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Die Außenpolitik der USA unter dem Gesichtspunkt des politischen Realismus betrachtet

Title: Die Außenpolitik der USA unter dem Gesichtspunkt des politischen Realismus betrachtet

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: Gut (+)

Autor:in: Nils Wiebe (Author)

Politics - Region: USA
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Zu Beginn des 21 Jahrhunderts hat Amerika eine Position in der internationalen Politik eingenommen, die einzigartig in der Geschichte ist. Binnen eines einzigen Jahrhunderts gelang es ihm von einem isolierten Land zu der Supermacht der Neuzeit aufzusteigen, die erstmals als wirkliche Weltmacht angesehen werden kann. 1 Vor allem die neue Art der Hegemonie ist bisher nie da gewesen. Amerika unterwirft nicht kleinere Länder, wie es bei früheren großen Mächten der Fall war, sondern gründet seine Dominanz einzig auf seiner großen Militärmacht und seiner wirtschaftlichen Stärke. Sowohl nach dem zweiten Weltkrieg, als auch knapp 40 Jahre später, nach dem Zerfall des Warschauer Pakts und der UdSSR, gelang es Amerika eine Demokratisierungswelle in Gang zu bringen, die von amerikanischen Vorstellungen geprägt war und noch bis heute ist.2 Doch was sind die Ziele Amerikas im 21. Jahrhundert? Geht es um den Erhalt des Status quo, oder um eine Erweiterung der Macht bis tief in den eurasischen Kontinent hinein? Wird Amerika auf Grund der Monopolstellung in der Welt ihre Außenpolitik grundlegend verändern? Haben die Anschläge des 11. September 2001 Amerika dazu bewegt, den Terrorismus durch Demokratisierung und Aufoktroyierung der amerikanischen Moralvorstellungen in den sogenannten „Schurkenstaaten“3 zu besiegen? War der Krieg in Afghanistan 2002 und der Irakkrieg Anfang 2003 nur der Beginn einer amerikanischen „Invasion“4? Diese Fragen sind sicherlich sehr schwer zu beantworten, da niemand in die Zukunft blicken kann. Dennoch möchte ich mit dieser Hausarbeit dazu beitragen, die Außenpolitik Amerikas etwas besser zu verstehen. Hier wird mir vor allem die Theorie des politischen Realismus, wie sie von Hans J. Morgenthau Ende der vierziger Anfang der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts geprägt wurde helfen, die Außenpolitik der USA in der jüngeren Vergangenheit unter einem ganz bestimmten Gesichtspunkt zu betrachten. Die Grundlegende Hypothese wird sein: Amerika agiert in seiner Außenpolitik nach den Grundsätzen des politischen Realismus.

Dementsprechend wird im zweiten Kapitel der politische Realismus nach Hans Morgenthau definiert. Anschließend wird im dritten Kapitel überprüft, welche Argumente dafür beziehungsweise dagegen sprechen, dass Amerika in seiner Außenpolitik den Gesichtspunkten dieser Theorie entspricht. Im vierten Kapitel werden dann die Ergebnisse betrachtet und ein abschließendes Fazit gezogen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der politische Realismus nach Hans J. Morgenthau

2.1 Die sechs Grundsätze des politischen Realismus

2.2 Das Verständnis von internationaler Politik und von politischer Macht im politischen Realismus

3. Amerikas Außenpolitik nach den Grundsätzen des politischen Realismus

3.1 Amerikas Außenpolitik richtet sich nach den Grundsätzen des politischen Realismus

3.2 Amerikas Außenpolitik richtet sich nicht nach den Grundsätzen des politischen Realismus

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika unter Anwendung der Theorie des politischen Realismus nach Hans J. Morgenthau. Dabei soll geklärt werden, ob die amerikanische Außenpolitik tatsächlich den theoretischen Grundsätzen des Realismus folgt oder ob ihr Handeln anderen Motiven entspringt.

  • Grundlagen des politischen Realismus nach Hans J. Morgenthau
  • Analyse der amerikanischen Außenpolitik unter der Regierung George W. Bush
  • Diskussion über das Handeln nach nationalen Interessen und Machtgleichgewicht
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen idealistischem Sendungsbewusstsein und realistischer Außenpolitik

Auszug aus dem Buch

2.1. Die sechs Grundsätze des politischen Realismus

Morgenthau schrieb sein Buch „Macht und Frieden“ zu einer Zeit, in der die Welt immer mehr zweigeteilt wurde. Rußland und die USA übernahmen die Vorherrschaft in der Welt, Rußland im „Osten“ und Amerika im „Westen“. Mit Hilfe von Atombomben und deren Reichweite wäre es binnen weniger Stunden möglich gewesen die Menschheit zu vernichten. Kriege ungeahnter Dimension wären möglich gewesen. In dieser Zeit wollte Morgenthau einen Beitrag zum Frieden leisten und formulierte die Theorie des politischen Realismus. Er hielt sich dabei ganz bewußt an die Realität und nicht an Vorstellungen, wie die Welt sein soll. Wesentlich hierbei waren folgende sechs Grundsätze:

