Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Bedeutende VorgängerInnen Dorothea Christiana Erxlebens 5
2.1 Anna Maria von Schurmann 6
2.2 Amos Comenius 7
2.3 „Pegnitzschäfer“ und deren Mitglieder 8
3 Das Leben der Dorothea Christiana Erxleben, geb. Leporin 10
3.1 Ihre Kindheit 10
3.2 Ihre Jugend und frühen Erwachsenenjahre 11
3.3 Dr. med. Dorothea Christiana Erxleben, geb. Leporin 14
4 Die Schriften der Dorothea Christiana Erxleben, geb. Leporin 17
4.1 Gründliche Untersuchung der Ursachen,
die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten 17
4.1.1 Vorwort 18
4.1.2 Einleitung 19
4.1.3 Erste Abhandlung: Von den Vorurteilen,
die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten 20
Erstes Vorurteil: Gelehrsamkeit schickt sich nicht für Frauen,
weil sie nicht fähig sind, etwas Tüchtiges darin zu leisten 20
Seele und Verstand haben kein Geschlecht 20
Die Wege zur Gelehrsamkeit 22
Zweites Vorurteil: Gelehrsamkeit schickt sich nicht für Frauen,
weil sie keinen Nutzen davon zu erwarten haben 25
Drittes Vorurteil: Das Studium wird von den Frauen oft missbraucht 27
Viertes Vorurteil: Das Studium macht Frauen hochmütig 29
4.1.4 Zweite Abhandlung: Andere Ursachen,
die das Studium von Frauen verhindern 29
Erstes Kapitel: Von dem Geiz 29
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Zweites Kapitel: Von der Bequemlichkeit 30
Drittes Kapitel: Von dem Hochmut 30
Viertes Kapitel: Von dem Neid 30 4.2 Academische Abhandlung von der gar zu geschwinden und angenehmen, aber deswegen öfters unsichern Heilung der Krankheiten 31
5 Schlussbemerkungen 32
6 Literaturverzeichnis 34
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1 Einleitung
Dorothea Christiana Erxleben, geb. Leporin ist zweifelsfrei die erste deutsche Frau, der am 12. Juni 1754 die medizinische Doktorwürde in Halle verliehen wurde. Ein bahnbrechender Erfolg für die damalige Zeit und die (damaligen) Frauen. Doch dass die Veränderungen im Umgang mit Mädchen und Frauen nicht nur Dorothea Erxleben zuzuschreiben sind, soll der erste Teil dieser Arbeit belegen. Auch wenn sie für ihren persönlichen Erfolg letztendlich allein kämpfte, hatte sie - teilweise ihr unbekannteinternationale MitstreiterInnen auf unterschiedlichen Wissens- und Lehrgebieten. Welche das waren und welche Männer und Frauen sich für die (Aus-)Bildung der Frauen einsetzten, soll aus dem ersten Teil der Arbeit hervorgehen. Des weiteren werde ich mich ausführlich mit der Person Dorothea Christiana Erxleben befassen und die verschiedenen Lebensphasen ihres kurzen Lebens beleuchten und ihre Bedeutung für die weitere Geschichte der Mädchen- und Frauenbildung kennzeichnen. Mittelpunkt dieser Betrachtung soll ihr Werk Gründliche Untersuchung der Ursachen, die das weibliche Geschlecht vom Studieren abhalten bilden.
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2 Bedeutende VorgängerInnen Dorothea Christiana Erxlebens
Es ist davon auszugehen, dass es schon immer Auflehnungen einzelner Frauen gegen die ihnen entgegengebrachten Diskriminierungen gegeben hat, sowohl in Form von Worten als auch durch Taten. Letztere ebneten nicht selten den Weg zum Scheiterhaufen. Schon dieser Tatsache ist es geschuldet, dass es bei weitem nicht so viele Überlieferungen gibt wie Versuche des Widerstandes.
