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Systematisches Risiko im Interbanken-Zahlungsverkehr: Theoretische Analyse und wirtschaftspolitische Implikationen

Title: Systematisches Risiko im Interbanken-Zahlungsverkehr: Theoretische Analyse und wirtschaftspolitische Implikationen

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Manuel Koch (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Summary Excerpt Details

[...]

Da durch die Schließung einer Bank auch Teile der Aktiva weiterer dem Verbund angehörender Banken verloren gehen, kann es zu einem Dominoeffekt kommen, der sich über den gesamten Interbanken-Markt ausbreitet. Eine empirische Untersuchung deutscher Banken von Upper & Worms (2002) hat ergeben, dass der Bankrott einer Bank, die bilaterale Kreditbeziehungen zu anderen Banken unterhält, zu einem Verlust von 15% der Aktiva des gesamten Systems führen kann (Upper & Worms 2002, S. 23).
Derartige Bankensystem-Krisen sind mit hohen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden, da sie die Gefahr bergen, eine Eigendynamik zu entwickeln und den gesamten Finanzsektor der Ökonomie zu befallen. Die Folge sind steigende Kreditzinsen, was sich in einer Abschwächung der Aktivitäten auf dem realwirtschaftlichen Sektor niederschlägt und somit zu gesamtwirtschaftlichen Wohlfahrtsverlusten führt. Die makroökonomische Konsequenz ist sinkendes Wachstum oder sogar Rezession. Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Notwendigkeit einer übergeordneten Regulierungsinstanz (Zentralbank), die über geeignete Instrumente verfügt, mit Hilfe derer eine Ausbreitung auf weitere Kreditinstitute verhindert werden kann, um somit die Stabilität des Netzwerkes zu sichern.

[...]

Das zentrale Anliegen der vorliegenden Arbeit besteht darin, zwei Modelle zur Abbildung der Funktionsweise von Interbanken-Kreditsystemen vorzustellen. Dabei werden die unterschiedlichen Strukturmuster von Bankensystemen abgegrenzt sowie deren Stabilität und Widerstandsfähigkeit bei Auftreten von Liquiditätsschocks untersucht. Dabei wird aufgezeigt, wie sich die Ausbreitung einer Liquiditätskrise auf weitere Banken des Verbundnetzes vollzieht. Ferner werden wirtschaftspolitische Implikationen, die sich für das Management von Systemkrisen durch die Zentralbank ergeben, abgeleitet. Als Grundlage für die folgenden Ausführungen dienen die beiden Beiträge:

„Financial Contagion“ (Allen & Gale), erschienen im Jahre 2000 in der Fachzeitschrift Journal of Political Economy und
„Systemic Risk, Interbank Relations, and Liquidity Provision by the Central Bank“ (Freixas, Parigi & Rochet), erschienen im Jahre 2000 in der Fachzeitschrift Journal of Money, Credit, and Banking.

Eine abschließende Zusammenfassung der Analyseergebnisse sowie ein Ausblick auf zukünftigen Forschungsbedarf sind Gegenstand des letzten Abschnittes.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Modellierung von Interbanken-Kreditsystemen

2.1 Darstellung des Modells von Allen & Gale (2000)

2.1.1 Erläuterung der Basisannahmen und des Modellrahmens

2.1.2 Umverteilung des Liquiditätsrisikos als soziales Planungsproblem

2.1.3 Kennzeichnung der Strukturmuster von Interbanken-Kreditmärkten

2.1.4 Analyse der Entwicklung vom Einzelkonkurs zur Systemkrise

2.2 Darstellung des Modells von Freixas et al. (2000)

2.2.1 Erläuterung der Basisannahmen und des Modellrahmens

2.2.2 Krisenanfälligkeit eines Interbanken-Marktes mit einer Money Center Bank

2.2.3 Interventionsmaßnahmen der Zentralbank zur Vermeidung von Ausbreitungseffekten

3 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht theoretisch die Stabilität und Krisenanfälligkeit von Interbanken-Kreditsystemen bei Liquiditätsschocks. Ziel ist es, durch die Analyse zweier klassischer ökonomischer Modelle aufzuzeigen, wie sich Liquiditätskrisen in Abhängigkeit von der Struktur des Bankennetzwerkes ausbreiten und welche Rolle die Zentralbank bei der Vermeidung von Systemkrisen spielen kann.

  • Strukturmuster von Interbanken-Märkten und deren Robustheit
  • Mechanismen der Ansteckungsgefahr bei Banken-Runs
  • Rolle von Liquiditätsschocks auf die Stabilität des Finanzsektors
  • Wirtschaftspolitische Implikationen und Zentralbankinterventionen
  • Vergleich zwischen vollständigen und unvollständigen Marktstrukturen

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Kennzeichnung der Strukturmuster von Interbanken-Kreditmärkten

Bankensysteme können in unterschiedlichen Formen auftreten, die sich durch die Art der Verflechtung der beteiligten Kreditinstitute voneinander abgrenzen lassen (Allen & Gale 2000, S. 10-14). Abbildung 1 zeigt die Variante des vollständigen Interbanken-Marktes, die dadurch gekennzeichnet ist, dass alle Regionen miteinander in Beziehung stehen.

