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The Rules of the Club - Institutionenkritik in David Hares Dramentrilogie

Title: The Rules of the Club - Institutionenkritik in David Hares Dramentrilogie

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 23 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Jürgen Rindt (Author)

English Language and Literature Studies - Literature
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Einschnitt – Vom Status quo zum Status X

„[If] not through institutions, how do we express the common good?“1 – es ist ein dringlicher Weckruf, den David Hare nach fünfjähriger Recherche 2 in Kirche, Justiz und Politik an die Öffentlichkeit richtet. Um den Wendepunkt der Thatcher- Regierung hat sich ihm auf seiner investigativen Reise durch „British life“3 ein düsteres Bild offenbart: Es herrschen Unzufriedenheit, Resignation und Lähmung. Nach der „entrepreneurial ideology“4 des Thatcherismus5 wären Reformen überfällig, doch sie zeichnen sich nicht ab. Unverändert wachen restriktive „rules of the club“6 über überalterte Strukturen und starre Ideologien am Altar, im Gerichtssaal und bei der Labour Party. Die Systeme stagnieren. Ursachen und Folgen dieses Stillstands sind Gegenstand der aus den Recherchen hervorgegangenen Dramentrilogie Racing Demon, Murmuring Judges und The Absence of War. Dem Romantyp der „Condition of England novel“7 verwandt, verstehen sich die Stücke als dokumentarische8 Status-quo-Panoramen, die das Publikum für die Probleme sensibilisieren und zur Veränderung anregen wollen. Einen konkreten Weg zu einem möglichen “Status X” gibt Hare dabei zwar nicht vor („[M]y intention in the plays was [...] to portray the lives of the people trying to survive in [the institutions]” / „I have left it to the audience to draw parallels from their own lives“9.), sein Appell jedoch ist deutlich: ”British society needs not to abolish its institutions, but refresh them”10.

Was aber sind Hares konkrete Kritikpunkte an Kirche, Justiz und Politik, und wie verarbeitet er sie auf der Bühne? Diesen Fragen möchte sich die vorliegende Arbeit aus zwei Perspektiven nähern: Zuerst sollen die einzelnen Dramen im Mittelpunkt stehen. Unter dem Rückgriff auf Asking Around soll dabei jeweils näher beleuchtet werden, woran Hare seine Kritik festmacht und wie er sie über die jeweiligen Charaktere und Handlungsverläufe im Drama zum Ausdruck bringt. In einem zweiten Teil soll dann vor dem Hintergrund, dass die Trilogie als eine Art Querschnitt durch British life gedacht war und im Jahre 1993 auch zusammenhängend aufgeführt wurde, eine übergreifende Betrachtung der Dramen hinsichtlich ausgewählter inhaltlicher wie dramaturgischer Elemente versucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einschnitt – vom Status Quo zum Status X

1.1 Begriffsklärung „Institution“

1.2 Literatur

2 Längsschnitt – von „Asking Around“ zum politischen Drama

2.1 Racing Demon

2.2 Murmuring Judges

2.3 The Absence of War

3 Querschnitt – übergreifende Elemente der Kritik

3.1 Charakterprofile

3.2 Medien

3.3 Dramaturgische Eckpfeiler

4 Schnittwunden – Kritik der Kritik

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert David Hares Dramentrilogie hinsichtlich ihrer fundierten Institutionskritik vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels unter dem Thatcherismus. Das primäre Ziel besteht darin, die Verzahnung von dokumentarischer Recherche (Asking Around) und fiktionaler Bühnengestaltung in den Stücken Racing Demon, Murmuring Judges und The Absence of War aufzuzeigen und dabei übergreifende narrative sowie dramaturgische Mechanismen der Kritik zu identifizieren.

  • Institutionelle Stagnation in Kirche, Justiz und Politik
  • Interaktion zwischen individuellem Handeln und restriktiven Systemvorgaben
  • Rolle der Frau als moralisches Korrektiv und Beobachterinstanz
  • Einfluss und Manipulationspotenzial der Medien
  • Dramaturgische Strategien der Konfrontation (Theatre of juxtaposition)

Auszug aus dem Buch

2.1 Racing Demon

Auf ihrer General Synod (1987) offenbart sich die Anglikanische Kirche dem Zuhörer Hare als ein äußerst fragiles Gebäude. Drei konträre Flügel konkurrieren um mögliche Grundfesten der Institution: „the Anglo-Catholics, with their High Church emphasis on ritual and tradition; the Evangelicals, with their strong beliefs in good an evil, and personal salvation; and the Liberals, who, in the demonology of the two other groups, are held to be in a controlling ascendancy over the whole Church“.

