Glaubw ürdigkeit in computervermittelter Kommunikation Felix Kapohl
Inhaltsverzeichnis
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Vorteile gegenüber anderen Medien Seite 6
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Besonderheiten des Chat Seite 7
Vorteile des Chat in Bezug zur Glaubwürdigkeit Seite 8
Besonderheiten der E-Mail Seite 9
Seite 11
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Evaluierungskriterien im WWW Seite 11
Hilfe bei Kettenbriefen, Hoaxes, Viruswarnungen Seite 13
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Literaturverzeichnis
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Glaubwürdigkeit in computervermittelter Kommunikation Felix Kapohl
Vorwort
Internet Euphorie ist ein Schlagwort mit dem sich nach wie vor alle „alten“ Medien gegenseitig zu übertrumpfen versuchen. Internet als Gesamtbegriff für das WWW, Newsgroups, Mailinglisten und Email. Immer wenn ein Medium neu ist und noch keine Etablierung gefunden hat zieht das auch Probleme mit sich. Von der Faszination „Information at your fingertips“ benebelt neigen viele Nutzer des Internets dazu alles zu glauben was im Netz steht. Der „Gullibility Virus“ 1 trifft aber anscheinend nicht nur Medienneulinge sondern auch Journalisten und andere Berufsgruppen, die eigentlich den Umgang mit zweifelhaften Informationen gewöhnt sein sollten. Das kann nur bedeuten, dass erst Evaluierungsrichtlinien ersonnen werden müssen. Obgleich viel über Glaubwürdigkeit geschrieben wurde, meist ohne klares Ergebnis, gibt es zu diesem Thema in Verbindung mit dem Medienneuling Internet nur wenig kompetente Literatur. Das Problembewusstsein erwächst hier erst in letzter Zeit. Die größte Informationsquelle ist das, was das Internet über sich selbst preisgibt und die Nutzererfahrungen, die man im Austausch mit anderen erhalten kann. Zuerst sei hier die Rede von Glaubwürdigkeit als Medienphänomen im Vergleich zu den Besonderheiten der wichtigsten Bereiche des Mediums Internet. Was man Wissen muss und tun sollte um ein kompetenter Internetnutzer zu sein und mit seiner spezifischen Glaubwürdigkeit umgehen zu können soll im letzten Teil ausgeführt werden.
Was ist Glaubwürdigkeit?
„Glaubwürdigkeit ist keine direkte Eigenschaft eines Kommunikators, sondern lediglich eine von Rezipienten zugeschriebene bzw. attribuierte Eigenschaft“ 2 Und obwohl die meisten Rezipienten sich eine sehr hohe Fähigkeit bezüglich der Einschätzung von Glaubwürdigkeit zuschreiben, ist die Erkennungsrate von Täuschungen selten über 65 % 3 . Wenn man sich nun auf mediatisierte Kommunikation beschränkt und somit Körpersprache und ähnliche Merkmale des Kommunikaten außer Acht lässt, kann man von zwei verschiedenen Arten der Glaubwürdigkeitsbeurteilung sprechen.
Zum einen wäre da die inhaltsorientierte Glaubwürdigkeitsbeurteilung. Eine glaubwürdige Aussage, bzw. besser Information, sollte sowohl qualitativ als auch
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quantitativ detailreich sein, sowie eine in sich schlüssige und widerspruchsfreie Argumentation aufweisen. Dies bedeutet auch, dass der Kommunikat zu keiner seiner in früherer Zeit gemachten Äußerungen in Widerspruch stehen darf. Darüber hinaus wird vom Rezipienten ein Vergleich zu anderen bekannten Informationen und objektiv erkennbaren Sachverhalten hergestellt. Zum anderen gibt es die Quellen -und kontextorientierte
Glaubwürdigkeitsbeurteilung. In besonderem Maße zählt hier der Ursprung einer Information, die Quelle, d.h. die „mehr oder weniger stabilen Merkmale eines Kommunikators“ 1 . Merkmale die insbesondere bezüglich Kompetenz (‚expertness‘) und Vertrauenswürdigkeit (‚trustworthiness‘) festgemacht werden. Desweiteren scheint die mutmaßliche Ähnlichkeit in Einstellung und Werteansichten (Sympathie) zwischen Publikum und Sprecher ein wichtiges Kriterium zu sein. Es wird auch immer die allgemeine Meinung über ein Medium die in der Gesellschaft vorherrschend ist, ob zutreffend oder irrig, ausschlaggebend für deren Glaubwürdigkeit sein, z.B. „Bild“ / „SZ“. Der Kontext beeinflusst in erster Linie die Vertrauenswürdigkeit des Mediums
1 Rössler, Glaubwüdigkeit, S.17
2 Rössler, Glaubwürdigkeit, S.27
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welches die Nachricht übermittelt. Ein Kommunikat wird als unglaubwürdig, bzw. besonders Vertrauenswürdig vorgestellt und beeinflusst so die objektive Einschätzung des Rezipienten.
