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Inhalt
1. Einleitung 3
2. Zahlen und Allgemeines zum Thema Scheidung 4
3. Was Scheidung für Kinder bedeutet 5
4. Altersspezifische Reaktionen auf Scheidung 6
4.1. Die egozentrische Perspektive (3 bis 6 Jahre) 7
4.2. Die subjektive Perspektive (5 bis 9 Jahre) 7
4.3. Reziproke Perspektive (7 bis 12 Jahre) 8
4.4. Dritte Person/Gleichzeitigkeit (10 bis 15 Jahre) 8
4.5. Vorschul-, Schul- und Jugendalter 9
4.6. Zusammenfassung 10
5. Geschlechtsspezifische Unterschiede 11
6. Spätfolgen - sleeper-Effekte 12
7. Präventive Maßnahmen 13
8. Schlusswort 14
9. Literaturverzeichnis 16
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1. Einleitung
Scheidung ist ein Thema, das immer mehr an Aktualität gewinnt. So konnte „in Deutschland [in den letzten Jahren, genauer gesagt,] seit dem letzten Jahrhundert ein stetiger Anstieg der Scheidungszahlen“ beobachtet werden. Welche Ursachen diesem Phänomen zugrunde liegen, versucht die Wissenschaft seit Jahren im Rahmen des sich ständig verändernden familialen Systems zu erklären.
Was aber sind genau die Konsequenzen, die sich aus einer Scheidung für die betroffenen Kinder ergeben? Mit welchen Belastungen und Gefühlen sehen sie sich nach einem solchen Ereignis konfrontiert, welche Schwierigkeiten entstehen daraus für sie? Reagieren Jungen anders als Mädchen? Und wie unterschiedlich sind diese Reaktionen in Abhängigkeit vom Alter, in dem das Kind sich diesem Geschehen gegenüber sieht? Diese Arbeit soll sich mit diesen alters- und geschlechtsspezifischen Problemen und Reaktionen auseinandersetzen und diese kurz und überschaubar darstellen.
Im Anschluss an die Einleitung sollen kurz einige statistische und allgemeine Informationen zum Thema Beachtung finden. Der Hauptteil der Arbeit wird sich dann mit der oben genannten speziellen Problematik beschäftigen. Auch präventive und unterstützende Maßnahmen sollen am Ende Beachtung finden und einen Ausblick darauf geben, wie man Kindern in solchen Situationen helfen kann.
Literarische Grundlage für diese Arbeit bilden Artikel und Bücher, die sowohl aus pädagogischer, als auch aus psychologischer Sicht Bezug zu diesem Thema nehmen. Dort sind sowohl konkret die Probleme, die sich aus einer Scheidungssituation für die Kinder ergeben, als auch Präventions- und therapeutische Maßnahmen dargestellt. Bei der Informationsrecherche wurde allerdings auch Literatur mit einbezogen, die sich ausschließlich auf ratgebender Ebene mit dem Thema Scheidung auseinandersetzt und sich sehr häufig nur auf Erfahrungsberichte von betroffenen Ex-Ehepartnern oder gleichermaßen jungen und er- wachsenen Scheidungskindern stützt.
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2. Zahlen und Allgemeines zum Thema Scheidung
„1989 wurden in Deutschland 176.691 Ehen (davon 50.063 in der DDR) geschieden. [Davon betroffen] waren 139.746 minderjährige Kinder.“ 1 „1994 [waren es] insgesamt rund 166.000 [geschiedene] Ehen, wobei etwa 135.300 minderjährige Kinder betroffen waren.“ 2 „1997 [waren es] in Deutschland 187.802 [geschiedene] Ehen [mit 163.112 betroffenen minderjährigen Kindern].“ 3 Das sind nur einige Zahlen, die, zwar mit kleinen Einbrüchen, beispielhaft das ständige Ansteigen der Scheidungszahlen zeigen. Auch die Zahl der von diesem Ereignis betroffenen Kinder steigt somit immer weiter an.
