Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 4
2 MODELL DER WILLENTLICHEN HANDLUNGSSTEUERUNG 6
2.1 VIER KOGNITIVE MAKROSYSTEME 6
2.2 DER KUHLSCHE WILLENSBEGRIFF- EIN FRAGMENTARISCHER VERSUCH 10
2.3 SECHS FUNKTIONSKOMPONENTEN DER WILLENTLICHEN HANDLUNGSSTEUERUNG 12
2.3.1 ERSTE FUNKTIONSKOMPONENTE DES ABSICHTSGEDÄCHTNIS: AUFRECHTERHALTUNG 12
2.3.2 ZWEITE UND DRITTE FUNKTIONSKOMPONENTE DES ABSICHTSGEDÄCHTNIS: AUSFÜHRUNGSHEMMUNGEN
UND IHRE AUFHEBUNG 14
2.3.3 VIERTE FUNKTIONSKOMPONENTE DES EXTENSIONSGEDÄCHTNISSES : SELBSTREPRÄSENTATION 16
2.3.4 FÜNFTE UND SECHSTE FUNKTIONSKOMPONENTE: SELBSTHEMMUNG UND OBJEKTERKENNUNG 18
3 AFFEKTREGULIERUNG UND MODULATIONSANNAHMEN 20
3.1 ERSTE MODULATIONSANNAHME- WILLENSBAHNUNGSANNAHME 22
3.2 ZWEITE MODULATIONSANNAHME- SELBSTBAHNUNGSANNAHME 22
3.3 DIE ZWEI MODULATIONSANNAHMEN UND DIE FUNKTIONSKOMPONENTEN 23
3.3.1 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN AUSFÜHRUNGSHEMMUNG UND POSITIVEM AFFEKT 23
3.3.2 ZUSAMMENHANG ZWISCHEN SELBSTHEMMUNG UND NEGATIVEM AFFEKT 24
3.3.3 SELBSTSTEUERUNGSKOMPETENZ UND SELBSTSTEUERUNGSEFFIZIENZ 24
3.4 BASISMODULATIONSANNAHMEN 25
3.5 ABSCHLIEßENDE BETRACHTUNG (WILLENSEFFIZIENZ UND SELBSTENTWICKLUNG) 26
4 PERSÖNLICHKEITSSTILE 29
4.1 NEUROBIOLOGISCHE BASIS 29
4.2 PERSÖNLICHKEITSSTILE ALS BEVORZUGTE SYSTEMKONFIGURATIONEN 30
4.2.1 SELBSTREGULATION UND SELBSTBESTIMMTER STIL A A (-) 31
4.2.2 SELBSTREVISION: SELBSTKRITISCHES DENKEN A ( ) A - 38
5 PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN 44
5.1 VORÜBERLEGUNGEN 44
5.2 PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNGEN ALS CHRONIFIZIERTE SYSTEMZUSTÄNDE 46
5.3 DAS STAR-MODELL 47
5.4 DIE AGGRESSIVE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUN G A A(-) 49
6 ZUR DISKUSSION STEHENDE ÜBERLEGUNGEN 52
7 LITERATUR 55
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Jede Persönlichkeitstheorie basiert auf einem bestimmten philosophischen Menschenbild. In mancher Theorie stehen entweder die Instinkte oder soziale Fähigkeiten, aber auch der freie Wille des Menschen oder dessen Determiniertheit durch die Umwelt im Vordergrund der Betrachtung. Dabei kommt dem hinter der jeweiligen Theorie stehenden philosophischen Menschenbild besondere Bedeutung zu, da sich bestimmte Schwerpunkte und spezielle Forschungsrichtungen aus diesem ergeben.
