Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 3
1 Einleitung 4
2 Preisgrenzen 4
2.1 Begriffsdefinition 4
2.2 Arten 5
2.3 Funktionen 6
2.4 Anwendungsgebiete 7
3 Darstellung von Ansätzen zur Ermittlung von Preisgrenzen 8
3.1 Einfluss- bzw. Bestimmungsfaktoren auf die Preisgrenzenermittlung 8
3.2 Ansätze zur Ermittlung von Preisgrenzen 9
3.2.1 Die Ermittlung von Preisgrenzen auf Vollkostenbasis 9
3.2.2 Die Ermittlung von Preisgrenzen auf Teilkostenbasis 10
3.2.2.1 Preisgrenzen in der Relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung 10
3.2.2.2 Preisgrenzen in der Ein- und Mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung 11
3.2.3 Die Ermittlung von Preisgrenzen in der Prozesskostenrechnung 14
3.2.4 Die Ermittlung von Preisgrenzen im Target Costing 15
4 Beurteilung der Ansätze 17
4.1 Die Preisgrenzenermittlung auf Vollkostenbasis 17
4.2 Die Preisgrenzenermittlung auf Teilkostenbasis 19
4.2.1 Die Preisgrenzenermittlung in der Relativen Einzelkosten- und
Deckungsbeitragsrechnung 19
4.2.2 Die Preisgrenzenermittlung in der Ein- und Mehrstufigen
Deckungsbeitragsrechnung 19
4.3 Die Preisgrenzenermittlung in der Prozesskostenrechnung 20
4.4 Die Preisgrenzenermittlung im Target Costing 21
4.5 Zusammenfassende Beurteilung 22
5 Abschließende Betrachtung 24
1
Anhang
Arten von Preisgrenzen 25
Traditioneller Vollkostenvergleich zwischen Eigenfertigung und Fremdbezug 26
Vergleich der zusätzlichen (kurzfristig variablen) Kosten von Eigenfertigung und
Fremdbezug (Teilkostenrechnung) 27
Vergleich zwischen dem Kalkulationsschema der Vollkostenrechnung und dem Kalkulationsschema der Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung 28
Differenziertes Schema zur Ermittlung der Preisuntergrenze bei kundenindividueller
Auftragsfertigung 29
Beispiel zur Preisgrenzenberechnung in der Deckungsbeitragsrechnung unter
Berücksichtigung entgangener Deckungsbeiträge 30
Übersicht über die wichtigsten Ansatzpunkte der Preisuntergrenzenermittlung
bei Adolf G. Coenenberg 32
Übersicht über die wichtigsten Ansatzpunkte der Preisuntergrenzenermittlung
bei Thomas Reichmann 33
Übersicht über die wichtigsten Ansatzpunkte der Preisobergrenzenermittlung
bei Thomas Reichmann 34
Übersicht über die wichtigsten Ansatzpunkte der Preisobergrenzenermittlung
bei Wolfgang Männel 35
Die Verrechnung von Prozesskosten auf Produkte in der Prozesskostenrechnung 36
Beispiel für die Kalkulation von Produkten im Rahmen der Prozesskostenrechnung 37
Vergleich von Make - or - Buy - Entscheidung mit und ohne
Prozesskosteninformationen 38
Literaturverzeichnis 40
2
Abbildungsverzeichnis
Abb. 3-1: Entscheidungsfindung auf der Grundlage von Preisgrenzen...……........................……. 7
Abb. 3-2: Die Ermittlung von Preisgrenzen auf Vollkostenbasis.................................…………. 10
Abb. 3-3: Die Einteilung der Gesamtkosten in der Teilkostenrechnung...........................……… 10
Abb. 3-4: Gemeinsamkeiten bei der Preisuntergrenzenberechnung von Thomas
Reichmann und Adolf G. Coenenberg........................................................………….. 12
Abb. 3-5: Die Ermittlung von kostenersparnisorientierten Preisobergrenzen bei
Thomas Reichmann.........................................................................................………... 13
Abb. 3-6: Die Ermittlung von Preisgrenzen in der Prozesskostenrechnung.....................……….. 15
Abb. 3-7: Vergleich der top-down Zielkostenbestimmung mit der bottom-up
1 Einleitung
Der Ermittlung von Preisgrenzen wird in Theorie und Praxis große Aufmerksamkeit geschenkt. Preisgrenzen dienen Unternehmen als Entscheidungshilfen, sowohl im Produktions- und Absatz-, als auch im Beschaffungsbereich. Im Mittelpunkt der Unternehmensführung steht unter anderem die Realisation eigener Kostenvorteile, der Aufbau optimaler Lieferantenbeziehungen, die optimale Gestaltung des Produktionsprogramms sowie die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im Absatzbereich. Im Zusammenhang damit bilden Preisgrenzen die Grundlage für eine bessere Ausnutzung der Kapazitäten, eine Maximierung der Deckungsbeiträge und eine verbesserte Angebotspreiskalkulation auf zunehmend komplexen Absatzmärkten. Dies setzt jedoch voraus, dass die Unternehmensleitung klare Vorstellungen darüber besitzt, für welche Erzeugnisse und Zeiträume Preisgrenzen ermittelt werden bzw. gelten sollen und welche Verfahren zur Ermittlung eingesetzt werden. In der Literatur ist kein geschlossenes, universelles Preisgrenzenkonzept zu finden. Stattdessen werden im Rahmen der Unternehmensrechnung die verschiedensten Verfahren zur Ermittlung von Preisgrenzen eingesetzt. Diese Arbeit soll sich mit der Bestimmung und Anwendung von Preisgrenzen in Industrieunternehmen beschäftigen.
