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Die Positionen der EU und der USA in den neuen WTO-Verhandlungen über die Landwirtschaft

Title: Die Positionen der EU und der USA in den neuen WTO-Verhandlungen über die Landwirtschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ruth Heidingsfelder (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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[...] Dabei möchte ich vor allem die Verhandlungspositionen zweier Akteure betrachten: Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika. Die Auswahl begründet sich in ihren Gemeinsamkeiten und Differenzen: Einerseits gehören beide Akteure zu den stärksten Volkswirtschaften mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, andererseits unterscheiden sie sich jedoch erheblich hinsichtlich ihrer wirtschafts- und agrarpolitischen Vorstellungen. Schirmt die über viele Kleinbetriebe verfügende EU mit ihrer Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ihre Bauern wirkungsvoll, aber kostenintensiv vom Weltmarkt ab und berücksic htigt dabei auch Aspekte des Umweltschutzes und der ländlichen Entwicklung, ist der stark industrialisierte Agrarsektor der USA aufgrund eines höheren Rationalisierungsgrades eher in der Lage, auf dem Weltmarkt zu bestehen, wobei allerdings auch hier mannigfaltige Unterstützungen von staatlicher Seite winken. Im Zentrum dieser Arbeit stehen damit also nicht die Verhandlungspositionen anderer Länder wie z.B. der Cairns-Gruppe. Hinsichtlich der Fragestellung scheint eine historische Herangehensweise an das Thema sinnvoll. Das zweite Kapitel der Arbeit gibt daher zuerst einen kurzen Überblick über den Verlauf der Verhandlungen seit der Einrichtung des GATT im Bereich der Landwirtschaft. Das Agrarabkommen und seine Bestandteile sind Gegenstand des dritten Kapitels, wobei in diesem Zusammenhang das auch landwirtschaftliche Produkte betreffende Abkommen über die Anwendung gesundheitspolizeilicher und pflanzenschutzrechtlicher Maßnahmen (Agreement on Sanitary and Phytosanitary Measures/SPS) ebenfalls kurz skizziert werden soll. Das darauffolgende Kapitel enthält die Standpunkte der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten in den WTO-Verhandlungen über die Landwirtschaft. Dabei schildere ich zunächst die Forderungen der beiden Seiten im Vorfeld des im Juni 2003 verabschiedeten EU/USA-Kompromissentwurfes für die Ministerkonferenz in Cancún, um danach die Ereignisse und den Verlauf des WTO-Treffens selbst sowie die von den beiden Akteuren dort eingenommenen Positionen darzustellen. Der letzte Teil des Kapitels beschäftigt sich mit ihren Standpunkten nach der Konferenz. Das Schlusskapitel bietet eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und eröffnet mit Blick auf die weitere Entwicklung der Gespräche mögliche Perspektiven.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. LANDWIRTSCHAFT IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN FREIEM HANDEL UND NATIONALEN INTERESSEN

