenen Markt bei freier Konkurrenz. Die Entstehung von geschlossenen Märkten kann u.a. durch staatliche Verfügungen hervorgerufen werden, durch temporäre Geschehnisse entstehen oder auf rechtlichen Gründen beruhen. Nach der Art der Behandlung von Aktionsparametern, insbesondere dem Preis, existieren zwei gegensätzliche Märkte: der regulierte Markt unterliegt behördlichen Eingriffen, zu erkennen u.a. an Fest-, Höchst- und Mindestpreisen, dagegen können auf einem freien 7 Markt die Aktionsparameter autonom bestimmt werden .
Im Idealfall werden auf einem vollkommenen Markt einheitliche bzw. homogene Güter gehandelt unter der Bedingung keiner sachlichen, örtlichen, zeitlichen oder persönlichen Prämisse als auch einer Fülle an Anbietern und Nachfragern, die über jedes Angebot und Nachfrage perfekt informiert sind 8 (vollkommen Markttransparenz) . Wird mindestens eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, spricht man von einem unvollkommenen Markt bei heterogenen Gütern.
2.2 Funktionsweise von Märkten
In dem vereinfacht dargestelltem Modell des Wirtschaftskreislaufes mit den Sektoren der Unternehmen und zum anderen der Haushalte werden sowohl außenwirtschaftliche Beziehungen als auch staatliche wirtschaftliche Tätigkeiten vernachlässigt. Jeder Sektor ist mit den einzelnen Märkten, auf denen die Wirtschaftseinheit tätig ist, verbunden. Somit treffen auf dem Markt Angebot und Nachfrage zusammen, wobei ein Sektor sowohl Anbieter als auch Nachfrager und auf verschiedenen Märkten präsent sein kann. In Richtung der Nachfrager fließt der Güterstrom, und entgegengesetzt in Richtung der Anbieter ergibt sich ein Geldstrom. Bis sich ein solcher Strom an Geld und Gütern ergibt, müssen Angebot und Nachfrage übereinstimmen. Der Preis ist dabei die ausschlaggebende Größe.
5 vgl. Neubäumer, Hewel: „Volkswirtschaftslehre“, Gabler Verlag, S. 16
6 vgl. Krol, Schmid: „Volkswirtschaftslehre“, Mohr Siebeck, S. 7 7 vgl. Arentzen: „Gabler Volkswir tschaftslexikon H-P“, Gabler Verlag, S. 696 8 vgl. Neubäumer, Hewel: „Volkswirtschaftslehre“, Gabler Verlag, S. 17
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Sabine Schmidt, Stefan Ratzmer, 2004, Zeigen sie Bereiche im marktwirtschaftlichen System auf, in denen das "Marktversagen" deutlich wird und geben sie dazu aktuelle Beispiele an, München, GRIN Verlag GmbH
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