Inhaltsverzeichnis:
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1. Einleitung 3
2. Stadt -Umland-Problematik 4
2.1 Suburbanisierung als Ursache 4
2.2 Gründe für die Suburbanisierung 5
2.3 Konfliktpotenzial zwischen Stadt und Umland 6
3. Konfliktlösungsansätze - Städtekooperationen 7
3.1 Formen interkommunaler Zusammenarbeit 7
3.1.1 Zweckverbände 10
3.1.2 Mehrzweckverbände 11
4. Der „Verband Region Stuttgart“ 12
4.1 Die Konstruktion des Verbandes 12
4.2 Die Aufgaben des Verbandes 13
4.3 Die Arbeitsweise des Verbandes 14
4.4 Grenzen und Konfliktpotenziale 15
5. Schlussbetrachtung 16
6. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Die Stadt und ihr Umland - eine Schicksalsgemeinschaft. Gegenseitige Abhängigkeiten aber auch Vorurteile haben dieses Verhältnis vielerorts zu einer „Hassliebe“ werden lassen. Die Stadt benötigt das Umland als Ressourcenbereitsteller, das Umland die Stadt wegen der Infrastruktur und dem Arbeitsmarkt. Die Stadt und ihr Umland waren, sind und werden immer untrennbar miteinander verbunden bleiben. Seit einigen Jahrzehnten verschärfen sich allerdings die Probleme im Stadt-Umland-Verhältnis. Als Hauptursache, wird zum einen die „Stadtflucht“ der Bevölkerung und die daraus resultierende Suburbanisierung des Umlandes ausgemacht. Die Stadt als Wohnraum wird immer unbeliebter, die Bevölkerungszahlen der Städte stagnieren oder nehmen leicht ab, die des Umlandes steigen an. Im ersten Teil dieser Hausarbeit wird zunächst die Suburbanisierung als Ursache der Stadt-Umland-Problematik dargestellt und ihre Folgen auf die Sozialstruktur sowie auf die finanzielle Situation der Städte und des Umlandes erläutert. Die Gründe für die Suburbanisierung, also dem Fortzug der Stadtbevölkerung und die Verlagerung von Betrieben und Firmen weg von der Stadt hinein ins Umland, werden im zweiten Abschnitt dieses ersten Teils der Arbeit beleuc htet. Das he utige Konfliktpotenzial, das auf Grund dieser Entwicklung der Stadt-Umland-Problematik ent-standen ist, wird dann im dritten Abschnitt erläutert.
Der zweite Teil dieser Hausarbeit beschäftigt sich mit Lösungsansätzen zur Bewältigung der zuvor dargestellten Stadt-Umland-Problematik. Vor allem der neu geschaffene gemeinsame europäische Binnenmarkt, in dem heute fast ausschließlich die großen europäischen Regionen miteinander konkurrieren, verstärkt den Druck eine Lösung dieser Problematik zu finden. Schließlich will man auch zukünftig im europäischen Wettbewerb konkurrenzfähig bleiben. Im ersten Abschnitt des zweiten Teils dieser Hausarbeit werden deshalb die unterschiedlichen Kooperationsansätzen zwischen Stadt und Umland dargestellt. Aus der Palette der verschiedensten Ansätze in Deutschland werden dann die Zweckverbände und die Mehrzweckverbände, als die am bewährtesten Kooperationsansätze, herausgestellt und ihre Gestalt, ihre Aufgabenpaletten sowie die Arbeitsweisen anhand von Beispielen näher erläutert. Anhand des Beispieles des „Verbandes Region Stuttgart“ soll schließlich im dritten Teil dieser Hausarbeit die Konstruktion eines Mehrzweckverbandes in einem klassischen Ballungsraum beschrieben werden. Im ersten Abschnitt dieses Teils soll der Aufbau des in seiner he utigen Form seit 1994 bestehenden Verbandes, der eine Körperschaft des öffentlichen Rechts darstellt, beschrieben werden. Danach wird die ihm durch das Gesetz zur „Stärkung der Zusammenarbeit in der Region Stuttgart“ übertragene Aufgabenpalette näher beleuchtet. Anschließend wird die Arbeitsweise des Verbandes auf der horizontalen sowie auf der vertikalen