Tendenziell werden heutzutage zu Bruch gegangene Ehen aufgrund veränderter Modalitäten im rechtlichen, ökonomischen und normativen Bereich wesentlich schneller und öfter geschieden, als das noch zu früheren Zeiten der Fall war. 4 Was aber bedeutet Scheidung nun genau?
„Scheidung ist [...] ein komplexer, ganzheitlicher Prozess, der auf sehr unterschiedlichen Ebenen und hier keineswegs immer zeitsynchron abläuft. [Scheidung] bedeutet die Auflösung e ines Familienverbandes in rechtlicher, sozioökonomischer und psychosozialer Hinsicht.“ 5 Besonders die Psychologie zählt die Scheidung zu den kritischen Ereignissen im Leben eines Menschen, denn Folgen ergeben sich daraus für alle Beteiligten. Für Kinder ist das Erleben eines solchen Trennungsprozesses noch weitaus dramatischer, als für die Erwachsenen. Es bedeutet für sie in erster Linie das Zusammenbrechen oder Sich-Auflösen eines bis dahin festen Systems, dessen integrativer Bestandteil sie waren. Nun besteht für alle Personen vor allem die Problematik der Neuordnung und Neuorientierung, so auch für die Kinder.
1 Ftehnakis, 1993. S. 601
2 Schmidt-Denter/Beelmann, 1997. S. 26
3 http://194.95.119.6/presse/deutsch/pm/p8316023.htm In: Fegert, 1999. S. 31
4 vgl. Schneewind/Vierzigmann/Backmund, 1998. S. 1101
5 vgl. Schneewind/Vierzigmann/Backmund, 1998. S. 1101
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3. Was Scheidung für Kinder bedeutet
Kinder verbinden mit der Familie, sofern diese als intakt zu bezeichnen ist, und von dieser Basis soll hier ausgegangen werden, eine ganze Reihe von erfüllten und befriedigten Bedürfnissen. Ihre Lebensqualität richtet sich nach dem Maß der Erfüllung dieser Bedürfnisse. Die großen Bedürfnisbereiche hat Jörg Fegert in Anlehnung an die UN-Kinderrechtskonvention wie folgt als basic needs of children beschrieben: (1) Liebe, Akzeptanz und Zuwendung (2) Stabile Bindungen (3) Bedürfnis nach Ernährung und Versorgung (4) Bedürfnis nach Gesundheit
(5) Bedürfnis nach Schutz vor Gefahren von materieller und sexueller Ausbeutung
(6) Bedürfnis nach Wissen, Bildung und Vermittlung hinreichender Erfahrung. 6
Diese Bedürfnisse sehen Kinder, in Abhängigkeit vom Alter, unbewusst oder bewusst durch eine Scheidung gefährdet. Der Schutzraum Familie, der Garant für die Erfüllung dieser Bedürfnisse war, existiert nach einer Scheidung zumindest nicht mehr in der ursprünglichen Form. So ergeben sich erst einmal allgemein gesehen für alle Kinder eine Reihe von psychischen Aufgaben, die zu bewältigen sind und gewisse Folgen, mit deren Be- und Verarbeitung sie sich auseinander zu setzten haben. Als allgemeine und offensichtliche Folgen für alle Kinder gelten dabei „[der] Verlust des Lebensschwerpunktes bei beiden Eltern, [die] Vernachlässigung ihrer Bedürfnisse mindestens während akuter Konfliktphasen [und das] Fehlen des Lernmodells 'Familie'.“ 7 So kann man sagen, dass das kindliche Leben nach einer Scheidung sich einer kompletten Umstrukturierung gegenüber gestellt sieht, da alle üblichen Lebensschwer- und Mittelpunkte plötzlich nicht mehr da sind, oder aber in der Zukunft in völlig anderer Form vorliegen werden.
6 Fegert 1999. S. 10 und 11
7 Buskotte, 1991. S. 179
Arbeit zitieren:
Stefanie Liebig, 2002, Scheidungsfolgen, Geschlechts- und altersspezifische Betrachtungen kindlicher Reaktionen auf elterliche Trennung, München, GRIN Verlag GmbH
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