Für die Bearbeitung des Themengebietes wurde folgendes Vorgehen gewählt. Im ersten A bschnitt werden Preisgrenzen als solches näher beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei, neben der Begriffsdefinition, Arten und Funktionen von Preisgrenzen sowie die Bereiche, in denen die Ermittlung von Preisgrenzen Anwendung findet. Der darauf folgende Abschnitt beschäftigt sich mit der Darstellung von verschiedenen Ansätzen zur Ermittlung von Preisgrenzen im Rahmen der Unternehmensrechnung. Innerhalb dieses Abschnitts werden im Punkt 3.1 Faktoren näher betrachtet, welche auf die Bestimmung von Preisgrenzen Einfluss haben. Im Anschluss daran wird der Preisgrenzenermittlung in der Vollkostenrechnung, der Relativen Einzelkosten- und Deckungsbeitragsrechnung, der Ein-und Mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung sowie der Prozesskostenrechnung und dem Target Costing Aufmerksamkeit geschenkt. Nach der Vorstellung der Ansätze wird in Abschnitt 4 z unächst jedes Verfahren einzeln beurteilt. Daran schließt sich eine zusammenfassende Beurteilung der Ansätze an. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung mit einer kritischen Schlussbetrachtung.
2 Preisgrenzen
2.1 Begriffsdefinition
Preisgrenzen sind von den Unternehmenszielen maßgeblich beeinflusste Entscheidungswerte. Definitionsgemäß handelt es sich um jene kritischen Werte, für die ein Unternehmen bei der Entscheidung zwischen zwei Alternativen indifferent ist und deren Über- bzw. Unterschreitung ein ganz
4
bestimmtes Handeln im Unternehmen auslöst. 1 Ein Abweichen von diesen Grenzen würde langfristig die Erreichung der Betriebsziele beeinträchtigen. Man unterscheidet zwischen Preisobergrenzen für Einsatzgüter im Beschaffungsbereich 2 und Preisuntergrenzen für Endprodukte im Absatzbereich. 3
Unter einer Preisobergrenze versteht man den „[...] Preis, den eine Unternehmung für ein Wirtschaftsgut [ am Beschaffungsmarkt] maximal zu zahlen bereit ist“. 4 Sie gibt sozusagen „[...] das Beschaffungspreislimit an, das beim Einkauf von Gütern nicht überschritten werden darf“. 5 Bei einer Preisuntergrenze handelt es sich um den niedrigsten Preis, zu dem ein A bsatzprodukt auf dem Markt zum Verkauf angeboten werden kann. Reichmann definiert Preisuntergrenzen als „[...] kritische Werte [...], bei deren Unterschreitung von Seiten des Marktpreises die vorübergehende Einstellung der Produktion vorteilhafter ist, als die Weiterproduktion“. 6, 7 Die Höhe einer Preisgrenze hängt davon ab, welche Alternativen zur Beschaffung bzw. zur Produktion und zum Absatz des Gutes bestehen, für das die Preisgrenze bestimmt werden soll. 8
2.2 Arten
In Abhängigkeit von der Zielsetzung, unter der Preisgrenzen abgeleitet werden, lassen sich erfolgsbzw. leistungswirtschaftliche und finanzwirtschaftliche (finanzielle, liquiditätsorientierte) Preisgrenzen unterscheiden. 9
Erfolgswirtschaftliche Preisgrenzen erhält man unter der Zielsetzung der Gewinnmaximierung. Sie geben den Preis eines Objektes an, für den im Fall der Produktion kein höherer Gewinn erwirtschaftet werden kann als im Fall der Nichtproduktion. 10 Dominieren dabei Kostenerwägungen, spricht man von kostenwirtschaftlichen Preisgrenzen. 11
In der Literatur werden unterschiedliche Begriffe für erfolgswirtschaftliche Preisgrenzen verwendet. So unterscheidet Carl E. Schulz im Hinblick auf den Absatzbereich zwischen effektiven und differentiellen Preisuntergrenzen. 12 Hans Raffée verwendet stattdessen die Begriffe ´auftragsrelevant´
