1
Inhalt
I. EINLEITUNG. 2
II. DER STAND DER MEDIENWIRKUNGSFORSCHUNG. 4
III. ÜBERSICHT ÜBER DIE THESEN ZUR WIRKUNG VON
GEWALTDARSTELLUNGEN 5
3.1. Befürwortende Thesen zur Gewaltdarstellung in den Medien. 6
3.1.1 Katharsisthese. 6
3.1.2 Inhibitionsthese 7
3.1.3 Kognitive Unterstützungsthese 7
3.2. Die Thesen von der Wirkungslosigkeit. 7
3.3. Kritische Thesen zur Gewaltdarstellung in den Medien. 8
3.3.1 Habitualisierungs-bzw. Desensibilisierungs these 8
3.3.2 Stimulations- bzw. Erregungsthese 8
3.3.3 Suggestionsthese 9
3.3.4 Lerntheoretische Position I. 9
3.3.5 Lerntheoretische Position II 10
3.4. Position von Experten. 11
3.4.1 Die Befragung von Psychologen und Psychiatern. 11
3.4.2 Die Befragung von Richtern und Staatsanwälten 11
3.5. Ergebnisse neuerer Untersuchungen. 12
IV. ZUSAMMENFASSUNG. 13
V. LITERATURVERZEICHNIS 15
2
I. Einleitung
Die Darstellung von Gewalt wird schon seit der Antike als ein typisches soziales Problem in der Gesellschaft angesehen 1 , wobei besonders von einer Gefahr für Kinder und Jugendliche ausgegangen wird. Auch heute noch ist die Diskussion in der Öffentlichkeit um die Wirkung von Gewaltdarstellungen aktuell. Zum Beispiel klagen viele Eltern über Gewalt im Fernsehen und verbieten ihren Kindern, gewalttätige Sendungen zu sehen, weil sie meinen, daß ihre Kinder negativ beeinflußt werden könnten. Viele wissenschaftlichen Studien werfen jedoch die Frage auf, ob die Gewaltdarstellungen in den Medien tatsächlich ein soziales Problem oder nur ein unwichtiges Phänomen sind 2 . Der Anteil der Gewaltdarstellungen im deutschen Fernsehen hat seit der Einführung des privaten Fernsehens erheblich zugenommen. Mit der Einführung des dualen Rundfunksystems ist es auch in der Sparte der Kinderprogramme zu einer deutlichen Ausweitung des Programmangebots gekommen. Udo-Michael KRÜGER hat das von 6-13 jährigen Kindern tatsächlich genutzte Fernsehangebot bei den sechs beliebtesten Sendern untersucht (ARD, ZDF, RTL, RTL2, SAT1 und Pro7), wobei RTL und Pro7 bei weitem am häufigsten gesehen wurden. Dabei ergab sich, daß vor allem Pro7 bei den Kindern als Anbieter von Gewalt eine Rolle spielt. Nach KRÜGER beziehen Kinder über 90% i hres Gewaltkonsums von den Privatsendern 3 .
Der hohe Anteil an gewalttätigen Szenen und deren Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche haben den Anstoß zu mehreren großen Forschungsprojekten g egeben. Dabei handelt es sich um Feldstudien und
1 Vgl. KUNCZIK, Michael (1993): Gewaltdarstellungen - ein Thema seit der Antike. In: Medien Perspektiven, Nr. 3, S. 108-113.
2 ebd. (1993): (KUNCZIK, Michael: Gewalt im Fernsehen. In: Media Perspektiven, Nr. 3, S. 98. (künftig zitiert: KUNCZIK: Fernsehen)
3 Vgl. KRÜGER, U. M. (1996): Gewalt in von Kindern genutzten Fernsehsendungen. Quantitative und qualitative Unterschiede im öffentlich-rechtlichen und privaten Programmangebot. In: Media
Perspektiven. Heft 3. S.130ff.
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Laborexperimente, von denen die meisten fiktionale Gewaltdarstellungen untersuchen 4 .
