Inhaltsverzeichnis:
Abbildungsverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VI
1 Problemstellung 1
1.1 Relevanz und Aktualität der Thematik 1
1.2 Themenhinführung 3
1.3 Vorgehensweise. 5
2 Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze
nach IAS/IFRS 6
2.1 Das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung als Grundannahme
der IAS/IFRS Rechnungslegung 6
2.1.1 Beziehungszusammenhang zwischen den Zielen des IASB und
dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsermittlung. 6
2.1.2 Ausprägungen des Prinzips der Periodenabgrenzung 8
2.1.3 Bedeutung des Accrual Principle für das Income Statement 11
2.2 Erklärung des unternehmerischen Erfolgs nach IAS/IFRS 12
2.3 Funktionen und Grundsätze des Income Statements. 16
2.3.1 Aufgaben und Bedeutung der GuV. 16
2.3.2 Das Income Statement als Instrument zur
Unternehmenssteuerung 17
2.3.3 Formale Ausweisvorschriften und Ertrags- und
Aufwandsdefinition. 18
3 Die Erfolgsspaltungskonzeption des Income Statements 21
3.1 Wesensmerkmale und Ziele der Erfolgsspaltung. 21
3.2 Die Erfolgsspaltungskonzeption nach IAS/IFRS 22
3.2.1 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. 22
3.2.1.1 Betriebsergebnis. 23
3.2.1.2 Finanzergebnis 26
3.2.1.3 Minderheitsanteile. 27
3.2.2 Außerordentliches Ergebnis. 27
3.3 Die Behandlung von Steuern 28
- I -
3.4 Zusammenfassung und Beurteilung der Erfolgsspaltungskonzeption
nach IAS/IFRS 30
4 Ausweis weiterer Erfolgskomponenten in der
Eigenkapitalver änderungsrechnung 32
4.1 Gründe für den Ausweis von ergebnisneutralen Erfolgen. 32
4.2 Möglichkeiten von ergebnisneutralen Erfolgskomponenten 32
4.2.1 Neubewertung von Sachanlagen (IAS 16 ) 32
4.2.2 Neubewertung von immateriellen Vermögenswerten (IAS 38) 34
4.2.3 Bewertung von Finanzinstrumenten zum Fair Value (IAS 39) 34
4.2.4 Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen (IAS 21) 35
4.2.5 Erstmalige Umstellung auf IAS/IFRS (IFRS 1) 36
4.2.6 Eigenkapitalbeschaffungskosten (SIC 17) 37
4.2.7 Korrektur grundlegender Bilanzierungsfehler und Änderungen
von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden (IAS 8) 38
4.2.8 Ertragssteuer auf erfolgsneutral erfasste Gewinne und Verluste
(IAS 12) 39
4.3 Darstellung der weiteren Erfolgskomponenten in der
Eigenkapitalver änderungsrechnung 39
4.4 Zusammenfassung und Beurteilung der ergebnisneutralen Erfolge. 41
5 Die geplante Neukonzeption des Income Statements durch das IASB 42
5.1 Beweggründe für das Projekt „Reporting Comprehensive Income“ 42
5.1.1 Kritik am bisherigen Income Statement. 42
5.1.2 Die Problematik der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. 43
5.2 Ziele und Beschreibung des Projektes. 45
5.3 Das „Statement of Comprehensive Income“ als neue GuV. 48
5.4 Kritische Würdigung der geplanten Neuerungen. 50
6 Discontinuing Operations nach IAS 35 als gesonderter Posten des
Betriebsergebnisses 53
6.1 Abgrenzung des Begriffs „Discontinuing Operations“ 53
6.2 Zeitpunkt der Entstehung der Offenlegungspflicht 54
6.3 Ansatz und Bewertung von einzustellenden Geschäftsbereichen 55
6.4 Darstellung in der GuV und weiter Angabepflichten. 57
- II -
6.5 Beurteilung der Behandlung der Discontinuing Operations nach
IAS 35. 58
6.6 Ausblick auf die zukünftigen Änderungen nach Exposer Draft 4 59
7 Die Kennzahl Earnings per Share nach IAS 33. 60
7.1 Bedeutung der Kennzahl. 60
7.2 Ansatz und Anwendungsbereich der Kennzahl 61
7.3 Berechung der Kennzahl. 62
7.3.1 Unverwässertes Ergebnis je Aktie 62
7.3.2 Verwässertes Ergebnis je Aktie 63
7.4 Vergleich der Kennzahl EPS mit dem Ergebnis je Aktie nach
DVFA /SG 65
7.5 Änderungen des IAS 33 durch das Improvement Projekt des IASB. 66
8 Ertragsrealisation bei langfristiger Fertigung nach IAS 11. 68
8.1 Abgrenzung eines langfristigen Fertigungsauftrages 68
8.2 Gewinnrealisation bei langfristiger Auftragsfertigung. 69
8.2.1 Completed-Contract-Method. 69
8.2.2 Percentage-of-Completion-Method. 70
8.2.2.1 Ermittlung des Gewinns durch Schätzung 71
8.2.2.2 Verfahren zur Ermittlung des Fertigstellungsgrads 73
8.2.2.3 Ausweis und Anhangsangaben 74
8.2.2.4 Behandlung von latenten Steuern 74
8.2.3 Bilanzpolitischer Handlungsspielraum bei der Ertragsrealisation
aus der langfristigen Auftragsfertigung. 75
9 Erfolgswirtschaftliche Analyse nach IAS/IFRS. 75
9.1 Traditionelle Erfolgsanalyse 75
9.2 Analyse der Erfolgskomponenten nach IAS/IFRS. 77
9.2.1 Systematisierung der Erfolgsquellen. 78
9.2.2 Erfolgsniveauanalyse 80
9.2.3 Ertrags- und Aufwandsstrukturanalyse 82
9.3 Das Income Statement als Basis für wertorientierte
Unternehmensanalysen 84
- III -
10 Schlussbetrachtung 85
Anhang 88
Literaturverzeichnis 94
- IV -
Abbildungsverzeichnis :
Abbildungen im Fließtext:
Abb. 1: Aufbau der Arbeit.
Abb. 2: Ausprägungen des Prinzips der periodengerechten Erfolgsermittlung
Abb. 3: Erklärung des Erfolgs nach HGB und IAS/IFRS.
Abb. 4: Möglichkeiten der Eigenkapitalveränderung
Abb. 5: Mindestgliederung der GuV nach IAS 1.75
Abb. 6: Ertragssteuerbehandlung nach IAS/IFRS bei einem negativen außerordent-
lichen Ergebnis
Abb. 7: Die Erfolgsspaltungskonzeption nach IAS/IFRS
Abb. 8: Zusammenfassung und Charakterisierung der ergebnisneutralen
Erfolge nach IAS/IFRS.
Abb. 9: Ausweis von Gewinnen und Verlusten aus der Fair Value Bewertung
Abb. 10: Geplante Neukonzeption des Income Statements
Abb. 11: Erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse
Abb. 12: Möglichkeiten der Erfolgsquellensystematik nach IAS/IFRS
Abbildungen im Anhang:
Abb. A: Voraussichtliche Bilanzierungssituation in Deutschland ab 01.01.2005.
