Inhalt
Seite
1. Einleitung 5
2. Physiologische Anatomie 6
2.1 Die Wirbelsäule als Ganzes 6
2.1.1 Einteilung der Wirbelsäule 6
2.1.2 Form der Wirbelsäule 7
2.1.3 Funktion der Wirbelsäule 8
2.1.4 Bewegungsmöglichkeiten der Wirbelsäule 8
2.2 Aufbau der Skelettelemente der Wirbelsäule 9
2.2.1 Allgemeiner Aufbau eines Wirbels 9
2.2.1.1 Besonderheiten des Halswirbels 11
2.2.1.2 Besonderheiten des Brustwirbels 12
2.2.1.3 Besonderheiten des Lendenwirbels 12
2.2.2 Aufbau des Kreuzbeins 13
2.2.3 Aufbau des Steißbeins 14
2.3 Verbindungen innerhalb der Wirbelsäule 14
2.3.1 Wirbelbogengelenke 14
2.3.2 Bänder 15
2.3.3 Bandscheiben 16
2.3.3.1 Aufbau der Bandscheiben 16
2.3.3.2 Ernährung der Bandscheiben 17
2.3.3.3 Funktion der Bandscheiben 18
2.3.4 Wirbelkanal 20
2.3.5 Zwischenwirbelloch 20
2.4 Autochthone Rückenmuskulatur 21
3. Mechanik des lumbosakralen Übergangs 22
4. Bandscheibenvorfall 23
4.1 Pathophysiologie 23
4.2 Symptomatik und Klinik 26
4.2.1 Lumbago 26
4.2.2 Lumboischialgie 27
4.2.2.1 Wurzelreizerscheinungen 27
4.2.2.2 Wurzelausfallerscheinungen 28
4.2.3 Kaudakompression 29
2
4.3 Diagnostik 30
4.3.1 Körperliche Untersuchung 30
4.3.2 Röntgendiagnostik 31
4.3.2.1 Röntgenaufnahme der LWS 31
4.3.2.2 Kernspintomografie und Kernspinmyelografie 32
4.3.2.3 Computertomografie der LWS 32
4.3.2.4 Lumbale Myelografie und Myelo-CT 32
4.3.2.5 Discografie 33
4.4 Differentialdiagnose 33
4.5 Therapie 33
4.5.1 Konservative Behandlung 33
4.5.2 Operative Behandlung 36
4.5.3 Operationsmethoden 37
4.5.4 Komplikationen 38
5. Schlussbetrachtung 38
6. Quellenverzeichnis 39
6.1 Literatur 39
6.2 Internet 40
7. Anhang 41
3
Abbildungen
Seite
Abb 1: Aufbau der Wirbelsäule 6
Abb 2 Physiologische Krümmungen der Wirbelsäule 7
Abb 3 Die Aufrichtung der Wirbelsäule im Laufe der normalen 7
Entwicklung
Abb 4 Die Extension und Flexion der Wirbelsäule 8
Abb 5 Aufbau eines Wirbels (Lendenwirbel Ansicht von oben) 9
Abb 6 Halswirbel Ansicht von oben 11
Abb 7 Halswirbel Seitenansicht 11
Abb 8 Brustwirbel Ansicht von oben 12
Abb 9 Brustwirbel Seitenansicht 12
Abb 10 Lendenwirbel Ansicht von oben 12
Abb 11 Lendenwirbel Seitenansicht 12
Abb 12 Kreuzbein Ansicht von oben 13
Abb 13 Kreuzbein Seitenansicht 13
Abb 14 Wirbelbogengelenk 14
Abb 15 Bandapparat der Wirbelsäule dargestellt im medianen 15
Durchschnitt
Abb 16 Bandscheibe mit Wirbel 16
Abb 17 Druck- und Zugbelastungen der Bandscheibe 18
Abb 18 Bewegung im Wirbelgelenk 20
Abb 19 Der lumbosakrale Übergang 22
Abb 20 Druckbelastung auf die Bandscheibe in unterschiedlichen 24
Positionen
Abb 21 Verhältnis Bandscheibe-Nervenwurzel 25
Abb 22 Prüfung des Lasègueschen Zeichens 30
Abb 23 Messung des Finger-Boden Abstandes 31
Abb 24 Stufenbettlagerung 34
Abb 25 Differentialdiagnose von Rückenschmerzen 41
4
1. Einleitung
Rückenschmerzen sind in den letzten Jahren in den westlichen Industrienationen zu einem Volksleiden geworden. Der Anteil derjenigen, die wenigstens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen leiden, liegt bei 80 bis 90 %.
