Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zu den Begrifflichkeiten Vinzentinerinnen/ Barmherzige
Schwestern 2
2.1 Vinzentinerinnen (Filles de la Charité de Saint Vincent
de Paul) 2
2.2 Straßburger Kongregation 2
3. Gründer der religiösen Gemeinschaft 3
3.1 Hl. Vinzenz von Paul 3
3.2 Hl. Louise von Marillac 4
4. Entstehungsgeschichte 5
5. Geschichtliche Entwicklung 6
5.1 Von der Gründung 1633 bis zur Reformation 6
5.2 Von der Reformation bis heute 7
6. Leben in der Gemeinschaft 8
6.1 Struktur 8
6.2 Lebensform 9
7. Die Wundertätige Medaille 10
7.1 Geschichte der wundertätigen Medaille 10
7.2 Die Botschaft der Medaille - Vorderseite 10
7.3 Die Botschaft der Medaille - Rückseite 11
8. Tracht der Frauengemeinschaft 11
9. Tätigkeitsbereiche 12
9.1 Früher 12
9.2 Heute 13
10. Gegenwärtiger Stand 14
11. Zukunftsaussichten 14
12. Fazit 15
Anhang 16
Literaturverzeichnis 17
Alle Abbildungen stammen von http://www vinzentinerinnen de
1. Einleitung
Nichts hat die abendländische Kultur so stark geformt, wie die seit der Spätantike bestehenden Orden und Klöster. Ohne die klösterlichen Schriften und Bibliotheken wäre uns heute kein Werk überliefert. Klöster haben mit ihren Schulen weit über den eigenen Nachwuchs hinaus Bildung vermittelt. Sie waren wirtschaftlich, politisch, künstlerisch und nicht zuletzt spiritueller Mittelpunkt. Weiter entdeckten kirchliche Kreise bereits früh ihren sozialen Auftrag neu und engagierten sich für eine angemessene Versorgung aller Kranken.
In diesem Zusammenhang möchte ich über eine religiöse Frauengemeinschaft berichten, deren Mitglieder sich frei in der Öffentlichkeit bewegen durften. Sie wollten nicht als Orden angesehen werden und kannten daher nur einfache, lange Zeit nicht einmal ewige Gelübde noch Klausuren, was in der katholischen Kirche etwas völlig Neues war. Ohne Schleier und Ordenstracht - sie trugen die Tracht der bretonischen Landmädchen, die in Paris als Hausangestellte tätig waren - gingen sie von Haus zu Haus, betreuten dort Kranke, Alte und Waisen, kümmerten sich um Häftlinge und sorgten in den Hospitälern für eine organisierte Krankenpflege. Heute ist die Gemeinschaft bekannt unter den Namen „Vinzentinerinnen“ oder auch „Barmherzige Schwestern“. Da ich selber im Bereich der Pflege gearbeitet habe, fasziniert mich die bedingungslose und liebevolle Hingabe dieser Schwestern, die heute zahlenmäßig zu der stärksten Frauengemeinschaft in der Kirche zählt. 1 In meiner Arbeit erläutere ich daher als Erstes die Begrifflichkeiten Vinzentinerinnen, Barmherzige Schwestern und beschäftige mich weiter mit den Gründern der religiösen Gemeinschaft, Vinzenz von Paul und Louise von Marillac. Anschließend gehe ich auf die Entstehungsgeschichte und die geschichtliche Entwicklung ein, bevor ich einen Überblick über das Leben der Gemeinschaft gebe. Im weiteren Verlauf spreche ich die Geschichte und Botschaft der „Wundertätigen Medaille“, die Tracht der Frauengemeinschaft und ihre Tätigkeitsbereiche von früher und heute an. Am Ende gehe ich näher auf den gegenwärtigen Stand der Gemeinschaft ein und gebe einen kurzen Ausblick in die Zukunft, bevor ich mit dem Fazit meine Arbeit abschließe.