Abb. B: Vergleich des Income Statements nach IAS/IFRS mit der
des HGB.
Abb. C: Beispiel der Nature-of-Expense-Method
Abb. :D Beispiel der Cost-of-Sales-Method
Abb. E: Kategorisierung der finanziellen Vermögenswerte.
Abb. F: Income Statement der Bayer AG des Geschäftsjahres 2002
Abb. G: Beispielsrechnung zur Ermittlung des unverwässerten und des
verwässerten Ergebnisses je Aktie
Abb. H: Beispielsrechnung zur Ertragsrealisation bei langfristiger Fertigung
- V -
Abkürzungsverzeichnis:
AfS Available for Sale AG Aktiengesellschaft ASB Accounting Standards Board BB Betriebs-Berater (Zeitschrift) BfuP Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis (Zeitschrift) BuW Betrieb und Wirtschaft (Zeitschrift) bzw. beziehungsweise ca. circa CAPM Capital Asset Pricing Model CFROI Cash Flow Return on Investment DAX Deutscher Aktienindex DB Der Betrieb (Zeitschrift) DVFA Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung e.V. DBW Die Betriebswirtschaft (Zeitschrift) d.h. das heißt DSOP Draft Statement of Principlces EBIT Earnings before Interest and Tax ED Exposer Draft EG Europäische Gemeinschaft EKVR Eigenkapitalveränderungsrechnung etc. et cetera EU Europäische Union e. V. eingetragener Verein EVA Economic Value Added F Framework ff. fortfolgende FASB Financial Accounting Standards Board GKV Gesamtkostenverfahren GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung GuV Gewinn- und Verlustrechnung HGB Handelsgesetzbuch hrsg. herausgegeben
- VI -
Hrsg. Herausgeber IAS International Accounting Standards IASB International Accounting Standards Board IASC International Accounting Standards Committee i. d. R. in der Regel IDW Institut der Wirtschaftsprüfung in Deutschland e.V. IFRS International Financial Reporting Standards IHK Industrie- und Handelskammer i. S. d. Im Sinne des/der i.V.m. in Verbindung mit Jg. Jahrgang KapAEG Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz KoR Zeitschrift für kapitalmarktorientierte Rechnungslegung MDAX Mio. Millionen MVA Market Value Added NOPAT Net Operating Profit after Tax Nr. Nummer o. Jg. ohne Jahrgang S. Seite SG Schmalenbach Gesellschaft SIC Standings Interpretation Committee STh Der Schweizer Treuhänder (Zeitschrit) StuB Steuern und Bilanzen (Zeitschrift) u. a. unter anderem/anderen UKV Umsatzkostenverfahren US-GAAP United States-Generally Accepted Accounting Principles v. von, vom vgl. vergleiche WACC Weighted Average Cost of Capital Wpg. Die Wirtschaftsprüfung (Zeitschrift) z.B. zum Beispiel ZfB Zeitschrift für Betriebswirtschaft (Zeitschrift) ZfbF Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung
- VII -
1 Problemstellung
1.1 Relevanz und Aktualität der Thematik
Als 1993 die Daimler Benz AG als erstes deutsches Unternehmen ihren Jahrsabschluss unter großem Interesse der Öffentlichkeit nach US-GAAP bilanzierte, war es die Puma AG im gleichen Jahre, die fast unbemerkt als erstes deutsches Unternehmen einen IAS-Abschluss veröffentlichte und somit einen Meilenstein im Zuge der Internationalisierung der Rechnungslegung setzte. 1 Seit dieser Zeit hat die internationale Rechnungslegung stark an Bedeutung gewonnen. Die Zulassungsvoraussetzung für das 1997 gegründete Börsensegment „Neuer Markt“, die die Unternehmen zu einem Jahresabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards verpflichtete, verhalf den IAS/IFRS zusätzlich zu größerer Aufmerksamkeit und zu einem höheren Verbreitungsgrad. Auch das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG) von 1998 hat dazu beigetragen, die deutsche Rechnungslegungslandschaft für internationale Standards zu öffnen. 2 Dieses Gesetz ermöglicht börsennotierten Unternehmen gemäß §292a HGB einen befreienden Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards an Stelle eines HGB Abschlusses aufzustellen. 3
Betrachtet man die Unternehmen des deutschen Aktienindex, so ist auch hier der Wandel in den Bilanzierungspraktiken deutlich zu erkennen. Während 1997 noch kein einziges Unternehmen des DAX 30 einen reinen IAS/IFRS-Abschluss veröffentlichte 4 , bilanzierten 2001 bereits 50 % der DAX-Unternehmen ihren Jahresabschluss nach IAS/IFRS. 5
Die Harmonisierungsbemühungen für eine einheitliche internationale Rechnungslegung wurden in den letzten Jahren mit enormer Geschwindigkeit vorangetrieben und führen in naher Zukunft zu einem weitreichenden Wandel der gesamten Rechnungslegung nicht
1 Vgl. Spanheimer, Jürgen - Koch, Christian: Internationale Bilanzierungspraxis in Deutschland, in: Die
Wpg (2000), S. 301
2 Vgl. Böcking, Hans-Joachim - Dutzi, Andreas: Internationale Rechnungslegung mit Blick auf 2005,
in: Steuer; Wirtschaft; Recht; (2002), S. 358; Bruns, Hans-Georg: International vergleichbare und qua-
litativ hochwertige deutsche Jahresabschlüsse durch Anwendung der IAS/IFRS, in: ZfbF (2002), S.
178
3 Vgl. Leibfried, Peter: Ausgewählte Problemfelder der Internationalen Rechnungslegung nach IAS, in:
Die Steuerberatung (2003), S. 211; Zitzelsberger, Siegfried: Ist die 4. EG-Richtlinie noch zeitgemäß?,
in: Die Wpg (1998), S. 801
4 Vgl. Spanheimer, Jürgen - Koch, Christian: Internationale Bilanzierungspraxis in Deutschland, in: Die
Wpg (2000), S. 303
5 Vgl. Kirsch, Hans-Jürgen - Dohrn, Matthias - Wirth, Jörn: Rechnungslegungs- und Prüfungspraxis der
DAX-100-Unternehmen, in: Die Wpg (2002), S. 1221
- 1 -
nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Ab dem 01.01.2005 wird es für börsennotierte Unternehmen mit Sitz in der EU Pflicht, ihren Konzernabschluss nach IAS/IFRS zu bilanzieren. 6 Unmittelbar betroffen von dieser Verordnung, die am 19. Juli 2002 von der Europäischen Union verabschiedet wurde, sind ca. 7000 Unternehmen, von denen bis jetzt aber nur ca. 350 nach IAS/IFRS bilanzieren. 7 Deutsche Unternehmen, die zusätzlich an der US-Börse gelistet sind, erhalten eine Übergangsfrist bis zum 01.01.2007 und dürfen solange ihren Konzernabschluss nach US-GAAP bilanzieren. 8 Bei Konzernbilanzen von nicht kapitalmarktorientierten Unternehmen, sowie beim Einzelabschluss von Unternehmen wird den EU-Mitgliedsstaaten freigestellt, die IAS/IFRS verpflichtend oder als Wahlrecht einzuführen.