Neben objektiv- wissenschaftlichen Fakten wird die Theoriebildung auch von den persönlichen Faktoren des jeweiligen Theoretikers, vom Zeitgeist sowie von philosophischen Strömungen, die für die entsprechende Kultur kennzeichnend sind, geprägt bzw. beeinflusst ( vgl. Pervin 1993, S.28). Damit wäre auch ein Erklärungsansatz hinsichtlich der Vielfalt theoretischen Modelle gegeben, welche sicherlich in der heterogenen und langen Denk- und Theorietradition begründet ist. Bisher stand in unserer Lehrveranstaltung zu den personenbezogenen
Kommunikationsstörungen die Darstellung speziell entwickelter Symptomkataloge im Vordergrund, die Verhaltensmuster klassifizieren und Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden Persönlichkeitsanomalien zulassen sollen. Es handelt sich dabei also um ein „rein“ deskriptives Vorgehen. Ätiologische Überlegungen als auch die psychologischen Prozesse, die dem Verhalten oder auch Handeln inhärent sind, werden ausgeschlossen bzw. unzureichend zusammenhängend the matisiert. So gesehen, ist mit den uns bisher bekannten reinen Verhaltensklassifizierungen kein hinreichendes Verständnis für
Persönlichkeitsstörungen zu erreichen, da diese aus keiner umfassend integrierten Theorie abgeleitet sind.
Mit Kuhls Theorie der Persönlichkeits-System-Interaktionen (PSI- Theorie) liegt uns nun ein umfassender, allerdings ebenfalls personenbezogener Versuch vor, dieses Defizit zu überwinden. Verschiedene Begrifflichkeiten, theoretische Erklärungen anderer
(psychologischer) Theorien, Befunde aus der experimentalpsychologischen Forschung und neurophysiologische Erkenntnisse werden miteinander verknüpft. Damit soll das Nebeneinander einzelner Funktionskomponenten der Persönlichkeit überwunden und zur theoretischen Integration und deren Ü berprüfbarkeit beigetragen werden (vgl. Kuhl, 2001,
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S.139). Wesentlich dabei ist, dass Persönlichkeitsphänomene nicht durch kognitive Inhalte, Intentionen o.ä. erklärt werden, sondern aus der Interaktion psychischer Systeme . Im Folgenden werden die grundlegenden psychischen Systeme und deren Interaktion vorgestellt. Die Erklärung unterschiedlicher Persönlichkeitstypen und psychischer Prozesse werden im KUHLschen Verständnis so veranschaulicht. Im Anschluss werden dann anhand dieses Modells ausgewählte Persönlichkeitsstile und Persönlichkeitsstörungen erläutern.
Die beigefügte Abbildung 1 ist als globale Orientierungshilfe zu verstehen, da alle Erläuterungen damit veranschaulicht werden können.
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Zu Anfang wollen wir die wesentlichen Komponenten der willentlichen Handlungssteuerung, also die oben erwähnten psychischen Systeme darstellen. Es handelt sich dabei zuvorderst um vier Makrosysteme, welche neuroanatomischen und neurochemischen Systeme des Gehirns sind, d.h. von Kuhl als real existent angenommen werden (s.u.):
a) das explizite Intentionsgedächtnis (auch Absichtsgedächtnis), welches mit einem Aufmerksamkeitssystem verknüpft is t, das absichtsrelevante Objekte verstärkt;
b) ein intuitives Ausführungssystem (intuitives Verhaltenssteuerungssystem), welches spezialisiert ist auf die Übersetzung des abstrakten Intentionscodes in konkrete Verhaltenroutinen und welches mit einer Aufmerksamkeitsvariante verknüpft ist, die für das anstehende Verhalten relevante räumliche Orientierung hervorhebt;
c) weiterhin das Extensionsgedächtnis (einschließlich der integrierten
Selbstrepräsentationen), welches Interpretationen der Erlebniswelt verstärkt, die zu den aktuellen Repräsentationen (bspw. dem allgemeinen Ziel oder dem aktiven Netzwerk handlungsrelevanter Auslösungsbedingungen-s.u.) passen
(kongruenzorientierte Aufmerksamkeit, oder auch Vigilanz);
d) sowie ein Wahrnehmungssystem, welchem eine Vermittlungsfunktion der elementaren Empfindungen aus verschiedenen Sinnesmodalitäten zukommt und diese zu wiedererkennbaren Objekten verbindet (Objektwahrnehmung). Dieses System betont besonders solche Objekte, die von den Erwartungen oder Wünschen abweichen, welche in den aktiven Anteilen des Extensionsgedächtnisses definiert sind (inkongruenzorientierte Aufmerksamkeit, vorstellbar als „Orientierungsreaktion“ auf Unerwünschtes oder Unerwartetes) (vgl. a.a.O. , S157 ff).
