Inhaltsverzeichnis
1. These
2. Einleitung
3. Aufrüstung
3.1. Der Begriff
3.2. Problematik der Extrahierung
4. Aufrüstungsausgaben und Finanzierungsbedarf
4.1. Kosten der Aufrüstung von 1933 bis Kriegsbeginn
4.2. Aufrüstung im 2. Weltkrieg
4.3. Rüstung im Verhältnis zu Volkseinkommen und BSP
4.4. Finanzierungsbedarf
5. Welche Finanzpolitik wurde im 3. Reich betrieben?
5.1. Finanzierungsinstrumente
5.2. Steuer oder Kredit? Finanzpolitik des 3. Reiches zwischen
Finanzierungsbedarf , Ideologie und Geldwert
5.2.1. Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg
5.2.2. Finanzpolitik in der Phase der Aufrüstung bis
Sept.1939
5.2.3. Finanzpolitik in der Phase des Krieges ab Sept.1939
5.2.4. Ideologische Finanzinstrumente außerhalb des
Steuerrechts
6. Zusammenfassung
Quellenangaben
Tabellen und Abbildungen
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1. These
Finanzpolitische Entscheidungen im Nationalsozialismus waren Ausdruck des Konflikts um Finanzierungsbedarf, Ideologie und Geldwert. Im Hinblick auf diese These werden Methoden der Finanzierung des 3. Reiches aufgezeigt.
2. Einleitung
Nach einleitender Begriffsklärung „Aufrüstung“ und Hinweisen zur Problemstellung bei der Extrahierung von relevanten Daten zu Aufrüstungskosten beginne ich mit Ausführungen zu Rüstungsausgaben, Staatsausgaben und BSP. Anschließend folgt eine Darstellung der Finanzierungsmethoden des Nationalsozialismus mit abschließender Zusammenfassung. Im Themenhinblick dieser Seminararbeit untergliedere ich die Zeit des Nationalsozialismus in 2 Epochen. Die 1. Periode der friedlichen Aufrüstung begann mit der Machtergreifung Hitlers 1933 und wurde von der 2. Periode der kriegerischen Aufrüstung mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939 abgelöst.
Ich benutzte für meine Darstellungen neben den Quellenangaben im Anhang insbesondere die „Statistischen Arbeitsbücher zur neuen Deutschen Geschichte“ Band 3 1914-1945 von Dietmar Petzina, „Der zweite Weltkrieg - Seine Finanzierung in Deutschland“ von Dr. Fritz Federau sowie diverse Arbeiten und Publikationen von Albrecht Ritschl. Sie stützen sich bei ihrer Recherche auf umfangreiches Material an originalen Publikationen und waren z.B. im Falle Federau’s Zeitzeugen des 3. Reiches mit seiner volkswirtschaftlichen Tätigkeit im Direktorium der Deutschen Girozentrale/ Deutschen Kommunalbank und Angehöriger im Oberkommando der Wehrmacht. Albrecht Ritschl ist Professor für Wirtschaftsgeschichte an der Humboldt Universität zu Berlin und beschäftigt sich in seinen Publikationen intensiv mit der Wirtschaft im Nationalsozialismus.
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3. Aufrüstung
3.1. Der Begriff
In der Literatur sowie im allgemeinen Sprachgebrauch werden Begriffe wie Aufrüstung und Rüstung oft im gleichen Kontext verwendet, ohne jedoch diese voneinander abzugrenzen bzw. genau zu definieren. Das Verständnis von Forstheimer/Volkmann (1981, S.14): „Unter Rüstungsausgaben können die Kosten der Aufrüstung verstanden werden, aber nur die des militärischen Sachbedarfs.“ halte ich für fragwürdig, wie nachfolgende eigene Überlegungen zeigen.
Rüstung ist lt. Brockhaus (1992, S. 696) ein „politischer und ökonomischer Begriff, umfasst im weiteren Sinn alle Güter und Dienstleistungen, die militärischen Zwecken dienen beziehungsweise von militärischen Auftraggebern eines Landes oder Bündnisses nachgefragt werden, im engeren Sinn die militärische Beschaffung und Instandhaltung einschließlich der militärischen Forschung und Entwicklung.“ Aufrüstung hingegen ist „im Gegensatz zur Abrüstung die Verstärkung der militärischen Macht eines Staates“ (Brockhaus, S. 1987).