Dem Maßnahmenkatalog der Bundesregierung zur Stärkung der Unternehmensintegrität und des Anlegerschutzes vom 25.02.2003 lässt sich entnehmen, dass den nicht kapital-marktorientierten Unternehmen in Deutschland ein Wahlrecht zur Erstellung ihres Konzernabschlusses nach IAS/IFRS eingeräumt wird. Als Bilanzierungsgrundlage für Einzelabschlüsse wird voraussichtlich das HGB erhalten bleiben. 9 In diesen Fällen wird den Unternehmen aber die Möglichkeit eingeräumt, zusätzlich einen IAS/IFRS-Abschluss zu veröffentlichen, der ausschließlich zu Informationszwecken dient (vergleiche hierzu Abbildung A im Anhang). 10
Auch wenn vorerst das HGB als Gesetzesgrundlage für den Einzelabschluss erhalten bleibt, gibt es viele Gründe für ein Unternehmen, freiwillig nach IAS/IFRS zu bilanzieren. Muss ein Mutterunternehmen seinen Konzernabschluss nach IAS/IFRS aufstellen, so besteht auch bei den Tochterunternehmen ein Anreiz, den Einzelabschluss nach IAS/IFRS aufzustellen, um aufwendige und kostspielige Überleitungsrechnungen zu vermeiden. Durch eine einheitliche Rechnungslegung in Europa würde vor allem die Vergleichbarkeit von Unternehmen stark zunehmen. Dies ist vor allem für die Beschaf-
6 Vgl. Europäische Union, Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 19.07.2002 betreffend die Anwendungen internationaler Rechnungslegungsstandards, S. 1-3
7 Vgl. Bömelburg, Peter: IAS/IFRS-Umstellung der Rechnungslegung auf die International Financial
Accounting Standards - Chancen oder Risiken für den Mittelstand?, Vortrag von Rödl & Partner bei
IHK Nürnberg (2003), S. 11
8 Vgl. Europäische Union, Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates
vom 19.07.2002 betreffend die Anwendungen internationaler Rechnungslegungsstandards, S. 1-3
9 Vgl. Rohling, Gitta: IAS/IFRS auf Erfolgskurs, in: Consultant (2003), Heft 9, S. 30
10 Vgl. Bundesministerium der Finanzen: Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung der Unterneh-
mensintegrität und des Anlegerschutzes, 25.02.2003, S. 6-7; Freidank, Carl - Pottgießer, Christian: Die
Zukunft der deutschen Rechnungslegung - unter besonderer Berücksichtigung des Maßnahmenkata-logs der Bundesregierung vom 25.02.2003, in: StuB (2003), S. 886
- 2 -
fung von Kapital von großer Bedeutung. Spätestens seit der Einführung des Euro im EU-Wirtschaftsraum, wird die Suche nach internationalen Kapitalgebern immer wichtiger. Durch die einheitliche IAS/IFRS-Rechnungslegung wird es für Kreditinstitute leichter, die Bonität einer Unternehmung im Verhältnis zu anderen Unternehmen einzuschätzen. Dies kann sich sowohl auf die Kreditvergabe als auch die Konditionen des Kredites positiv auswirken und zur Folge haben, dass sich viele mittelständische Unternehmen veranlasst sehen, ihren Jahresabschluss auf IAS/IFRS umzustellen. 11 Laut dem Arbeitskreis „Externe Unternehmensrechnung“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirtschaft e.V. soll es das langfristige Ziel sein, dass alle Unternehmen mit wirtschaftlicher Bedeutung einen Jahresabschluss nach IAS/IFRS erstellen. 12
Dass die Zeit reif ist für einen einheitlichen Rechnungslegungsstandard und dass die grundsätzliche Haltung der Unternehmen für eine „gemeinsamen Sprache der externen Rechnungslegung“ 13 in Europa äußerst positiv ist, bestätigt eine Studie von PriceWaterhouseCoopers, nach der 79 % der befragten Finanzvorstände in Europa die verbindliche Einführung der IAS/IFRS begrüßen. 14
1.2 Themenhinführung
Der Zweck eines Jahresabschluss nach IAS/IFRS besteht in der Vermittlung von entscheidungsrelevanten Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Informationen über die Ertragslage eines Unternehmens, da der Erfolg insbesondere nach dem Grundsätzen der IAS/IFRS als wesentlicher Maßstab zur Beurteilung eines Unternehmens gilt. 15
11 Vgl. Lüdenbach, Norbert - Schildbach, Thomas: Pro & Contra: IAS für Einzelabschluss von Mittel-
ständlern, in: Consultant (2003), S. 38; Küffner, Peter - Hock, Burkhard: Internationalisierung der
Rechnungslegung aus Sicht mittelständischer Unternehmen, in: BFuP (1998), S. 62; Leibfried, Peter:
Ausgewählte Problemfelder der Internationalen Rechnungslegung nach IAS, in: StuB (2003), S. 211-
213
12 Vgl. Arbeitskreis „Externe Unternehmensrechnung“ der Schmalenbach-Gesellschaft für Betriebswirt-schaft e.V.: International Financial Reporting Standards im Einzel- und Konzernabschluss unter der
Prämisse eines Einheitsabschlusses für unter anderem steuerliche Zwecke, in: DB (2003), S. 1585
13 Kahle, Holger: Zur Zukunft der Rechnungslegung in Deutschland: IAS im Einzel- und Konzernab-
schluss?, in: Die Wpg (2003), S. 272
14 Informationen sind entnommen aus der Studie von PriceWaterhouseCoopers: International Accounting
Standards in Europa - 2005 oder heute?, Industriestudie, Ein Meinungsbild von 700 europäischen Fi-
nanzvorständen (CFOs), November 2005, S. 9
15 Vgl. Born, Karl: Bilanzanalyse international (2001), S. 361; Hombeck, Torsten: Auswirkungen der
Rechnungslegung nach IAS auf die Analyse von Wachstumsunternehmen (2000), S. 179
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Gerade im Hinblick auf den Kapitalmarkt ist der Erfolg oft ausschlaggebend für Investoren, Entscheidungen über den Kauf, Verkauf oder das Halten von Aktien eines Unternehmens zu treffen. Spricht ein Unternehmen beispielsweise eine Gewinnwarnung aus oder reduziert es seine Gewinnprognose, hat dies insbesondere in den letzten Jahren häufig zu starken Kurseinbrüchen geführt. Erfüllt das Unternehmen hingegen seine Prognosen oder übertrifft es diese in unerwarteter Weise, so führt dies oft zu deutlichen Kursgewinnen. In vielen Fällen werden auch Manager am Erfolg ihres Unternehmens gemessen, indem ihr Gehalt durch Stock Option Plans an den Erfolg gekoppelt ist. Aber nicht nur im Bezug auf das Börsengeschehen, sondern auch in Hinblick auf die Vergabe von Krediten spielt der Erfolg eine entscheidende Rolle. Bei der Beurteilung der Bonität eines Unternehmens legen Rating-Agenturen ein immer stärkeres Gewicht auf die Erfolgsanalyse. Darüber hinaus ist auch bei der Bewertung von Unternehmen der Erfolg die ausschlaggebende Größe. Dabei kann insbesondere der Erfolg nach IAS/IFRS als Basis zur Berechnung des Unternehmenswertes herangezogen werden, da nach IAS/IFRS nicht nur die bisherigen Erfolge ermittelt, sondern auch die zukünftigen Cash Flows prognostiziert werden sollen. Auf dieser Grundlage kann nun mithilfe von Discounted Cash Flow Methoden versucht werden, den Unternehmenswert zu berechnen, was beispielsweise bei Unternehmenskäufen oder Fusion von großer Bedeutung ist.
