Inhaltsverzeichnis
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I. Einleitung 1
II. Der Begriff des Politischen 1
II.1. Einordnung und Bedeutung 1
II.2. Hinführen zum Begriff des Politischen 2
II.3. Maßgebende Kriterien 3
II.4. Der Freund Feind Gegensatz 4
II.5. Kampf, Krieg, Neutralität 5
II.6. Die Kraft des Politischen 6
III. Kritische Betrachtung 7
III.1. Kritik am pluralistischen Staatsverständnis 7
III.2. Pluralismus der Staatenwelt 8
III.3. Schmitts Kritik am Völkerbund 8
III.4. Anthropologische Betrachtung 9
III.5. Kritik am Liberalismus 10
IV. Fazit 11
V. Literaturverzeichnis 12
I. Einleitung
Bei dem Versuch sich der Person Carl Schmitts zu nähern bleibt man zwangsläufig an einer kontrovers geführten Debatte hängen. Zum einen besteht der Wert seiner zahlreichen Schriften und theoretischen Ansätze. Andererseits kann man sich nicht dem Wirken Carl Schmitts zu Zeiten der Weimarer Republik und vor allem der Zusammenarbeit mit dem Regime der Nationalsozialisten entziehen. Die Person Schmitts bleibt streitbar, zumal er sich nach 1945 nicht deutlich genug von seinem Schaffen im „Dritten Reich“ distanzierte. Vor allem die staatsrechtliche Legitimation des NS Regimes brachte ihm dabei große Kritik ein, obwohl ihm nicht der Vorwurf der ideologischen Unterstützung gemacht werden kann. In seinen Schriften wurde stets seine katholische Grundhaltung deutlich. Er vertrat eine autoritäre Staatstheorie und rechtfertigte dabei totalitäre Herrschaftsstrukturen 1 . Im Blickpunkt dieser Arbeit soll „Der Begriff des Politischen“ stehen. Der viel diskutierte Text beschreibt „die Abwendung vom Politikmonopol des Staates“ 2 und besticht durch seine klaren, prägnanten Thesen. Kritisiert wurde dabei die primäre Ausrichtung auf den Feindbegriff jedoch geht es nicht primär darum Feindbilder zu schaffen. Es soll vielmehr der fundamentale Charakter des Politischen verdeutlicht werden. In dieser Arbeit sollen die wesentlichen Aussagen Schmitts nachvollzogen werden. Dabei soll eine Begriffsbestimmung des „Politischen“ durchgeführt sowie die Freund Feind Beziehung untersucht werden. Im zweiten Teil der Arbeit stehen dann die kritischen Aussagen Schmitts zum Pluralismus und Liberalismus im Vordergrund.
II. Der Begriff des Politischen
II.1. Einordnung und Bedeutung
Zu Beginn der Arbeit soll zunächst eine kurze Einordnung der Schrift „Der Begriff des Politischen“ in das Gesamtschaffen Carl Schmitts erfolgen sowie
1 „Politische Theologie“(1922), „Die geistesgeschichtliche Lage des heutigen Parlamentarismus“ (1926).
2 Stammen, Theo(Hg.): Hauptwerke der politischen Theorie, Stuttgart 1997, S. 441.
1
deren Bedeutung hervorgehoben werden. Erstmals erschien die Studie 1927 und in einer erweiterten Fassung 1932 3 . Das Werk bildet den Höhepunkt in der kritischen Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und Parlamentarismus zu Zeiten der Weimarer Republik. Schmitt hatte sich mit Kritik am Weimarer System nie zurückgehalten. Die Schrift war daher darauf ausgerichtet in einer bewegenden Zeit Aufmerksamkeit 4 zu erzielen und stellte für viele eine Provokation dar 5 . Nicht zuletzt den teils scharfen Formulierungen und provokanten Äußerungen verdankte es Carl Schmitt, dass „Der Begriff des Politischen“ seine wohl bekannteste und umstrittenste Schrift blieb. Schmitt selbst äußerte dazu: „Die Schrift antwortete auf die Herausforderung einer Zwischenlage“ 6 . Von seinen Kritikern empfand er sich überinterpretiert und deutete eigene Zweifel an der Formulierung seiner Gedanken an 7 .
