Inhaltsangabe:
Geschichte Charakteristik Dadaismus Seite 3
Fotografie Auswirkung der Reproduktionstech
nik, Seite 4 5
Verlust der Echtheit, Aura Tradition, Seite 5 8
Auswirkung von Politik Wirtschaft auf den Film,
Seite 7 9
Balázs zu Pudowkin Eisenstein,
Filme: „Kuhle Wampe“ „Berlin, Sinfonie einer
Großstadt“, Seite 9 11
Bedeutung der Montage im Filmschnitt Auswir
kungen der Filmkunst, Seite 11 13
Fazit, Seite 13 14
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Auf den folgenden Seiten möchte ich die Entwicklung des Dadaismus und dessen Auswirkung auf den Film erörtern sowie die Bedeutung der entstehenden Filmkunst für die Gesellschaft (um 1916-1925) schildern.
Vorerst möchte ich kurz auf die Entstehungsgeschichte des Dadaismus eingehen.
In den Jahren 1916 und 1917 entstand unter den Eindruck des ersten Weltkrieges der Dadaismus zugleich in Zürich und New York, von wo aus er sich rasch ausbreitete. Diese Kunstströmung lehnte alles bürgerliche und die gesellschaftlichen Konventionen ab. Er stellte sich provokativ mit lärmenden Patriotismus gegen die Tradition in der Kunst. Schneidende Satire und offene Rebellion gingen einher mit öffentlicher Schockierung, ohne Skandale zu scheuen. Der Dadaismus lässt sich als experimentelle Stilrichtung beschreiben, die von der Verbindung aus Malerei, Bildhauerei, Typografie, Fotografie, Musik, Theater und Literatur lebt.
1917 ging Richard Huelsenbeck nach Berlin, wo er mit Johannes Baader, John Hartfield und Walter Mehring den so genannten Berlin-Dada initiierte, dem sich wenig später Hanna Höch, Georg Grosz und Raoul Hausmann anschlossen. Diese Künstler sind wichtige Vertreter dieser Stilrichtung in Deutschland. Neben Berlin gab es erwähnenswerte Gruppierungen in New York mit Alfred Stieglitz und Marcel Duchamp, der mit seinen Readymades für Aufsehen sorgte. Ab 1919 entstand in Paris unter Tzara und Schriftstellern wie Louis Aragon eine wichtige Fortführung des Züricher Dadaismus.
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Die gesamte Aktionskunst, Concept Art und sogar künstlerische Haltungen in der Gegenwartskunst ver danken dem Dadaismus entscheidende Impulse. In besonderer Weise nutzten die Dadaisten das Medium der Fotografie. In der Collage mit verschiedenen Fotografien konnten sie ihrer Experimentierfreude besonders Ausdruck verleihen. Es konnten neue semantische Zusammenhänge geschaffen werden, durch die in ersten Bildmontagen das Heterogene entstand. Diese Vermischung von Grafiken mit eigenen oder kopierten Fotografien, gespickt mit provokanten Textzeilen oder Gedichten, stellte einen wichtigen Teil ihrer Arbeit dar. Eine Entwicklung die unter dem Eindruck der Futuristen stand und später großen Einfluss auf den Surrealismus hatte.
Mit der Fotografie erfuhr die technische, bildliche Reproduktion eine neue Dimension. ´Darüber hinaus hat die Fotografie neben der tiefen Veränderung in der Gesamtheit der Kunstwerke einen eigenen Platz unter den künstlerischen Verfahrensweisen eingenommen. Laut Benjamin liegt in der Fotografie sogar der Tonfilm ver-borgen.` (Benjamin, GS, Band VII, 1,S. 351f.) Wenn man davon ausgeht, dass die Fotografie die Basis für das bewegte Bild ist, hat er damit zweifelsfrei Recht. Denn aus der Fotografie und den ersten Gehversuchen des bewegten Bildes („Kamera Obscura“) entwickelte sich aufgrund von neuen Projektionstechniken der Film. Gleichsam haben sich die Sehgewohnheiten im enormen Maße geändert. ´Die neuen Perspektiven und die Luftatmosphäre stellen eine große Entwicklung dar. Die Sprache des Films hat sich entwickelt und fortweh- ( 1 DadaBerlin, in: Dada Total, Manifeste, Aktionen, Texte, Bilder, hg. Von Karl Riha u.a., Stuttgart 1994, 91-54)
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rend schnell verändert und mit ihr die Wahrnehmungsfähigkeit des Publikums.
Balázs spricht hier von einer neuen Technik des Sehens und des Zeigens, einer neuen optischen Kultur, deren Monopol nicht bei der herrschenden Klasse geblieben ist.`(Béla Bálazs, 2001, S. 54f.) Die Entwicklung einer Filmsprache, die den Film von der Fotografie als bloße Reproduktion derer unterscheidet, gelingt durch die Grossaufnahme, die Einstellung und durch die Montage der Einzelbilder. ´Die technische Reproduzierbarkeit erweist sich selbstständiger als die manuelle. Beispielsweise kann man in der Fotografie Ansichten des Originals durch die Wahl einer entsprechenden Linse oder durch eine Vergrößerung hervorheben. Außerdem kann man Abbildungen des Originals in Situationen bringen, die dem Original selbst nicht erreichbar sind.`(Benjamin, GS, Band VII, 1,S.
352f.) Dem Aufnehmenden kommt sie ungemein entgegen und gibt ihm die Möglichkeit, den Gegenstand in verschiedensten Positionen und Ausschnitten zu zeigen. Es wird eine teilweise Ortsunabhängigkeit durch St udioarbeit erreicht. Diese veränderten Umstände lassen den Bestand des Kunstwerkes unangetastet aber sie entwerten auf alle Fälle sein Hier und Jetzt. Diese Echtheit wird auch im Film aufgehoben. ´Dadurch wird das Kunstwerk in seinem empfindlichen Kern berührt.` (Benjamin, GS, Band VII, 1, S. 353) Das bedeutet natürlich unweigerlich, dass sich ebenfalls die Fotografie der Echtheit entzieht. Der Verlust der Echtheit war den Dadaisten offensichtlich egal. Für sie war die Fotografie nicht genug der Verfremdung. Die Schaffung neuer Bildebenen durch die Montage war ihr Ziel. Diese
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Arbeit zitieren:
Christian Werner, 2004, Von Dada zum Film, München, GRIN Verlag GmbH
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