Ziel dieser Arbeit ist es nun, den Erfolg eines Unternehmens nach IAS/IFRS zu untersuchen. Anders als nach HGB gibt es nach IAS/IFRS über die Erträge und Aufwendungen aus dem Income Statement hinaus weitere Erfolgskomponenten, die nicht in der GuV ausgewiesen werden. Der Fokus dieser Arbeit liegt nun darin, den Gesamterfolg des Unternehmens zu erklären und zu untersuchen. Dabei gilt es einerseits die Erfolgsspaltungskonzeption des Income Statements und andererseits die Behandlung der weiteren Erfolgskomponenten nach IAS/IFRS zu analysieren und zu erklären. Darüber hinaus sollen besondere Problemfelder des Income Statements nach IAS/IFRS herausgegriffen und analysiert werden. Hierzu gehören die Behandlung der einzustellenden Geschäftsbereiche, der Ausweis der Kennzahl Earnings per Share sowie die Ertragsrealisation bei langfristiger Fertigung. Des Weiteren soll im Rahmen dieser Arbeit auf die aktuellen Neuerungen im Hinblick auf die Erfolgsrechnung nach IAS/IFRS eingegangen werden. Hierbei stellt das Projekt Reporting Comprehensive Income, das sich mit einer Neukonzeption des Income Statements befasst, einen weiteren sehr aktueller Gesichtspunkt dieser Arbeit.
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Im Rahmen der Umbenennung der neu erscheinenden „IAS“ in „IFRS“, wird in dieser Arbeit immer einheitlich der Begriff „IAS/IFRS“ verwendet. Wird allerdings ein bestehender Standard explizit erwähnt, so wird dieser nur mit seiner bestehenden Bezeichnung verwendet (z.B.: IAS 33, Ergebnis je Aktie).
1.3 Vorgehensweise
Die Arbeit besteht aus acht inhaltlichen Kapiteln, die jeweils einen bestimmten Problemkreis behandeln. Zur Veranschaulichung der Vorgehensweise dient Abbildung 1.
In Kapitel zwei werden die grundlegenden Annahmen für die Ermittlung des Periodenerfolgs und die Grundlagen des Income Statements erläutert. Inhalt des dritten Kapitels ist es, die Erfolge, die im Income Statement ausgewiesen werden, zu analysieren. Dabei wird die Erfolgsspaltungskonzeption des Income Statements nach IAS/IFRS kritisch untersucht. Auch auf die Behandlung der Ertragssteuer wird in diesem Kapitel eingegangen. Kapitel vier fasst alle Möglichkeiten weiterer Erfolgskomponenten nach IAS/IFRS zusammen. Diese werden kategorisiert und erläutert. Im fünften Kapitel werden die aktuellen Entwicklungen über die geplante Neukonzeption des Income Statements beschrieben. Im Gegensatz zu Kapitel zwei bis fünf, die sich grundlegend mit der Darstellung und der Erklärung des Unternehmenserfolgs nach IAS/IFRS befassen, behandeln Kapitel sechs bis acht spezifische Besonderheiten, die beim Erfolgsausweis nach IAS/IFRS auftreten
- 5 -
Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
können. Im sechsten Kapitel wird der Ausweis der Discontinuing Operations erklärt. In Kapitel sieben wird der für börsennotierte Unternehmen verpflichtende Ausweis der Kennzahl Ergebnis je Aktie analysiert und Kapitel acht behandelt die Ertragsrealisation bei langfristigen Fertigungsaufträgen. Im neunten Kapitel wird auf die Analyse des Erfolges nach IAS/IFRS eingegangen. Da insbesondere in Kapitel drei schon auf die Erfolgsspaltungskonzeption nach IAS/IFRS eingegangen wird, werden hier nur die wesentlichen Ergebnisse zusammengefasst. Darüber hinaus wird versucht, die möglichen Ansatzpunkte bei der Erfolgsanalyse nach IAS/IFRS zusammenzufassen und ein Überblick über die Erfolgsniveauanalyse und die Ertrags- und Aufwandsstrukturanalyse nach IAS/IFRS zu gegeben.
2 Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
2.1 Das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung als Grundannahme
der IAS/IFRS Rechnungslegung
Das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung ist sowohl für das Income Statement, als auch für die gesamten IAS/IFRS von wesentlicher Bedeutung. Neben dem Going Concern Principle stellt das Accrual Principle die zentrale Grundannahme dieser Rechnungslegung dar und soll im Folgenden erläutert werden.
2.1.1 Beziehungszusammenhang zwischen den Zielen des IASB und dem Grundsatz der periodengerechten Erfolgsermittlung
Die IAS/IFRS werden stark durch den angloamerikanischen Wirtschaftsraum beeinflusst und orientieren sich, wie auch die US-GAAP, überwiegend am Kapitalmarkt. Durch das steigende Interesse von Unternehmen an der internationalen Finanzmittelbeschaffung von Eigenkapital über die Börse gewinnen auch die IAS/IFRS erheblich an Bedeutung. Deshalb gelten nach dieser Rechnungslegung in erster Linie die potentiellen und tatsächlichen Eigenkapitalgeber als Informationsadressaten (Framework F9 (a)), wenngleich der im Framework angesprochene Adressatenkreis breiter angelegt ist. Zentrales Ziel der IAS/IFRS-Rechnungslegung ist daher die Vermittlung entscheidungsrelevanter Informa-
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
tionen für diese Jahresabschlussadressaten. 16 Dieses Ziel soll durch eine investororientierte Darstellung des Jahresabschlusses gewährleistet werden. 17 Den potentiellen und tatsächlichen Investoren sollen Informationen zur Verfügung gestellt werden, die sie befähigen, klare Entscheidungen über den Kauf, Verkauf bzw. das Halten von Anteilen des Unternehmens treffen zu können (Decision Usefulness Approach). 18 Um solche Informationen liefern zu können, sollen die IAS/IFRS ein Bild über die Unternehmung vermitteln, dass der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage (True and Fair View) entspricht. 19
Verankert ist diese Zielsetzung im Framework F12, nach dem die Jahresabschlüsse alle wesentlichen Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, sowie deren Veränderungen, bereitstellen sollen. Auch F46 der Frameworks fordert die Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes.
