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Jugendsprachliche Wortbildungsmittel anhand ausgewählter französischer Jugendzeitschriften

Title: Jugendsprachliche Wortbildungsmittel anhand ausgewählter französischer Jugendzeitschriften

Seminar Paper , 2004 , 35 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Michael Guntschnigg (Author)

French Studies - Linguistics
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Die Franzosen sind berühmt - oder auch berüchtigt - dafür, sehr stolz auf ihre Sprache zu sein. Der Frankreichurlauber, der dazu in der Lage ist auch nur ein paar Wörter Französisch zu sprechen, ist viel mehr willkommen als jener, welcher sich mit seinem Schulenglisch zu helfen versucht; dreht er das Radio auf, so wird er bemerken, daß überwiegend Lieder in französischer Sprache gespielt werden, obwohl zumindest die österreichischen Jugendlichen derzeit englische Lieder viel „cooler“ finden. Da der Geschmack zwischen Erwachsenen und Jugendlichen in sehr vielen Bereichen oft getrennte Wege geht, stellt sich die Frage, welchen Wert die französischen Jugendlichen ihrer Sprache beimessen und wo sie selbst sich im Sprachsystem bewegen. Zu Beginn meiner Seminararbeit möchte ich mich zunächst mit der Frage: Was ist Jugendsprache? beschäftigen. Eigentlich ist die Erklärung ganz einfach: Jugendsprache ist die Sprache der Jugend. Doch diese Definition veranlaßt mich zu glauben, es gäbe eine Sprache, deren Besitzer ausschließlich die Jugend wäre und die nur von Jugendlichen gesprochen würde. Von Sprachwissenschaftlern wird Jugendsprache jedoch heute als komplexes sprachliches Register betrachtet (Vgl. Schlobinski, Kohl, Ludewigt 1993, 12). Diese Definition wirft eine weitere Frage auf: Was ist Jugend selbst überhaupt? Je nachdem, was in der Jugendzeit im Vordergrund steht, verwendet man in der Wissenschaft verschiedene Begriffe, um diese Lebensphase zu beschreiben. Psychologen sprechen eher von der Adoleszenz, Biologen von der Pubertät, Jugend ist ein soziologischer Begriff. In der Soziologie steht „die historische Bedingtheit einer nach Alter sortierten Gruppe von Menschen“ (Fend 2000, 22) im Vordergrund. Kinder, Jugendliche, Erwachsene usw. werden als soziale Gruppen voneinander unterschieden (Vgl. Fend 2000, 22f.). Von dieser Theorie geht die Jugendsprachforschung aus. Viele Wissenschaftler bezeichnen den Lebensabschnitt zwischen zwölf und 25 Jahren als Jugendphase (Vgl. z. Bsp. Fend 2000, 91-93). Diese Phase ist vor allem von der Suche nach der eigenen Identität und der Ausbildung individueller Persönlichkeit geprägt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Welche Sprache spricht die Jugend?

2.1. Bestimmung des Begriffes Jugend

2.2. Zur Problematik einer Definition von Jugendsprache

2.3. Der Forschungsstand

3. Eigenständige Untersuchung verschriftlichter Jugendsprache

3.1. Vorhaben, Arbeitshypothese, Vorgehensweise

3.2. Die untersuchten französischen Jugendzeitschriften

3.3. Linguistische Analyse

3.3.1. Lexikon

3.3.1.1. Wortentlehnung: Fremdwörter - Lehnwörter

3.3.1.2. Wortbildung

3.3.1.2.1. Komposition

3.3.1.2.2. Derivation

3.3.1.2.3. Wortkürzungen

3.3.1.2.4. Onomatopoetika

3.3.2. Semantik

3.3.2.1. Das Jules Phänomen

3.3.2.2. Français argotique et populaire

3.3.2.3. Verlan

3.3.2.4. Sprachliche Bilder

3.3.2.5. Wortspiele

3.4. Ergebnisse zusammengefaßt

3.4.1. Was unterscheidet Jugendsprache von Erwachsenensprache?

3.4.2. Bestehende Probleme

3.4.2.1. Wie schnell erfolgt der jugendsprachliche Wandel?

3.4.2.2. Welche Sprache spricht die Jugend?

3.4.2.3. Sprechen alle Jugendlichen dieselbe Sprache?

4. Schlußbetrachtungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Beschaffenheit und Verwendung jugendsprachlicher Wortbildungsmittel im Französischen anhand einer korpusbasierten Analyse aktueller französischer Jugendzeitschriften, um die Rolle von Sprache bei der Identitätsbildung und Abgrenzung Jugendlicher zu beleuchten.

