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I. Inhaltsverzeichnis:
I. Inhaltsverzeichnis. S.1
II. Einleitung. S.2
III. Das Phänomen Langzeitstudent und dessen Bedeutung für die Debatte. S.2
IV. Weitere Zielsetzungen für die Einführung von Studiengebühren, bzw.
Studienkonten. S.5
V. Die Grenzen der Studiengebühren. S.7
VI. Zöllners Studienkontenmodell - die Notwendigkeit einer Alternative. S.8
VII. Das Studienkontenmodell - eine Kurzbeschreibung. S.9
VIII. Neue Finanzierung der Hochschulen. S.11
IX. Kritik am Studienkontenmodell. S.13
X. Literaturverzeichnis 16
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II. Einleitung
Die Debatte um Studiengebühren ist derzeit in den meisten Bundesländern der BRD am Laufen und in einigen wurden bereits entsprechende Modelle umgesetzt. Diese Einführung von Studiengebühren im bisher ho chschulgebührenfreien Deutschland wird zunehmend emotional und kontrovers diskutiert. So planen bis auf Mecklenburg-Vorpommern alle Bundesländer die Einführung von neuen Modellen zur Hochschulfinanzierung. Am 18. Januar 2000 präsentierte der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner erstmals seinen Vorschlag zur Einführung von Studienkonten. Dieser Vorschlag, der bislang nur als Eckpunktepapier vorliegt (Stand: 12.11.2001) soll in dieser Hausarbeit dargestellt und kritisch durchdacht werden. Ebenso soll ein Vergleich zum Modell der generellen Einführung von Studiengebühren ab dem 1. Semester gezogen werden und die Motive der gesamten Debatte genauer untersucht werden. Dabei fällt auf, dass das Problem der Langzeitstudenten immer wieder als Ausgangsbedingung oder gegebenenfalls die Gruppe der Langzeitstudenten als Zielpersonen für Studiengebühren Erwähnung finden. Deshalb erachtet der Verfasser es als Unumgänglich, sich mit diesem Phänomen etwas genauer im Vorfeld zu beschäftigen.
Des weiteren wird die soziale und finanzielle Situation der Studenten ebenfalls in groben Zügen umrissen werden müssen, will man eine fundierte Ausgangslagenbeschreibung in die Diskussion miteinbeziehen. Am Abschluss dieser Arbeit soll schließlich eine kritische Stellungnahme gegenüber dem Studienkontenmodell stehen, in die die Ergebnisse dieser Betrachtung einfließen.
III. Das Phänomen Langzeitstudent und dessen Bedeutung für die Debatte
In den Bundesländern Hamburg, Niedersachsen, Saarland, Berlin, Thüringen und Baden-Württemberg (vgl. UNIPRESS 2002, S.8/9) konzentriert sich die Debatte um Studiengebühren vor allem auf die Zielgruppe der sogenannten Langzeitstudenten. Unter dem Begriff „Langzeitstudenten“ versteht man jedoch teilweise höchst unterschiedliche Definitionen. Die Humboldt-Universität versteht beispielsweise darunter jeden Studenten, der die Regelstudienzeit um mehr als zwei Semester überschreitet (TAGESSPIEGEL 2000a). Andere Universitäten legen sich nicht auf eine Semesterzahl fest. Nach dem Trotha-Modell, das gegenwärtig in Baden-Württemberg
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Anwendung findet, wird jeder ab dem 14.Semester als Langzeitstudent bezeichnet und muss ab diesem Zeitpunkt Studiengebühren zahlen. Die Psychologen vom Berliner Studentenwerk setzten die Semestermarke jedoch erst bei 15 Semestern an (TAGESSPIEGEL 2000a). Diese Definition soll hier aus dem Grunde Anwendung finden, da entsprechende Daten des Studentenwerks sich nach ihr richten. Der Anteil der so statistisch erfassten Langzeitstudenten an deutschen Hochschulen ist innerhalb der letzten 25 Jahre um das dreifache gestiegen. „...Jeder zehnte Student befand sich im Wintersemester 98/99 im 15. Semester oder höher. Lag der Anteil der Langzeitstudierenden 1975 noch bei 3,5 Prozent, stieg er bis zum Wintersemester 90/91 auf 10 Prozent.“ (Tagesspiegel 2000a, S.2)