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Ebene betrachtet, wobei ein Augenmerk auf den Maßnahmen zur Kosten- und Personalminimierung gelegt wird. Schließlich werden im letzten Abschnitt dieses Teils die Grenzen und die Probleme aufgezeigt, auf die der Verband bei seiner Arbeit stößt. Diese finden sich bei fast allen Formen der interkommunalen Zusammenarbeit in Deutschland wieder und sind nicht von spezifischer Natur. 2. Stadt -Umland Problematik
2.1 Suburbanisierung als Ursache
„Die Stadt-Umland-Problematik ist gekennzeichnet durch die wechselseitigen Beziehungen und Abhängigkeiten in einem bestimmten Großraum, die dort zwischen der sog. Kernstadt einerseits, dem Kommunikationszentrum dieses Raumes, und dem Umland dieser Kernstadt andererseits bestehen.“ 1 Der Begriff Umland bezeichnet hier alle Städte, Gemeinden und Kreise, die im räumlichen Einflussgebiet der Kernstadt liegen und „die in ihrem sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Leben auf dieses Zentrum, der Kernstadt, ausgerichtet sind.“ 2 Dass benachbarte Gemeinden gleichgelagerte Aufgaben zu erfüllen haben und dass sich die Entscheidungen einer Gemeinde auch auf die benachbarte Kommune auswirkt, ist kein neues Phänomen, hat jedoch mit dem Problem der Suburbanisierung zugenommen. 3 Seit etwa den 60er Jahren ist in Deutschland verstärkt das Phänomen der Suburbanisierung (Verstädterungsprozess) zu beobachten. Die Verlierer dieser anhaltenden Bevölkerungs- und Beschäftigtenentwicklung sind die Kernstädte der Ballungsgebieten. „Der ‚Verstädterungsprozess‘ hält zwar insgesamt an, doch nehmen sowohl die Bevölkerung als auch die Beschä ftigung nur im Umfeld der Ballungszentren stark zu, die Kernstädte ‚bluten aus‘.“ 4 Die umliegenden verstädterten und ländlichen Räume befinden sich im Gegensatz zu den Kernstädten also weiterhin im Wachstum. Die Schwerpunkte der Siedlungsentwicklung haben sich auf die benachbarten Städte und Gemeinden der Kernstädte verlagert. Die finanziellen Auswirkungen für die Stadt und ihr Umland sind erheblich. Der Wegzug von Betrieben und einkommensstarken Haushalten im Zuge dieser Randwanderung schwächt zum einen die Steuereinnahmen
1 Erlenkämper, Friedel, Die Stadt-Umland-Problematik der Flächenstaaten der Bundesrepublik Deutschland,
Köln, 1980, S. 97.
2 Ebd.
3 Ebd.
4 Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.), Raumordnung in Deutschland, 2.
Aufl., Bonn, 1996, S. 20.
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der Kernstädte und führt auf der anderen Seite zu finanzstarken Gemeinden im sogenannten „Speckgürtel“ des Umlandes. 5
Ein weiteres schwerwiegendes Problem ist der Segregationsprozess, also die Verschiebung in der Bevölkerungszusammensetzung. Die soziale Zusammensetzung der Bevölkerung in den Städten unterscheidet sich schon heute von der des Umlandes. Während vor allem Haushalte mit höherem Einkommen ins Umland ziehen, zieht es sozial Schwächere meist in die Stadt, die Stadt trägt neben den steigenden Sozialhilfeausgaben auch die sozialen Kosten des Um-landes mit wie zum Beispiel das Drogen- und Kriminalitätsproblem. Während die aktive und mobile Mittelschicht die Kernstädte verlässt, bleiben vor allem ältere Menschen und sozial schwache Haushalte in den Städten. Die durchschnittliche Kaufkraft der Haushalte in den Kernstädten geht immer weiter zurück, während sie in den Umlandgemeinden ansteigt. 6 Letztendlich führt diese Entwicklung zu einer schleichenden Polarisierung der Sozialstruktur zwischen zwei Räumen, die funktional eng verflochten sind, die Kosten werden dabei jedoch ungleich verteilt. 7 Die Verflechtung und die gegenseitige Abhängigkeit der Kernstädte mit ihrem Umland nehmen trotz dieser Tendenzen immer weiter zu.