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Wie kann man sich aber nun das Zusammenspiel (die Interaktion) dieser vier Makrosysteme verde utlichen?
Bevor wir uns an der Beantwortung dieser Fragestellung versuchen, werden wir die Systeme und deren Funktionen (schlagwortartig) noch näher charakterisieren. Es gibt zwei sequentiellanalytisch arbeitende Systeme, die linkshemisphärisch verortbar sind und zwei parallelholistisch arbeitende Systeme, welche rechtshemisphärisch angenommen werden (vgl. a.a.O., S. 162,Tabelle 5.1):
Linkshemisphärisch (Analytisch):
1) System der Objekterkennung (Empfindung):
Funktionsprofil:
Figur- Grund- Differenzierung, Dekontextualisierung, separieren der verschiedenen Sinne, vergangenheitszentrierte Wiedererkennung, kategorial, bewusst, unstimmigkeitsbetonte Aufmerksamkeit und reduzierte Rückmeldungsverwertung Wiedererkennen von Objekten (hierbei sind Phänomene wie die Formkonstanz, Größenkonstanz, Helligkeitskonstanz u.ä. Abstraktionsleistungen angesprochen, die es ermöglichen, Objekte unabhängig von dem jeweiligen Kontext identifizieren zu können; das Wiedererkennen, Kategorisieren und Benennen schon einmal erlebter Gefühle ist auch zu den durch das Objekterkennungssystem unterstützten Prozessen zu zählen.) (vgl. a.a.O., S 161)
2) Intentionsgedächtnis ( Denken) :
Funktionsprofil:
Langsame Anwendung, schnelles Lernen, explizites Wissen (wie Pläne, allgemeine Absichten), entweder- oder Charakteristik, Reduktionismus, Emotionsentkopplung (Ich-Bezug), Vulnerabilität (Verletzlichkeit) bei unvollständiger Information, bewusst,
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zielfokussierte Aufmerksamkeit und eine intensive kognitiv-analytische Rückmeldungsverwertung
Rechtshemisphärisch (Holistisch)
3) Extensionsgedächtnis ( Fühlen):
Funktionsprofil:
schnelle Anwendung, langsames Lernen, implizites Konfigurationswissen, wie Erwartungen und allgemeine Ziele, Integration von Gegensätzen, Unterschiedssensitivität, Emotionswahrnehmung und Emotionsregulation (Selbstbezug), Robustheit bei
unvollständiger Information, nicht bewusst, kongruenzbetonte, verteilte Aufmerksamkeit (Vigilanz) und eine extensive kognitiv-emotionale Rückmeldungsverwertung
4) System zur intuitiven Verhaltenssteuerung:
Funktionsprofil:
intuitive, nicht bewusste Programme- bspw. für soziale Interaktionen, kontextualisiert, multimodale Verschmelzung, prototypisch, gegenwarts- und zukunftsorientiert, nicht bewusst, räumliche Aufmerksamkeit, unmittelbare Rückmeldungsverwertung
Um auf unsere Fragestellung nach dem Zusammenspiel der einzelnen Makrosysteme zurückzukommen, lässt sich nun sagen, dass das System für Objekterkennung/ Empfinden Wiedererkennbares aus dem Kontext (und unter Umständen dann auch Kategorisierbares und Benennbares) separiert, indem es den Kontrast zum Kontext erhöht.