Da stets nur zwei der vier Regionen von einer erhöhten Liquiditätsnachfrage betroffen sind (vgl. Tabelle 1), legt jede Region in t = 0 jeweils zi = (ωH – γ)/2 > 0 Einheiten des Konsumgutes in jeder der drei anderen Regionen j ≠ i ein. Sobald in t = 1 feststeht, welcher Umweltzustand vorliegt, erfahren die Banken, wie stark ihre Kunden Liquidität nachfragen. Im Falle einer überdurchschnittlich hohen Nachfrage ωi = ωH werden alle Einlagen in den anderen Regionen abgezogen. Dann sind zum einen die vertraglich zugesicherten c1 Einheiten an die Frühkonsumenten (ωH) auszuzahlen, und zum anderen ist der zweiten vom Liquiditätsschock betroffenen Region ihre Einlage zj = (ωH – γ) / 2 zurückzuleisten. Zur Deckung der Nachfrage ihrer Kunden stehen der Region y Einheiten der kurzfristigen Anlage sowie die 3 zi = 3 (ωH – γ) / 2 in den anderen drei Regionen eingelegten Einheiten zur Verfügung. Eine Region mit geringer Nachfrage kann den Bedarf ihrer Konsumenten (c1ωL) mit ihrem Bestand an kurzfristigen Anlagen (y) befriedigen. Ferner sind die Einlagen der Regionen mit Überschussnachfrage (2 zi = (ωH – γ)) zurückzuzahlen. Über die Umverteilung von Einlagen ermöglicht das Kreditsystem eine Befriedigung sämtlicher regionaler Liquiditätsbedarfe, ohne eine Liquidierung langfristiger Anlagen in Anspruch zu nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einleitung in die ökonomischen Funktionen von Banken und die systemischen Risiken, die aus Liquiditätsschocks und Interbanken-Verflechtungen resultieren können.

2 Modellierung von Interbanken-Kreditsystemen: Detaillierte theoretische Analyse zweier Modelle zur Abbildung von Liquiditätsrisiken und deren Ausbreitung über verschiedene Marktstrukturen hinweg.

3 Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Synthese der Analyseergebnisse und Diskussion der Rolle der Zentralbank bei der Sicherung der Systemstabilität sowie Ausblick auf den Forschungsbedarf.

Schlüsselwörter

Interbanken-System, Systematisches Risiko, Liquiditätsrisiko, Banken-Run, Finanzkrise, Zentralbank, Lender of Last Resort, Systemstabilität, Finanzintermediation, Geldmarkt, Money Center Bank, Ansteckungseffekt, Portfolioentscheidung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert theoretisch, wie Interbanken-Systeme durch Kreditbeziehungen Liquiditätsrisiken verteilen und unter welchen Bedingungen dies zu systemischen Krisen führen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Modellierung von Interbanken-Märkten, die Stabilität bei Schocks, die Dynamik von Banken-Runs und die regulatorische Rolle der Zentralbank.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die theoretische Durchdringung der Stabilität von Bankennetzwerken und die Ableitung wirtschaftspolitischer Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Kettenreaktionen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden zwei formale ökonomische Modelle (Allen & Gale 2000 sowie Freixas et al. 2000) zur Darstellung von Liquiditätsallokationen und Systemrisiken analysiert und verglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Modelle, die Abgrenzung von Strukturmustern, die Analyse des Übergangs von Einzelkonkursen zu Systemkrisen und die Bewertung von Interventionsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Systematisches Risiko, Interbanken-Markt, Liquiditätsschock, Banken-Run, Zentralbank-Intervention und Systemstabilität.

Warum ist die Struktur des Interbanken-Marktes für die Stabilität entscheidend?

Die Struktur bestimmt, wie Verluste im Konkursfall verteilt werden: Während vollständige Netzwerke Lasten auf viele Akteure verteilen, können unvollständige Strukturen oder eine zentrale "Money Center Bank" bei Ausfällen eher zu einem Systemkollaps führen.

Welche Rolle spielt die Zentralbank als "Lender of Last Resort"?

Sie dient als Absicherung für Einlagen, um Banken-Runs zu verhindern, muss jedoch aufgrund potenzieller Moral-Hazard-Effekte durch Überwachung und Disziplinierung sicherstellen, dass Banken keine übermäßigen Risiken eingehen.

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Details

Title
Systematisches Risiko im Interbanken-Zahlungsverkehr: Theoretische Analyse und wirtschaftspolitische Implikationen
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Volkswirtschaftslehre)
Course
Bankenverhalten, Kreditmärkte und makroökonomische Stabilität
Grade
1,0
Author
Manuel Koch (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V29151
ISBN (eBook)
9783638307390
Language
German
Tags
Systematisches Risiko Interbanken-Zahlungsverkehr Theoretische Analyse Implikationen Bankenverhalten Kreditmärkte Stabilität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Koch (Author), 2004, Systematisches Risiko im Interbanken-Zahlungsverkehr: Theoretische Analyse und wirtschaftspolitische Implikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29151
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