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Inhalt
1. Einleitung 3
2. Vorgehensweise, Arbeitsschritte und Aufbau der Arbeit 4
3. Das Mittelalter 6
3.1. Bildbeschreibung 6
3.2. Bildanalyse 8
3.3. Bildinterpretation 10
4. Die Epoche der Aufklärung 14
4.1. Bildbeschreibung 14
4.2. Bildanalyse 16
4.3. Bildinterpretation 17
5. Das 19. Jahrhundert 19
5.1. Bildbeschreibung 19
5.2. Bildanalyse 21
5.3. Bildinterpretation 23
6. Lernen im Wandel der Zeit 25
6.1. Bildung im Mittelalter 25
6.2. Lernen in der Aufklärung 27
6.3. Lerne n im 19. Jahrhundert 28
6.4. Zusammenfassende Betrachtung 29
7. Schlusswort 32
8. Quellenverzeichnis 33
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1. Einleitung
Einer weit verbreiteten Meinung zufolge, lernen Menschen ihr ganzes Leben lang. Das heißt, sie unterliegen einem immerwährenden Prozess, in dem sie aktiv oder passiv neues Wissen erwerben. Dieser Lernprozess wiederum unterliegt ständigen Veränderungen, die sich auf vielerlei Weise begründen lassen. Historisch betrachtet haben der Entwicklungsstand des Menschen an und für sich sowie politische und gesellschaftliche Situationen und Strukturen diesen Prozess immer maßgeblich mitbestimmt, wenn nicht sogar in erster Linie bedingt. Es bestand also von jeher (und besteht immer noch) dieser eben genannte Zusammenhang zwischen Lernen und historischen Entwicklungen. Wie lassen sich diese Veränderungen des Lernens nun am besten beschreiben und woraus kann man sie ersehen, das heißt: Welche Wege und Quellen gibt es eigentlich, um die benötigten Informationen zu erhalten?
Hier gibt es verschiedenste Herangehensweisen, was genauer gesagt heißen soll: Es gibt unterschiedliche Quellenarten, die ebenso unterschiedlich betrachtet und analysiert werden müssen. Neben Textquellen, sowohl von Zeitzeugen, als auch von Historikern, stellen Bildquellen eine interessante Art dar, Informationen zu erhalten. Somit können Bilder als authentische, wenn auch nicht immer realistische Informationsquellen gesehen werden.
In dieser Arbeit soll genau auf diese Quellenart zurückgegriffen werden. Mit Hilfe der Analyse und Interpretation von Bildern sollen Informationen gesammelt werden, die dann wiederum dazu dienen, Lernen im Wandel der Zeiten zu beschreiben.
Zwar stellen die Bilder nicht die einzige, jedoch die primäre und wichtigste Quellengrundlage für diese Arbeit dar.
Im Folgenden werden der Aufbau derselbigen und die einzelnen Arbeits- schritte genauer erläutert.
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2. Vorgehensweise, Arbeitsschritte und Aufbau der Arbeit
Wie schon erwähnt, werden Bilder die primäre Quellengrundlage für diese Arbeit darstellen. Jedoch wird auch Literatur zu Rate gezogen, die sich mit der Bildinterpretation aus erziehungswissenschaftlicher Sicht beschäftigt, sowie Literatur, die die Geschichte der Erziehung an und für sich wiedergibt.
Um einen groben, weit gefassten Einblick in die historische Entwicklung des Lernens zu gewinnen, habe ich drei Bilder ausgewählt, die je eine geschichtliche Epoche repräsentieren. Das sind im Einzelnen das Mittelalter, die Aufklärung und das 19. Jahrhundert. Für die einzelnen Bilder habe ich mich deshalb entschieden, weil ich einerseits denke, dass sie ihre historische Epoche auf typische Weise repräsentieren, andererseits aber auch zum Hinterfragen anregen. Es gibt meiner Meinung nach kein Bild, das eine gesamte Epoche in allen Einzelheiten zusammenfassen kann, es kann immer nur einen beispielhaften Einblick gewähren. Ich denke, dass die ausgewählten Bilder diesen Einblick zulassen, trotzdem sie konkrete Aspekte der entsprechenden Epoche aufzeigen. Zu jedem Bild soll ein Hauptkapitel entstehen, das sich jeweils in die Unterpunkte Bildbeschreibung, Bildanalyse und epochenspezifische Bildinterpretation gliedert. Aus diesen Bearbeitungen soll anschließend die Entwicklung des Lernens über die unterschiedlichen Epochen hinweg abgeleitet und beschrieben werden. Die Leitfragen sollen dabei folgende sein:
• Wie und in welchen Situationen wird Lernen dargestellt?
• Wie verändert sich das Lernen an und für sich?
• Wie verändert sich die Umgebung, in der gelernt wird?