Zum einen soll die Erreichung dieses Ziels bei den IAS/IFRS durch den Ausweis zusätzlicher Pflichtbestandteile gewährleistet werden. 20 Neben den von sämtlichen Unternehmen auszuweisenden Pflichtbestandteilen Bilanz, GuV, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang müssen börsennotierte Unternehmen nach IAS/IFRS eine Segmentberichterstattung aufstellen, sowie die Kennzahl Ergebnis je Aktie ausweisen. 21 Diese umfangreichen Ausweispflichten, die über die Ausweispflichten nach HGB hinausgehen, tragen zu einer transparenteren Berichtserstattung bei. 22
Zum anderen sollen diese für die Anteilseigner entscheidenden Informationen aus einer marktnäheren Bewertung der Vermögenswerte und Schulden und einem wirklichkeitsnä-
16 Vgl. Göbel, Stefan: Internationalisierung der externen Rechnungslegung von Unternehmen, in: DB
(1999), S. 294; Auer, Kurt V.: International harmonisierte Rechnungslegungsstandards aus Sicht der
Aktionäre (1999), S. 121; Uhde, Markus: Harmonisierung der Rechnungslegung nach den Vorschrif-
ten des IASC? (1990), S. 50
17 Vgl. Heitmüller, Hans-Michael: IAS, HGB oder US-GAAP: Welche Rechnungslegungsvorschrift ist
für deutsche Kreditinstitute am sinnvollsten?, in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen (1998),
S. 151
18 Vgl. Keun, Friedrich - Zililich, Kerstin: Internationalisierung der Rechnungslegung (2000), S. 11
19 Vgl. Dusemond, Michael - Kessler, Harald: Rechnungslegung kompakt (2000), S. 29-30; Auer, Kurt:
Mythos und Realität von US-GAAP und IAS, in: ZfB (1999), S. 982-984; Coenenberg, Marc: Interna-
tionalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die Analyse der Vermögens- und Fi-
nanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 40-41; Beatge, Jörg - Dörner, Dietrich - Kleekämpfer,
Heinz - Wollmert, Peter: Rechnungslegung nach International Accounting Standards (IAS) (1997),
S. 28-29
20 Vgl. Blomeyer, Wolfgang - Peemöller, Volker H.: Internationale Rechnungslegung und Prüfung
(2000), S. 26-27
21 Vgl. Männel, Wolfgang: International Accounting (2003), S. 6
22 Vgl. Flesch, Johann-Rudolf: HGB oder IAS/US-GAAP? Anmerkungen zur Interessenlage im genos-
senschaftlichen Bankensektor, in: Kreditwesen (1998), S. 156; Pellens, Bernhard: Internationale Rech-
nungslegung (1990), S. 413
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
heren Ausweis der Erfolge gewonnen werden. 23 Dies soll durch das Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung umgesetzt werden. 24 Nach dem Accrual Principle sollen die Erfolge so gerecht wie möglich auf die einzelnen Perioden aufteilt werden, um eine Verstetigung des Erfolgsniveaus zu erzielen. 25
Hieran wird der grundlegende Unterschied der IAS/IFRS zu den Vorschriften des HGB deutlich. Primäres Ziel des deutschen Handelsrechts ist der Schutz der Gläubiger des Unternehmens. So stellen nicht die potentiellen und tatsächlichen Eigenkapitalgeber, sondern die Fremdkapitalgeber die primären Informationsadressaten dar. Deshalb erfährt das Accrual Principle nach HGB erhebliche Einschränkungen durch das Vorsichtsprinzip (Prudence Principle). Die vorsichtige Berichtserstattung soll die Gläubiger vor einer zu positiv dargestellten Lage des Unternehmens schützen. 26 Das nach HGB dominierende Vorsichtsprinzip spielt nach IAS/IFRS nur eine untergeordnete Rolle. Das Prudence Principle tritt hier nur nachrangig auf 27 und soll bei der Ausübung von Ermessensspielräumen und bei unvermeidbar auftretenden Unsicherheiten durch eine entsprechend vorsichtige Bilanzierung berücksichtigt werden. 28
2.1.2 Ausprägungen des Prinzips der Periodenabgrenzung
Geregelt ist das Prinzip der Periodenabgrenzung im Framework F22. Hier wird erläutert, dass Geschäftsvorfälle genau dann zu erfassen sind, wenn sie auftreten und nicht wenn ein Zahlungsmittel oder Zahlungsmitteläquivalent eingeht oder bezahlt wird. Wegen der subsidiären Stellung des Frameworks und der hohen Bedeutung des Accrual Principle wird dieses in den verbindlichen Standards nochmals verankert. Nach IAS 1.25 ist der Abschluss eines Unternehmens nach dem Prinzip der Periodenabgrenzung aufzustellen, ausgenommen hiervon ist lediglich die Kapitalflussrechnung.
23 Vgl. Auer, Kurt: Mythos und Realität von US-GAAP und IAS, in: ZfB (1999), S. 985
24 Vgl. Seicht, Gerhard: Bilanzreform und Realisationsprinzip, in: Wissenschaftsjournal (1998), S. 113
25 Vgl. Gidlewitz, Hans-Jörg: Internationale Harmonisierung der Konzernrechnungslegung (1996),
S. 193; Küting, Karlheinz: Perspektiven der externen Rechnungslegung, in: STh (2000), S. 154-155
26 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 67
27 Das Prudence Principle ist ein Teilaspekt des Grundsatzes der „Zuverlässigkeit“. Die „Zuverlässig-
keit“ ist neben der „Relevanz“, „Verständlichkeit“ und der „Vergleichbarkeit“ eine von vier qualitati-
ven Primärgrundsätzen der IAS/IFRS
28 Vgl. Pellens, Bernhard: Internationale Rechnungslegung (1990), S. 415-417
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
Das Accrual Principle kann in drei Teilbereiche eingeteilt werden. 29 Hierzu zählt das Realisationsprinzip sowie das Prinzip der zeitlichen und das der sachlichen Abgrenzung, wie Abbildung 2 zeigt.