2. VOM GATT-47 BIS ZUR WTO – EIN HISTORISCHER ÜBERBLICK

3. DAS ABKOMMEN ÜBER DIE LANDWIRTSCHAFT

3.1. Marktöffnung

3.2. Einheimische Stützungen

3.2.1. Amber Box: Handelsverzerrende Suventionen

3.2.2. Blue Box: Handelsverzerrende Subventionen mit produktionssenkenden Begleitmaßnahmen

3.2.3. Green Box: Produktions- und handelsneutrale Subventionen

3.3. Exportsubventionen

3.4. Das Abkommen über gesundheitspolizeiliche und pflanzenschutzrechtliche Maßnahmen

4. DIE VERHANDLUNGSPOSITIONEN DER EUROPÄISCHEN UNION UND DER VEREINIGTEN STAATEN

4.1. Die Verhandlungsposition der Europäischen Union

4.1.1. Vorbereitung auf Cancún durch eine verbesserte Verhandlungsbasis: Die Reform der Europäischen Agrarpolitik

4.1.2. Die Forderungen der Europäischen Union für Cancún

4.2. Die Verhandlungsposition der Vereinigten Staaten

4.2.1. Der Wandel der amerikanischen Agrarpolitik: Protektionismus statt Liberalisierung?

4.2.2. Eine neue Auffassung von Agrarpolitik: Die Position der Vereinigten Staaten vor Cancún

5. DIE WTO-MINISTERKONFERENZ IN CANCÚN 2003 – VERLAUF, ERGEBNISSE UND DIE POSITIONEN DER EU UND DER USA

6. DIE VERHANDLUNGSPOSITIONEN DER EU UND DER USA NACH CANCÚN – PERSPEKTIVEN UND ENTWICKLUNGEN

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Verhandlungspositionen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten im Kontext der Welthandelsorganisation (WTO) in Bezug auf den Agrarsektor. Ziel ist es, die Entwicklung der Agrarpolitik beider Akteure seit der Uruguay-Runde zu untersuchen, ihre jeweiligen Standpunkte vor und nach der Ministerkonferenz in Cancún 2003 zu evaluieren und die grundlegenden Differenzen bei der Handelsliberalisierung aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung des GATT und der WTO im Bereich der Landwirtschaft
  • Struktur und Wirkungsweise des Landwirtschaftsabkommens (AoA) sowie der Subventions-"Boxen"
  • Gegenüberstellung der agrarpolitischen Reformansätze der EU und der USA
  • Analyse der Dynamiken und des Scheiterns der WTO-Ministerkonferenz in Cancún 2003

Auszug aus dem Buch

3.1. Marktöffnung

Die in der ersten Säule des AoA enthaltenen Bestimmungen bezüglich der Erleichterung des Marktzutritts bestehen aus vier Elementen: Marktöffnung zunächst durch die Tarifizierung nichttarifärer Handelshemmnisse und später mittels deren Senkung, Erhaltung der Importmögilchkeiten, Einrichtung eines Mindeszutritts für bisher vom Import ausgeschlossene Produkte sowie Vorkehrungen im Falle übermäßig negativer Folgen dieser Maßnahmen. Die Gewährleistung eines erleichterten Zutritts zum internationalen bzw. zu den nationalen Agrarmärkten erforderte in einem ersten Schritt die Abschaffung aller nichttarifären Handelshindernisse, neue Arten durften damit auch nicht mehr eingeführt werden. Da jedoch, analog zu den Bestimmungen des GATT, der Schutz nationaler Grenzen weiterhin als unerlässlich eingestuft wurde, musste der Wegfall durch die Umwandlung dieser Handelsbeschränkungen in Zölle kompensiert werden.

Zu den nichttarifären Handelshindernissen zählen mengenmäßige Beschränkungen, variable Abschöpfungen, Importlizenzen, Vorschriften hinsichtlich Mindestpreisen, staatliche Handelsmaßnahmen sowie freiwillige Handelsrestriktionen. Deren Höhe und maximale Obergrenze wurden im AoA festgesetzt und berechneten sich aus dem Inlandpreis abzüglich des ausländischen Referenzpreises im Durchschnitt der als Berechnungsbasis dienenden Jahre 1986/88 (der Referenzpreis bezeichnet den Preis des jeweiligen Produktes an der Grenze einschließlich der Verlade-, Versicherungs- und Transportkosten). In einem zweiten Schritt waren mit dem Beginn der Geltungsdauer des Abkommens die sich ergebenden Zölle sowie alle bereits existierenden tarifären Belastungen im Gesamtdurchschnitt um 36% während einer 6-Jahresfrist zu senken. Für einzelne Produkte war der jeweilige Zoll um 15% zu reduzieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. LANDWIRTSCHAFT IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN FREIEM HANDEL UND NATIONALEN INTERESSEN: Einführung in die agrarpolitische Thematik als sensibler Bereich nationaler Souveränität und die Herausforderungen durch den internationalen Agrarhandel.

2. VOM GATT-47 BIS ZUR WTO – EIN HISTORISCHER ÜBERBLICK: Darstellung der historischen Entwicklung des GATT-Regelwerks und der langsamen Einbindung des Agrarsektors bis zur Gründung der WTO.