1 Vgl. Coenenberg, A. G.:(Kostenrechnung), S. 327.
2 Die Ermittlung von Preisobergrenzen ist auch im Absatzbereich relevant, wenn es um die Bestimmung der maximal
erzielbaren Absatzpreise geht, über die ein Unternehmen beim Verkauf von Wirtschaftsgütern beim Streben nach lang-fristiger Gewinnmaximierung nicht hinausgehen sollte. Vgl. Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 9.
3 Vgl. Lück, W.:(Lexikon), S. 904.
4 Reichmann, T.:(Controlling), S. 241; siehe hierzu auch Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 10.
5 Lück, W.:(Lexikon), S. 904.
6 Reichmann, T.:(Controlling), S. 149; siehe hierzu auch Listl, A.:(Target Costing), S. 5, 65; Riebel, P.:(De-
ckungsbeitragsrechnung), S. 593.
7 Nach Ansicht von Raffée ist diese Definition außerordentlich stark auf Kostenerwägungen ausgerichtet und vernach-
lässigt finanzwirtschaftliche Aspekte. Er hält es für besser, sie als Preise zu definieren, die mindestens erzielt werden
müssen, wenn der Absatz der Leistungen die langfristige Erreichung des Betriebsziels nicht beeinträchtigen soll. Vgl.
Raffée, H.:(Kurzfristige Preisuntergrenzen), S. 13f.
8 Vgl. Schweitzer, M; Küpper, H.-U.:(Systeme), S. 457.
9 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6; Coenenberg, A. G.:(Kostenrechnung), S. 306; Raffée, H.:(Preisuntergrenzen), S.
145
10 Vgl. Pack, L.:(Preisgrenzen), S. 303.
11 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6.
12 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6.
5
und ´programmrelevant´. 13 Bezüglich Kuppelproduktionen spricht Thomas Reichmann von relativen und absoluten Preisuntergrenzen 14 und unter zusätzlicher Berücksichtigung der Auswirkungen fixer Kosten von partiellen und totalen Erlösuntergrenzen 15 .
Hinsichtlich der Beschaffung unterscheidet Wolfgang Männel kostenersparnisorientierte und ver-wendungsertragsorientierte Preisobergrenzen, wobei die kostenersparnisorientierten Preisobergrenzen von zeitlichen oder von sachlichen Alternativen abgeleitet werden können. 16 Finanzwirtschaftliche Preisgrenzen 17 sind im Zusammenhang mit dem Ziel der Liquiditätssicherung und dem Aufrechterhalten des finanziellen Gleichgewichts einer Unternehmung von Bedeutung. 18 Sie werden mit Hilfe der Finanzrechnung ermittelt und berücksichtigen alle zahlungsrelevanten Größen. Vor allem in Krisensituationen, zum Beispiel zur Insolvenzvermeidung, sind sie von B edeutung. 19 Es kann jedoch passieren, dass die Handlungsempfehlungen finanzwirtschaftlicher Preisgrenzen erfolgswirtschaftlich nicht optimal sind. Wenn sich ein Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten befindet, wird es einem Auftrag mit relativ geringen Preisen möglicherweise den Vorrang geben, wenn die Zeitpunkte der Zahlungseingänge die finanzielle Situation verbessern. 20
2.3 Funktionen
Preisgrenzen unterstützen die Entscheidungsfindung in Unternehmen, indem sie den preispolitischen Spielraum einer Unternehmung nach oben bzw. nach unten abstecken und auf diese Weise als Grundlage für betriebliche Beschaffungs-, Produktions- und Absatzentscheidungen dienen. Preisobergrenzen werden für Entscheidungen über Einsatzgüter, die Bestimmung von Beschaffungspreisen und -mengen, die Lieferantenauswahl und die Beschaffungsmethode herangezogen. 21 Wenn die Absatzpreise als gegeben einzustufen sind, so sind Preisobergrenzen als äußerste Preise für den Ankauf der benötigten Inputfaktoren anzusehen. Außerdem lassen sich mit Hilfe von Preisuntergrenzen Art und Umfang des Produktionsprogramms festlegen. Weiterhin zeigen sie auf, ob eine Stillegung der Produktion sowie die Annahme von Zusatzaufträgen unter den gegebenen U mständen sinnvoll erscheinen. 22
Die Entscheidungsfindung auf der Grundlage von Preisgrenzen sieht wie folgt aus: • liegt der Beschaffungspreis (p B ) über der berechneten Preisobergrenze, wird auf den Fremdbezug des betreffenden Einsatzgutes verzichtet und eine Eigenherstellung bevorzugt,
13 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6.