• Wie verändert sich die Situation in der gelernt wird? Methodisch gesehen ist der Arbeitsprozess relativ identisch mit der Gliederung der Kapitel. Das heißt, dass das Bild zu allererst hinsichtlich der bekannten Fakten (Künstler, Entstehungszeit etc.) und des Inhaltes so genau wie möglich beschrieben wird. Zu den entsprechenden Künstlern sollen, soweit dies möglich ist, Randinformationen gegeben werden. Ich
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persönlich halte es aber im Rahmen dieser Arbeit für sinnvoller, diese Informationen so stehen zu lassen. Denn weitere Rückschlüsse auf das Leben der besagten Künstler und die Verbindung zu den Bildern würden das Maß der Arbeit bei weitem übersteigen. Der Bildbeschreibung schließt sich die Analyse an, die sich konkreter mit dem Bildaufbau und den künstlerischen Darstellungsmitteln beschäftigt. Auf der Grundlage des durch die vorangegangenen Arbeitsschritte erworbenen Wissens wird das Bild im letzten Arbeitsschritt im historischen Kontext interpretiert. Allerdings verweise ich gleich zu Beginn darauf, dass die Erkenntnisse und Ergebnisse, die diese Arbeit erzielt und hervorbringt, nur punktuell, eventuell aber auch exemplarisch für die Entwicklung des Lernens i m Wandel der Zeit zu sehen sind, das werden aber die Interpretationen zeigen. Denn je mehr Bildquellen zur Verfügung stehen und verwendet werden und je größer der Umfang der Arbeit ist, desto genauere Aussagen können zur Thematik getroffen werden. Da der Umfang dieser Arbeit jedoch recht geringe Grenzen aufweist, können auch nur auf kleiner Informationsgrundlage Aussagen getroffen werden.
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3. Das Mittelalter
Abb. I: „Chunrat von Würzburg“ Abb. II: „Die Winsbekin“
3.1. Bildbeschreibung
Die beiden Bilder „Chunrat von Würzburg“ und „Die Winsbekin“ stammen aus der ersten Hälfte das 14. Jahrhunderts und sind farbige Miniaturen aus der Manessischen Liederhandschrift. Über die konkrete Beschaffenheit der Bilder lassen sich auf der Grundlage der vorhandenen Literatur nur Vermutungen anstellen und keine konkreten Nachweise erbringen. So kann man davon ausgehen, dass diese Bilder auf Papier oder Pergament gemalt worden sind, wobei über die Größe keine genauen Aussagen getroffen werden können.
Beide Bilder zeigen jeweils zwei Personen. Das erste Bild zeigt einen erwachsenen Mann und ein männliches Kind, dessen Alter ungefähr zwischen zwölf und fünfzehn Jahren zu vermuten ist. Der Mann befindet sich auf der linken Bildseite und sitzt auf einer Art Sessel oder Thron. Das Kind sitzt ebenfalls und befindet sich auf der rechten Seite des Bildes, wobei es auf einer Art Bank oder Hocker dem Mann gewissermaßen zu Füßen sitzt. Das wiederum bedeutet, dass derselbe gegenüber dem Kind
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erhöht sitzt. Der Mann ist gut gekleidet, trägt eine rote Oberbekleidung und darüber einen blauen Mantel oder Umhang, der mit weißen Aufsätzen verziert ist und an der rechten Schulter durch einen goldenen Knopf zusammengehalten wird. Er hat helle, vermutlich blonde Haare, einen Bart und trägt auf dem Kopf einen blau-roten Hut mit einer breiten, nach oben geschwungenen Krempe.
Der Junge ist ebenfalls mit einem langen Umhang in roter Farbe bekleidet, der am Hals mit einem breit umgeschlagenen blauen Kragen abschließt. Auch seine Haare sind hell und von einer weißen Kappe bedeckt, die unter dem Kinn zusammengebunden zu sein scheint. In beiden Händen hält der Junge etwas, wobei nur bei der linken Hand deutlich zu erkennen ist, dass es sich dabei um ein Schreibgerät, eine Art Federhalter, handeln muss. Mit diesem schreibt er in ein großes, sich direkt vor ihm befindendes Buch, dass von dem vor ihm sitzenden Mann gehalten wird, zu dem er in diesem Moment auch aufschaut. Der Mann deutet mit der rechten Hand auf das Buch und somit in Richtung des Geschriebenen und schaut gleichzeitig dort hin.