Rückmeldungsverwertung findet nur in Bezug auf die Übereinstimmung mit dem an einer Ereigniskategorie definierten Ziel statt. Weiterhin ist es mit einer Aufmerksamkeitsform vernetzt, welche Abweichungen von den Wünschen oder Erwartungen des Extensionsgedächtnisses betont.
Das System zur intuitiven Verhaltensteuerung verbindet Informationen aus verschiedenen Sinnesmodalitäten und gebraucht diese simultan bei der Steuerung intuitiv einsetzbarer Verhaltensprogramme. Dabei sind die Bestandteile dieser Programme nicht bewusst.
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Das Extensionsgedächtnis zeichnet sich durch die Integration ausgedehnter Konfigurationen von Einzelobjekten und selbstrelevanten autobiographischen Episoden zu ganzheitlichen “Erlebnislandschaften“ aus, inklusive der Emotionen und Körperempfindungen, die in diesen autobiographischen Episoden erlebt wurden. Somit stellt es eine gute Basis für die Emotionssteuerung (Emotionsbewältigung und Selbstmotivierung) dar. Dieses System ist mit einer breiten Aufmerksamkeitsform vernetzt, welche aus dem `Hintergrund des Bewusstseins´ die innere und äußere Umgebung überwacht und diejenigen Wahrnehmungen verstärkt, welche zu den `relevanten, implizit repräsentierten Netzwerken` von Selbststrukturen (wie Ziele, erwünschte Ereignisse, Erwartungen) passen.
Das Intensionsgedächtnis, welches mit dem analytischen Denken eng vernetzt ist, speichert schwierige Absichten, das bedeutet, allgemeine, noch nicht voll spezifizierte Handlungsvorhaben, in einem expliziten Format (bspw. sprachliche Formulierungen). Kuhl geht weiterhin davon aus, dass das Intentionsgedächtnis von dem Erleben und von der Steuerung emotionaler Prozesse weitgehend abgekoppelt ist. Die dieses System unterstützende Aufmerksamkeitsform zeichnet sich durch eine Informationsverstärkung aus, durch die Informationen verstärkt werden, die möglichst exakt zu dem passen, was relevant für das aktuell bewusste Ziel oder den aktuellen Handlungsplan ist (vgl. a.a.O., S. 161ff).
Unsere Fragestellung lässt sich nun wie folgend präzisieren:
Welche Einflüsse hat die Aktivierungsstärke eines der beschriebenen Systeme auf die Energetisierung bzw. Hemmung der anderen Systeme; dabei berücksichtigend, welche Art von dynamischer Beziehung zwischen den Systemen vorherrscht, d.h. ein reziproker Austausch zwischen allen Systemen wird als vorrausgesetzt angenommen (vgl. a.a.O., S.163)? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, führen wir nun den Willensbegriff ein.
Was ist nun unter Wille, welcher Handlungen steuert, zu verstehen? Persönlichkeit stellt sich nach Kuhl durch individuell charakteristische Konfigurationen von psychischen Systemen dar; dabei ist der Wille eine Systemebene , welche einen besonders großen Einfluss auf solche Konfigurationen hat. Der Wille ist nach Kuhl die höchste von 7 Systemebenen. Der
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Vollständigkeit Tribut zollend, seien die 6 verbleibenden Systemebenen hier aufgezählt, werden jedoch keiner intensiveren Betrachtung unterzogen (s. S. 102-135):
- Kognitive und motorische Operationen (Lernen)
- Temperament (Erregung und Aktivierung)
- Affekt und Anreizmotivation
- Progression und Regression
- Basismotive
- Kognition
Den Willen kann man sich als eine Art Koordinationszentrale verdeutlichen, die ausgehend von der höchsten Repräsentationsebene eigener Bedürfnisse, Gefühle, Ziele usw. quasi vertikal, also “von oben nach unten“, elementare Systeme (welche bspw. für das Temperament, Affekte, Verhaltensroutine, Objekterkennung „zuständig“ sind- s.u.) so koordiniert, dass eine optimierte Umsetzung selbstgewollter Ziele ermöglicht wird (vgl. a.a.O., S.140).