Das Realisationsprinzip regelt den Zeitpunkt der Erfassung von Erträgen und Aufwendungen unter Berücksichtigung der Bilanzierungsfähigkeitskriterien. 30 Dieses Prinzip wird in zwei eigenständigen Standards konkretisiert. IAS 11 behandelt die Ertragsrealisation bei langfristiger Fertigung und in IAS 18 wird die Problematik des Zeitpunktes der Ertragserfassung festgelegt. 31 Demnach sind Erträge zu erfassen, wenn hinreichend wahrscheinlich ist, dass dem Unternehmen ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufließt und dieser verlässlich ermittelt werden kann. 32 Ein- und Auszahlungen sind nicht zum Zeitpunkt ihres Zu- oder Abflusses erfolgswirksam zu verrechnen, sondern in der Periode zu erfassen, zu der sie wirtschaftlich gehören. 33
Im Gegensatz dazu weist das HGB aufgrund der vorsichtigen Betrachtungsweise Erträge erst aus, wenn sie realisiert sind (zum Zeitpunkt des Gefahrenübergangs). Die erweiterte Auffassung des Realisationsprinzips nach IAS/IFRS führt zu einem Ausweis von, aus
29 Vgl. Demming, Claudia: Grundlagen der internationalen Rechnungslegung (1997), S. 49-50; Buch-
holz, Rainer: Internationale Rechnungslegung (2002), S. 39-40
30 Vgl. Coenenberg, Marc: Internationalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die
Analyse der Vermögens- und Finanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 48-49
31 Vgl. Coenenberg, Marc: Internationalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die
Analyse der Vermögens- und Finanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 49
32 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 78
33 Vgl. Achleitner, Ann-Kristin - Behr, Giorgio: International Accounting Standards (2002), S. 98
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
deutscher Sicht, noch nicht realisierten Gewinnen. 34 Rein rechnerische oder zu erwartende Erfolgsbeiträge, die nach den IAS/IFRS ausgewiesen werden, dürfen nach HGB erst erfasst werden, wenn die Erträge tatsächlich realisiert sind. Diese nach IAS/IFRS weiter gefasste Auslegung des Realisationsprinzips und das Durchbrechen des handelsrechtlichen Imparitätsprinzips 35 stellt damit einen wichtigen Unterschied zum HGB dar. 36
Das Prinzip der sachlichen Abgrenzung (Matching Principle) und das Prinzip der zeitlichen Abgrenzung (Deferral Principle) sind nicht explizit in den IAS/IFRS erwähnt, sondern leiten sich indirekt aus einzelnen Standards ab. 37 Das Matching Principle behandelt den Grundsatz der sachlichen Abgrenzung und somit die Zuordnung von Erträgen und Aufwendungen. Gemäß dem Matching Principle sind die den Erträgen direkt zurechenbaren Aufwendungen in derjenigen Periode zu verrechnen, in der auch die entsprechenden Erträge vereinnahmt wurden. 38 In seiner konkreten Umsetzung regelt das Matching Principle insbesondere den Ansatz der Herstellungskosten sowie die Bildung von Rückstellungen. 39 Inwiefern
Das Deferral Principle bezieht sich auf die Verteilung von zeitraumbezogenen Aufwendungen und Erträgen. Im Sinne dieser zeitlichen Abgrenzung werden Aufwendungen und Erträge, die über den Bilanzstichtag hinausgehen, zeitanteilig verrechnet. 40 Rechnungsabgrenzungsposten
In der Literatur wird das Prinzip der Periodenabgrenzung hinsichtlich der terminologischen Abgrenzung oftmals uneinheitlich behandelt, da es meist mit dem Prinzip der periodengerechten Erfolgsermittlung gleichgesetzt wird 41 , wie dies auch in dieser Arbeit ge-
34 Vgl. Coenenberg, Marc: Internationalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die
Analyse der Vermögens- und Finanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 50
35 Die Ungleichbehandlung von Gewinnen und Verlusten wird als Imparitätsprinzip bezeichnet und stellt
eine Ausprägung des Vorsichtsprinzips dar.
36 Vgl. Heno, Rudolpf: Jahresabschluss nach Handelsrecht (2003), S. 79; Coenenberg, Adolf G.: Jahres-
abschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 78; Vgl. Buchholz, Rainer: Internationale
Rechnungslegung (2002), S. 39-40
37 Vgl. Beatge, Jörg - Dörner, Dietrich - Kleekämpfer, Heinz - Wollmert, Peter: Rechnungslegung nach
International Accounting Standards (IAS) (1997), S. 50
38 Vgl. Hombeck, Torsten: Auswirkungen der Rechnungslegung nach IAS auf die Analyse von Wachs-
tumsunternehmen (2000), S. 74
39 Vgl. Beatge, Jörg - Dörner, Dietrich - Kleekämpfer, Heinz - Wollmert, Peter: Rechnungslegung nach
International Accounting Standards (IAS) (1997), S. 50; Buchholz, Rainer: Internationale Rechnungs-
legung (2002), S. 39-40
40 Vgl. Buchholz, Rainer: Internationale Rechnungslegung (2002), S. 39-40
41 Vgl. Coenenberg, Marc: Internationalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die
Analyse der Vermögens- und Finanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 48
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
handhabt wird. Allerdings weisen Beatge/Dorner/Kleekämpfer/Wollmert darauf hin 42 , dass in der deutschsprachigen Literatur auch das Matching Principle fälschlicherweise zum Teil als Synonym für den Begriff der periodengerechten Erfolgsermittlung verwendet wird, obwohl dieses streng genommen nur ein Teilgebiet der periodengerechten Erfolgsermittlung ist und somit eine Gleichsetzung dieser Begriffe nicht richtig erscheint.
2.1.3 Bedeutung des Accrual Principle für das Income Statement
Bei einer wörtlichen Betrachtung des Begriffs „periodengerechte Erfolgsermittlung“ stellt man fest, dass das Wort „Erfolg“ in diesem Grundbegriff bereits enthalten ist. Dies deutet darauf hin, dass die IAS/IFRS im Wesentlichen auf den Nachweis des Unternehmenserfolges ausgerichtet sind, da insbesondere dieser für Investoren bei der Beurteilung eines Unternehmens eine wichtige Rolle spielt.
Dies entspricht auch der dynamischen Bilanztheorie von Eugen Schmalenbach aus dem Jahr 1919. Der Zweck der dynamischen Bilanz ist die Ermittlung des Erfolgs. 43 Damit rückt die Erfolgsrechnung in den Vordergrund und die erzielten Gewinne und die Aussichten auf zukünftige Erfolge gewinnen im Vergleich zur Bilanz an Bedeutung. 44 Die Bilanz wird als Kräftespeicher des Unternehmens gesehen, in der die Aktiva „Nutzenbündel“ darstellen, die in Zukunft Gewinne erwirtschaften sollen. 45 Die dynamische Auffassung der Bilanztheorie nimmt dabei bewusst Verzerrungen im Vermögensausweis in Kauf, um dadurch einen „aussagefähigeren“ Gewinn zu ermitteln. 46
Bei den IAS/IFRS soll durch die Anwendung des Accrual Principle ein aussagekräftiger Gewinn ausgewiesen werden. Dieser periodengerechte Gewinn kann aber in vielen Fällen nur auf Kosten der Verlässlichkeit der Informationen erreicht werden. Werden beispielsweise Wertpapiere zu ihren aktuellen Marktpreisen bewertet und liegen diese höher als die Anschaffungskosten, wird nach IAS/IFRS zwar ein wirklichkeitsnaher Gewinn ausgewiesen, der aber aufgrund von Kursschwankungen weder sicher noch nachhaltig