3. DAS ABKOMMEN ÜBER DIE LANDWIRTSCHAFT: Detaillierte Analyse der drei Säulen des Landwirtschaftsabkommens: Marktöffnung, einheimische Stützungen und Exportsubventionen.

4. DIE VERHANDLUNGSPOSITIONEN DER EUROPÄISCHEN UNION UND DER VEREINIGTEN STAATEN: Untersuchung der spezifischen agrarpolitischen Reformen und Forderungen von EU und USA vor der Ministerkonferenz in Cancún.

5. DIE WTO-MINISTERKONFERENZ IN CANCÚN 2003 – VERLAUF, ERGEBNISSE UND DIE POSITIONEN DER EU UND DER USA: Analyse des Verlaufs und der Gründe für das Scheitern der Ministerkonferenz sowie der Rolle der G-21.

6. DIE VERHANDLUNGSPOSITIONEN DER EU UND DER USA NACH CANCÚN – PERSPEKTIVEN UND ENTWICKLUNGEN: Erörterung der Konsequenzen des gescheiterten Gipfels für die künftige Agrarpolitik und die Perspektiven für weitere Verhandlungen.

Schlüsselwörter

Welthandelsorganisation, WTO, Landwirtschaftsabkommen, AoA, Agrarpolitik, Europäische Union, USA, Handelsliberalisierung, Subventionen, Amber Box, Blue Box, Green Box, Marktzugang, Cancún 2003, Doha-Runde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem internationalen Agrarhandel im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) und den Positionen der beiden wichtigsten Akteure, der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Handelsverzerrungen im Agrarsektor, die drei Säulen des Landwirtschaftsabkommens (Marktzugang, inländische Stützungen, Exportsubventionen) und die agrarpolitischen Reformbestrebungen beider Akteure.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Beschreibung der Entstehung und Inhalte des Landwirtschaftsabkommens sowie die Analyse der Verhandlungspositionen von EU und USA im Hinblick auf die Doha-Runde und die Ministerkonferenz in Cancún 2003.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen historischen und deskriptiven Ansatz, um die Entwicklungen und Verhandlungspositionen innerhalb des WTO-Rahmens nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des historischen Überblicks, eine detaillierte Erläuterung des Agrarabkommens, eine Analyse der unterschiedlichen nationalen Reformen (wie die EU-GAP oder der US-Farm Bill) und eine Untersuchung des Verlaufs der Konferenz von Cancún.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie WTO, Welthandelsordnung, Landwirtschaftsabkommen, Subventions-Boxen, Handelsliberalisierung und transatlantische Verhandlungspositionen charakterisiert.

Warum spielt die G-21 eine wichtige Rolle im Kontext von Cancún?

Die G-21, eine Allianz aus Entwicklungs- und Schwellenländern, trat erstmals geschlossen und selbstbewusst für eine radikale Liberalisierung ein, was maßgeblich zum Scheitern der Konferenz beitrug, da sie keine Kompromisse bei ihren Forderungen einging.

Wie unterscheidet sich die Auffassung der "Boxen" bei EU und USA?

Während die EU besonders an der Green Box festhält, um agrarpolitische Ziele wie ländliche Entwicklung und Umweltschutz zu stützen, nutzen die USA Instrumente wie den Farm Bill, die teils grenzwertig zur Green-Box-Definition agieren, was zu anhaltenden Konflikten führt.

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Details

Title
Die Positionen der EU und der USA in den neuen WTO-Verhandlungen über die Landwirtschaft
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1,0
Author
Ruth Heidingsfelder (Author)
Publication Year
2004
Pages
34
Catalog Number
V29272
ISBN (eBook)
9783638308311
Language
German
Tags
Positionen WTO-Verhandlungen Landwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ruth Heidingsfelder (Author), 2004, Die Positionen der EU und der USA in den neuen WTO-Verhandlungen über die Landwirtschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29272
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