Kuhl definiert den Begriff des Willens wie folgt:
„Mit dem enger gefaßten Willensbegriff wird eine Anzahl von zentralen Koordinationsfunktionen zusammengefaßt, die darauf ausgerichtet sind, im Falle auftretender Realisierungsschwierigkeiten die Prozesse auf sämtlichen Funktionsebenen der Persönlichkeit so aufeinander abzustimmen, daß das Beibehalten und Erreichen eines aktuellen Zieles optimiert wird (Zielverwirklichung). Die erweiterte Bestimmung des Willensbegriffs schließt die Prozesse der Bildung und Anwendung hochintegrierter, impliziter Selbstrepräsentationen einschließlich nicht bewusstseinspflichtiger allgemeiner Zie lrepräsentationen mit ein (Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung)“ (vgl. a.a.O., S. 133).
Zunächst müssen wir klären, was die Funktionskomponenten der Willenstätigkeit sind, durch welche Gemeinsamkeiten sie sich auszeichnen. Die allen Willensprozessen ge meinsame Funktion sieht Kuhl (unter Rückgriff auf Ach) darin, „dass sie die mit einem Vorsatz kompatiblen Reaktionstendenzen so deutlich verstärken, dass sie an Stelle der zunächst stärkeren gewohnheitsmäßigen oder impulsiven Reaktion ausgeführt werden können“(a.a.O., S.145). Diesen Prozess nennt Kuhl Amplifikation und fasst darunter „eine von der Absichtsrepräsentation ausgehende, top- down wirksame Verstärkung der Aktivierungsstärke absichtsrelevanter Verhaltens- und Wahrnehmungsschemata (...), damit sie sich gegen stärkere Verhaltenstendenzen durchsetzen können(...)“(a.a.O., S.145).
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Der Wille des Gesamtsystems lässt sich innerhalb der vier kognitiven Makrosysteme in den Strukturen der aktiven selbstrepräsentierenden Anteile des Extensionsgedächtnisses und dem Inhalt des Absichtsgedächtnisses (hochinferente Strukturen) verorten, während das Objekterkennungssystem und das System zur intuitiven Verhaltensteuerung den elementaren Strukturen zuzuordnen sind (vgl. a.a.O., S157).
Wir nähern uns jetzt einer etwas genaueren (konkreteren) Beschreibung der oben, zugegebenermaßen, noch etwas undifferenzierten (abstrakten) Darstellung an, um es mit Kuhl zu sagen: der Beschreibung der „kognitiven und affektiven Minimalarchitektur, die notwendig erscheint, um willentliches Handeln zu erklären“ (a.a.O., S.145).
Was ist nun aber unter der Koordinationszentrale des Willens genauer zu verstehen, wenn wir (mit Kuhl) davon ausgehen, dass mit der willentlichen Verstärkung bestimmter Verhaltensprogramme der Begriff des Willens noch nicht geklärt ist, da es noch mehr erfordert als nur die Verstärkung gewollter Reaktionen, um gelingen zu können? Kuhl reichert den Begriff durch die folgenden Komponenten an:
Die durch die Absichtsrepräsentation vermittelte Verstärkung der gewollten Reaktion macht es zunächst erforderlich, die Absicht bis zu einem Zeitpunkt, bei welchem eine zur Realisierung notwendige Gelegenheit angetroffen wird, aufrecht zu erhalten und/oder die erforderlichen Verhaltensroutinen einen ausreichende Aktivierungsstärke haben.
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Arbeit zitieren:
Arndt Keßner, Hermann Schmidts, Dirk Müntzenberg, 2002, Zu: Kuhl - Motivation und Persönlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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