42 Vgl. Beatge, Jörg - Dörner, Dietrich - Kleekämpfer, Heinz - Wollmert, Peter: Rechnungslegung nach
International Accounting Standards (IAS) (1997), S. 130-131
43 Vgl. Schmalenbach, Eugen: Die dynamische Bilanz (1931), S. 342
44 Vgl. Schmalenbach, Eugen: Die dynamische Bilanz (1931), S. 85-86
45 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 1081
46 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 1082
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
ist. 47 Insbesondere diese Bewertung von Vermögenswerten zum beizulegenden Zeitwert (Fair Value Bewertung), die in Kapitel 5.1.2 erläutert wird, aber auch weitere Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, führen zu der Schwierigkeit, wie diese unsicheren Gewinne im Jahresabschluss dargestellt werden sollen. 48 Diese Problematik trägt dazu bei, dass man, zusätzlich zum Periodenergebnis des Income Statements, nach IAS/IFRS weitere Erfolgskomponenten ausweist, die direkt im Eigenkapital verbucht werden und nicht in die Erfolgsrechnung der GuV eingehen. 49 Dadurch ist auch der Unternehmenserfolg nach IAS/IFRS anders zu erklären als nach HGB. 50
2.2 Erklärung des unternehmerischen Erfolgs nach IAS/IFRS
Nach handelrechtlichen Vorschriften entspricht der Erfolg eines Unternehmens dem Unterschiedsbetrag zwischen allen Erträgen und Aufwendungen einer Periode. In der Bilanz stellt sich dieser Erfolg als Veränderung des Eigenkapitals zwischen dem Anfang einer Periode und dem Ende einer Periode (Reinvermögensvergleich) dar. 51 Das liegt daran, dass alle Erträge und Aufwendungen periodisierte Einnahmen und Ausgaben darstellen, die immer auch eine entsprechende Veränderung der einzelnen Aktiva und Passiva in der Bilanz verursachen. 52 Da nach HGB alle periodisch anfallenden Erträge und Aufwendungen in der GuV zu erfassen sind, entspricht der Jahresüberschuss aus der GuV auch der Veränderung des Eigenkapitals in der Bilanz, abgesehen von Kapitaltransaktionen der Anteilseigner. 53 Nach diesem Prinzip der doppelten Erfolgsermittlung soll der Unternehmenserfolg auf unterschiedliche Weise erklärt werden. Während die GuV die Erfolgsquellen systematisiert, wird in der Bilanz deutlich, welche Vermögenspositionen sich dabei verändert haben. 54 Folglich stellt der Jahresüberschuss aus der GuV auch den gesamten Erfolg eines Unternehmens dar. 55
47 Vgl. Haller, Axel: Performance Statement, Vorschläge zur Neugestaltung der Erfolgsberichterstattung,
Fachtagung vom 17. Oktober 2003 in Wien, S. 26
48 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 22
49 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 9
50 Vgl. Heno, Rudolpf: Jahresabschluss nach Handelsrecht, Steuerrecht und internationalen Standards
(IAS/IFRS) (2003), S. 436; Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 9-11
51 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 30
52 Vgl. Falterbaum, Hermann - Bolk, Wolfgang- Reiß, Wolfram: Buchführung und Bilanz (2001), S. 254
53 Vgl. Coenenberg, Adolf G.: Gewinnbegriff und Bilanzierung, in: ZfbF (1968), S. 443; Baus, Josef:
Bilanzpolitik (1999), S. 9
54 Vgl. Baetge, Joerg - Kirsch Hans-Jürgen - Thiele, Stefan: Bilanzen (2002), S. 523; Coenenberg, Adolf
G.: Jahresabschluss und Jahresabschlussanalyse (1997), S. 29-30
55 Vgl. Schwarzecker, Josef: Cash Flow, Gewinn und Eigenkapital (1992), S. 19
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
In IAS 1.87 wird der Erfolg eines Unternehmens nach IAS/IFRS ebenso als Veränderung des Eigenkapitals zwischen Anfang und Ende einer Periode, abzüglich der Kapitaltranksaktionen mit den Anteilseignern definiert. Ebenso kann der gesamte Unternehmenserfolg auch als Saldo zwischen Erträgen und Aufwendungen dargestellt werden. 56
Der gravierende Unterschied zum deutschen Handelsrecht besteht darin, dass nach IAS/IFRS nicht alle Erträge und Aufwendungen in der GuV ausgewiesen werden. 57 Neben den Erfolgen aus der GuV besteht die Möglichkeit, Erträge und Aufwendungen direkt im Eigenkapital auszuweisen. 58 Zwar fordert IAS 1.88 die Berücksichtigung aller Erträge und Aufwendungen im Periodenergebnis der GuV, damit die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens besser beurteilt werden kann. Allerdings können sich hierbei Ausnahmen ergeben, sofern ein anderer Standard dies erlaubt oder vorschreibt. Diese weiteren Erfolgsbestandteile, die an der GuV „vorbeigehen“, werden gesondert in der Eigenkapitalveränderungsrechnung eines Unternehmens offengelegt. 59 Dadurch wird das Prinzip der doppelten Erfolgsermittlung von Luca Pacioli aus dem Jahre 1494 durchbrochen. 60 Das Ergebnis des Income Statements entspricht nicht mehr der Nettovermögensveränderung aus der Bilanz. Der Unternehmenserfolg nach IAS/IFRS setzt sich demnach aus zwei verschiedenen Quellen zusammen. Neben dem Periodenerfolg des Income Statements tragen alle direkt im Eigenkapital gebuchten Erfolge zum Unternehmenserfolg bei. 61
Durch den Ausweis des Erfolges in der Gewinn- und Verlustrechnung einerseits und in der Eigenkapitalveränderungsrechnung andererseits soll der Erfolg differenzierter dargestellt werden und zu einem besseren Ausweis der Ertragslage beitragen. 62 Die ergebnisneutralen Erfolge aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung stellen Erträge und Aufwendungen dar, die zum Teil nicht hinreichend sicher bzw. nachhaltig sind und werden
56 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 31
57 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 31
58 Vgl. Haller, Alex - Schloßgangl, Maria: Notwendigkeit einer Neugestaltung des Performance Repor-
ting nach International Accounting, in: KoR (2003), S. 318
59 Vgl. Vgl. Lüdenbach, Norbert - Hoffmann, Wolf-Dieter: IAS-Kommentar (2003), S. 514
60 Vgl. Hoffmann, Wolf-Dieter - Lüdenbach, Norbert: Zur Offenlegung der Ermessensspielräume bei der
Erstellung des Jahresabschlusses, in: DB(2003), S. 1965; Tieferführende Literatur zu diesem sehr be-
deutsamen Prinzip der doppelten Erfolgsermittlung bei Pacioli, Luca: Abhandlungen über die
Buchhaltung, 1494, nach den italienischen Original von 1494 ins deutsche übersetzt von Balduin
Penndorf, Stuttgart 1997, S. 85-157
61 Vgl. Haller, Alex - Schloßgangl, Maria: Notwendigkeit einer Neugestaltung des Performance Repor-
ting nach International Accounting, in: KoR (2003), S. 318
62 Vgl. Lüdenbach, Norbert - Hoffmann, Wolf-Dieter: IAS-Kommentar (2003), S. 532
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
deshalb separat ausgewiesen. 63 Dies hat allerdings den Nachteil, dass nicht mehr alle Erfolge im Jahresüberschuss der GuV ausgewiesen werden 64 und somit der Erfolg nicht mehr durch eine einzige Größe, dem Jahresüberschuss, dargestellt werden kann. Abbildung 3 soll die Zusammensetzung des Unternehmenserfolges noch einmal graphisch verdeutlichen.
