Zusammenschlüsse von Unternehmungen sind seit jeher kontrovers diskutiert worden. Einige sehen in ihnen den besten Weg zur Schaffung leistungsfähiger Großunternehmen, die allein im internationalen Wettbewerb bestehen können; andere sehen in ihnen in erster Linie Konzentrationsvorgänge mit wettbewerbsbeschränkender Wirkung. Schon Marx und Schumpeter haben die zunehmende wirtschaftliche Konzentration kritisch beobachtet und sie in eine Erscheinung interpretiert, die den Umgang des „Kapitalismus“ herbeiführen müsse (PAUSENBERGER 1993, S.4437). Marx dachte dabei an die Wirkungen sozialer und ökonomischer Spannungen, die sich aus der Konzentration des Kapitaleigentums in immer weniger Händen ergeben. Schumpeter befürchtete, dass der schöpferische Unternehmer durch den risikoscheuen und nur verwaltenden Bürokraten in den Leistungsfunktionen der Großunternehmung verdrängt werde. Heute jedoch sind Unternehmenszusammenschlüsse wichtiger denn je, da deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt oft nur noch eine Randnotiz sind. Eine noch nie dagewesene Fusionswelle schwappt um die Welt. Die Deutschen sind viel zu klein, um langfristig eigenständig zu bleiben
(WIRTSCHAFTSWOCHE Nr. 44/99, S.86). Solche Pressemitteilungen zeigen den Ernst und die Wichtigkeit der Unternehmenszusammenschlüsse. Die Konzerne haben bezüglich der Unternehmenszusammenschlüsse in einer sich globalisierenden Wirtschaftswelt keine Wahl mehr, „entweder sie gehen selbst in die Offensive oder sie laufen Gefahr, dass Andere es tun“, so DIETER HEUSKEL, Chef der deutschen Vertretung der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. (WIRTSCHAFTSWOCHE, S.91). Gehen Unternehmen nicht diesen Weg, stecken sie über kurz oder lang in einer Unternehmenskrise. (KRYSTEK 1987, S.6) beschreibt und definiert Unternehmenskrisen als „eine nachhaltige, d.h. nicht nur absehbar vorübergehende Existenzgefährdung für die gesamte Unternehmung, die den Existenzverlust einschließt, ungeplant und ungewollt ist.“ Um den kausalen Zusammenhang zwischen Unternehmenszusammenschluss und möglichen Unternehmensverlust zu verdeutlichen, wird im ersten Teil der Hausarbeit auf Unternehmenszusammenschlüsse eingegangen und im zweiten Teil werden Unternehmenskrisen in einem Überblick behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE
2.1 Beschreibung von Unternehmenszusammenschlüsse und auftretenden Problemen
2.1.1 Unternehmenszusammenschlüsse- Entscheidungstatbestände
2.1.2 Wettbewerbsrechtliche Einschränkungen der Unternehmenszusammenschlüsse
2.2 Arten von Unternehmenszusammenschlüssen
2.2.1 Kartelle
2.2.2 Konzern
2.2.3 Fusionen
3 UNTERNEHMENSKRISEN
3.1 Beschreibung von Unternehmenskrisen
3.1.1 Begriff und Wesen von Unternehmenskrisen
3.1.2 Verlauf von Unternehmenskrisen
3.1.3 Ursachen von Unternehmenskrisen
3.2 Arten von Unternehmenskrisen
3.2.1 Sanierung
3.2.2 Vergleich
3.2.3 Konkurs
3.2.4 Zwangsvergleich
3.2.5 Liquidation
4 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über Unternehmenszusammenschlüsse sowie Unternehmenskrisen, analysiert deren kausale Zusammenhänge und dient als fundierte Einführung für Studierende der Betriebswirtschaftslehre.
- Grundlagen und Formen von Unternehmenszusammenschlüssen (Kartelle, Konzerne, Fusionen).
- Wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen und Einschränkungen bei Zusammenschlüssen.
- Definition, Verlauf und Ursachen von Unternehmenskrisen.
