- 2 -
Inhalt
1 Einleitung 3
2 Internet- und Entwicklung 4
3 Begründungen für einen Interneteinsatz im Unterricht 6
3.1 Aktualität und Vielfalt 6
3.2 Authentizität und Wirklichkeitsnähe 7
3.3 Motivation 7
3.4 Schülergerechte Lernformen, Handlungsorientierung 8
3.5 Sozialkompetenz, Teamfähigkeit, Selbständigkeit 9
3.6 Relevanz für Leben und Beruf 9
3.7 Ausgleich von Standortnachteilen 11
4 Besonderheiten einer Internet- Didaktik. 12
4.1 Von der Information zur Wissensaneignung 12
4.2 Unterrichtsziele 13
4.3 Schüler- und Lehrerrolle 14
5 Mögliche Gefahren beim Unterrichten mit Internet 15
5.1 Wirkungslosigkeit 15
5.2 Verdrängung der Kulturtechniken 16
5.3 Form vor Inhalt 16
5.4 Motivationsvernichtung 17
5.5 Abhängigkeit 17
6 Fazit 19
7 Literaturverzeichnis 20
- 3 - 1.Einleitung
Das Internet ist eine junge und revolutionäre Technik. Mit Hilfe des Internets werden Informationen in Sekunden rund um die Erde geschickt und technische Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Welt immer enger zusammenwächst. Immer bessere, leicht zu verstehende Techniken und sinkende
Telekommunikationskosten ermöglichen allen Menschen an dieser Revolution teilzuhaben.
Bildungsforscher und Bildungspolitiker haben seit einigen Jahren erkannt, dass das Internet auch für Schule und Unterricht in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Die Konferenz der Kultusminister der Länder in Deutschland hat sich daher im Dezember 1998 deutlich zur Förderung der neuen Medien in der Schule bekannt. Ein Ergebnis dieser Übereinkunft war die Initiative ,,Schulen ans Netz“. Seitdem verfügen immer mehr Schulen über eine Computer- Ausstattung, die es ihnen ermöglicht, das Internet zu nutzen. Doch was bietet die neue Technik tatsächlich für den Unterricht? Und wie verändern sich dabei die Rollen von Lehrern und Schülern?
Um sich mit dem möglichen Einsatz des Internets an Schulen auseinandersetzen zu können, bedarf es zunächst einer hinreichenden Klarheit darüber, was das Internet eigentlich ist. Das zweite Kapitel beschäftigt sich daher mit der Definition und Entwicklung des Internets. Den Kernpunkt dieser Arbeit bildet das dritte Kapitel, das auf die Begründungen für einen Interneteinsatz im Unterricht eingeht, um damit die Frage klären zu können, was die neue Technik für den Unterricht bieten kann. Anschließend werden im vierten Kapitel die Besonderheiten einer ,,Internet- Didaktik“ beschrieben. Das Lehren mit Internet könnte auch einige Gefahren aufweisen, die im fünften Kapitel erklärt werden.
- 4 - 2.Internet- und Entwicklung
Über eine ausführliche Beschreibung soll versucht werden, zu einer begrifflichen Eingrenzung zu gelangen, die als Basis für pädagogische Betrachtungen dienen kann. Anschließend wird über die Entwicklung der heute als Internet bezeichneten Netzstrukturen berichtet.