In dieser Statistik sind die Studierenden der neuen Bundesländer noch nicht erhoben. Dies war 1992 erstmals der Fall. Es stellte sich dabei heraus, dass die Zahl der Langzeitstudierenden hier überproportional hoch war. Stieg die Quote von 1998 auf 1999 bundesweit um 1,2%, erhöhte er sich in den neuen Ländern um rund 20% (vgl. a.a.O.). Weiterhin fällt eine vergleichsweise wesentlich höhere Zahl von Langzeitstudierenden in den Studiengängen der Geisteswissenschaften auf, die weniger strukturiert als die technischen und naturwissenschaftlichen Studiengänge sind. Da das Studium an deutschen Hochschulen zwar bislang gebührenfrei für den Studierenden, nicht jedoch kostenfrei für den Staat, bzw. die Bundesländer gewesen ist, ist vielen Bürgern der unter dem Begriff „Langzeitstudent“ bezeichnete Studierende unangenehm. Durch Steuern finanzieren sie schließlich die Hochschulen und wähnen diese Summen sinnlos ausgegeben. Mit Pauschalisierungen wird dann ein Bild des typischen Langzeitstudenten mit Begriffen wie „faul“, „undankbar“ oder „Verschwender von Steuergeldern“ gezeichnet, was die Debatte um Studiengebühren in emotionale Bereiche bringt, in denen die Gemüter leicht für die Idee der Einführung von Studiengebühren erreichbar sind. Die Tatsachen stellen sich jedoch anders dar. Tatsächlich sind die Gründe für langes Studieren nicht einfach mit Synonymen wie „Faulheit“ zu erfassen. Oftmals sorgen eine mangelhafte Informiertheit der Studierenden und eine schlechte Strukturierung der Studienverläufe für oftmals durchaus ungewollte Verlängerungen. Außerdem ist ein Studium natürlich für den Studenten nicht kostenfrei. Es fallen im arithmetischen Mittel für den „Normalstudenten“ reine Lebenserhaltungskosten von 1249 DM (~638,60 €) an (Deutsches Studentenwerk 2000, S.9). Dies entspricht in etwa den Kosten im Jahre 1997 (a.a.O.). Die Dauer des Studiums ist natürlich auch von dem nötigen Aufwand zum Erbringen dieser Summe abhängig. Je öfter ein Studierender erwerbstätig sein
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muss, um sein Studium, bzw. die damit verbundenen Kosten, zu finanzieren, desto weniger Zeit hat er, um in seinem Studium voranzukommen. Bis 1997 sank die Anzahl der staatlich durch BAföG Unterstützten, seit 2000 deutet sich eine positive Zahlenentwicklung an, die jedoch auf eine Zunahme in den neuen Bundesländern zurückzuführen ist (vgl. a.a.O., S.11). Doch nur in wenigen Fällen reicht Bafög aus, um die oben genannten Kosten zu decken. Zwei drittel der Studierenden tragen im Jahre 2000 während ihres Studiums zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes bei; diese Zahl ist seit den 80zigern stetig steigend. Genaue Zahlen sind: in den alten Bundesländern 69% (Erwerbstätigenquote), in den neuen Bundesländern 58% (a.a.O., S.12). Der Zeitaufwand für die Erwerbstätigkeit hingegen streut recht breit. „Im Vergleich zu 1997 hat sich der Zeitaufwand um ca. 1 Stunde erhöht. [...] Fast ein Drittel der Studierenden im Erststudium arbeitete wöchentlich insgesamt bis zu acht Stunden. 23% waren 20 Stunden und mehr in der Woche erwerbstätig und können folglich als halbtags beschäftigt eingestuft werden.“ (a.a.O., S.13). Als Gründe für die Erwerbstätigkeit gaben immerhin 1997 63%, im Jahr 2000 60% „notwendig für den Lebensunterhalt“ an (a.a.O., S.13).
Es ist weiterhin zu bedenken, dass eine große Zahl von Studierenden auch elterlichen Pflichten nachkommen müssen, die ebenfalls Zeit in Anspruch nehmen. Eine letzte wichtige Gruppe ist anzusprechen, um die Aufstellung der „Langzeitstudierenden“ zu komplettieren. Nach Einführung des Trotha-Modells in Baden-Württemberg im Wintersemester 1998/99 ist die Zahl der Studierenden im 14. oder höherem Semester um 38,7% gesunken. Diese hohe Quote erklärt sich aus drei Hypothesen: Viele Langzeitstudierende können in ein anderes „studiengebührenfreies“ Bundesland ausgewandert sein. Die zweite Möglichkeit ist, dass manche sich die Studiengebühren nicht leisten konnten und ihr Studium abbrachen. Die letzte Möglichkeit betrifft die Gruppe der von dem Rektor der Heidelberger Universität Prof. Dr. Jürgen Siebke in einer vom 9.12.1998 stammenden Pressemitteilung genannten „...Karteileichen.“ (http://www.uni-heidelberg.de/uni/aktu/9812stud.htm). Dabei handelt es sich um vermeintlich Studierende, die jedoch lediglich weiterhin an der Universität eingeschrieben sind, aber der universitären Einrichtung fernbleiben, um so weiterhin ihren Studentenausweis zu beziehen. Siebke erklärt so die plötzliche Abnahme der Anzahl der Studierenden innerhalb eines Jahres nach Einführung der Studiengebühren für Langzeitstudierende um 9,24% (a.a.O.).
Die letzte genannte Gruppe verursacht also der Universität keine weiteren Kosten, da sie die Angebote der Universität überhaupt nicht mehr nutzt.
Arbeit zitieren:
Dipl.-Päd. Frank Stula, 2002, Neue Wege der Hochschulfinanzierung. Eine Darstellung, Hintergruende und eine kritische Betrachtung des Studienkontenmodells, München, GRIN Verlag GmbH
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