In Deutschland leidet fast jeder Dritte ständig unter Rückenschmerzen. Nur jeder fünfte Erwachsene bleibt zeitlebens verschont.
Am stärksten betroffen sind Menschen mittleren Alters zwischen 30 und 50 Jahren. Die Zahl der unter 30jährigen nimmt jedoch besonders stark zu. Bei 65 Prozent der Jugendlichen unter 18 Jahren wurden bereits Haltungsschäden unterschiedlicher Ausprägung festgestellt.
Verschiedenste Erkrankungen von Wirbelsäule und Rücken verursachen jährlich 3,7 Millionen Krankschreibungen, die sich auf insgesamt 75,5 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage summieren. Bei vorsichtiger Schätzung machen die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Rückenschmerzen knapp 15 Mrd. Euro pro Jahr aus. Diese nüchternen Zahlen belegen die Bedeutung von Rückenschmerzen in unserer Gesellschaft. Das seelische Leid und die Beeinträchtigung der Lebensqualität, die sie verursachen, können durch Zahlen nicht ausgedrückt werden. 1 Rückenschmerzen können vielseitige Ursachen und Folgen haben. Ich möchte mich in meiner Arbeit ausschließlich mit dem lumbalen Bandscheibenvorfall beschäftigen, da der Kreuzschmerz einen der häufigsten Beschwerdekomplexe in der orthopädischen Praxis darstellt. 2 Aber nicht nur Orthopäden, sondern auch Internisten, Chirurgen, Neurologen und Neurochirurgen haben mit den Folgen von lumbalen Bandscheibenerkrankungen zu tun.
Die Diagnostik wird entscheidend erschwert durch die Vielgestaltigkeit des Geschehens, das sich aus ganz unterschiedlichen Ursachen und Wirkungen zusammensetzen kann, welche sich untereinander vermischen und eskalieren können. Nur die genaue Auswertung der Anamnese, die Analyse der Schmerzqualität und die exakte Interpretation der klinischen und röntgenologischen Untersuchungsergebnisse führen zur Diagnose.
Um mich dieser anzunähern, werde ich mich zuerst in meiner Arbeit mit den anatomischen Grundlegen der Wirbelsäule und ihren Einzelheiten befassen.
1 Vgl.:http://www.barmer.de/barmer/web/Site/Contentsatellit/Inhalt/Gesund_20leben_20_26_20
vorsorgen/Physio-R_C3_BCcken-Guide/Physio-R_C3_BCcken-Guide.html (Zugang am 15.05.2002)
2 Vgl.: Venbrocks, Rolf: Medikamentöse Therapie in der Orthopädie. Stuttgart, 1991, S. 35 5
2. Physiologische Anatomie
2.1 Die Wirbelsäule als Ganzes
2.1.1 Einteilung der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule (Columna vertebralis) bildet das Achsenskelett des Menschen und sie misst in ihrem gesamten Ausmaß etwa 2/5 der gesamten Körperlänge. Sie ist aus knöchernen (Wirbel) und bindegewebigen (Bandscheiben) Einzelelementen aufgebaut.