- Strategien und Maßnahmen zur Krisenbewältigung (Sanierung, Vergleich, Konkurs, Liquidation).
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Unternehmenszusammenschlüsse - Entscheidungstatbestände
Unternehmenszusammenschlüsse sind freiwillige Vereinigungen von Unternehmen im Vertragswege durch Verschmelzung (Vollfusion) oder Konzernierung, letzteres kann zu einem Gleichordnungs- oder Unterordnungskonzern führen. (GABLER WIRTSCHAFTSLEXIKON, 1993).
Unternehmenszusammenschlüsse müssen trotz der unumstrittenen wirtschaftlichen Bedeutung für ein Unternehmen selbst, wohl durchdacht und vor allem an bestimmte Entscheidungen geknüpft werden. Besonders entscheidungsträchtig sind einerseits die Form des Zusammenschlusses selbst, anderseits die wettbewerbsrechtliche Schranke des Zusammenschlusses. Vor- und Nachteile des Unternehmenszusammenschlusses müssen zu gleichen Teilen abgewogen werden. Um jedoch eine Entscheidung herbeiführen zu können, müssen zunächst die Begriffe und Zusammenhänge näher erklärt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zum Thema der Unternehmenszusammenschlüsse und Unternehmenskrisen sowie Erläuterung der Relevanz dieser Prozesse im globalen Wettbewerb.
2 UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSE: Darstellung der Formen, Motive und wettbewerbsrechtlichen Einschränkungen von Unternehmensverbindungen.
3 UNTERNEHMENSKRISEN: Analyse von Definition, Verlauf, Ursachen und Bewältigungsmöglichkeiten von Krisen in Unternehmen.
4 ZUSAMMENFASSUNG: Synthese der Ergebnisse über den kausalen Zusammenhang zwischen Unternehmenszusammenschlüssen und der potenziellen Gefahr einer Unternehmenskrise.
Schlüsselwörter
Unternehmenszusammenschluss, Konzentration, Kooperation, Kartell, Konzern, Fusion, Unternehmenskrisen, Insolvenz, Sanierung, Vergleich, Konkurs, Liquidation, Wettbewerbsrecht, Krisenmanagement, Gewinnmaximierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Unternehmenszusammenschlüssen und Unternehmensrisiken, insbesondere wie strukturelle Veränderungen durch Konzentrationen mit möglichen Krisenszenarien korrelieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die verschiedenen Formen der Unternehmenszusammenarbeit, die rechtlichen Schranken durch das Wettbewerbsrecht sowie die Analyse und Bewältigung von Unternehmenskrisen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Entscheidungsprozesse bei Unternehmenszusammenschlüssen zu vermitteln und die verschiedenen Phasen und Bewältigungsmöglichkeiten einer Unternehmenskrise aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive betriebswirtschaftliche Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse von Standardwerken und aktuellen wirtschaftlichen Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Teile: Zuerst werden die Formen und Motive von Zusammenschlüssen detailliert; im zweiten Teil werden Unternehmenskrisen, deren Entstehung und rechtliche Bewältigungsformen (z.B. Konkurs, Vergleich) analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unternehmenszusammenschluss, Fusion, Kartell, Konkurs und Krisenmanagement treffend charakterisieren.
Was unterscheidet einen Gleichordnungskonzern von einem Unterordnungskonzern?
Beim Unterordnungskonzern wird die einheitliche Leitung von einer herrschenden Muttergesellschaft ausgeübt, während sich der Gleichordnungskonzern oft aus einer Kooperation wie einem Kartell heraus entwickelt.
Wann ist eine Sanierung erfolgreich?
Eine Sanierung ist nur dann erfolgreich, wenn neben personellen, organisatorischen oder finanziellen Maßnahmen auch die zugrunde liegenden Schwachstellen, die zur Krise geführt haben, dauerhaft beseitigt werden.
- Quote paper
- Andre Herkendell (Author), 2003, Unternehmenszusammenschlüsse, Stillegung und Liquidation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29549