BERUFSAKADEMIE STUTTGART
AUSBILDUNGSBEREICH SOZIALWESEN
Der Waldkindergarten
- Stärken und Schwächen eines neuen Konzeptes der Vorschulpädagogik
aus Sicht der Mitarbeiterinnen von Waldkindergärten
- Eine Untersuchung im Rems-Murr-Kreis
DIPLOMARBEIT
eingereicht von
Meike Rank
2004
INHALTSVERZEICHNIS
Vorwort ... 3
1. Einleitung ... 4
2. Der Waldkindergarten - ein neues Konzept der Vorschulpädagogik ... 5
2.1 Geschichte des Waldkindergartens ... 5
2.1.1 Entstehung ... 6
2.1.2 Formen des Waldkindergartens ... 8
2.2 Was bietet der Waldkindergarten? ... 10
2.2.1 Kindheit im Wandel ... 11
2.2.2 Grundbedürfnisse der Kinder ... 15
2.2.3 Was und wie fördert der Waldkindergarten? ... 21
2.2.4 Elternarbeit/ Struktur der Eltern ... 32
2.2.5 Vorbereitung auf die Grundschule ... 34
2.2.6 Bedenken gegen den Waldkindergarten ... 36
2.3 Vorhandene Untersuchungen ... 40
2.4 Internationale Entwicklungen ... 43
2.5 Entstehung und Situation der Waldkindergärten im Rems-Murr-Kreis ... 47
3. Hypothesen ... 49
4. Untersuchung ... 51
4.1 Untersuchungsgruppe und Zeitrahmen ... 51
4.2 Auswahl des Untersuchungsinstruments ... 52
4.3 Konstruktion des Untersuchungsinstruments ... 53
4.3.1 Die Konstruktion eines Fragebogens - Allgemeine Anforderungen ... 53
4.3.2 Entwickeln von Fragen und deren Reihenfolge ... 56
4.3.3 Pretest ... 57
5. Durchführung der Untersuchung ... 57
6. Auswertung und Interpretation ... 58
6.1 Allgemeine Hinweise ... 58
6.2 Ergebnisse der Befragung ... 60
6.2.1 Allgemeine Angaben ... 60
6.2.2 Bedenken und Kritik gegen Waldkindergärten ... 62
6.2.3 Feste und zusätzliche Angebote ... 68
6.2.4 Gesundheit ... 72
6.2.5 Förderung der Feinmotorik ... 75
6.2.6 Geschlechtsspezifische Merkmale ... 79
6.2.7 Soziales Verhalten ... 83
6.2.8 Bezug zu vorgefertigtem Spielzeug ... 86
6.2.9 Beziehung zur Natur ... 89
6.2.10 Sprache ... 93
6.2.11 Engagement der Eltern ... 95
6.2.12 Rückmeldungen aus der Grundschule ... 96
6.2.13 Empfindlichkeit von jüngeren Kindern ... 98
7. Folgerungen ... 100
8. Literaturverzeichnis ... 111
9. Anlagen ... 116
Stellen wir uns vor, wir müssten einige Kilometer über eine schnurgerade, ebene, hindernisfreie Betonbahn gehen. Am Ende der Strecke werden wir ermattet sein. Wie anders wird es uns bei einer Wanderung durch den Wald ergehen! Da sind verschlungene Pfade. Es geht über Stock und Stein, Wurzeln, Moos, dichtes Gebüsch, Rinnsale. Das Licht ist dämmerig. Du musst ganz Auge, ganz Ohr sein. Ganz Nase. Es duftet nach Waldkräutern und Waldboden. Seltsame Geräusche von überall her. Vogelstimmen. Am Ende des Weges sind wir erfrischt, fast neu geboren. Was war geschehen? Im Wald war ich mit Körper, Seele und allen Sinnen voll beansprucht. Überall kleine mit Hindernissen verbundene Wagnisse. Auf der risikolosen Betonbahn forderte mich nichts heraus. Ich hatte nichts zu bestehen. Ich war sozusagen überflüssig. Das ist es, was uns kaputt macht: Die Unterschlagung unserer Fähigkeiten. Wo kein Wagnis, da kein Gewinn, wo kein Spiel, da kein Leben.
