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Inhalt
1 Einleitung 3
2 Welche Ansprüche stellten die Nationalsozialisten an die Jugenderziehung? 3
2.1 Wie erlebten die Jugendlichen das vermittelte Gemeinschaftsgefühl? 5
3 Was passierte mit den Hilfsschulkindern, die für den Staat keine Bereicherung,
sondern eine Last bedeuteten und wer war dafür verantwortlich? 7
3.1 Wie sah die Behindertenpädagogik und die Hilfsschule im Dritten Reich aus? 9
4 Wie kam es dazu, dass Schüler Opfer der Euthanasie oder der Sterilisation wurden?
13
5 Schlussteil. 20
6 Literaturverzeichnis. 21
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Ich habe folgende Literatur für meine Einleitung zugezogen: Wolfgang Keim (Hrsg.):
Karl Christoph Lingelbach, „Erziehung“ unter der NS-Herrschaftmethodische Probleme ihrer Erfassung und Reflexion Was ist es, das die heutigen Pädagogen oder auch die Pädagogen vor der Machtübernahme durch Hitler unter Erziehung verstanden? Erziehung sollte darauf gerichtet sein, Kindern ein starkes Selbstbewusstsein zu vermitteln, aus ihnen Persönlichkeiten zu machen mit einer guten Auffassungsgabe, ihre Mündigkeit zu fördern. 'DVYHUVWHKHQZLUKHXW]XWDJHXQWHU(U]LHKXQJ0DQZLOOGHQ.LQGHUQ VRJXWHVJHKWGHQ:HJIULKUNQIWLJHV/HEHQHEQHQ
Alle diese Grundsätze der Pädagogik sollten unter dem Naziregimenicht mehr gelten, ganz im Gegenteil - die Kinder sollten dazu erzogen werden, nicht mehr sich selbst zu sehen, sondern das Reich.“ (...) die Eingriffe des Regimes waren aufs Engste verknüpft mit wechselnden machtpolitischen Interessen während der verschiedenen Entwicklungsphasen des braunen Imperiums.“ (Lingelbach, 1987)
Bereits 1923 beschrieb Egenberger, der Vorsitzender und Mitbegründer der Gesellschaft für Heilpädagogik und in dieser Funktion Mitherausgeber der Zeitschrift für Kinderforschung von 1923 - 1935 war, welche Bedeutung und Ausrichtung die Heilpädagogik im Nationalsozialismus einschlagen sollte (vgl. Jantzen 1982, S. 116).
3
„So ergibt sich, daß Deutschland heute ganz sicher vor der ernsten und entscheidenden Frage steht, ob es als Volk noch körperlich und geistig gesund ist, ... .Der Verfall eines Volkes kommt von der Jugend aus. ... . Ein Volk kann eine bestimmte Anzahl von wirtschaftlich Untüchtigen und geistig Schwachen ertragen und durch Fürsorgemaßnahmen sei eine Gefährdung der Allgemeinheit verhindert. Wenn aber ein großer Bruchteil des Volkes entartet ist, dann helfen einzelne Fürsorgemaßnahmen nichtsmehr. Die Frage der Degeneration und Entartung ist eine Lebensfrage für das deutsche Volk“ (Egenberger 1923, in: ebd., S. 116,117).
