Das Konzept der somatischen Marker Felix
Kapohl
Das Konzept der somatischen Marker nach Antonio R. Damasio
Inhaltsverzeichnis
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Vorwort
Der Tendenzapparat 01
Urspr ünge somatischer Marker 02
Unbewu ßte Ebene somatischer Marker 02
Die Glücksspielexperimente 03
Erster Versuch 03
Zweiter Versuch 04
R ückschlüsse 05
Neurobiologische Hintergründe 05
Der präfrontale Cortex und seine Verbindungen 05
Weitere wichtige Gehirnareale 06
07
Schlu ßbemerkung
Literaturverzeichnis 09
Im Gegensatz zur "klassischen" Annahme, jede Handlungsentscheidung des
Menschen würde aufgrund von logischen Operationen im Gehirn getroffen,
unter Ausschluß des Körpers, widerspricht Antonio R. Damasio dieser
Überzeugung. Er führt das Modell der somatischen Marker ein, um seine
Ansichten über die Entscheidungsfindung des Menschen zu erläutern. Zuerst
soll dieser "Apparat" beschreiben werden. Weiter wird die Entstehungsweise
dieser somatischen Marker beschrieben. Dem folgt eine Schilderung der
sogennanten "Glücksspielexperimente" und deren Schlußfolgerungen. Im
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letzten Abschnitt wird kurz eine mögliche neurobiologische Lokalisierung der somatischen Marker erläutert.
Der Tendenzapparat
Während unseres gesamten Lebens werden wir vor Entscheidungen gestellt. Scheidewege an denen sich verschiedene Alternativen anbieten. Zu viele chaotische Elemente des Lebens vereiteln eine rationale Herangehensweise. Sicherlich ist es möglich innerlich eine Pro und Kontra Liste zu erstellen. Doch die individuell richtige Bewertung der einzelnen Punkte führt oft genug zu einer Entscheidungssackgasse. Auch würde ein Mensch unnötig viel Zeit verbringen, wenn er beständig alles gegeneinander abzuwägen hätte und seien es so alltägliche Entscheidungen wie: "gehe ich erst zum Einkaufen, oder erst zum Friseur?". Viele Entscheidungen werden dann aufgrund von "Intention" oder "Gefühlsmäßig" getroffen. Was steckt hinter diesem "Gefühl"?
Mit Hilfe von "somatischen Markern" werden die wahrscheinlichen Szenarien, die sich durch eine Entscheidung ergeben würden, mit einem körperlichen Zustand (Empfindungen) verknüpft, sozusagen markiert. Diese Empfindung hilft das angenehmste Szenario zu ergründen. Das bedeutet aber nicht, daß immer nur der Weg des geringsten Widerstandes, mit einer besonders positiven Empfindung einhergeht. Es kann sich auch durchaus um weiter entfernte Ziele handeln, wie beispielsweise Beruflicher Erfolg als Fernziel eines geeigneten Studiums und einer damit verknüpften positiven Empfindung, obgleich die Vorstellung des Arbeitsaufwandes während des Studiums eher eine unangenehme Empfindung erzeugen mag. Natürlich sind somatische Marker kein Ersatz für logische Denkprozesse, sondern vielmehr muß man alles zusammen als Einheit betrachten. Es handelt sich lediglich um einen Tendenzapparat, er leistet jedoch bemerkens wertes. Die
Genauigkeit/Nützlichkeit unserer Gedanken wird durch die somatischen Marker gesteigert. Unsere Aufmerksamkeit wird durch sie auf das Wesentliche gelenkt.
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Ursprünge somatischer Marker
Woher stammt nun dieser Tendenzapparat? Somatische Marker stellen eine Verknüpfung zwischen erlebten Reizen - bzw. auch mit nur miterlebten, also durch Erfahrung anderer - und Empfindungen des eigenen Organismus dar. Diese Empfindungen sind ein Sonderfall der sekundären Gefühle, wie sie A. Damasio bezeichnet. Jenen Gefühlen die aus einer Empfindung eines somatischen Zustandes resultieren, der sich bei der Vorstellung von Ereignissen / Szenarien einstellt. Es erfolgt einerseits durch Erziehung und Sozialisation sozusagen eine Prägung der somatischen Zustände. Wobei insbesondere frühkindliche Erfahrungen weitreichendere Auswirkungen auf unseren Tendenzapparat haben. Andererseits spielen die angeborenen, regulatorischen Dispositionen eine große Rolle, so etwa das Konzept des Überlebenswillen oder das Schmerz - Lust - Prinzip.
Unbewußte Ebene der somatischen Marker
Bei unseren Vorstellungen werden körperliche Zustände entsprechend unseren "Erinnerungen" ausgelöst. Sie treten durch Empfindungen in unser Bewußtsein und modulieren unsere Gefühle. Beispielsweise bei dem Gedanken an eine sehr schwere Prüfung, wenn die Anspannung, die man verspürte, tatsächlich wieder nachvollziehbar -da "präsent"- wird.
Aber auch unbewußte Marker sind denkbar. Viele Entscheidungen verlaufen, ohne das wir bewußt eine Veränderung unserer Empfindungen erfahren hätten. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine somatischen Veränderungen stattgefunden hätten. Unser Appetenz/Aversionsverhalten kann immerwährend auf "somatische Entscheidungsprozesse" zurückgeführt werden. Dies läßt sich aus Beobachtungen der Evolution schließen. Bereits bei unbewußten Tieren mit einem unspezifischen Neurotransmittersystem, wie z.B. Bienen, werden scheinbar bewußte Entscheidungen gefällt. Jedoch lassen sich diese Entscheidungen durch reines Appetenzverhalten erklären. Das motorische System ist eher "geneigt" auf einer Blüte zu landen, wenn es Gewinnaussichten gibt.
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Arbeit zitieren:
Felix Kapohl, 2001, Das Konzept der somatischen Marker nach Antonio R. Damasio, München, GRIN Verlag GmbH
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