2.2 Gründe für die Suburbanisierung
Warum zieht es Betriebe und Menschen aus der Stadt heraus ins Umland? Die Gründe für die anhaltende Suburbanisierung sind bei Betrieben und Unternehmen hauptsächlich finanzielle Gesichtspunkte. Hohe Grundstückspreise und Platzmangel in den Kernstädten sind ein wettbewerblicher Nachteil. Günstige Grundstückspreise und der Anspruch auf große Flächenreserven für eine eventuelle Erweiterungen der betrieblichen Anlagen Sind wesentliche Anreize für einen Standortwechsel. Eine wesentliche Rolle spielt auch die Tatsache, dass die Betriebe in den letzten Jahrzehnten standortunabhängiger geworden sind. So haben neue Betriebsfo rmen und flexible Organisationen, ganze Branchen, teilweise aber auch nur einzelne B etriebsteile von einem spezifischen Standort relativ unabhängig gemacht. 8 Die Gründe für den Wegzug der städtischen Bevölkerung in die Randgemeinden der Städte sind zum einen die schlechten Umweltbedingungen in den Städten sowie die beabsichtigte Eigentumsbildung oder Wohnflächenvergrößerung, also der vielfach zu hörende Wunsch
5 Vgl. Deutscher Städtetag, Diskussionspapier für das Forum „Stadt-Umland-Region“, Leipzig, 31. Hauptver-
sammlung, Mai 2001, S. 2.
6 Ebd.
7 Vgl. Häussermann, Hartmut, Der Stadtstaat als Entwicklungsbegrenzung, in: Götz-Richter, Michael /
Petrowsky, Werner (Hrsg.), Lokale Demokratie auf dem Prüfstand - Stadtstaaten und Stadtteilvertretungen im
europäischen Ve rgleich, Bremen, 1994, S. 40.
8 Vgl. Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (Hrsg.), a.a.O., S. 21.
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nach einem „Häuschen im Grünen“. 9 Preiswerte Möglichkeiten für die Verwirklichung dieser Wünsche gibt es oft nur noch in den Gemeinden des ländlichen Umlandes. Die daraus resultierende Wanderungsbewegung der „wohlhabenden“ Bevölkerungsteile führt wiederum zu der bereits erläuterten sozialen Segregation in den Kernstädten. Als Hauptgründe für die Suburbanisierung lassen sich also insgesamt zwei Entwicklungsprozesse feststellen. Zum einen bilden „ökonomische Expansions- wie Konzentrationsprozesse und die mit dem wirtschaftlichen Wachstum einhergehenden negativen Verdichtungsfolgen (vor allem die zunehmende Belastung der Wohnumfeldqualität)“ 10 die wesentlichen Ursachen dafür, „daß sich die Wohnbesiedlung aus der Kernstadt heraus an den Stadtrand und immer weiter in das Umland hinein erstreckt.“ 11 Zweitens hat das wirtschaftliche Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer anhaltenden und spürbaren Verbesserung des Lebensstandards geführt, so dass sich weite Teile der Bevölkerung ihre Wohnwünsche realisieren konnten, wobei die steuerliche Begünstigung für die Eigentumsbildung nochmals einen fördernden Charakter besitzt. 12 2.3 Konfliktpotenzial zwischen Stadt um Umland
Der anhaltende Suburbanisierungsprozess führt zwangsläufig zu Konflikten zwischen den Städten und ihrem Umland. „Die einen argumentieren damit, Arbeitsplätze und Infrastruktureinrichtungen für die gut verdienende, ins Umland abgewanderte Bevölkerung bereitzustellen. Statt eines Ausgleiches müßten sie auch noch überdurchschnittlich hohe Transferleistungen für die ‚eigenen‘ finanzschwächeren Bevölkerungsgruppen aufbringen. Die anderen verweisen darauf, daß sie als Lieferant natürlicher Ressourcen eine ‚dienende‘ Funktion für ‚überlastete‘ Teilräume ausüben.“ 13
Während die Kernstädte viele Einrichtungen der Infrastruktur auch für das Umland bereitha lten, wie zum Beispiel Krankenhäuser, weiterführende Schulen, Universitäten, Kulturangebote und vor allem Arbeitsplätze, beteiligt sich das Umland nicht an der Finanzierung dieser Leistungen. Durch die seit den 60er Jahren zunehmende räumliche Trennung von Wohnen im Umland und Arbeiten in der Stadt ist es zu einem rasanten Anstieg des motorisierten Berufspendlerverkehrs gekommen, der tagtäglich zu erheblichen Verkehrsproblemen in den ve r- 9 Vgl.Deutscher Städtetag, Probleme der Stadtentwicklung, in: Reihe E, DST-Beiträge zur Stadtentwicklung,
Heft 9, Köln, 1981, S. 33f.
10 Ebd., S. 33.
11 Ebd.
12 Ebd.
13 Adam, Brigitte/Blach, Antonia, Räumliche Arbeitsteilung in Großstadtregionen - interkommunale und raum-
ordnerische Konfliktkategorien, in: Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (Hrsg.), In-
formationen zur Raumentwicklung, Nr. 4/1996, S. 187.
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Arbeit zitieren:
Tim Stahnke, 2004, Stadt-Umland-Probleme und Städtekooperationen, München, GRIN Verlag GmbH
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