Während der Machtübernahme waren noch Ansätze sozialrevolutionärer Jugenderziehung erkennbar, aber während der Machtkonsolidierung und Kriegsvorbereitung 1934-1940 folgte eine „lückenlose Erfassung, Kontrolle und Instrumentalisierung der gesamten heranwachsenden Generation.“ Dabei wurde in deren Behandlung stark unterschieden, je nachdem, welcher Bevölkerungsgruppe der jeweilige Jugendliche zugehörte, der sogenannten arischen Rasse, den erblich vorbelasteten oder der jüdischen Bevölkerung, denn Es wurde ganz deutlich, wofür die Jugendlichen vorgesehen waren. Manche sollten an der Ausübung der Herrschaft beteiligt werden, andere waren für niedrigere Arbeiten vorgesehen. Erblich Kranke oder Juden wurden ausgegrenzt und später schlimmstenfalls vernichtet. Diese Strategie war eine Kriegsstrategie, denn immerhin befand sich das Dritte Reich zur Hälfte seiner Dauer im Kriegszustand. Geplant war dieser Krieg als Eroberungskrieg, ohne zu beachten, dass man bei der Frage der Verfolgten nicht mehr von Minderheiten, sondern von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung sprechen musste. Diesem Wunsch Hitlers, „eine nützliche Gesellschaft“ heranzuziehen, hatten die Lehrer im Allgemeinen und die Hilfsschullehrer im Besonderen zu entsprechen. „Die Sonderschullehrer sollten zusammen mit allen anderen Lehrern in der „braunen Erzieherwehrmacht“ die Zukunft garantieren, - „Garanten“ sein für etwas, wofür es keine Garantie gibt.“ (A. Möckel in: S. Ellger-Rüttgardt 1991, S. 74)
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Es gab 1934 einen Aufruf, verfasst von Paul Ruckau, einem Gehörlosenlehrer. Er war Leiter der Reichsfachschaft V, Sonderschulen im Naziverein. Diese Fachschaft veröffentlichte die Fachzeitschrift „Die deutsche Sonderschule“, deren erste Ausgabe von Paul Ruckau geleitet wurde. In dieser ersten Ausgabe erschien der Aufruf, der das Programm der Nazis in Bezug auf die Sonderschulen enthielt. Er sollte den Lehrern die neue Situation, sprich den Nationalsoziallismus, schmackhaft machen. „Der Aufruf warnte vor „volksfeindlicher, rasseschädigender Überhumanität“. „Aufwachsende deutsche Volkskraft“, was immer damit gemeint sein mochte, dürfe nicht durch zu viel Menschlichkeit „gedrosselt“ werden. Der Ausdruck „Überhumanität“ sollte Menschlichkeit und Mitleid abwerten.“(ebd., S.74)
Kinder und Jugendliche sollten schon in der Schule dazu erzogen werden, den Nazistaat zu verherrlichen und das sog. „minderwertige Leben“ abzulehnen.
„Der gute deutsche Lehrer hatte zwischen Erziehen und Ausmerzen abzuwechseln. „Ausmerzen“, das war die „große Aufgabe“, und die „ungeheuer schwere Verantwortung“. Behinderte Schüler, die „aber für das Volksleben noch aussichtsvoll“ waren, sollten „bertreut“, die anderen „ausgemerzt“ werden. Die „Selbsterhaltungspflicht der Nation“ und „Alles für Deutschland!“ entschuldigte den Verrat an behinderten Kindern.“ (ebd., S. 74, 75).
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Lingelbach bringt ein Interview mit Doris K., die ihre Erfahrung mit der HJ als zwölfjähriges Mädchen beschreibt. Es handelt sich um die Sonnwendfeier der HJ, die 1936 in Hameln stattfand. Das Interview führte Lothar Steinbach.
Doris K. berichtet von einem perfekt organisierten Ereignis, der den Jugendlichen massive Eindrücke verschaffte. Fackeln, Feuer, gemeinsames Singen sollten ein starken Zusammengehörigkeitsgefühl
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vermitteln, was auch tatsächlich gelungen ist. „Ich erinnere mich noch an ein unheimlich tolles Gefühl von Weihe und Heiligkeit und unerhörter Verzauberung,...“(Lingelbach 1987, S.53)
Auf diese Art und Weise wurde den Jugendlichen ein Gemeinschaftsgefühl vermittelt, sie wurden sozusagen darauf trainiert, sich voll und ganz ihrem Führer, also Hitler, hinzugeben.
Natürlich durften es aber nur diejenigen sein, die auch „arischer Herkunft“ waren. Die jungen Leute sollten körperlich stark sein und einen festen Charakter haben.
Es muss sich zwangsläufig die Frage stellen, was mit den Kindern geschah, die diese Qualitäten nicht hatten.
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Arbeit zitieren:
Patrizia Olscha, 2001, Hilfsschule im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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