Bereits Martin Luther regte in seiner 1524 erschienen Schrift An die Burgermeyster und Radherrn allerley stedte ynn Deutschen landen die Errichtung guter Schulen und die dortige Zulassung vo n Mädchen an. Darauf wurden Mädchenschulen errichtet, doch der folgende 30-jährige Krieg machte die Anfänge der Mädchen- und Frauenbildung zunichte. Das Herzogtum Gotha versuchte 1642 die allgemeine Schulpflicht durchzusetzen, doch viele Probleme traten zutage. Zum einen wurden die Mädchen im elterlichen Haushalt oder zur Feldarbeit gebraucht, andererseits sollte die Bildung auch weiterhin in erster Linie adligen Sprösslingen vorbehalten bleiben. Diese sahen die Wissenschaft oftmals als Zeitvertreib an und gingen ihr nur halbherzig nach.
Doch es tat sich auch eine Gruppe Frauen hervor, die sich ungeachtet adliger Herkunft der Bildung zuwandten; oftmals unter der Leitung innovativ denkender Männer, sei es des Vaters, Bruders oder Ehemannes. Elisabeth, die T ochter des Kurfürst Friedrich V. beispielsweise lehnte die königliche Krone ab, um sich weiter ungestört ihren Studien widmen zu können. Als Verehrerin Descartes’ studierte sie seine Werke und trat in Kontakt mit ihm. In seiner Widmung zu Principa Philosophiae bescheinigte er ihr höchste Intelligenz und Scharfsinnigkeit im Verstehen seiner Werke.
Sophie, Elisabeths Schwester, Herzogin und spätere Kurfürstin von Braunschweig, pflegte Briefverkehr mit dem Philosophen Leibniz. Auch ihre Tochter, Sophie Charlotte, verschrieb sich seinen Gedanken und beeinflusste ihn letztlich sogar bei seinem Werk Theodice.
Da im 17./18. Jahrhundert überwiegend Glaubensfragen im Mittelpunkt der Betrachtungen standen, haben besonders die Dichtungen meist religiöse Inhalte. Maria Herzogin von Sachsen, Anna Sophia Landgräfin von Hessen-Darmstadt, Herzogin Sophie Eleonore von Braunschweig und einige andere waren Verfasserinnen religiöser Texte und Lieder.
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Im medizinischen Bereich gilt es Anna Sophia, Frau von August I. von Sachsen anzuführen. Sie machte besonders durch pharmazeutische Kenntnisse von sich reden. Eleonore Marie Rosalie, Herzogin von Troppau und Jägerndorf befasste sich bereits Ende des 16. Jahrhunderts mit Heilkräutern und ihrer medizinischen Verwendung. Maria Cunitia, bürgerliche Tochter eines Arztes sprach außer Deutsch auch Italienisch, Französisch, Polnisch, Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Sie veröffentlichte 1650 das astronomische Buch Urania Proposita.
Egal wie lang man diese Liste der gebildeten Frauen fortführen möchte, allesamt galten sie zu Lebzeiten in bürgerlichen Kreisen als eine Art Naturwunder und stießen bei Geschlechtsgenossinnen nicht selten auf Vorurteile und Ablehnung. Zum Teil wurde Frauen, auch von anderen Frauen, Bildung nicht zugestanden, aber auch nicht zugetraut. Von anderen Gelehrten ernteten sie aber nicht selten Bewunderung und Anerkennung und die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein.