1 Vgl. Georg Schwaiger (Hg.), Mönchtum 79.
2. Zu den Begrifflichkeiten Vinzentinerinnen/ Barmherzige Schwestern 2.1 Vinzentinerinnen (Filles de la Charité de Saint Vincent de Paul)
Die Gesellschaft des apostolischen Lebens wurde 1633 in Paris von Vinzenz von Paul und Louise de Marillac gegründet. Anfangs sammelte Vinzenz von Paul Landmädchen als Helferinnen für seine Confrérie des Dames de Charitè, die er später aber als Filles de la Charitè („Töchter der Liebe“) in die Obhut und Ausbildung von Louise de Marillac gab. Die „Töchter der Liebe“ wurden als Genossenschaft organisiert und legten nur private, einfache Gelübde ab, die jährlich erneuert wurden. Dadurch sind sie keinem Ordensrecht mit Klausurangebot unterstellt und somit frei und ungebunden für ihre Arbeit. 1655 erhielt die Gesellschaft durch den Erzbischof von Paris die kirchliche und 1668 folgte auch die staatliche Anerkennung. 2
2.2 Straßburger Kongregation A) Kongregation päpstlichen Rechts
Kardinal Armand-Gaston de Rohan-Soubise (1674-1749) gründet 1734 in Zabern mit Hilfe von „Schwestern des hl. Paulus“ eine Kongregation päpstlichen Rechts für die Armen- und Krankenpflege. Die Schwestern verehren Vinzenz von Paul als ihren Patron und haben sich seiner Sendung verpflichtet. Anderes als bei den „Töchtern der Liebe“, konnte diese Kongregation die Französische Revolution überstehen. Das Mutterhaus wurde 1827 nach Straßburg verlegt. Von hier aus breitete sich die Kongregation weiter nach Deutschland, Ungarn, Bulgarien usw. aus und war damit Vorbild für viele sozial-caritative Kongregationen des 19. Jahrhunderts. 3
B) Verselbstständigte Kongregationen in Deutschland
Die Berufung von „Straßburger Schwestern“ nach Deutschland bewirkte hier die Entstehung eigener Mutterhäuser, die zuerst noch vom „Straßburger Mutterhaus“ organisiert wurden. Durch politische Gründe, wie z.B. der 1. Weltkrieg, Kulturkampf, kam es aber zur Verselbstständigung dieser Mutterhäuser. In Deutschland tragen diese Kongregationen vom hl. Vinzenz von Paul den Namen „Vinzentinerinnen“ bzw. „Barmherzige Schwestern“ (werden oft auch synonym verwendet) und sind teils päpstlichen oder bischöflichen Rechts. 4
2 Vgl. Karl Suso Frank, Art. Vinzentinerinnen 795 f.
3 Hierzu. ebd.
4 Hierzu. ebd.
3. Gründer der religiösen Gemeinschaft 3.1 Hl. Vinzenz von Paul
Der hl. Vinzenz von Paul wurde am 24. April
schließend Aufenthalte in Avignon und Rom, bis er 1608 nach Paris übersiedelte. Hier war er einige Zeit als Almosenpfleger und Hausgeistlicher am Hof der Königin Margarete von Valois tätig, bis er schließlich 1612 Pfarrer von Clichy bei Paris wurde. 1617 verlässt er heimlich seine Pfarrgemeinde, um eine Pfarrstelle in Chatillon-les-Dombes (Lyon) anzunehmen. 6 Hier kommt es auch zur entscheidenden Wende in seinem Leben. Eines Tages kreuzt eine Frau Chaffaigne seinen Weg und berichtet ihm von einer kranken Familie, die am Stadtrand im äußersten Elend lebt. Sie bittet ihn um Hilfe. Als er im Anschluss von seiner Kanzel spricht, predigt er über die Nächstenliebe. Nach dem Gottesdienst strömten viele Menschen zum Haus dieser Familie, um zu helfen. Um weiteren Menschen behilflich zu sein, kam es am 23. August 1617 zur Gründung des 1. Caritasvereins. 1624 kommt es zur ersten Begegnung mit der frommen Louise de Marillac, die Witwe von Antoine Le Gras. Diese Begegnung wird schließlich der Beginn einer innigen Freundschaft. Kurz darauf folgte 1625 die Gründung der Missionspriester, die auch Vinzentiner oder Lazaristen genannt. Sie war eine Weltpriestervereinigung, welche vorwiegend für innere Missionsaufgaben eingesetzt wurde. 7 Der hl. Vinzenz war jetzt immer mehr auf fremde Hilfe angewiesen, denn gerade in den letzten Jahren waren die Anzahl der Frauenvereine stark angestiegen. Zusammen mit Louise von Marillac gründete er am 29. November 1633 die Gemeinschaft der „Barmherzigen Schwes-
5 Vgl.
6 Siehe. ebd. 50 f.
7 Siehe hierzu. Lieselotte Sterner, Die Kongregation 37 f.
Arbeit zitieren:
Sabrina Hetjans, 2005, Vinzentinerinnen (Barmherzige Schwestern), München, GRIN Verlag GmbH
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