Über den beiden Personen erheben sich in gelber Farbe zwei Bögen, eine Art Gewölbe, wie man es aus gotischen Kirchen kennt. Der Hintergrund des Bildes ist weiß und abgeschlossen wird dasselbige durch einen doppelten roten Rahmen, dessen Mitte im Wechsel mit blauen, grünen und wahrscheinlich goldenen Rechtecken, bzw. Quadraten gefüllt ist. Das zweite Bild ist dem ersten sehr ähnlich. Es zeigt ebenfalls zwei Personen, wobei es sich hier um eine weibliche Erwachsene und um eine jüngere Frau, wenn nicht sogar noch ein älteres Kind handelt. Die Frau befindet sich auf der linken Seite des Bildes und sitzt, wie auch schon der Mann, auf einem Sessel. Sie ist in blau, rot und weiß gekleidet, wobei es sich hier um ein rotes Kleid mit goldenem Kragen und einen blauen, inwendig weißen Umhang zu handeln scheint, welcher jedoch locker über die Schultern fällt. Sie hat lange, helle Haare, die ihr in Wellen über die Schultern und den Rücken fallen. Diese sind von einer weißen Haube bedeckt, welche unter dem Kinn befestigt ist. Mit der linken Hand
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stützt sie sich auf ihrem Knie ab, während die rechte Hand in Richtung des Mädchens erhoben ist. Auch ihr Blick ist dem Mädchen zugewandt. Das Mädchen steht auf der rechten Seite im Bild vor der Frau und ist dieser sehr ähnlich gekleidet. Sie trägt ein grünes Unterkleid und einen roten, ebenfalls kleidähnlichen, ärmellosen Überwurf, der von einem goldenen Ausschnitt gesäumt ist. Auch sie hat lange, helle Haare, die ebenfalls über die Schulter und den Rücken fallen. Als Kopfschmuck trägt sie eine Art rot-goldenes Band, das am Hinterkopf zusammengebunden ist. Ihren Kopf hält sie leicht nach vorn geneigt, der Blick geht scheinbar zu Boden, ist jedoch der Frau zugewendet. Die rechte Hand ist in einer Art grüßender Geste erhoben, die l inke Hand hält sie vor dem Bauch, auf dem Oberschenkel.
Auch über den beiden Frauen befindet sich das zweibögige Gewölbe, in kräftigem gelb und orange. Die Bildbegrenzung erfolgt ebenfalls durch einen Rahmen, der sich von innen nach außen in rot, gold und blau um das Bild legt.
Die Recherchen zu weiteren Informationen zur Manessischen Liederhandschrift waren leider relativ erfolglos. Zu den Bildern an und für sich ließen sich keine Hinweise finden, weder bezüglich der Größe, noch zur Art. Auch über den Künstler konnte nichts herausgefunden werden. Somit lassen sich keine Verbindungen zwischen dem Inhalt der Bilder und deren Entstehungsbedingungen herstellen. Der Verwendungszweck scheint aber offensichtlich, nämlich zur Illustrationen dieser Liederhandschrift. Allerdings ist hier auch nicht der Inhalt der dort niedergeschriebenen Lieder bekannt, so dass unklar bleibt, ob der Bildinhalt mit dem Liederinhalt übereinstimmt.
3.2. Bildanalyse
Beide Bilder sind von der Komposition und vom Bildaufbau nahezu identisch. Deshalb ist es auch möglich, die Analysen parallel zu vollziehen bzw. eine allgemeine Analyse zu schreiben, da sie bis auf kenntlich gemachte Ausnahmen für beide Bilder zutrifft.
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Beide Bilder weisen eine stabile Komposition auf. Diese wird vor allem durch die zwei symmetrisch angeordneten Arkadenbögen hervorgerufen, durch die das Bild in senkrechter Richtung zweigeteilt wird. Die Stabilität wird weiterhin durch v iele senkrechte und waagerechte Elemente begünstigt (z.B. die Rahmen der Bilder, jeweils beide Personen pro Bild à Senkrechte, Sitzgelegenheit des jeweiligen Erwachsenen à Waagerechte). Somit erhält die Komposition ihren Halt und ihre Festigkeit und strahlt gewissermaßen Ruhe aus. Dennoch lässt sich in beiden Bildern eine Ungleichverteilung der Bildelemente feststellen. Durch die Pro-portionsunterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern und durch die leicht erhabene Sitzposition des Erwachsenen konzentrieren sich die Bildbestandteile auf der linken Seite, was sich aber nicht nachteilig auf die Kompositionsstabilität auswirkt. Das Bild „Chunrat von Würzburg“ weist diese Eigenschaft durch eine diagonale Bildteilung noch deutlicher auf. Von der linken oberen R ahmenecke, über die Kopfbedeckung des Mannes, die obere Buchkante zur rechten unteren Rahmenecke erstreckt sich diese Diagonale und begrenzt die Bildelemente somit in der linken Bildseite noch deutlicher. Der rechte Bildteil wirkt dadurch nahezu leer, öffnet aber die Komposition und lockert diese auf. Auch der Blickverlauf orientiert sich an der Verteilung der Bildelemente und unterstützt die zuvor herausgestellten Erkenntnisse. Das Auge beginnt sich im oberen linken Teil des Bildes zu orientieren ( à Kopf der erwachsenen Person, oder leicht darüber am Arkadenbogen) und wandert dann fast senkrecht an der linken Person entlang, beschreibt einen Bogen im unteren Teil des Bildes und wendet sich dann der rechten Person zu. Im Bild mit den beiden Frauen ist diese U -Bogen-Bewegung noch deutlicher wahrzunehmen, da der Größenunterschied zwischen den beiden Frauen nicht so erheblich ist. Danach pendelt sich das Auge in beiden Fällen schwerpunktmäßig irgendwo in der unteren Bildmitte ein. Keine der dargestellten Personen blickt aus dem Bild heraus, so dass der Blickverlauf von ihnen unterbrochen werden könnte.
Arbeit zitieren:
Stefanie Liebig, 2002, Lernen im Wandel der Zeit - Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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