Es ist noch immer unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen Mediengewaltkonsum und späterer Aggressivität des Rezipienten gibt. Um diesen Zusammenhang zwischen Mediengewalt und tatsächlicher Gewalt zu erfassen, ist diese Hausarbeit wie folgt aufgebaut: Es soll zunächst der Stand der Medienwirkungsforschung aufgezeigt werden. Daraufhin wird in der Arbeit der Versuch unternommen, die verschiedenen aktuellen Thesen konträr aufzuarbeiten. Interessant ist dabei die umstrittene Frage, wie Gewaltdarstellungen auf den Rezipienten wirken. Eine Gruppe von Forschern geht von einer aggressionsfördernden Wirkung von Gewaltdarstellungen in den Medien aus, die andere Gruppe hingegen hält Gewaltdarstellungen für ungefährlich oder sogar aggressionsmindernd 5 . Zusätzlich existiert die These von der Wirkungslosigkeit von Gewaltdarstellungen, die aber nicht die generelle Wirkungslosigkeit von Medien einschließt. Im Anschluß wird die Position von Experten z.B. Psychologen, Psychiatern und Richtern, Staatsanwälten erläutert und deren Beurteilung miteinbezogen. Um den Stellenwert des Angebots im Interaktionsprozess mit dem Zuschauer einordnen zu können, werden danach neuere Untersuchungen analysiert. In einem letzten Schritt sollen Konsequenzen für die Gewaltdarstellungen und Defizite bisheriger Gewaltforschungen diskutiert werden.
4 Vgl. NOELLE-NEUMANN, Elisabeht/SCHULZ, Winfried/WILLKE, Jürgen (Hrsg) (1994) : Publizistik/Massenkommunikation (Fischer Lexikon).Frankfurt am Main (künftig zitiert:
NOELLE-NEUMANN: Lexikon)
5 Vgl. MERTEN, Klaus (1993): Abschlußbericht „Analyse von Gewalt im Fernsehen“. S. 7.
4
II. Der Stand der Medienwirkungsforschung
Bereits seit Anfang des Jahrhunderts wird zum Thema „Mediengewalt“ geforscht, allein für den deutschen und angelsächsischen Bereich sind mehr als 5000 Artikel und Bücher systematisch erfaßt. So wurde zum Beispiel in Inhaltsanalysen 6 aus den 20er und 30er Jahren festgestellt, daß vier von zehn amerikanischen Spielfilmen damals Morde zeigten 7 . In den 50er und 60er Jahren hat der Fernsehkonsum stark zugenommen. In dieser Zeit wurden noch heute besonders einflußreiche Theorien zum Thema entwickelt. Bei den Wirkungsforschungen handelt es sich zum kleineren Teil um Feldstudien, wobei auch langfristige Wirkung untersucht wurden, zum größeren Teil um Studien im Laboratorium. Fast alle Untersuchungen zur Wirkung massenmedialer Gewaltdarstellungen analysieren die Wirkung fiktionaler Darstellungen. Nur sehr wenige Untersuchungen behandeln die Wirkung realer Gewaltdarstellungen 8 .Heute geht man von Wechselbeziehungen zwischen den Eigenschaften des Programms und denen des Rezipienten aus. Für weitergehende systematische Übersichten sei verwiesen auf entsprechende Veröffentlichungen, z.B. von GROEBEL und WINTERHOFF-SPURK (1989), Deutsche Forschungsgemeinschaft (1986), KUNCZIK (1987), GRIMM (1996), und KLEITER (1997) international von GUNTER und McAleer (1990), HUESMANN und ERON (1986), COMSTOCK (1991) und HUSTON et al. (1992) 9 .
Es fällt auf, daß in den Forschungsprojekten der Begriff von Gewalt 10 entweder nicht oder aber sehr unterschiedlich definiert wird. Damit die Ergebnisse der Gewaltforschung besser vergleichbar werden, muß theoretisch ein Gewaltbegriff definiert werden, der wissenschaftlich überprüfbaren Kriterien entspricht.
6 Die Inhaltsanalyse ist eine wissenschaftliche Forschungsmethode, wobei man versucht, die direkten Rückschlüsse aus dem Kommunikationsinhalt auf die Auswirkungen von Medien (z.B.
Fernsehen) zu ziehen. (Vgl. NOELLE-NEUMANN: Lexikon. S. 41f.)
7 Vgl. DALE, Edgar (1935) : The content of motion pictures. New York: MacMillan.
8 Vgl. NOELL-NEUMANN: Lexikon. S. 575.
9 Vgl. GROEBEL, Jo (1993): Gewaltprofil des deutschen Fernsehprogramms. Eine Analyse des Angebots privater und öffentlich-rechtlicher Sender. Opladen: Leske+Budrich. S. 16. (künftig
zitiert: GROEBEL: Gewaltprofil).
Arbeit zitieren:
MA. Mansoon Ahn, 1999, Gewaltdarstellungen in den Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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