14 Vgl. Reichmann, T.:(Controlling), S. 140, 150.
15 Vgl. Reichmann, T.:(Controlling), S. 151.
16 Vgl. Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 16.
17 Zu kurzfristigen finanzwirtschaftlichen Preisuntergrenzen vgl. Raffée, H.:(Preisuntergrenzen), S. 146 ff.
18 Vgl. Raffée, H.:(Preisuntergrenzen), S. 146; siehe hierzu auch: Pack, L.:(Preisuntergrenzen), S. 303; Listl, A.:(Target
Costing), S. 6.
19 Vgl. Wedell, H.:(Grundlagen), S. 225.
20 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 10.
21 Vgl. Mikus, B.:(Entscheidungen), S. 16; Reichmann, T.:(Kosten), S. 107.
22 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6, 10.
6
• liegt der Absatzpreis (p A ) unter der errechneten Preisuntergrenze wird ein Unternehmen die Stilllegung (eines Teils) der Produktion erwägen bzw. sich gegen die Annahme eines Zusatzauftrages entscheiden.
2.4 Anwendungsgebiete
Die Ermittlung von Preisgrenzen ist eine preispolitische Teilaufgabe der Kostenrechnung mit dem Ziel eines verbesserten Kostenmanagements. 23 Sie ermöglicht eine bessere Auslastung der vorhandenen Kapazitäten, eine wirtschaftlichere Arbeitsweise und eine strukturelle Verbesserung der g esamten Wertschöpfungskette.
Vor allem in Zeiten instabiler Preise, in denen sich Preiserhöhungen im Beschaffungsbereich a nkündigen oder sich ein zunehmender Preisverfall auf dem Absatzmarkt bemerkbar macht und für einen kürzeren oder längeren Zeitraum die Deckung der Unternehmenskosten durch die Absatzpreise gefährdet ist, ist es enorm wichtig, die kritischen Preise zu kennen, über die unter Berücksichtigung der Produktions- und Vertriebsmöglichkeiten nicht hinausgegangen werden darf. Dies gilt speziell für solche Unternehmen, die einem starken Wettbewerbsdruck auf dem Absatzmarkt unterliegen und Erhöhungen der Einstandspreise nicht beliebig auf die Kunden überwälzen können sowie für Unternehmen, die sich langfristig auf feste Verkaufspreise fixiert haben (z. B. bei der Herstellung von Markenartikeln) oder die ihren K unden bereits verbindliche A ngebote unterbreitet bzw. Kundenaufträge zu verbindlichen Preisen angenommen haben. 24
Preisobergrenzen bilden die Grundlage für Make - or - Buy - Entscheidungen 25 , die in hohem Maße die Leistungsfähigkeit von Unternehmen bestimmen. Damit im Zusammenhang steht die Festlegung des Bereitstellungsweges von Einsatzgütern und der Wechsel zu alternativen Beschaffungs-formen, wenn sich der bisher genutzte Bereitstellungsweg aufgrund veränderter Bestimmungsfaktoren als unvorteilhaft erweist. 26 Hier besteht eine Verknüpfung zur Entscheidung über die Fertigungstiefe. Einerseits kann es sich als vorteilhaft erweisen, Nebenleistungen zukünftig kostenoptimal fremd zu beschaffen und die Eigenfertigung auf die Kernbereiche des Unternehmens zu b eschränken („Outsourcing“). Andererseits kann es sich auch positiv auswirken, bisher extern e rbrachte Leistungsprozesse wieder intern zu bewerkstelligen („vertikale Integration“). 27 Zudem wer-
23 Vgl.Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 10.
24 Vgl. Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 10 f. Besteht die Möglichkeit der vollen Überwälzung aller Preiserhöhungen
gibt es keine Preisobergrenzen.