Die daraus resultierende Vielstimmigkeit des Systems wird Hare bereits bei seinem ersten Besuch plastisch vor Augen geführt: Die Sitzung beginnt mit dem „Vater Unser“ in verschiedensten Versionen – aus Konsensmangel gibt es noch immer keine offizielle. Die in Asking Around dokumentierten Interviews festigen diesen Eindruck einer nur unter Mühen zusammengehaltenen Institution, die umso mehr darauf bedacht sein muss, wenigstens den kleinsten gemeinsamen Nenner zu verteidigen: „the show of the sacrament“.

Über dieses liturgische „Sonntagssoll“ hinaus streben die Ansätze der einzelnen theologischen Flügel indes weit auseinander. Das zeigt sich in der Synode, sobald die Tagespunkte etwa „Homosexualität“ oder „Ordination von Frauen“ lauten, und es zeigt sich in der in Asking Around dargelegten möglichen Vielfalt an Definitionen des Berufsbildes „Priester“: Während die einen an ihrer Berufung als biblische Mittler festhalten („I cannot understand any Christian not interested in conversion“), sehen sich andere allem voran einem Sumpf alltäglicher, äußerst irdischer sozialer Probleme gegenüber.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einschnitt – vom Status Quo zum Status X: Das Kapitel führt in David Hares Anliegen ein, die Stagnation britischer Institutionen nach der Ära Thatcher kritisch zu hinterfragen und die methodische Grundlage der Trilogie zu erläutern.

2 Längsschnitt – von „Asking Around“ zum politischen Drama: Hier werden die drei Dramen einzeln untersucht, wobei die direkte Verbindung zwischen den dokumentarischen Interviews und der fiktionalen Umsetzung der institutionellen Krisen beleuchtet wird.

3 Querschnitt – übergreifende Elemente der Kritik: Das Kapitel widmet sich den wiederkehrenden Mustern der Trilogie, wie etwa der Funktion weiblicher Charaktere, der destruktiven Rolle der Medien und spezifischen dramaturgischen Gestaltungsmitteln.

4 Schnittwunden – Kritik der Kritik: Diese Sektion reflektiert die öffentliche und fachliche Rezeption der Trilogie sowie die Herausforderung, komplexe politische Sachverhalte mediengerecht und authentisch auf die Bühne zu bringen.

5 Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen.

Schlüsselwörter

David Hare, Dramentrilogie, Institutionenkritik, Racing Demon, Murmuring Judges, The Absence of War, Asking Around, Thatcherismus, britisches Theater, dramaturgische Mittel, Theatre of juxtaposition, Systemkritik, politische Literatur, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung David Hares mit zentralen britischen Institutionen wie der Kirche, der Justiz und der Labour Party in seiner Dramentrilogie der 90er Jahre.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen Institutionen unter dem Druck des Thatcherismus, der Verlust von Reformbereitschaft, interne Machtkämpfe und die Schwierigkeit, ethische Standpunkte in erstarrten Systemen zu bewahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hare dokumentarische Fakten in fiktionale Dramen überführt, um das Publikum für gesellschaftliche Stillstände zu sensibilisieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine zweigeteilte Analyse: Einen „Längsschnitt“, der die einzelnen Dramen chronologisch untersucht, und einen „Querschnitt“, der übergreifende strukturelle Elemente der Trilogie herausarbeitet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Stücke Racing Demon, Murmuring Judges und The Absence of War in Bezug auf ihre Charaktere, Handlungsverläufe und ihren spezifischen Realitätsbezug.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Institutionenkritik, Theatre of juxtaposition, britisches Theater, David Hare, Systemkritik und der soziopolitische Kontext der 90er Jahre in Großbritannien.

Warum spielt die Rolle der Frau in der Trilogie eine so bedeutende Rolle?

Laut Hare fungieren weibliche Charaktere oft als „moralisches Gewissen“ der Stücke, da sie als „Fremdkörper“ innerhalb der patriarchal geprägten Institutionen eine kritischere Distanz wahren können.

Inwiefern beeinflussen die Medien die Handlung der Dramen?

Die Medien werden häufig als destruktive Kraft oder korrigierender Stolperstein dargestellt, die den Druck auf Individuen erhöhen und somit die Zerrissenheit der untersuchten Systeme verdeutlichen.

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Details

Title
The Rules of the Club - Institutionenkritik in David Hares Dramentrilogie
College
University of Passau
Course
New Writing: Die englische Literatur der 1990er Jahre
Grade
2,0
Author
Jürgen Rindt (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V28983
ISBN (eBook)
9783638306225
Language
German
Tags
Rules Club Institutionenkritik David Hares Dramentrilogie Writing Literatur Jahre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jürgen Rindt (Author), 2002, The Rules of the Club - Institutionenkritik in David Hares Dramentrilogie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28983
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