(Hugo Kükelhaus, 1900-1984)
1. Einleitung
In meiner ersten Praxisphase bei der Fachberatung für Kindertageseinrichtungen im Kreisjugendamt Rems-Murr lernte ich durch Hospitationen in den jeweiligen Einrichtungen spezielle Konzeptionen von Kindertageseinrichtungen kennen, darunter auch den Waldkindergarten.
Ich verbrachte eine Woche im Waldkindergarten in Weinstadt und beobachtete die Kinder beim Spielen mit Stöcken, Schlamm, umgestürzten Bäumen und vielem mehr. Es erstaunte und erfreute mich, welche Fantasie die Kleinen dabei entwickelten, da ich es heutzutage gar nicht mehr für selbstverständlich halte, dass Kinder sich selbst beschäftigen können - und das auch noch völlig ohne vorgefertigtes Spielzeug. Oft muss der Fernseher zur Unterhaltung herhalten und viele Kinder wissen gar nicht mehr, dass es doch draußen in der Natur am allermeisten zu entdecken gibt. Kurzum der Waldkindergarten war für mich ein beeindruckendes Erlebnis und ich setzte mich auch weiterhin damit auseinander.
Waldkindergärten gibt es in Deutschland noch nicht sehr lang und der Ort Berglen im Rems-Murr-Kreis war im Jahr 1994 einer der ersten in Deutschland, der, wie so oft aufgrund einer Eltern-Initiative, einen solchen einrichtete. Der Rems-Murr-Kreis weist mit 9 derartigen Einrichtungen und einer integrierten Waldgruppe eine verhältnismäßig hohe Dichte von Waldkindergärten auf, was sich für meine Befragung in dieser Diplomarbeit als sehr nützlich erweist. Der Kontakt mit den Erzieherinnen der Waldkindergärten kam bereits durch den „Arbeitskreis Waldkindergärten“ zustande, der von meinen beiden Anleiterinnen in der Fachberatung moderiert wird, und ca. alle 6 Wochen zusammenkommt.
Ich halte den Waldkindergarten für ein positives und sehr interessantes, noch recht neues Phänomen, und möchte mit meiner Diplomarbeit die Sichtweise der Erzieherinnen zu dessen Stärken und Schwächen kennen lernen und analysieren.
In Kapitel 2 gehe ich zunächst auf die Geschichte des Waldkindergartens ein. Dann werde ich, als Vorbereitung auf das eigentliche Thema, mich mit den gesellschaftlichen Veränderungen der Kindheitsphase und den Bedürfnissen von Kindern beschäftigen, um mich dann mit verschiedenen Thematiken, Stärken und auch Schwächen des Konzeptes Waldkindergarten auseinander zu setzen. In das zweite Kapitel fallen außerdem die Interpretation bereits bestehenden Untersuchungen mit Erzieherinnen und die Beschäftigung mit internationalen Entwicklungen. Zuletzt berichte ich über die Situation der 9 Waldkindergärten und der integrierten Waldgruppe im Rems-Murr-Kreis, meine Untersuchungsgruppe.
In Kapitel 3 nenne ich die Hypothesen als Ausgang für die Untersuchung, die sich aus dem theoretischen Teil entwickelt haben. Kapitel 4 und 5 beschreiben die Entwicklung des Untersuchungsinstrumentes und die Durchführung der Untersuchung selbst. In Kapitel 6 werden die Untersuchungsergebnisse in Bezug auf die Hypothesen ausgewertet und interpretiert, das Kapitel 7 beschäftigt sich mit Folgerungen, sowie Anregungen für die Zukunft.
2. Der Waldkindergarten – ein neues Konzept der Vorschulpädagogik
Zum Verständnis: Während ich dieses Kapitel verfasste, entwickelte ich aus der Thematik Hypothesen, die sich auf die Waldkindergärten im Rems-Murr-Kreis beziehen, und der nachfolgenden Untersuchung zugrunde liegen. Die Thesen sind jeweils sofort im Text aufgeführt.
2.1 Die Geschichte des Waldkindergartens
In diesem Kapitel werde ich zunächst den Ursprung des Waldkindergartens und den Weg nach Deutschland beschreiben, und dann die verschiedenen Formen, die sich entwickelt haben, nennen.
[...]
Arbeit zitieren:
Meike Rank, 2004, Der Waldkindergarten - Stärken und Schwächen eines neuen Konzeptes der Vorschulpädagogik aus Sicht der Mitarbeiterinnen von Waldkindergärten - Eine Untersuchung im Rems-Murr-Kreis, München, GRIN Verlag GmbH
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