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Frank Mattioli-Danker
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Recherchenverlauf 4
3. Die Fachlichkeit in der Jugendhilfe 5
4. Welche Fachkräfte beschäftigt die Jugendhilfe?
Auswertung des Fragebogens 8
5. Zukunftsvisionen von Ausbildungen in der Kinder- und
Jugendhilfe - von der Fachschule bis zur Universität
Eine Auswertung des Fachforums 14
6. Die Sprachlosigkeit überwinden
Neue Wege für die Fachkräfte in der Jugendhilfe
Eine Auswertung des Fachforums 16
7. Fazit 18
8. Literatur 19
Frank Mattioli-Danker
1. Einleitung
Der 12. Deutsche Jugendhilfetag in Osnabrück war mit der Thematik „leben lernen“ sowohl ein Fachkongress wie auch eine Fachmesse nicht nur für, sondern auch mit Veranstaltern 1 aus dem Gesamtspektrum der Kinder- und Jugendhilfe.
Für die Universität Osnabrück bedeutete dies, dass in einer Seminarveranstaltung von Frau Prof. Müller-Kohlenberg einzelne Themenschwerpunkte des Jugendhilfetages herausgearbeitet wurden und vertiefend Betrachtung fanden. In diesem Rahmen habe ich mich mit einer Arbeitsgruppe dafür entschieden, die „Fachkräfte in der Jugendhilfe - Welche Qualifikationen benötigen sie?“ zu eruieren und in dieser Ausarbeitung als Diskussionsgrundlage für dieses weitläufige Thema zur Verfügung zu stellen.
Durch eine gezielte Fragebogenaktion und die Teilnahme an Fachforen konnten wir uns ein Bild machen, dass sowohl durch die Bestandsaufnahme, welche Fachkräfte zur Zeit in verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen tätig sind, wie auch durch den Ausblick bezogen auf die Zukunftsvisionen in den Ausbildungsstellen durch neue Ausbildungsformen für die Fachkräfte in der Jugendhilfe, geprägt wurde. Wenn wir als Fachkräfte in der Jugendhilfe Kindern und Jugendlichen bei ihrer Sozialisation helfen wollen und sowohl begleitend wie auch fördernd unsere Aufgaben wahrnehmen, bleibt nicht aus, dass wir uns fragen müssen, wie es um unsere Fachlichkeit steht und welchen Einfluss unsere Professionalisierung für die jungen Menschen hat, da die Beziehungsarbeit zur Jugend ein Schwerpunkt ist, um überhaupt eine Förderung zur Selbstständigkeit und zur eigenverantwortlichen Persönlichkeit in unserem gesellschaftlichen Kontext zu ermöglichen und effektiv anzubieten.
2. Recherchenverlauf
Zur Bearbeitung haben wir einen Fragebogen entwickelt und diesen persönlich mit Vertretern der Einrichtungen der Jugendhilfe wie auch Ausbildungsstellen die sich
1 Nur zur Vereinfachung beim Lesen wählen wir die männliche Schreibweise.
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mit einen Stand auf dem Markt der Jugendhilfe präsentierten, durchgearbeitet. Diese standardisierte Befragung haben wir bei 15 Einrichtungen und 5 Ausbildungsinstituten durchgeführt.
Ferner haben wir an zwei Fachforen teilgenommen, die sich mit den Themen „Zukunftsvisionen von Ausbildungen in der Kinder- und Jugendhilfe“ und „Die Sprachlosigkeit überwinden! Neue Wege für Fachkräfte in der Jugendhilfe“ beschäftigten. Beim zweiten Fachforum war ich aktiver Teilnehmer bei der Podiumsdiskussion und vertrat als Mitarbeiter einer Jugendhilfeeinrichtung und Sprecher der Heim-AG, Weser-Ems-Süd die Rolle eines Vertreters der freien Jugendhilfe.
3. Die Fachlichkeit in der Jugendhilfe -
ein theoretischer Diskurs
Nach Krause haben Frauen und Männer, die im Bereich der Jugendhilfe tätig werden wollen, oftmals den Wunsch, eine sozial wichtige Aufgabe zu übernehmen und dies mit Engagement auszuüben. Viele von ihnen wollen Verantwortung übernehmen, so dass soziale Probleme durch ihre Tätigkeit einen sozialen Ausgleich finden. Mit ihrer positiven Grundhaltung zu jungen Menschen zeigen sie Interesse für den anderen. Ihr Engagement gekoppelt mit einer gewissen Neugier und Experimentierfreude setzen sie sich so für den Jugendlichen ein und wollen ihn fördern und fordern. 2 Allerdings geht es dabei nicht mehr um die diakonische Aufopferung von vergangenen Zeiten oder um eine „geistige Mütterlichkeit“. Krause macht dies daran fest, dass besonders in städtischen Räumen kaum noch jemand bereit ist, als Pflegeeltern oder ehrenamtliche Mitarbeiter in der Jugendhilfe tätig zu werden. Auch die SOS-Kinderdörfer beklagen einen starken Rückgang von Interessierten und geeigneten Personen für ihren Arbeitsbereich in der stationären Jugendhilfe für die sie sogenannte „Dorf-Mütter“ suchen.
2 Krause, Hans-Ulrich; 2002; S. 120
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Mitarbeiter in der Jugendhilfe sind heute zuallererst Fachleute, die Krause als „sozialpädagogische Fachkräfte“ bezeichnet, „die es verstehen, professionell Hilfe zu gestalten, ohne sich dabei als Person völlig vom Geschehen vereinnahmen zu lassen.“ 3
Die Professionalisierung findet zum Beispiel in folgenden Ausbildungsstellen statt:
Fachschulen > Erzieherausbildung Fachhochschulen > Dipl.Sozialpädagogen/Dipl.Sozialarbeiter Universitäten > Dipl.Pädagogen
Die Aufteilung dieser Berufe bezogen auf die Anzahl von Tätigen in der Jugendhilfe, hier im speziellen in der Erziehungshilfe, macht fo lgende Statistik 4 des Statistischen
Bundesamtes per 31.12.1998 deutlich:
Die Mitarbeiter in der Jugendhilfe, die die Ausbildung zum Erzieher durchlaufen haben, sind mit 37,4 % die größte Gruppe der professionelle Mitarbeiter. Die Personen, die an der Fachhochschule studierten, sind allerdings mit 28,8 % ebenfalls als bedeutend anzusehen. Alle anderen Ausbildungszweige sind in der Jugendhilfe zwar vorhanden, aber nicht signifikant.
3 ebd.
4 ebd.; S. 121
Quote paper:
Frank Mattioli-Danker, 2004, Welche Fachkräfte braucht die Jugendhilfe?, Munich, GRIN Publishing GmbH
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