Das Internet ist nach allgemeiner Auffassung ein Computernetzwerk, mit dem Informationen weltweit übermittelt werden können. Begriffe wie ,,World Wide Web“, ,,Email“ oder ,,Homepage“ sind vielfach in Zeitschriften zu lesen und werden im Sprachgebrauch häufig verwendet. Der geradezu inflationäre Gebrauch von Fachausdrücken lässt erahnen, dass das Internet kein einfach zu durchschauendes System darstellt und nicht eindeutig zu definieren ist. Als Arbeitsdefinition gilt: Als Internet werden alle Dienste und Nutzungsmöglichkeiten bezeichnet, die über die weltweite Computer- Vernetzung verfügbar sind (vgl. H. WESTRAM 2000, S. 17). Das Internet entwickelte sich seit Ende der 1960er Jahre zunächst aus der militärisch relevanten Überlegung heraus, ein Kommunikationsnetz zu schaffen, das auch im Katastrophen- oder Kriegsfall funktioniert. Das heißt, das Kommunikationsnetz sollte auch bei einem Ausfall einzelner Betriebssysteme durch einen nuklearen Angriff weiter funktionieren und so die akademische und militärische Forschung im Kriegsfall nicht behindern. Man beauftragte die Arbeitsgruppe ARPA (Advanded Research Projects Agency), ein solches Netzwerk zu entwickeln (vgl. R. WIMMERS / M. FISCHBACH 2000, S. 21). In Friedenszeiten sollte das ARPA-Net auch für Universitäten und Forschungseinrichtungen geöffnet werden und der Förderung wissenschaftlicher Forschung dienen. 1969 wurden Rechner von Forschungseinrichtungen vernetzt. Die militärische Anwendung trat endgültig in den Hintergrund, als sich im Jahre 1983 das MILNET (MILitary NET) vom ARPA-Net abspaltete und das ARPA-Net nun ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken dienen konnte (vgl. a.a.O., S. 22). Der eigentliche Durchbruch des Internets erfolgte 1989 mit der Entwicklung des ,,World Wide Web“, durch das sich das Internet zum Massenmedium entwickeln konnte. Seitdem ist die Zahl der Nutzer erheblich angestiegen (vgl. ebd.).
In Zukunft ist eine Erweiterung des Medienangebots zu erwarten. Gleichzeitig wird die Konkurrenz auf dem Medienmarkt steigen, was wiederum zu einem verstärkten
- 5 -Bemühen um die Gunst des Mediennutzers führt. Begleitet werden diese Entwicklungen von der fortschreitenden Perfektionierung der
Präsentationstechniken (vgl. a.a.O., S. 22 f.). Die rasante Verbreitung des Internets wird vom Internet-Marktforschungsunternehmen ,,NetValue“ belegt:
Abb. 1: Anzahl der Internetnutzer in Deutschland 2001 / 2002
Entnommen aus: www.mc-surf.de/page1/ news.html
- 6 - 3.Begründungen für einen Interneteinsatz im
Unterricht
Der Einsatz des Internets im Unterricht macht nur Sinn, wenn durch dieses Medium der Bildungsauftrag der Schule auch tatsächlich besser erfüllt werden kann als beim Unterric hten ohne Internet. Das Unterrichten mit Internet stellt eine Ergänzung und zusätzliche Bereicherung dar.
3.1 Aktualität und Vielfalt
Das Internet bietet durch aktuelle Informationen und zeitgemäße Bilder eine sinnvolle Ergänzung zum Lehrbuch, welches über diese Aktualität nicht verfügen kann. Gerade für Fächer, die von hoher Aktualität leben, erweisen sich Informationen aus dem Internet als ideale Ergänzung zum herkömmlichen Unterricht. Dies ist sicherlich für alle Fächer des gesellschaftskundlichen Bereichs (Politik, Geschichte, Sozial-/Gemeinschaftskunde, Erdkunde) der Fall (vgl. H. MOSER 2000, S. 9).
Des Weiteren werden durch das Internet Informationen in einer Vielfalt zugänglich, die sich ohne Suchmaschinen, elektronischen Bibliothekskataloge und Literatur-Datenbanken überhaupt nicht erschließen und nutzbar machen lässt. Es gibt wohl kaum einen Lehrer, der sämtliche gedruckte Materialien und Handreichungen überschaut, die ihm allein von Schulbuchverlagen für sein Fach angeboten werden. Erst die digitale Erfassung dieser Informationen eröffnet wieder einen Zugang zu dieser unendlich scheinenden Fülle (vgl. G. TULODZIECKI / B. HERZIG 2002, S. 42 f.).
Die Möglichkeit, die vorhandene Informationsvielfalt in ihrer ganzen Breite zu erschließen und zu nutzen, erlaubt es, auch facettenreiche Themenstellungen so zu behandeln, dass alle relevanten Sichtweisen berücksichtigt werden. Schüler lernen so auch, verschiedene Ansichten kennen zu lernen und ihren Standpunkt in der Meinungsvielfalt zu vertreten und zu gebrauchen. Angesichts der komplexen und pluralen Gesellschaftsformen, in die Jugendliche hineinwachsen und an der sie mitgestaltend teilhaben sollen, ist das Vertreten der eigenen Meinung eine wichtige Fähigkeit (vgl. ebd.).
Arbeit zitieren:
Maria Priebst, 2004, Eine neue Lernwelt: Das Internet im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
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