  • Lexikalische Analyse und Untersuchung von Anglizismen
  • Wortbildungsprozesse wie Derivation, Komposition und Kurzwortbildung
  • Semantische Besonderheiten und jugendspezifische Sprechstile
  • Einfluss von Medien auf den Sprachwandel in der Jugendphase

Auszug aus dem Buch

3.3.1.1.Wortentlehnung: Fremdwörter-Lehnwörter

Die Verwendung von Fremdwörtern hat für viele Jugendliche eine spielerische beziehungsweise ironische Komponente. Internationalismen werden bewußt verwendet und ersetzen übliche traditionelle Ausdrücke. Die Jugendsprache, genauer genommen die Studentensprache vom siebzehnten Jahrhundert bis ungefähr 1930, wurde hauptsächlich vom Lateinischen und Griechischen geprägt. Später wirkte sich der Einfluß der französischen Sprache deutlich aus. Heutzutage spielen Anglizismen eine tragende Rolle, vor allem aufgrund der Tatsache, daß sich Englisch zu einer Weltsprache entwickelt hat. Mit dem Begriff Anglizismus meint man Entlehnungen aus dem britischen und amerikanischen Englisch. Die Amerikanisierung in der Verhaltensweise, in der Musik, in der europäischen Jugendkultur ist ein makroskopisches Phänomen, das die zahlreichen Anglo- Amerikanismen in den europäischen Jugendsprachen erklärt.

Der Einfluß des Englischen auf die französische Sprache ist nicht zu übersehen. Die sehr häufig eingesetzten Pseudoanglizismen sind unter Jugendlichen sehr beliebt und führen zu interessanten Wortbildungen. In den untersuchten Zeitschriften finden sich hinsichtlich der Jugendsprache eine große Anzahl von entlehnten Wörtern. Dabei treten nur wenige Ausdrücke aus dem Bereich Verlan auf. Häufig zu finden sind aber vor allem Entlehnungen aus dem Englischen sowie aus dem français argotique und dem français populaire.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung der französischen Sprache für die dortige Jugend ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Stellenwert der Sprache im Sprachsystem der Jugendlichen.

2. Welche Sprache spricht die Jugend?: Dieses Kapitel befasst sich mit der theoretischen Definition von Jugend und Jugendsprache sowie dem aktuellen Forschungsstand zu soziolinguistischen Ansätzen.

3. Eigenständige Untersuchung verschriftlichter Jugendsprache: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert und eine detaillierte linguistische Analyse der ausgewählten französischen Jugendzeitschriften auf lexikalischer und semantischer Ebene durchgeführt.

4. Schlußbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Jugendsprache kein starres System ist, sondern ein kreatives Spiel, und reflektiert die Grenzen der durchgeführten Untersuchung sowie die Rolle der Redaktionsarbeit in den Zeitschriften.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Französisch, Wortbildung, Anglizismen, Soziolinguistik, Jugendzeitschriften, Sprachwandel, Lexik, Semantik, Verlan, Identitätsbildung, Jugendszenen, Diskursanalyse, Sprachvarietät, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die französische Jugendsprache in schriftlichen Medien manifestiert und welche Wortbildungsmittel dabei bevorzugt zum Einsatz kommen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Analyse konzentriert sich auf Wortentlehnungen (vor allem Anglizismen), Wortbildungsprozesse, den Einsatz von Semantik und bildhafter Sprache sowie das Phänomen des Verlan.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu klären, wie französische Jugendliche ihre Sprache verwenden, um sich abzugrenzen und ihre Identität auszudrücken, und inwieweit diese von der Standardsprache abweicht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische Untersuchung an Hand eines Korpus durchgeführt, das aus Artikeln, Interviews und Leserbriefen ausgewählter französischer Jugendzeitschriften besteht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine linguistische Analyse des Lexikons und der Semantik, wobei unter anderem Komposition, Derivation, Wortkürzungen und onomatopoetische Ausdrücke detailliert betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jugendsprache, Französisch, Wortbildung, Anglizismen, Soziolinguistik und Sprachvarietät.

Was hat es mit dem sogenannten "Jules-Phänomen" auf sich?

Das Phänomen beschreibt die spezifische Verwendung des Eigennamens "Jules" in bestimmten Jugendzeitschriften, um männliche Bezugspersonen, insbesondere Freunde oder Traumprinzen, zu bezeichnen.

Warum spielt "Verlan" in dieser Untersuchung eine untergeordnete Rolle?

Der Verlan findet sich in den untersuchten Zeitschriften nur äußerst selten, da es sich primär um eine gesprochene Sprache handelt, die sich von den Zielgruppen und dem Stil der analysierten Zeitschriften unterscheidet.

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Details

Title
Jugendsprachliche Wortbildungsmittel anhand ausgewählter französischer Jugendzeitschriften
College
University of Graz  (Institut für Romanistik)
Grade
Sehr gut
Author
Michael Guntschnigg (Author)
Publication Year
2004
Pages
35
Catalog Number
V29044
ISBN (eBook)
9783638306706
Language
German
Tags
Jugendsprachliche Wortbildungsmittel Jugendzeitschriften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Guntschnigg (Author), 2004, Jugendsprachliche Wortbildungsmittel anhand ausgewählter französischer Jugendzeitschriften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29044
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