Anlehnend an diese Definitionen stellt sich die Frage, wie im Falle der Aufrüstung die „Verstärkung der militärischen Macht“ zu messen ist. Ist es im Sinne der Rüstungsdefinition der Mehrwert der „Güter und Dienstleistungen, die militärischen Zwecken dienen“ gemessen im jeweiligen Anschaffungs- und Geldwert oder wie aus dem Wortlaut zu entnehmen gemessen an der realen Vergrößerung der militärischen Macht. Ein vereinfachtes Beispiel soll diese Problematik verdeutlichen. Eine Volkswirtschaft kauft in jeder Periode zu seiner Landesverteidigung einen Panzer vom Typ I für 1.000 GE (Geldeinheiten) mit einer Lebensdauer von jeweils 1 Periode. Er hat die Wahl zwischen einem Panzer Typ I für 1.000 GE oder einen doppelt so leistungsfähigen Panzer Typ II für 1.500 GE. Offensichtlich bleibt die militärische Macht beim Kauf Typ I als auch die Kosten von 1.000 GE konstant. Man kann also unbestreitbar von Rüstung aber nicht von Aufrüstung sprechen. Würde sich die Volkwirtschaft nun für den Panzer Typ II entscheiden, steigt die militärische Macht um 100%. Jedoch entstehen dadurch nur finanzielle Mehrkosten von 50%. Es stellt
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sich resultierend die Frage, hat die Volkswirtschaft nun um 100% oder um 50% aufgerüstet? Im Sinne der Brockhausdefinition „Verstärkung der militärischen Macht“ ist die Frage eindeutig mit 100% beantworten. Aussagen über reale Effekte hinsichtlich der militärischen Leistungsfähigkeit können also nicht aus der der Höhe der finanziellen Aufrüstungsausgaben abgeleitet werden. Das bedeutet wiederum, dass eine Vergrößerung der Rüstungsausgaben noch keine Aufrüstung im oben genannten Sinne bedeuten muss, da meiner Meinung nach der reale Wirkungsgrad der Ausgaben berücksichtigt werden muss. Im angeführten Beispiel wäre der Wirkungsgrad 2.
Um den Sachverhalt im Sinne der Zielsetzung der Seminararbeit überschaubar zu halten wird vereinfacht angenommen, dass eine Vergrößerung der Rüstungsausgaben unmittelbar zur militärischen Aufrüstung führt und als finanzielle Aufrüstungsausgaben zu werten sind. Das einfache Beispiel zeigte zwar einen Mehrperiodenfall, jedoch wurden Faktoren wie z.B. Abschreibung, laufender Unterhalt und Preissteigerungsraten nicht berücksichtigt. Vereinfachend sind
Abschreibungen als Finanzierungsform sowie laufender Unterhalt u.a. Bestandteile des Begriffes Rüstung.
Formell lässt sich der Wert der Aufrüstungsausgaben wie folgt darstellen:
t-Periode
In Anlehnung dieser Formel bzw. der dargestellten Überlegungen sind Rüstungsausgaben in den unterschiedlichen Perioden in Geldeinheiten zu bewerten und deren Unterschiede als Aufrüstungsausgaben zu deklarieren. Aus Tabelle 1 ist ersichtlich, dass die Rüstungsausgaben unmittelbar vor Hitlers Machtergreifung mit ca. 0,4 Mio Reichsmark jedoch verschwindend gering im Vergleich zu den nachfolgenden Jahren waren. Aus diesem Grund kann die Formel (1) vereinfachend auf folgende Formel (2) reduziert werden.
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3.2. Problematik der Extrahierung
Da sich ab 1936 die gesamte Wirtschaft verstärkt auf Aufrüstung und Kriegsvorbereitung im Vierjahresplan ausrichtete (Ritschl, 2003, S.15), sind die Kosten der Aufrüstung schwer zu extrahieren. Auch „...bleibt es eine Frage der Auslegung, ob man die Milliardenkosten des Autobahnbaus von 1933 bis 1941 mehr in den politischen Kontext der Aufrüstung oder mehr in den sozialtechnischen Zusammenhang des Industriezeitalters steckt.“(Forstheimer/Volkmann, 1981, S.53). Um die Zielstellung der Seminararbeit zu verfolgen, ist es jedoch ausreichend nur diejenigen Aufrüstungsausgaben und entsprechenden Finanzierungen zu bewerten, die explizit als solche gekennzeichnet bzw. publiziert worden sind.
4. Aufrüstungsausgaben und Finanzierungsbedarf
Grundlage für die Bewertung der Finanzierungsmethoden ist die Höhe des Finanzierungsbedarfes bzw. die Höhe der Aufrüstungsausgaben. Die Bereinigung der nominalen Aufrüstungsausgaben um die Preissteigerungsrate zu realen Aufrüstungsausgaben ist im Rahmen der Zielstellung der Seminararbeit nicht relevant. Da Ausgaben (Soll) durch den gleichen Betrag finanziert (Haben) werden müssen, ist die Veränderung der Kaufkraft des Geldes erstens im Preis des Gutes und zweitens in der Gegenposition Finanzierung enthalten. Durch dieses „Soll und Haben Prinzip“ hebt sich der Preissteigerungseffekt in der
Finanzierungsbetrachtung auf. Ungeachtet dessen spielte die Inflation im Nationalsozialismus offensichtlich keine Rolle, da der BSP-Deflator relativ konstant blieb. Siehe dazu Tabelle 2.
Auf Gründe und Ursachen wird in nachfolgenden Abschnitten eingegangen.
4.1. Kosten der Aufrüstung von 1933 bis Kriegsbeginn
Hitler am 1.September1939 vor dem deutschen Reichstag : “Über sechs Jahre habe ich nun am Aufbau der deutschen Wehrmacht gearbeitet. In dieser Zeit sind über 90 Milliarden für den Aufbau der deutschen Wehrmacht aufgewendet“ (Forstheimer,Volkmann,1981,S.29).
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Arbeit zitieren:
Marco Fritz, 2003, Finanzierung der Aufrüstung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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Deutschlands Finanzierung des Zweiten Weltkriegs
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