2.1 Anna Maria von Schurmann
Am 5. November 1607 kam Anna Maria von Schurmann als Tochter eines adligen gelehrten Niederländers und einer angesehenen Deutschen in Köln zur Welt. Ihr Vater erkannte früh ihr Potential und nahm sich ihrer an. „... sie verstund vierzehn Sprachen, redete und schrieb Ebräisch, Chaldäisch, Syrisch, Arabisch, Türckisch, Griechisch, Lateinisch, Französisch, Engellandisch, Italienisch, Spanisch, Deutsch, Niederländisch und Batavisch.“ 1 (zit. n. Billig 1966, S. 9) Da sie über ihre umfassenden Sprachkenntnisse hinaus auch über wissenschaftliche Kenntnisse in Astronomie, Geschicht e und Geographie verfügte, galt sie selbst in Gelehrtenkreisen als „Wunter des Jahrhunderts“. In ihrer 1638 erschienener Dissertation mit dem Titel Num Foeminae Christianae conveniat Studium Litterararum? 2 bringt sie 14 Argumente vor, die auf logische Weise erklären, warum es Frauen ebenso wie Männern gestattet sein sollte, sich dem Studium und der Wissenschaft zuzuwenden. „Niemand kann über unsere Neigung zum Studium richtig urteilen, bevor er uns nicht mit besten Motiven und Hilfsmitteln angeregt hat, die Studien aufzunehmen, und uns einen Geschmack von der Freude am Studium gegeben hat.“ 3 (zit. n. Grössmann 1984, S. 51) Darüber hinaus fasst sie die wichtigsten zu erwartenden Einwände zusammen, widerlegt sie mit beeindruckender Logik und teilt die Gegner in 3 Gruppen auf; diejenigen,
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die Frauen grundsätzlich jede Begabung absprechen, diejenigen, die ein Frauenstudium ablehnen, da ihre Bestimmung nicht in der Anwendung gelernten Wissens zu suchen und zu finden ist und in die dritte Gruppe, die Frauen nicht grundsätzlich das Recht auf Bildung absprechen wollte, aber den Erwerb akademischer Grade. Die Diskussion beschließt sie mit der These „Der christlichen Frau kommt das Studium der Wissenschaften zu“ (zit. n. Grössmann 1984, S. 52). Der Dissertation gehört auch ein Briefwechsel mit Andreas Rivetus 4 an, in dem sie ihre Forderungen und Argumente wiederholt und auf verständnisvolle Ohren stößt.
Das Werk ist als eines der ersten Bücher zur Bejahung der weiblichen Bildung zu sehen. Schon damals genoss Schurmann erhebliches Ansehen wegen ihrer innovativen Anschauungen, welches sie jedoch zum Teil verspielte, als sie sich der religiösen Bewegung von Jean de Labadie 5 anschloss. Gegner legten diesen Lebenswandel sogar als Folge ihres Studiums aus und glaubten so, die gängigen Vorurteile untermauern zu können, dass das Studium für das weibliche Geschlecht verwirrend wirke. Doch sie hatte bereits für ausreichend Aufsehen gesorgt, um die Frauenbewegung hinsichtlich der Bildung voranzutreiben und Nachahmer und Nachahmerinne n zu finden. Nachdem sie die letzten 12 Jahre ihres Lebens der radikalen religiösen Gemeinschaft Labadies gewidmet hatte, starb sie am 4. Mai 1678 in Wieward bei Leeuwarden.
2.2 Amos Comenius
Ähnlich wie Luther im 16. Jahrhundert, fanden sich auch im 17. Jahrhundert männliche Unterstützer des Gedanken, Frauen das Studium zu ermöglichen. 1631 war es Johann Amos Comenius 6 , der in seiner vorerst nur böhmisch geschriebenen Forderung Didactica Magna verlangte, dass auch Frauen die Wissenschaften zugänglich gemacht werden sollten. Doch erst durch die Übersetzung der Schrift in lateinische Sprache, 1657, wurde sie der Allgemeinheit zugänglich gemacht und fand so angemessene Beachtung. Im Kapitel Die gesamte Jugend beiderlei Geschlechts ist der Schule anzuvertrauen findet man unter Punkt 5 folgende Äußerung: „Ebenso wenig kann ein genügender Grund vorgebracht werden, warum das weibliche Geschlecht (dass ich dessen noch besonders Erwähnung thue) von den Studien der Weisheit (sei es in lateinischer Sprache, sei es in deutscher Übersetzung) überhaupt ausgeschlossen werden solle. Denn sie sind gleichfalls
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Arbeit zitieren:
Susanne Rehbein, 2004, Dorothea Christiana Erxleben, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Der Abfall Mytilenes und die Mytilene-Debatte bei Thukydides
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
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