Eine Schwierigkeit, die sich aus dem Erfolgskonzept des International Accounting Standards Board (IASB) ergibt, besteht hinsichtlich der terminologischen Abgrenzung der Begriffe „Erfolg“ und „Ergebnis“. Da nach HGB das Ergebnis aus der GuV gleich dem gesamten Unternehmenserfolg ist, verwendet man den Begriff „Ergebnis“ in deutschsprachiger Literatur meist synonym zu dem Begriff „Erfolg“. Nach IAS/IFRS wäre dies nicht korrekt, da zu dem Unternehmenserfolg neben dem Jahresüberschuss auch die ergebnisneutralen Eigenkapitalveränderungen zählen. Durch die überwiegende Gleichbe-handlung der Begriffe „Ergebnis“ und „Erfolg“ in der deutschen Literatur 65 wird bezüglich des Erfolgsbegriffes nach IAS/IFRS etwas Verwirrung gestiftet. Nach IAS/IFRS
63 Vgl. Haller, Alex - Schloßgangl, Maria: Notwendigkeit einer Neugestaltung des Performance Repor-
ting nach International Accounting, in: KoR (2003), S. 323
64 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 6-7
65 Da die Problematik erst im Zuge der Einführung der IAS /IFRS auftrat, wurde in der gängigen Litera-tur bisher nur zwischen „erfolgswirksam“ und „erfolgsneutral“ unterschieden, nicht aber zwischen
„ergebniswirksam“ und „ergebnisneutral“. Siehe Kirsch, Hanno: Besonderheiten des Eigenkapitalaus-
weises und der Eigenkapitalveränderungsrechnung, in: BuW (2002); Heuser, J. Paul - Theile, Carsten:
IAS Handbuch, Einzel- und Konzernabschluss (2003); Lüdenbach, Norbert - Hoffmann, Wolf-Dieter:
IAS-Kommentar (2003)
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
stellen gemäß IAS 1.88 auch die Erträge und Aufwendungen, die nicht in der GuV gebucht werden, Erfolgskomponenten dar. Demnach kann differenziert werden zwischen Erfolgen, die „ergebniswirksam“ in der GuV ausgewiesen werden und zwischen weiteren Erfolgskomponenten, die „ergebnisneutral“ direkt im Eigenkapital offengelegt werden. 66 Für ein besseres Verständnis des Erfolgskonzeptes ist eine terminologische Abgrenzung der Begriffe „ergebniswirksam/-unwirksam“ und „erfolgswirksam/-unwirksam“ sehr bedeutsam. Deshalb soll diese Arbeit der terminologischen Differenzierung und der Strukturierung des Erfolgsbegriffes von Haller/Schlossgangl 67 folgen, wie dies in Abbildung 4 dargestellt wird.
In Kapitel 3 wird zuerst auf das Income Statement als traditionelles Rechenwerk zur Ermittlung des Erfolges eingegangen, um das Erfolgsspaltungskonzept nach IAS/IFRS zu analysieren. Danach werden in Kapitel 4 die verschiedenen Möglichkeiten der ergebnisneutralen Erfolge als weitere Erfolgskomponenten nach IAS/IFRS behandelt.
66 Vgl. Haller, Alex - Schloßgangl, Maria: Notwendigkeit einer Neugestaltung des Performance Repor-
ting nach International Accounting, S. 319
67 Vgl. Haller, Alex - Schloßgangl, Maria: Notwendigkeit einer Neugestaltung des Performance Repor-
ting nach International Accounting, S. 318. Weiter verwenden auch Adler/Düring/Schmaltz in „Rech-
nungslegung nach IAS 2003, Abschn. 1, Tz. 184ff.“ die gleiche begriffliche Abgrenzung.
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Für das Income Statement bedeutsame Rechnungslegungsgrundsätze nach IAS/IFRS
2.3 Funktionen und Grundsätze des Income Statements
2.3.1 Aufgaben und Bedeutung der GuV
Primäres Ziel der Gewinn- und Verlustrechnung ist die Ermittlung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens durch die Gegenüberstellung von Aufwendungen und Erträgen. 68 Das Income Statement ist eine Zeitraumrechnung und erfasst die innerhalb der vergangenen Periode entstandenen Einnahmen und Ausgaben, die aus einer Güter-, Leistungs- oder Wertveräußerung stammen. 69 Durch eine geeignete Darstellung des Periodenergebnisses soll der Erfolg nach seiner Art und Höhe korrekt wiedergegeben werden, um eine Analyse der Erfolgsquellen zu ermöglichen. 70 Über die handelrechtlichen Aufgaben einer GuV hinaus soll das Income Statement nach IAS/IFRS zur Prognose der zukünftigen Cash Flows eines Unternehmens dienen. Dadurch werden den Jahresabschlussadressaten Informationen über die zukünftige Ertragslage des Unternehmens zur Verfügung gestellt werden. 71 Die gegenüber der handelsrechtlichen GuV hervorgehobene Stellung des Income Statements nach IAS/IFRS, lässt sich daran erkennen, dass man in internationalen Abschlüssen oft das Income Statement an erster Stelle aufgeführt findet und erst anschließend die Bilanz. 72
Insbesondere aufgrund der starken Kapitalmarktorientierung und der Möglichkeit der Cash Flow Prognose dient das Income Statement nach IAS/IFRS als Basis zur Berechnung wertorientierter Kenngrößen. 73 Bewertungsverfahren, wie der Economic Value Added (EVA) von der amerikanischen Unternehmensberatung Stern Steward & Co. oder der Cash Flow Return on Investment (CFROI) der Boston Consulting Group, gewannen in den letzten Jahren im Zuge der Internationalisierung der Rechnungslegung zunehmend an Bedeutung und können auf der Grundlage des Income Statements berechnet werden. 74
Während es die Hauptaufgabe des Income Statement nach IAS/IFRS ist, Informationen für die Bilanzadressaten zur Verfügung stellt, hat die handelsrechtliche GuV darüber
68 Vgl. Streim, Hannes: Die Vermittlung von entscheidungsnützlichen Informationen durch Bilanz und
GuV - Ein nicht lösbares Versprechen der internationalen Standardsetter, in: BFuP, (2000), S. 117
69 Vgl. Coenenberg, Marc: Internationalisierung der Rechnungslegung und ihre Auswirkung auf die
Analyse der Vermögens- und Finanzlage von Kapitalgesellschaften (2000), S. 82
70 Vgl. Küting, Karlheinz - Weber, Claus-Peter: Handbuch der Rechnungslegung (1990), S. 1487;
Rogler, Sylvia: Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Umsatzkostenverfahren (1990), S. 11
71 Vgl. Hollmann, Sebastian: Reporting Performance (2003), S. 6
72 Vgl. Baetge, Joerg - Kirsch Hans-Jürgen - Thiele, Stefan: Bilanzen (2002), S. 521-522
73 Vgl. Küting, Karlheinz - Eidel, Ulrike: Performance-Messung und Unternehmensbewertung auf Basis
des EVA, in: Die Wpg (1999), S. 832-833
74 Vgl. Männel, Wolfgang: Ergebniscontrolling Teil 1 (2002), S. 21
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Robert Christ, 2004, Erfolgsrechnung und Erfolgsanalyse nach IAS/IFRS, München, GRIN Verlag GmbH
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