25 Vgl. Mikus, B.:(Entscheidungen), S. 16-18; zu den Entscheidungsobjekten vgl. S. 17-23; zu den Anlässen vgl. S. 33f.
26 Vgl. Männel, W.:(Eigenfertigung), S. 166; siehe hierzu auch Mikus, B.:(Entscheidungen), S 32 f., Wedell, H.:
(Grundlagen), S. 187.
27 Vgl. Mikus, B.:(Entscheidungen), S. 27-33.
7
den Entscheidungen über die Lieferantenauswahl auf der B asis von Preisobergrenzen getroffen. Dies ist besonders dann aktuell, wenn planmäßige Lieferanten ausfallen und kurzfristig Ersatz b eschafft werden muss.
Preisobergrenzen sollten insbesondere für kostenintensive Haupteinsatzgüter bestimmt werden s owie für Engpassfaktoren, denen innerhalb des Produktionsprozesses eine wichtige Bedeutung z ukommt. Weiterhin erweist sich eine Limitierung des preispolitischen Spielraums nach oben dann als vorteilhaft, wenn Beschaffungsentscheidungen innerbetrieblich an die Einkaufsabteilung d elegiert werden sollen. In solchen Fällen eröffnen Preisobergrenzen gleichzeitig die Gelegenheit zur Leistungsmessung und Effizienzkontrolle in der Einkaufsabteilung. 28 Des weiteren kann auch bestimmt werden, ob ein Zukauf von Gütern sinnvoll ist, wenn die eigenen Fertigungskapazitäten zwar e rschöpft sind, aber dennoch eine unbefriedigte Nachfrage besteht.
Anhand von Preisuntergrenzen kann das optimale Produktionsprogramm eines Unternehmens z usammengestellt werden. Sie geben Auskunft darüber, ob es unter den gegebenen Bedingungen sinnvoll ist, die bisherige Produktion aufrechtzuerhalten, das Produktionsprogramm zu verändern bzw. die Produktion von einem oder allen Produkten stillzulegen oder die Herstellung neue Produkte aufzunehmen. Weiterhin können mit ihrer Hilfe Entscheidungen über die Annahme von Zusatzaufträgen getroffen sowie optimale Stilllegungszeitpunkte bestimmt werden. 29 Zudem können Preisuntergrenzen auch im Rahmen des kalkulatorischen Ausgleichs Anwendung finden. Damit sind Preisstrategien gemeint, die bei Einzelleistungen Gewinneinbußen bewusst in Kauf nehmen, um durch Absatzverbundenheiten im großen und ganzen zu einem günstigeren Ergebnis zu gelangen. 30 Schließlich können auch die optimalen Verkaufszeitpunkte von Gütern bestimmt werden. 31
3 Darstellung von Ansätzen zur Ermittlung von Preisgrenzen
3.1 Einfluss- bzw. Bestimmungsfaktoren auf die Preisgrenzenermittlung
Damit Preisgrenzen als Grundlagen für betriebliche Entscheidungen geeignet sind, müssen sie unter Beachtung der jeweils spezifischen Entscheidungssituation und Problemstellung individuell ermittelt werden. 32 Dabei spielen sowohl unternehmensinterne Bedingungen, als auch der Unternehmenskontext eine wichtige Rolle.
Zu den externen Einflussfaktoren gehören zunächst die Beschaffungs- und A bsatzmarktsituation einschließlich der Marktform und der Angebots- bzw. Nachfrageentwicklung. Weiterhin muss der Intensität des Wettbewerbsdrucks und der Wahrscheinlichkeit eines Auftragseingangs Beachtung
28 Vgl. Männel, W.:(Preisobergrenzen), S. 11f.
29 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 6.
30 Vgl. Raffée, H.:(Preisuntergrenzen), S. 149.
31 Vgl. Listl, A.:(Target Costing), S. 12.
32 Vgl. Schweitzer, M; Küpper, H.-U.:(Systeme), S. 457.
8
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Annette Gebert geb. Speck, 2002, Bestimmung und Anwendung von Preisgrenzen, München, GRIN Verlag GmbH
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