Eine wie ich meine sehr gute Zusammenfassung der möglichen Dimensionen von Glaubwürdigkeit liefert das Diagramm in Abbildung 1. Wobei das nur als exemplarisch zu verstehen ist, da je nach Studie sogar bis zu 16 Faktoren ermittelt wurden. Dies zeigt, dass man offenbar, trotz der anfänglichen Offensichtlichkeit was man unter Glaubwürdigkeit zu verstehen hat, auf große Hindernisse stößt sobald man sich an einer Definition versucht.
Glaubwürdigkeit im Internet als Gesamtphänomen Da mag es nicht verwundern, dass es noch schwerer fällt über die Glaubwürdigkeit des Internets zu sprechen, in all seiner Komplexität und ‚Unerforschtheit‘. Es sei darauf hingewiesen, dass man nicht generell dem Medium Internet Vertrauenswürdigkeit zu- oder absprechen kann. Es gibt als individuell zu betrachtende Systeme innerhalb dieses ‚Hybridmediums‘. Da wären das World Wide Web (WWW), die an Bedeutung verlierenden FTP Server und die interpersonellen Kommunikationsmöglichkeiten: Email, Newsforen und der Chat. Wenngleich selbst unterhalb dieser Systeme vielerlei Unterteilungen bezüglich der Wahrheitsliebe vonnöten wären.
Das WWW - Besonderheiten gegenüber anderen Medien Der Hauptunterschied des WWW zu allen anderen Wegen der Informationsverbreitung ist die große Wirkung bei minimalem Aufwand. Es war noch nie so einfach seine Meinung einer sehr großen Zahl von Menschen mitzuteilen. Noch dazu in ansprechender Form, mit Graphiken, Texten, u.U. sogar mit Musik, Tondokumenten, Videos und sogar dreidimensionalen ‚begehbaren‘ Räumen (VRML). Ist es faktisch geradezu unmöglich einen eigenen Fernsehsender zu betreiben, in dem natürlich nur das läuft, was einem persönlich als wichtig erscheint, so ist das im Internet mit geringen finanziellen Mitteln möglich. Die große Gefahr dabei: Es gibt keinen Gatekeeper, also niemanden der Inhalte vom WWW ausschließt, bzw. wichtiges von
1 Rössler, Glaubwüdigkeit, S.27
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unwichtigem, Recht von Unrecht, unterscheidet. So können falsche oder verbrecherische
Inhalte neben privaten Web - Seiten von Familien existieren. Über den Wahrheitsgehalt und die damit verbundene Glaubwürdigkeit ganz zu schweigen. Wahrheiten werden beliebig, zumindest was ihre
Verbreitungsmöglichkeit anbelangt. Die bei traditionellen Medien greifenden Kontrollinstanzen und sei es eine freiwillige Kontrolle der Medien, hinken beim WWW hoffnungslos hinterher, bzw. sind erst gar nicht möglich. Die offene Struktur, die andererseits ermöglicht 'negative' Zensur zu umgehen, macht dies sehr schwierig. Aufgrund der Unbeständigkeit die dem System Internet innewohnt ergibt sich, bezüglich der Glaubwürdigkeit, folgendes Problem:
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„Die ‚Informationsamnesie‘ bedroht das Internet und untergräbt seine Glaubwürdigkeit! (. . .) Nehmen sie einmal ihre Seite im Web die sie benutzen um einen Gedanken in ihrer Arbeit zu belegen als Beispiel. Können andere zu dieser Seite gehen um ihre Informationen zu überprüfen, oder um eigene Schlüsse zu ziehen? Muss man nun jeden einzelnen Artikel den man im Web mag kopieren, weil es keine Garantie dafür gibt, dass es ihn morgen noch geben wird.“
Adressen wie „http://www.staatsministerium.de“ 2 scheinen u.U. eine Vertrauensbasis zu vermitteln, doch erst als regelmäßiger Internetnutzer wird man die Erfahrung machen, dass die so genannten URLs leider schon lange nicht zwingend mehr das bieten, was sie versprechen oder mit ihrem Namen implizieren. Domainnamen können beinahe beliebig gekauft werden (z.T. bereits für 0,49 DM pro Monat). Natürlich ergeben diese Namen bei näherer Betrachtung meist keinen Sinn, aber das Finden von hilfreicher Information wird erschwert. Auch das Suchen von seriösen Seiten über Suchmaschinen, wie
1 Rössler, Glaubwüdigkeit, S.27
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Arbeit zitieren:
Felix Kapohl, 2000, Glaubwürdigkeit in computervermittelter Kommunikation, München, GRIN Verlag GmbH
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