Bei etwa 50% der Menschen besteht die Wirbelsäule aus 33 Wirbeln (Vertebrae), seltener aus 32 oder 34 Wirbeln. 1 Die Wirbelsäule hat folgende fünf Abschnitte:
• die Halswirbelsäule (HWS) mit 7 Halswirbeln (Vertebrae cervicales)
(C 3 1 – C7),
• die Brustwirbelsäule (BWS) mit 12 Brustwirbeln (Vertebrae thoracicae), die mit den Rippen gelenkig verbunden sind (Th 4 1 – Th12),
• die Lendenwirbelsäule (LWS) mit 5 Lendenwirbeln (Vertebrae lumbales) (L1 – L5),
• das Kreuzbein (Os sacrum) mit 5 Sakralwirbeln (Vertebrae sacrales), die zu einem kompakten Knochen verschmolzen sind und
• das Steißbein (Os coccygis) mit 4 verkümmerten Steißwirbeln (Vertebrae coccygis). 5
1 Die Kreuzwirbel verschmelzen bis zum 20. Lebensjahr vollständig zum Kreuzbein (Os sacrum) und die Steißbeinwirbel, die von der Anzahl von 3 biss 5 Wirbeln variieren, verschmelzen zum Steißbein (Os coccygis). Diese Wirbel werden, da sie verschmelzen auch als „falsche Wirbel“ bezeichnet. 2 http://www.g-netz.de/Der_Mensch/skelett/wirbelsaeule.shtml 3 Cervix = Hals 4 Thorax = Rumpf, Brustkorb 5 Vgl.: Moll, Karl-Josef / Moll, Michaela: Anatomie. Kurzlehrbuch zum Gegenstandskatalog. München, Jena, 2002, S. 386 6
2.1.2 Form der Wirbelsäule
Bei der Geburt (siehe Abb.3 a) ist die gesamte Wirbelsäule noch weitgehend kyphosiert. Mit einem Jahr (siehe Abb.3 b) ist sie dagegen bereits etwas aufgerichtet. Eine Lordosierung ist im zervikalen und im lumbalen Abschnitt 2 erkennbar.
Die Wirbelsäule eines Erwachsenen (siehe Abb.3 c) ist doppelt S-förmig gekrümmt: Die beiden am Rippenthorax, bzw. am Becken weitgehend fixierten Abschnitte:
Brustwirbelsäule
und Sacrum 3 haben ihre ursprüngliche Kyphose behalten, während die beweglichen Abschnitte: Hals- und Lendenwirbelsäule 5 die Aufrichtung ermöglicht haben durch eine kräftige Lordosierung.
1 http://www.barmer.de/barmer/web/Site/Contentsatellit/Inhalt/Gesund_20leben_20_26_20 vorsorgen/Physio-R_C3_BCcken-Guide/Physio-R_C3_BCcken- Guide.html 2 siehe weiße Flächen der Wirbelsäule in der Abb.3 b 3 siehe schraffierte Fläche der Wirbelsäule in der Abb.3 c 4 Debrunner, Alfred M.: Orthopädie. Orthopädische Chirurgie. Die Störungen des Bewegungsapparates in Klinik und Praxis. Bern, 1994, S. 572 5 siehe weiße Flächen der Wirbelsäule in der Abb.3 c 7
Die physiologischen Krümmungen verleihen der Wirbelsäule eine hohe Stabilität. Die Belastungen, die bei den verschiedenen Bewegungen auftreten, werden dadurch auf alle Wirbel und die Bandscheiben gleichmäßig verteilt. Die Aufrichtung der Wirbelsäule bedeutet aber auch eine erhöhte mechanische Beanspruchung. Störungen, statische Probleme, Beschwerden und degenerative Beschwerden treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, besonders im lumbo-sakralen Übergang, aber auch im cervicalen Bereich. 1
2.1.3 Funktion der Wirbelsäule
Die Wirbelsäule erfüllt als Achsenorgan mit ihren physiologischen Krümmungen unterschiedliche Funktionen. Hauptfunktion der Wirbelsäule ist dabei eine Stützfunktion für den Körper unter Beibehaltung einer größtmöglichen Beweglichkeit. Außerdem bildet die Wirbelsäule einen schützenden Panzer für das Rückenmark sowie für die im Rückenmarkskanal verlaufenden Nervenbündel. Um die Belastungen des täglichen Lebens abzufangen hat die Natur unsere Wirbelsäule mit einem fantastischen Stossdämpfersystem ausgestattet: den Bandscheiben. 2
2.1.4 Bewegungsmöglichkeiten der Wirbelsäule
1 Vgl.: Debrunner, Alfred M.: Orthopädie. Orthopädische Chirurgie. Die Störungen des Bewegungsapparates in Klinik und Praxis. Bern, 1994, S. 572 2 Vgl.: http://www.barmer.de/barmer/web/Site/Contentsatellit/Inhalt/Gesund_20leben_20_26_20 vorsorgen/Physio-R_C3_BCcken-Guide/Physio-R_C3_BCcken- Guide.html 3 Moll, Karl-Josef / Moll, Michaela, a.a.O., S. 392 4 Debrunner, Alfred M., a.a.O., S. 572 8
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Christin Mosebach, 2004, Der lumbale Bandscheibenvorfall, Munich, GRIN Publishing GmbH
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