1. Die Gesellschaft und somit auch die Politik ist von objektiven Gesetzen beherrscht, deren Ursprung in der Natur des Menschen liegen. Wichtig ist die Unterscheidung zwischen objektivem Wahrnehmen und subjektiver Meinung innerhalb der Politik. Eine Theorie muß nicht neu sein um besser zu sein, als alte Theorien. Neuheit kann sogar als negativer Aspekt ausgelegt werden, da sich die Theorie noch nicht bewährt hat. Eine Theorie muß also einer doppelten Prüfung unterzogen werden. Der Prüfung durch die Vernunft und der Prüfung durch die Erfahrung. Theorie besteht für den Realismus darin, Tatsachen festzustellen und ihnen durch Vernunft Sinn zugeben. D.h. eine Theorie versucht zu erklären aus welchem Grund eine Situation zustande gekommen ist und eventuell das zukünftige Verhalten der Beteiligten vorauszusehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausnahmestellung der USA als Weltmacht ein und formuliert die zentrale Hypothese, dass Amerika seine Außenpolitik nach den Prinzipien des politischen Realismus ausrichtet.

2. Der politische Realismus nach Hans J. Morgenthau: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen des Realismus, insbesondere die sechs Grundsätze sowie das Verständnis von Macht und internationaler Politik nach Morgenthau dargelegt.

2.1 Die sechs Grundsätze des politischen Realismus: Dieser Abschnitt erläutert im Detail die sechs essenziellen Annahmen, die Morgenthau zur Erklärung rationalen politischen Handelns aufgestellt hat.

2.2 Das Verständnis von internationaler Politik und von politischer Macht im politischen Realismus: Hier wird der theoretische Rahmen um eine genauere Definition von internationaler Politik als Kampf um Macht und die Unterscheidung zwischen politischer und militärischer Macht erweitert.

3. Amerikas Außenpolitik nach den Grundsätzen des politischen Realismus: Dieses Kapitel prüft anhand konkreter Beispiele, ob das Handeln der USA mit den zuvor definierten realistischen Grundsätzen vereinbar ist.

3.1 Amerikas Außenpolitik richtet sich nach den Grundsätzen des politischen Realismus: Hier werden Argumente angeführt, die das realistische Kalkül, wie die Sicherung von Einflusssphären und die Machtprojektion unter Bush, belegen.

3.2 Amerikas Außenpolitik richtet sich nicht nach den Grundsätzen des politischen Realismus: Dieser Abschnitt thematisiert den Widerspruch zwischen realistischem Machtstreben und dem amerikanischen moralischen Sendungsbewusstsein sowie unilateralen Alleingängen.

4. Fazit: Das Fazit bilanziert die Ergebnisse der Untersuchung und kommt zu dem Schluss, dass die amerikanische Außenpolitik nicht eindeutig einer rein realistischen Logik folgt, sondern stark von einer eigenen, teils religiös geprägten Ideologie überlagert wird.

Schlüsselwörter

Außenpolitik der USA, Politischer Realismus, Hans J. Morgenthau, Internationale Beziehungen, Machtpolitik, Hegemonie, Schurkenstaaten, Irakkrieg, Demokratisierung, Nationales Interesse, Unilateralismus, Weltmacht, Machtgleichgewicht, Amerikanischer Exzeptionalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Außenpolitik der USA nach dem 11. September 2001 als ein Handeln nach den Regeln des politischen Realismus interpretiert werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit verknüpft die klassische Theorie des Realismus von Hans J. Morgenthau mit der jüngeren US-Außenpolitik, insbesondere den Kriegen in Afghanistan und dem Irak.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Überprüfung der Hypothese, dass Amerika seine Außenpolitik nach den rationalen Grundsätzen des politischen Realismus steuert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Theorie-Anwendungs-Methode, bei der die theoretischen Postulate von Morgenthau auf die praktische Außenpolitik der Bush-Administration angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Realismus und eine anschließende Gegenüberstellung von Argumenten, die das realistische Handeln der USA stützen oder widerlegen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Politischer Realismus, Machtpolitik, Hegemonie und Nationales Interesse charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „Göttlichen“ in der US-Politik?

Der Autor argumentiert, dass das amerikanische Selbstverständnis als „von Gott auserwähltes Volk“ den fünften Grundsatz des Realismus konterkariert, da es eine moralische Überhöhung zulässt, die den Realismus eigentlich ablehnt.

Warum wird der Irakkrieg als Beispiel für ein Nicht-Handeln nach dem Realismus angeführt?

Der Autor führt an, dass der Kriegseintritt trotz fehlender breiter Unterstützung und ohne klare strategische Planung für die Zeit nach dem Sieg nicht dem rationalen, risikominimierenden Kalkül des Realismus entspricht.

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Details

Title
Die Außenpolitik der USA unter dem Gesichtspunkt des politischen Realismus betrachtet
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Course
Internationale Beziehungen
Grade
Gut (+)
Author
Nils Wiebe (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V29461
ISBN (eBook)
9783638309578
ISBN (Book)
9783638760768
Language
German
Tags
Außenpolitik Gesichtspunkt Realismus Internationale Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Wiebe (Author), 2003, Die Außenpolitik der USA unter dem Gesichtspunkt des politischen Realismus betrachtet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29461
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