II.2. Hinführen zum Begriff des Politischen
Im nun folgenden Teil der Arbeit soll anhand des Textes 8 die Annäherung an den Begriff des Politischen nachvollzogen werden. Ziel soll dabei eine Definition des Politischen sein ohne den Begriff mit anderen Bereichen zu vermischen oder seine Bedeutung durch die Gleichsetzung mit anderen Begriffen, wie Staat, abzuschwächen. Die Klarheit der Begriffe und die damit verbundene wissenschaftliche Brauchbarkeit stehen im Vordergrund 9 . Für die von Schmitt verwendeten Begrifflichkeiten entwickelte er meist eigene Definitionen, da der allgemeine Sprachgebrauch eine eindeutige Trennung der Begriffe oft vermeidet. Bereits im ersten Satz erfolgt die Abgrenzung des „Staatlichen“ vom „Politischen“. Der Begriff des Politischen wird dabei als Voraussetzung für den Staat angesehen 10 . Eine konkrete Darstellung des staatlichen Wesens unterlässt Schmitt jedoch und beschreibt ihn als
3 Noack, Paul: Carl Schmitt: eine Biographie, Berlin 1993, S. 114
4 Ebenda, S. 114.
5 Stammen, Theo(Hg.): Hauptwerke der politischen Theorie, Stuttgart 1997, S. 443.
6 Noack, Paul: Carl Schmitt: eine Biographie, Berlin 1993, S. 115.
7 Ebenda, S. 115.
8 Ausgabe von 1932.
9 Meier, Heinrich: Die Lehre Carl Schmitts: Vier Kapitel zur Unterscheidung Politischer Theologie und Politischer Philosophie, Stuttgart 1994, S. 53.
10 Schmitt, Carl: Der Begriff des Politischen, Berlin 1963, S. 20.
2
„besonders gearteten Zustand des Volkes“ und „den Status schlechthin“ 11 . Auf der Suche nach den spezifischen Merkmalen für das Politische erfolgt die Abkehr von jeglicher polemisierten Verwendung der Begriffe. Dabei kritisiert Schmitt vor allem die meist gegensätzliche Verwendung des Politik Begriffes gegenüber anderen Sphären wie Moral oder Recht. Auch eine juristische Begründung vermag es nicht das spezifisch Politische zu erfassen. Solange der Staat als Einheit allen unpolitischen Kräften der Gesellschaft gegenüber steht, mag die Gleichsetzung von staatlich und politisch gerechtfertigt sein. Sobald sich die Abgrenzung von Staat und Gesellschaft auflöst 12 , existiert kein spezifisches Merkmal für das Politische mehr. Das Politische ist vielmehr als etwas fundamentales zu verstehen, was das bisherige Verständnis von Politik in Verbindung mit Staat übersteigt.
II.3. Maßgebende Kriterien
Bei dem Versuch das Politische zu bestimmen geht es um das Finden spezifischer Kriterien die nur das Politische kennzeichnen. Dabei steht jedoch nicht im Vordergrund eine „erschöpfende Definition oder Inhaltsangabe“ 13 zu liefern. Zunächst zeigt Schmitt bestimmende Kriterien anderer Bereiche auf um das Politische erneut abzugrenzen 14 . Die Moral wird durch den Gegensatz von gut und böse bestimmt, bei der Ökonomie bestimmt der Nutzen und im Bereich der Ästhetik werden Schön und Hässlich gegenüber gestellt. Jedes dieser Begriffspaare stellt spezifische Kriterien zur Abgrenzung der einzelnen Bereiche dar. Als spezifisches Kriterium für das Politische entwirft Carl Schmitt nun den Freund Feind Gegensatz auf den im nächsten Abschnitt näher eingegangen wird. Damit gelingt zunächst die Abgrenzung gegenüber Moral, Ökonomie, Ästhetik etc. , da die Unterscheidung von Freund und Feind unabhängig von den anderen genannten Bereichen erfolgen kann 15 . Es genügt Schmitt jedoch nicht das Politische von anderen Bereichen zu trennen. Vielmehr geht es darum die übergeordnete Stellung, das
11 Schmitt, Carl: Der Begriff des Politischen, Berlin 1963, S. 20.
12 Wie bei Demokratie und totalem Staat der Fall, dazu: Schmitt, Carl: Der Begriff des Politischen, Berlin 1963, S. 24.
13 Schmitt, Carl: Der Begriff des Politischen, Berlin 1963, S. 26.
14 Ebenda, S. 26.
15 Meier, Heinrich: Die Lehre Carl Schmitts: Vier Kapitel zur Unterscheidung Politischer Theologie und Politischer Philosophie, Stuttgart 1994, S. 54.
3
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Daniel Kruschinski, 2003, Über: Carl Schmitt - Der Begriff des Politischen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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